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Schmerzen beim Atmen unter den Rippen

Definition - Was sind Schmerzen beim Atmen unter den Rippen?

Schmerzen unter den Rippen zeichnen sich oft durch ihr atemabhängiges Auftreten aus. In den meisten Fällen verstärken sich die Schmerzen beim Einatmen, da sich hierbei der Druck im Brustkorb erhöht. Beim Ausatmen dagegen verbessern sich die Schmerzen in den meisten Fällen. Auch eine flache Atmung sollte die Beschwerden verbessern. Der Begriff „unter den Rippen“ kann auf zwei Arten verstanden werden. Zum einen kann damit die Lokalisation innerhalb des Brustkorbs also quasi hinter den Rippen gemeint sein, zum anderen können Schmerzen unter den Rippen auch am Übergang zum Bauchraum liegen.

Ursachen von Schmerzen beim Atmen unter den Rippen

Grundsätzlich können alle Strukturen des Körpers, die über, unter, hinter und zwischen den Rippen liegen, Schmerzen beim Atmen unter den Rippen auslösen. Die schwerwiegendsten Ursachen sind in den Organen, die innerhalb des Brustkorbs liegen, zu finden. So können Erkrankungen der Lunge, des Herzens und der Speiseröhre Schmerzen beim Atmen unter den Rippen verursachen. Weniger besorgniserregende Erkrankungen, die Schmerzen beim Atmen verursachen können, betreffen meist die Muskulatur (Zwerchfell, Zwischenrippenmuskulatur, Rückenmuskulatur) sowie die Knochen (Wirbelsäule, Rippen) oder die Nerven, die von der Wirbelsäule an den Rippen entlang zum Brustkorb ziehen.

Dies können wichtige Ursachen für die Schmerzen beim Atmen unter den Rippen sein: 

  • Interkostalneuralgie
  • Rippenblockade
  • Zwerchfellschmerzen
  • Herzinfarkt
  • Lungenembolie

Darüber werden Sie im Folgenden informiert.

Interkostalneuralgie - Brustschmerzen durch Nerven

Die Interkostalneuralgie (inter = zwischen, costa = Rippe, neuron = Nerv, -algie = Endung für einen Schmerzzustand) bezeichnet Schmerzen, welche von den Nerven, die zwischen den Rippen verlaufen, ausgehen. Häufig ist der Grund eine Einklemmung des Nervs zwischen den Rippenmuskeln und einer Rippe. Aber auch eine Einengung des Nervs an der Austrittsstelle aus dem Rückenmark kann die Ursache der Beschwerden sein. Da die Interkostalneuronen (Nerven zwischen den Rippen) entlang der Rippe verlaufen, werden sie durch die Bewegungen des Brustkorbs beim Atmen ebenfalls bewegt. Kommt es an einer Stelle zu einer Einklemmung, wird der Nerv bei jedem Atemzug gedehnt. Dies äußert sich durch teilweise stechende, ziehende oder elektrisierende Schmerzen beim Atmen unter den Rippen.

Weitere Informationen zu der Interkostalneuralgie finden Sie unter: Brustschmerzen durch Nerven

Rippenblockade

Jede einzelne Rippe der zwölf Rippen des Brustkorbs ist über ein Gelenk mit der Wirbelsäule verbunden, die Rippen 1 bis 7 sind über ein zweites Gelenk mit dem Brustbein verbunden. Eine Rippenblockade zeichnet sich durch eine Unbeweglichkeit in diesen Gelenken aus. In den meisten Fällen sind die Gelenke zwischen den Rippen und der Wirbelsäule betroffen. Bei älteren Menschen sind meist Verschleißerscheinungen die Ursache der Beschwerden, es kann jedoch auch durch eine Verletzung und ein akutes Trauma verursacht sein. Beim Atmen bewegen sich die Rippen in ihren Gelenken, daher kommt es bei einer Rippenblockade zu atemabhängigen Schmerzen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: An diesen Symptomen erkennen Sie eine Rippenblockade

Zwerchfellschmerzen

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist der wichtigste Atemmuskel des menschlichen Körpers. Gleichzeitig dient es als anatomische Grenze zwischen der Brusthöhle und dem Bauchraum. Durch das Anspannen des Zwerchfells vergrößert sich der Raum im Brustkorb, sodass Luft eingeatmet werden kann. Durch die Entspannung wird Luft wieder aus der Lunge herausgedrückt. Ist das Zwerchfell geschädigt, dann kann dies besonders bei der Anspannung (also in der Phase des Einatmens) Beschwerden verursachen. Man vermutet beispielsweise, dass Seitenstechen beim Sport mit einer Überbelastung des Zwerchfells zu tun haben. Auch Verletzungen des Zwerchfells können Schmerzen beim Atmen unter den Rippen hervorrufen.

Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen unsere Seite zu: Schmerzen am Zwerchfell

Lungenembolie

Eine Lungenembolie kann akut lebensbedrohlich sein. Bei dieser Erkrankung bilden sich ein oder mehrere Blutgerinnsel, die sich in den Gefäßen der Lunge festsetzen können, diese verschließen und somit den Widerstand in der Lunge erhöhen. Je nachdem, wie viele Gefäße in der Lunge betroffen sind und wie groß diese Gefäße sind, können die Symptome variieren. Charakteristische Symptome einer Lungenembolie sind hierbei jedoch eine akute Luftnot und atemabhängigen Brustschmerzen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Symptome einer Lungenembolie

Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt handelt es sich um einen akut lebensbedrohlichen Zustand. Durch eine Minderdurchblutung (und damit Unterversorgung mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen) kommt es zur Schädigung der Herzmuskulatur. Dies macht sich durch starke Schmerzen in Verbindung mit einem Druck- und Engegefühl auf dem Brustkorb bemerkbar. Die Schmerzen bei einem Herzinfakt sind nicht atemabhängig, sie werden jedoch von Betroffen oft als solche wahrgenommen, da beim Einatmen das Druckgefühl auf den Brustkorb zusätzlich erhöht wird.

Lesen Sie auch: Anzeichen eines Herzinfarktes

Weitere begleitende Symptome

Je nach Ursache der Schmerzen beim Atmen unter den Rippen können auch andere begleitende Symptome auftreten. In den meisten Fällen werden die Schmerzen durch eine flache Atmung verbessert und durch eine verstärkte Atmung wie beispielsweise bei körperlicher Belastung verstärkt. Häufig sind weitere Schmerzen mit den Beschwerden verbunden, wie beispielsweise Schmerzen an anderen Stellen des Brustkorbs oder auch am Rücken und im Bauchraum. Zudem sind die Schmerzen oftmals nicht nur atemabhängig, sondern können auch durch verschiedene Bewegungen des Oberkörpers, also bewegungsabhängig, ausgelöst werden.

Bei akuten Verletzungen im Bereich des Brustkorbs können zudem äußerliche Blutungen oder auch Hämatome (blaue Flecken) auftreten. Bei der Lungenembolie als auch beim Herzinfarkt kommt es neben den atemabhängigen Brustschmerzen häufig auch zur Atemnot. Durch Belastung wird diese besonders verstärkt. Beim Herzinfarkt kommt es zusätzlich meist zu einem Druck oder Engegefühl auf dem Brustkorb. Bei beiden Erkrankungen können im schlimmsten Fall ein Bewusstseinsverlust sowie ein lebensbedrohlicher Herzstillstand auftreten.

Lesen Sie auch: Schmerzen beim Atmen im RückenSchmerzen beim Einatmen rechts

Behandlung der Schmerzen am Brustkorb

Die Therapie der Schmerzen am Brustkorb muss von der zugrundeliegenden Ursache abhängig gemacht werden. Bei muskulären Problemen reicht in den meisten Fällen eine körperliche Schonung aus, bis die Muskulatur sich wieder erholt hat. Gegebenenfalls können Entspannungsübungen die Beschwerden verbessern. Sind die Schmerzen so stark, dass sie die Atmung beeinträchtigen, sollten Schmerzmittel eingenommen werden, bis die Symptomatik sich verbessert.

Auch eine Interkostalneuralgie kann in den meisten Fällen konservativ behandelt werden, selten muss der eingeklemmte Nerv von den Rippen durch einen festen Zug gelöst werden. Steht die Interkostalneuralgie im Zusammenhang mit größeren Wirbelsäulenschädigungen, kann auch eine operative Therapie notwendig sein.

Die Erkrankungen wie Lungenembolie und Herzinfarkt bedürfen meist zunächst einer stabilisierenden intensivmedizinischen Therapie. Anschließend kann die Ursache behoben werden, indem beispielweise das Blutgerinnsel in der Lunge durch Blutverdünner aufgelöst wird. Bei einem Herzinfarkt muss meist ein Stent (Drahtgitter) in die Herzkranzgefäße gesetzt werden. Dieses kleine Drahtgitter kann die verstopften Gefäße wieder öffnen und so eine bessere Durchblutung der Herzmuskulatur gewährleisten.

Dauer und Prognose der atemabhängigen Schmerzen

Die Dauer der atemabhängigen Schmerzen ist stark von der Ursache abhängig. So können muskuläre und knöcherne Beschwerden meist nach einigen Wochen vollständig abheilen, organische Erkrankungen dagegen benötigen eine lange Heilungsdauer und können zudem zu chronischen Problemen werden. Die meisten Ursachen der Schmerzen beim Atmen unter den Rippen sind harmlos und heilen vollständig aus. Gefährliche Ursachen wie die Lungenembolie und der Herzinfarkt können akut lebensbedrohlich sein und wirken sich nicht selten - selbst bei einer guten Versorgung - lebensverkürzend aus.

Richtige Diagnosestellung der Schmerzen beim Atmen unter den Rippen

Der wichtigste Schritt in der Ursachenfindung der Schmerzen beim Atmen unter den Rippen beruht auf dem Patientengespräch (Anamnese). Dabei werden Ausprägung und Dauer des Schmerzes vom Arzt erfragt. Nur so kann anschließend eine gezielte Diagnostik der Beschwerden folgen. Je nach vermuteter Ursache sollten danach das Herz, die Lunge, die Knochen und die Muskeln des Brustkorbs ausführlich untersucht werden. Gegebenenfalls werden Bildgebungen mittels Röntgens oder Ultraschall durchgeführt. Bei einer vermuteten Lungenembolie oder einem Herzinfarkt können auch Laborparameter aus einer Blutentnahme wichtige Hinweise geben, zudem sollte ein EKG erfolgen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.04.2019
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