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Trockene Augen nach LASIK

LASIK

LASIK steht für „Laser-in-situ-Keratomileusis“ und ist die derzeit weltweit am häufigsten angewandte Lasertherapie fehlsichtiger Augen.

Die Komplikation des trockenen Auges ist mittlerweile eine bekannte Folge und oft vorkommende Nebenwirkung der Operation, die sich auch zum chronischen Post-LASIK-Trockenen Auge (d.h. eine durch geschädigte Nerven entstehende Hornhauterkrankung) entwickeln kann.

Ursachen

Warum kann es nach der Laseroperation zu einer chronischen Tränenfilmstörung kommen?

Möglich ist, dass beim Patienten bereits vor der Operation leicht trockene Augen bestanden, welche dann durch die Operation noch zusätzlich verstärkt werden.
Die besonders schwer betroffenen Patienten, die unter trockenen Augen nach einer LASIK-Operation leiden, haben meist eine durch die Operation bewirkte Augenoberflächenstörung. Diese entsteht durch die Durchtrennung der Nerven der Hornhaut während des Eingriffs und somit einem Sensibilitätsverlust der Hornhautoberfläche, welche wiederum dazu führt, dass die Rückmeldung der Augenoberfläche an die Tränendrüsen (Meibomdrüsen) unzureichend funktioniert, wenn sich zu wenig Tränenflüssigkeit auf dem Auge befindet.

Hierdurch kommt es zu einer Entzündung der dauerhaft gereizten Hornhaut und den Symptomen eines klassischen trockenen Auges, wie:

  • Brennen (siehe auch: Brennen im Auge)
  • Fremdkörpergefühl
  • Müdigkeit der Augen
  • Schwere der Augenlider

Veränderungen am Auge durch LASIK-Eingriff

Veränderungen an der Bindehaut:

Direkt nach der Operation tritt ein Verlust von den sogenannten Becherzellen auf, die die für das Auge unverzichtbare Tränenflüssigkeit produzieren. Hierdurch kommt es zu einem instabilen Tränenfilm. Dieser Zustand hält meist um die 6 Monate nach der Operation an.

Die sogenannte Break-Up-Time (BUT), also die Tränenaufrisszeit, ist nach LASIK verkürzt und auch der Schirmer-Test, der die Tränensekretion der großen Tränendrüse testet, kann eine leicht verminderte Sekretion zeigen.
Hinzu kommt eine erhöhte Osmolarität nach LASIK und ebenso nach PRK (Photorefraktive Keratektomie).

Oberflächenveränderungen am Auge durch LASIK

Durch den LASIK-Eingriff ist eine Konturveränderung der Oberfläche des Auges möglich, wodurch eine gleichmäßige Benetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit erschwert werden kann.

Risikofaktoren für verschlechterte Sensibilität der Hornhaut

Besonders gefährdet sind stark kurzsichtige Patienten, bei denen tief in die Hornhaut hinein gelasert werden muss, um die Fehlsichtigkeit zu beheben. Es ist anzunehmen, dass der damit verbundene Sensibilitätsverlust auf tiefe Nervenschädigungen zurückzuführen ist.

Es konnte gezeigt werden, dass ein während der Operation mit einem Messer (Mikrokeratom) geführter Schnitt in die Hornhaut des Auges zu einem stärkeren nervenbedingten Ausfall an Sensibilität der Augenoberfläche und einer vermehrten Störung des Tränenfilms führt, als dies bei einem Eingriff mit einem Laser (Femtosekundenlaser) der Fall ist.

Risikofaktoren für eine Tränenfilmstörung nach LASIK

Langjährige Kontaktlinsenträger weisen meist bereits eine andauernde Schädigung der Hornhautoberfläche auf, bedingt durch eine mechanische Störung des natürlichen Tränenfilms.
Auch Patienten mit bereits vor der Operation bestehendem trockenen Auge und einem Schirmer-Test von weniger als 10mm pro 5 Minuten sind besonders gefährdet, nach dem LASIK-Eingriff unter einer anhaltenden Tränenfilmstörung zu leiden.

Weitere Risikofaktoren scheinen nach vielen Beobachtungen das weibliche Geschlecht (insbesondere nach der Menopause), fortgeschrittenes Alter und asiatische Herkunft zu sein.

Folgen der LASIK für die Hornhautnerven

Durch die durchtrennten Nervenfasern (subbasale Nerven) im Verlauf der Operation entwickeln viele Patienten eine verminderte Hornhautsensibilität, die sich jedoch im Laufe von 6-12 Monaten wieder normalisieren sollte.
In einer Studie wurde festgestellt, dass sich durch den LASIK-Eingriff am Auge die Frequenz des Lidschlags scheinbar dauerhaft um 40% vermindert, was ebenso zu einem trockenen Auge führen kann, da die Tränenflüssigkeit normalerweise durch den regelmäßigen Lidschlag gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt wird.

Vor einer LASIK-Operation durchzuführende Diagnostik:

Wichtig ist vor einem derartigen kosmetischen Eingriff am Auge, die Qualität des Tränenfilms und die Augenoberfläche genau zu untersuchen. Es muss auf zusätzliche Risikofaktoren für eine Tränenfilmstörung hin untersucht werden, wozu zum Beispiel Lidrandentzündungen und lokale Medikamente zählen.

Vorbeugung

Es kann hilfreich sein, das Auge bereits vor der Operation regelmäßig mit befeuchtenden, konservierungsmittelfreien Tränenersatzmitteln zu benetzen. Außerdem kann die Tränenproduktion durch ausgewogene Ernährung und auch Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren (ungesättigte essentielle Fettsäuren) positiv beeinflusst werden.

Als Eingriff ist auch ein Verschluss der Tränenpünktchen mit sogenannten Punctum Plugs denkbar, die ein weniger starkes Ablaufen der vom Körper selbst gebildeten Tränen bewirkt.Zusätzlich ist eine Behandlung der Augenoberfläche mit entzündungshemmenden Medikamenten in Augentropfenform (zum Beispiel Cyclosporin A 0,05%) möglich.

Vergleich mit alternativen Operationsmethoden

Die Operation mittels LASIK ist die risikoreichste unter den refraktären Methoden, wenn es darum geht, als Folge der Operation eine Tränenfilmstörung oder gar einen chronischen Schmerzzustand der Hornhaut zu entwickeln.

Im Vergleich zu LASIK scheint die PRK (Photorefraktive Keratektomie) weniger Tränenfilmstörungen und Osmolaritätserhöhung zu bewirken, da es hier zu einer schnelleren Regeneration der geschädigten Nerven kommt.
Laut einer Patientenbefragung waren jedoch die operierten Patienten in beiden Gruppen jeweils sehr zufrieden mit der Operation, obwohl in beiden Gruppen in etwa 9% über trockene Augen berichteten.

Zusätzlich gibt es noch die sogenannte LASEK-Operation, bei der die oberste Hornhautschicht (Epithel) abgehoben wird, sodass darunter auf der freigelegten Hornhaut der Laser angewandt werden kann. Diese Eingriffsmethode scheint laut ersten Erkenntnissen zu weniger Störungen des Tränenfilms zu führen als LASIK.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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