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Arten von Wehen

Wehentypen

Als normale Wehen gelten bis zu 10 Kontraktionen in 24h, bis zur 30. Schwangerschaftswoche weniger als 3, darüber weniger als 5 Kontraktionen pro Stunde. Ab einem Druck von ca. 25mmHg werden Wehen als schmerzhaft empfunden.

Übungswehen: Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es zu unkontrollierten, lokalen Kontraktionen mit hoher Frequenz (so genannte Alvarez-Wellen bis 20 mmHg) oder zu bis zu 30 mmHg starke Uteruskontraktionen mit anschließender Wehenpause (=Braxton-Hicks-Kontraktionen) kommen.

Senkwehen: Nehmen die Schwangerschaftswehen in den letzten 3-4 Wochen vor der Geburt an Häufigkeit und Druck zu und gehen mit einer Senkung des Leibes einher, werden sie Senkwehen genannt.
Lesen Sie mehr zum Thema unter Senkwehen.

Vorwehen: sind unregelmäßige Wehen, mit bereits einem Druck in der Gebärmutter (=intrauterin) von 40mmHg. Sie treten in den letzten Tagen vor der Geburt auf und dienen dazu, dass sich insbesondere bei Erstgebärenden (d.h. dort ist der Beckenboden noch nicht so geweitet) der Kopf des Kindes in den Beckeneingang drückt. Sie gehen in die Geburtswehen über.

Eröffnungswehen: sind jetzt regelmäßige, muttermundswirksame Geburtswehen. Sie treten in der Eröffnungsperiode der Geburt auf und es kommt zu einer vermehrten Lockerung des Muttermunds und einer Dehnung des Gebärmutterhalses (=Zervix). Das Kind tritt immer tiefer in den Beckeneingang ein. Die Wehen haben einen Druck von etwa 40-50 mmHg und treten alle 5-20 min. auf. Die Dauer beträgt ca. 30-60sec.

Die Eröffnungsperiode dauert bei Erstgebärenden ca. 12 Stunden, bei Mehrgebärenden 2-8 Stunden.


Austreibungswehen: Diese Wehen sind stärker und länger als Eröffnungswehen und treten bei vollständiger Eröffnung des Muttermundes auf. Der Druck dieser Wehen liegt nun bei 60 mmHg, die Wehen treten alle 4-10 min. auf. Die Austreibungsperiode dauert bei Erstgebärenden bis 2 Stunden, bei Mehrgebärenden geht es meist auf Grund der Vordehnung schneller.

Presswehen: Diese Wehen sind regelmäßige Wehen bis 200mmHg, die alle 2-3 min in der letzten Phase der Austreibungsperiode, der Pressphase, auftreten. Zusätzlich zu dem hohen Druck in der Gebärmutter (=intrauterin), wird die Bauchpresse eingesetzt. Die Dauer diese Phase hängt von der Mitarbeit der Gebärenden ab.

Nachgeburtswehen: Diese Wehen dienen der Lösung und Austreibung des Mutterkuchens (=Plazenta). Druck und Frequenz nimmt in dieser Zeit ab. Spätestens nach einer Stunde sollte sich der Mutterkuchen gelöst haben. Die Nachgeburtsperiode dauert definitionsgemäß 2 Stunden. Erst dann ist gilt die Geburt als abgeschlossen.

Nachwehen: sind lokale Kontraktionen der Gebärmutter während des Wochenbettes zur Blutstillung und Rückbildung der Gebärmutter (=Uterus). Diese werden beim Stillen durch die Ausschüttung des körpereigenen Hormons Oxytocin angeregt. Teils schmerzhaft können sie insbesondere bei Mehrgebärenden sein.

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Eine Übersicht aller bereits veröffentlichten Themen aus dem Bereich der Gynäkologie finden Sie unter Gynäkologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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