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Zahn ziehen - Das müssen Sie wissen

Synonyme im weiterem Sinne

Zahnextraktion

 

Einleitung

Das Ziehen eines Zahnes, die sogenannte Zahnextraktion, ist eine chirurgische zahnärztliche Leistung, die von den Krankenkassen voll bezahlt wird. 

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Zahnextraktion

Die Entfernung eines Zahnes erfolgt in der Regel unter einer Lokal- oder Leitungsanästhesie, sodass für den Patienten keine Schmerzen entstehen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Extraktion eines Zahnes

Gründe - Eine Übersicht

Einen Zahn ziehen zu müssen kann viele verschieden Gründe haben:

  • Großflächige Zerstörung des Zahnes durch Karies
  • Starke Zerstörung des Zahnes durch Traumen (z..B. Sturz)
  • Chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die nicht mehr zu beheben ist
  • Starker Lockerungsgrad
  • Kieferengstand
  • Weisheitszähne, die keinen Platz im Kiefer finden bzw. falsche angelegt sind.

Gründe im Detail

Der Hauptgrund für die Extraktion eines Zahnes ist die völlige Zerstörung eines Zahnes, bei dem eine Wiederherstellung durch konservierende oder prothetische Maßnahmen nicht mehr möglich ist, zum Beispiel wenn ein großer Teil des Zahns abgebrochen ist, siehe Eckzahn abgebrochen.

Auch Zähne, deren Zahnhalteapparat chronisch entzündet oder zerstört ist, sind nicht mehr zu retten. Aber auch völlig gesunde Zähne müssen gelegentlich bei Jugendlichen extrahiert werden, wenn bei einem Engstand für kieferorthopädische Maßnahmen Platz geschaffen werden muss. Dies betrifft vor allem den ersten kleinen Mahlzahn, da statistisch gesehen, bei ihm eine hohe Kariesanfälligkeit besteht. Einen weiteren Grund stellen Weisheitszähne dar, die in den häufigsten Fällen entfernt werden müssen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Operation am Weisheitszahn

Kann oder muss man bei einer Zahnwurzelentzündung den Zahn ziehen?

Liegt eine Entzündung im Bereich der Wurzeln eines oder mehrerer Zähne vor, so ist die Zahnextraktion nur die allerletzte Option.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Zahnwurzelentzündung

Vorher sollte man sich ausgiebig über andere Behandlungsversuche beraten lassen. Eine Parodontitis, sprich eine Entzündung des Zahnhalteapparates, ist sehr häufig. Dringt weiterhin eine Entzündung bis in das Zahnmark (Pulpa) in der Nerven verkaufen vor, kann es zu sehr starken Schmerzen kommen. Die Wurzelkanäle dieses Zahns müssen in diesem Fall behandelt werden. Wenn eine Entzündung tief im Bereich der Wurzel liegt so besteht die Möglichkeit mittels einer Wurzelspritzenresektion, sprich einer Entfernung der Wurzelspitzen, das entzündete Gewebe zu entfernen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Wurzelspitzenresektion

Die Reste der Wurzeln samt ihrer Wurzelkanäle werden dann gegen Bakterien aus der Mundhöhle abgedichtet. Auch wenn Entzündungen im Bereich der Zähne große Schmerzen bereiten können, sollte stets versucht werden den eigenen Zahn zu erhalten bevor man sich für eine Extraktion entscheidet. Sobald ein Zahn gezogen wird, muss über eine prothetische Versorgung, sprich eine Brücke oder ein Implantat nachgedacht werden. Und auch dabei kann es zu weiteren Entzündungen kommen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Behandlung einer Zahnwurzelentzündung

Schmerzen während und nach dem Zahnziehen

Wie groß sind die Schmerzen, wenn der Zahn gezogen wird?

Schmerzen, die beim Ziehen eines Zahns (Zahnextraktion) entstehen, werden von den Patienten sehr individuell empfunden. Bei jeder Zahnextraktion wird eine Betäubung der betroffenen Region durch den Zahnarzt vorgenommen. Dabei werden meist mehrere Spritzen gesetzt. Zum Einen wird das gesamte Versorgungsgebiet des verlaufenden Nerven betäubt (Leitungsanästhesie) und zum Anderen wird die Schleimhaut lokal an dem betroffenen Gebiet schmerzunempfindlich gemacht.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Zahnärztliche Schmerzausschaltung

Der Zahnarzt zieht den Zahn mittels einer Technik aus Kippen, Drehen und Ziehen. Aufgrund der Betäubung werden bei dem eigentlichen Vorgang des Zahnziehens so gut wie keine Schmerzen empfunden. Man spürt lediglich das Wackeln und Drehen, das zwischenzeitlich als ungewohnt und unangenehm empfunden werden kann. Besteht große Sorge bzw. große Angst vor einer Zahnextraktion, kann der Patient durch Beruhigungsmittel in einen Dämmerschlaf gebracht werden, der die Behandlung nicht wahrnehmen lässt und dem Patienten ein Gefühl von Gleichgültigkeit und Leichtigkeit verleih..

Eine andere Option ist die Vollnarkose,bei welcher der Patient nichts von der Behandlung mitbekommt. Oftmals werden stärkere Schmerzen empfunden, wenn eine starke Entzündung vorliegt und dies der Grund für die Zahnextraktion war. Sofern Schmerzen während des Zahnziehens auftreten, kann dies dem behandelnden Zahnarzt signalisiert werden und dieser kann die Betäubung erweitern.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Die Vollnarkose beim Zahnarzt

Wie groß sind die Schmerzen danach?

Nach dem Ziehen eines Zahns sind sogenannte Wundschmerzen während der beginnenden Wundheilung ganz normal. Sie setzen ein, sobald die Betäubung der zahnärztlichen Behandlung nachlässt. Sie halten meist ein bis zwei Tage an und äußern sich oftmals in einem konstanten Pochen oder Klopfen. Dies kann sehr unangenehm sein und zu Schluckbeschwerden oder Mundöffnungsproblemen führen. In den meisten Fällen helfen durch den Arzt verschriebene oder frei erhältliche Schmerzmittel wie Ibuprofen hier sehr gut.

Die Stärke der Schmerzen ist von dem individuellen Schmerzempfinden abhängig und kann sehr unterschiedlich ausfallen. Sollten erst drei Tage nach der Behandlung starke Schmerzen auftreten, wird empfohlen einen Arzt aufzusuchen, da es sich um eine tiefliegende Infektion handeln könnte.

Wie lange dauert die Heilung?

Bei einer komplikationsfreien Zahnextraktion beträgt die Wundheilung ca. 10 Tage. Nach dieser Zeit haben sich die Wundränder verschlossen und die Fäden sind in der Regel gezogen worden. Vorher sollte der betroffene Bereich von der Mundhygiene ausgespart werden. Wenn der Knochen für die Extraktion eröffnet werden musste, nimmt die Heilungsdauer einen etwas längeren Zeitraum in Anspruch. Mit dem Verheilen der Wundränder ist die Wundheilung noch nicht abgeschlossen. Die Knochenumbauprozesse unterhalb der oberflächlichen Wunde dauern meist 6 Monate bis zwei Jahre, bis der Knochen wieder regeneriert ist.

Verschiedene Vorgehensweisen beim Ziehen eines Zahnes

Unkomplizierte Zahnentfernung

Um den Vorgang einer Extraktion (Zahn ziehen) zu verstehen, muss man wissen, dass der Zahn nicht direkt mit dem Kieferknochen verwachsen ist.  Zwischen der Zahnwurzel und dem Kieferknochen befinden sich Fasern aus Bindegewebe (Sharpeyische Fasern), mit denen der Zahn in seinem Zahnfach aufgehängt ist. Erst wenn diese Fasern zerstört sind, ist eine Zahnentfernung möglich.

Vor der Extraktion wird der Schmerz durch eine Lokalanästhesie ausgeschaltet. Im Oberkiefer genügt eine direkte Umspritzung des zu entfernenden Zahnes. Im Unterkiefer ist für die Extraktion der Mahlzähne eine Leitungsanästhesie im aufsteigen Ast des Unterkiefers notwendig, da der Nerv sonst nicht erreicht werden kann.

Im Anästhetikum ist ein Gefäß kontrahierender Zusatz enthalten, der die Blutungsneigung verringert. Das für die Extraktion eines Zahnes nötige Instrumentarium sind Hebel und Zangen. Die Zangen sind, je nachdem welcher Zahn entfernt werden soll, unterschiedlich geformt und der Zahnform angepasst. Mit dem Hebel werden zunächst die Fasern zerstört und damit der Zahn gelockert, und erst dann kann der Zahn mit der Zange aus dem Zahnfach (Alveole) gezogen werden. Wichtig ist, dass sich im Zahnfach ein Blutkoagel bildet, das nicht durch Spülen entfernt wird. Dieser Blutpfropf ist der beste Wundverband und verhindert, dass Knochen frei liegt, was zu Schmerzen führt. Deshalb soll nach einer Zahnentfernung nicht gespült werden.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Die zahnärtzliche Lokalanästhesie

Besonderheiten beim Ziehen eines Backenzahnes

Das Ziehen eines Backenzahnes läuft technisch äquivalent zum Ziehen eines Frontzahnes ab. Es wird eine Technik aus Drehen, Kippen und Ziehen angewandt um den Zahn aus seinem Zahnfach herauszuholen. Bei der Extraktion von Backenzähnen fallen jedoch einige Besonderheiten an, auf die geachtet werden sollte. Die Backenzähne nehmen bei ihrer Extraktion meist etwas mehr Zeit in Anspruch als andere Zähne. Sie sind zum Einen tief im Mundraum gelegen und sind daher für den Zahnarzt schwer zu erreichen. Zum Anderen besitzen sie mehrere und oftmals stark gekrümmte Wurzeln, die das Ziehen erschweren.

Weiterhin kann es passieren, dass die Zahnkrone bei der Extraktion abbricht und Teile der Wurzel im Knochenfach verbleiben. Die Zahnwurzeln können anschließend noch entfernt werden.

Der Backenzahn kann bei der Extraktion leicht verschluckt werden. Hier kommt es auf eine gute Zusammenarbeit von behandelndem Zahnarzt und Patient an.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Backenzahn ziehen

Die chirurgische Zahnentfernung

Ist ein Zahn verlagert und liegt im Kieferknochen, hierbei handelt es sich hauptsächlich um Weisheitszähne, so kann die Extraktion nur chirurgisch erfolgen.
Nach dem Aufklappen der Schleimhaut wird der Knochen, der den Zahn bedeckt, entfernt und dann der verlagerte Zahn mit Hebel und Zange entfernt.

Die Schleimhaut wird wieder vernäht und verschließt somit die Wunde. Es kann aber auch bei der normalen Extraktion eines Zahnes passieren, dass eine Wurzel abbricht und auf normalen Wege nicht entfernt werden kann.

Dann ist ebenfalls die so genannte Aufklappung notwendig, d.h. nach der Entfernung von Schleimhaut und Knochen wird der frei gelegte Wurzelrest entfernt. Der Verschluss erfolgt auch hier durch Zurückklappen der Schleimhaut und Naht. Die Heilung erfolgt im Normalfall komplikationslos.

Wie lange dauert die Zahnentfernung?

Die Dauer der Behandlung einer Zahnextraktion ist abhängig davon, welcher Zahn gezogen wird. Weiterhin ist die Lage des Zahnes ausschlaggebend. So nehmen Backenzähne, die schwer zu erreichen sind und mehrere, oftmals gekrümmte Wurzeln haben, mehr Zeit in Anspruch als bspw. ein Frontzahn. Die Behandlung kann also von 10 Minuten bis zu einer halben Stunde dauern. Die Dauer richtet sich ebenfalls nach der Wirkungszeit der Betäubung. Die lokale Betäubung setzt meist nach ca. 10 Minuten ein und lässt in der Regel nach wenigen Stunden nach.

Die Vollnarkose bei einer Zahnentfernung

Es besteht die Möglichkeit sich für eine Vollnarkose bei einer Zahnextraktion zu entscheiden. Diese ist oftmals bei Angstpatienten sehr sinnvoll. Die Vollnarkose wird allerdings nur von der Krankenkasse getragen, sofern sie bei der Behandlung durch den Zahnarzt notwendig ist. Eine Vollnarkose ist bspw. beim Ziehen mehrerer Zähne, indiziert. Weiterhin liegt eine Ausnahme im Falle der Zahnarztphobie vor. Wenn diese mittels eines psychiatrischen Gutachtens bestätigt worden ist, wird eine Vollnarkose von der Krankenkasse getragen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Vollnarkose beim Zahnarzt

Eine Vollnarkose ermöglicht es dem Patienten, dass dieser von der Behandlung nichts mitbekommt. Eine Vollnarkose hält in der Regel mehrere Stunden an. Daher muss der Behandelte durch eine Begleitperson abgeholt und nach Hause begleitet werden. Weiterhin ist eine Vollnarkose mit einem erhöhten Kostenaufwand verbunden, da ein Narkosearzt (Anästhesist) anwesend sein muss, um die Vitalfunktionen, sprich Atmung, Blutdruck und Herzschlag zu überwachen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema:  Weisheitszahn ziehen unter Vollnarkose - Wann macht das Sinn?

Welche Komplikationen können auftreten?

Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Zahnextraktion diverse Komplikationen auftreten.Ödemen (Schwellungen), Schmerzen oder Hämatome können auftreten. Weiterhin kann es vor allem nach der Behandlung zu Schmerzen oder Nachblutungen an der betroffenen Stelle kommen. Möglich ist auch, dass es zu Beeinträchtigungen des Schluckens oder der Kiefer- und Mundöffnung kommt. Bei der eigentlichen Operation kann es passieren, dass der Zahn oder die Wurzel abbricht.

Nach einer Zahnentfernung liegt das Knochenfach, in dem vorher der Zahn seinen Platz hatte, frei. Der Knochen ist den Bakterien im Mundraum ausgesetzt. Bei mangelnder Mundhygiene kann dies daher zu Infektionen des Kieferknochens führen (Alveolitis sicca). Aus diesem Grund ist eine Mitarbeit des Patienten nach der Operation sehr wichtig, um mögliche Komplikationen die postoperative entstehen könnten zu vermeiden. Dazu gehören eine ausreichende Mundhygiene, Kühlen der betroffenen Stellen, Verzicht auf milchhaltige Produkte während der ersten Tage sowie der Verzicht auf Rachen, Alkohol, Kaffee oder Sport.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Wundheilungsstörungen am Zahn

Begleitende Symptome nach der Operation

Wie bei jeder Operation können begleitend diverse Symptome, sprich Beschwerden auftreten. Zu diesen gehören vor allem Schmerzen in der betroffenen Region im Mund. Meist sind es Heilungsschmerzen die sich in einem Klopfen oder Pochen äußern. Wie bei jeder Art von Schmerz fühlt man sich körperlich müde und beeinträchtigt. Weiterhin kann es zu Schwellungen oder Hämatomen (Blutergüssen) kommen. Die Schwellungen können auf den Gesichtsbereich übergreifen. So hat man oft bei der Extraktion von Weisheitszähnen stark geschwollene Wangen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Dicke Backe

Im unangenehmsten Fall können die Schwellungen so stark sein, dass es zu Einschränkungen bei der Kiefer- oder Mundöffnung kommt. Diese begleitenden Symptome sind an und für sich völlig normal und klingen meist nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Sollten sie länger anhalten, wird empfohlen einen Zahnarzt aufzusuchen, da es sich möglicherweise um eine tieferliegende Entzündung handeln kann. Um die Beschwerden zu lindern, sollten die betroffenen Stellen gekühlt werden. Es können auch Schmerzmittel eingenommen werden. Hierbei sollte jedoch auf Aspirin verzichtet werden, da es sonst zu Blutungen kommen könnte. Beim Kühlen gilt: Nach 10-15 minütiger Kühlphase sollte eine ebenso lange Kühlpause eingelegt werden.

Eiterbildung nach der Zahnentfernung

Die Bildung von Eiter deutet stets auf eine Entzündung als dessen Ursache hin. Wenn die durch die Zahnextraktion entstandene Wunde nicht richtig verheilt oder Eiter aus ihr heraus tritt, sollte unverzüglich ein Zahnarzt aufgesucht werden. In vielen Fällen hat sich dann an der Wunde sogenanntes Granulationsgewebe gebildet, aufgrund dessen die Wunde nicht verheilen kann. Granuliertes Gewebe (Granulom, wildes Fleisch) ist neues knotenartiges Gewebe, das sich im Bereich der Wunde ausbreitet

Übler Geruch nach dem Ziehen eines Zahnes

Ein übler Geruch aus der Mundhöhle geht oftmals mit einem sehr unangenehmen Geschmack einher. Tritt dies mehrere Tage nach der Operation auf oder hält bereits seit dieser an, sind diese Anzeichen ein Hinweis auf eine Infektion der Extraktionswunde. Die Ursache liegt meist in einer Besiedelung der Wunde durch Keime die sich im Mundraum befinden. Eine mangelnde Mundhygiene kann dies begünstigen. Weiterhin kann jedoch auch eine vorzeitige Auflösung eines im Knochenfach gebildeten Blutgerinnsels die Ursache für die Keimbesiedelung sein.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Ursachen von Mundgeruch

Die Schwellung danach

Eine Schwellung nach einer Zahnextraktion tritt häufig auf und ist nicht ungewöhnlich. Um eine Schwellung vorzubeugen ist es sehr wichtig die betroffene Stelle unverzüglich nach der Operation zu kühlen. Von außen kann dies mittels kalter Umschläge geschehen oder durch das Lutschen von Eiswürfeln von innen heraus.

Es kann immer wieder gekühlt werden. Wichtig ist, dass kein Fieber (über 38,5 Grad) oder etwaige Schluckbeschwerden begleitend zu der Schwellung auftreten. Wenn die Schwellung erst mehrere Tage nach der Operation auftritt und mit Schmerzen einhergeht, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden. Es handelt sich dann nicht um eine normale postoperative Schwellung sondern um eine tieferliegende Entzündung. Es sollte immer nur 10-15 Minuten durchgängig gekühlt werden. Danach sollte eine genauso lange Kühlpause eingelegt werden.

 

Behandlung nach der Operation

Was kann man gegen die Schmerzen tun?

Jedes Ziehen eines Zahns bedeutet einen operativen Eingriff und damit eine entstehende Wunde, die anschließend verheilen muss. Um die Beschwerden bei der Wundheilung zu lindern, können von Arzt verschriebene Schmerzmittel wie bspw. Ibuprofen eingenommen werden. Wichtig ist, dass keine Präparate wie bspw. ASS (Aspirin) eingenommen werden, da diese gerinnungshemmend wirken und das Risiko von Nachblutungen erhöhen.

Weiterhin kann die betroffene Stelle von außen durch kalte Umschläge oder durch das Lutschen von Eiswürfeln im Mundraum von innen her gekühlt werden. Durch das Kühlen kann die Mundtemperatur herabgesetzt und eine starke Schwellung der betroffenen Stelle verhindert werden. Wärme sollte in jedem Fall vermieden werden. Nach dem Ziehen eines Zahns sollte mindestens eine Woche lang auf starkes Kauen harter Kost verzichtet werden.

Somit wird eine schnellere Wundheilung erzielt und die Kaumuskulatur geschont. Zum Abschwellen können weiterhin Arnika-Präparate oder Kamille verwendet werden, die entzündungshemmend und antiseptisch wirken. Nach dem Essen kann präventiv mit Kamille spült werden, um eine Infektion der Wunde zu verhindern. (Tee abkühlen lassen!)

Wann kann ein Implantat gesetzt werden?

Viele Patienten entscheiden sich nach einem Zahnverlust für das Setzen eines Implantats, in der durch Zahnextraktion entstandenen Lücke.
Die Zeitspanne zwischen der Zahnextraktion und dem Einsetzen des Implantates ist immer abhängig von der Knochenqualität.

Diese schließt zum Einen das Knochenvolumen und zum Anderen die Kieferknochendichte mit ein, denn es muss beurteilt werden können, ob der Knochen stabil genug ist, um ein Implantat zu tragen.
Sehr häufig können bei Zahnextraktionen sogenannte Direktimplantate aus Titan gesetzt werden. Sie werden in der gleichen Sitzung unmittelbar nach der Extraktion eingesetzt und können dann optimal mit dem Knochen verwachsen.

Lesen SIe hierzu mehr unter: Zahnimplantat

Homöopathie nach einer Zahnextraktion

Homöopathische Arzneimittel sind eine beliebte heilungsunterstützende Maßnahme nach Zahnextraktionen. Generell können die homöopathischen Medikamente keine bakteriell bedingte Entzündung in ihrer Ursache beheben. Sie können jedoch nach einer zahnärztlichen Behandlung, die auftretenden Beschwerden lindern und die Heilung beschleunigen. Zu diesen gehören bspw. Phosphorus, Hepar Sulfurs, Hypericum, Staphisagria, Arnica oder Belladonna. Vor der Einnahme sollte dies mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Wann werden Antibiotika notwendig?

Antibiotika werden vom Zahnarzt nicht routinemäßig verschrieben. Fieber, Zahnschmerzen oder Schwellungen sind keine direkte Indikation für die Gabe eines Antibiotikums. Vielmehr wird es verschrieben, wenn es um die Bekämpfung von bakteriell bedingten Entzündungen geht. Wurzelbehandlungen, Wurzelspitzenresektionen zählen bspw. zu den Behandlungen, bei denen Antibiotika verschrieben werden. Wird ein Antibiotikum verschrieben, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Infektion des Zahnes, die mit diesem bekämpft werden soll.

Richtiges Verhalten nach der Operation

Wann darf man wieder rauchen?

Rauchen hat nicht nur eine schädigende Wirkung auf die verschiedenen Gewebe im Körper, sondern verengt durch die Inhaltsstoffe des Rauchs die Blutgefäße. Dadurch werden die Gewebe in der Mundhöhle schlechter durchblutet und die Wundheilung verlangsamt sich. Es werden weniger Zellen zur Heilung an den Ort der Wunde transportiert. Generell sollte auf das Rauchen verzichtet werden, solange die Wundheilung noch nicht abgeschlossen ist. Mindestens sollte aber 24 Stunde gewartet werden, bevor man wieder raucht. Das Infektionsrisiko der Wunde im Mund erhöht sich durch das Rauchen stark.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Folgen von Rauchen

Wann darf man wieder Alkohol trinken?

Nach einer Zahnextraktion sollte mindestens 24 Stunden auf Alkohol verzichtet werden. Es wäre sogar besser zwei bis vier Tage nach der Operation keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Alkohol erhöht die Blutungsneigung und führt zu einer gestörten Wundheilung. Es erweitert die Blutgefäße und erhöht somit die Durchblutung. Gleichzeitig hemmt es Komponenten der Blutgerinnung und setzt somit die Wundheilung herab. Es kommt zu einem erhöhten Risiko einer Blutung. Des Weiteren hemmt Alkohol die Wirkung von Antibiotika die oftmals nach einer Operation verschrieben werden.

Wie lange muss man mit dem Essen warten?

Nach dem Ziehen eines Zahnes sollte man warten bis die lokale Betäubung der Behandlung abgeklungen ist. Andernfalls ist die Gefahr zu groß sich beim Essen auf die Zunge oder Lippe zu beißen und damit zu verletzen. Zum Trinken eignet sich in dieser Zeit Wasser oder abgekühlter Tee. Danach darf normale, aber verdauliche Kost zu sich genommen werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese nicht zu hart ist und man die Kaumuskulatur in den ersten paar Tagen schonen kann. Des Weiteren sollten Milchprodukte ein paar Tage lang vermieden werden. Die Milchsäurebakterien können den primären Pfropfen, der bei der Wundheilung gebildet wird, auflösen und so zu einer gestörten Wundheilung führen.

Wann darf wieder mit Sport begonnen werden?

Damit sich der Blutdruck nicht erhöht und die Wundheilung nicht gestört wird, sollte für ca. zwei bis drei Tage nach der Operation kein Sport getrieben werden. Durch jegliche Art von Sport oder körperliche Anstrengung erhöht sich die Blutungsneigung und die Heilungsdauer verlängert sich. Die Wunde hat durch den erhöhten Blutdruck nur schwer die Möglichkeit sich zu verschließen. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die verheilende Wunde durch die Anstrengung während des Sports aufbricht.

Wann darf man nach einem gezogenen Zahn wieder fliegen?

Das Fliegen hat, zumindest wurde das Gegenteil noch nicht bewiesen, keinen negativen Einfluss auf die Wunde, die durch eine Zahnextraktion entstanden ist. Sollte es sich um einen längeren Urlaub handeln, wäre es zu überlegen ob man sich vorsichtshalber ein Antibiotikum verschreiben lässt, das bei auftretenden Komplikationen eingenommen werden kann.

Was kann man gegen die Angst des Zahnziehens tun?

Viele Menschen haben Angst davor sich einen Zahn ziehen zu lassen. Sie verbinden dies mit starken Schmerzen, haben Angst vor dem Kontrollverlust oder vor der entstehenden vorübergehenden Zahnlücke. In jedem Fall sollte man versuchen den Grund für die Ängste herauszufinden. Im ersten Schritt ist es stets sehr sinnvoll einen Beratungstermin bei einem Zahnarzt des Vertrauens zu vereinbaren. Es ist sehr wichtig diesem die eigenen Bedenken und Sorgen zu erläutern und sich über alle Behandlungsschritte informieren zu lassen.

Viele Praxen und Zahnärzte haben sich heutzutage auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert und eingestellt. Es ist sehr wichtig dem behandelnden Arzt zu vertrauen. Ist die Angst zu groß, empfiehlt sich eine Vollnarkose während der Zahnextraktion. In diesem Fall bekommt man von der Behandlung nichts mit und kann sich auch danach nicht daran erinnern. Weiterhin kann mit dem behandelnden Arzt ein Handzeichen vereinbart werden auf das dieser die Behandlung kurzzeitig unterbrechen kann. Dies ist sehr sinnvoll wenn die Angst in einem Kontrollverlust und dem Gefühl vollständig ausgeliefert zu sein begründet ist. Eine weitere Option ist es, im Vorfeld Entspannungstechniken einzustudieren, die im Laufe der Behandlung helfen können.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Angst vor dem Zahnarzt

Was kostet eine Zahnentfernung?

Die Kosten einer Zahnextraktion werden vollständig von der Krankenkasse getragen, wenn der Eingriff medizinisch notwendig ist und nicht umgangen werden kann. Kosten für die Patienten entstehen erst dann, wenn die neu entstandene Lücke prothetisch versorgt werden muss. Es ist nur schwer möglich die Kosten für das Ziehen eines Zahns zu pauschalisieren. Privat versicherte Patienten müssen bei einer Zahnextraktion in Vorleistung treten und erhalten den Betrag je nach Höhe ihrer Selbstbeteiligung zurück erstattet.

Welche Anteile der Behandlung von der privaten Krankenversicherung übernommen bzw. zurückerstattet werden, ist von der Krankenkasse selbst und dem gewählten Tarif abhängig. Die Kosten für die Extraktion eines Zahns variieren sehr stark. Sie sind zum Einen von der Expertise und den Tarifen des Zahnarztes abhängig. Zum Anderen kommt es auf die Lage des zu ziehendes Zahnes, die Anzahl der Wurzeln und auf die eventuelle Vorschädigung an. Der Zahnarzt rechnet u.a. die Beratung, die Vorbehandlung, das Röntgenbild, die Anästhesie,sprich die Betäubung, das eigentliche Ziehen des Zahnes, die Anzahl dessen Wurzeln und mögliche Komplikationen, wie eine Vorfraktur des Zahns, ab. Zu diesen Punkten können noch weitere Abrechnungspunkte hinzukommen.

Bei Privatversicherten ist es wichtig, sich einen Kostenvoranschlag bei dem behandelnden Zahnarzt einzuholen. Die Preise können stark variieren.

Besondere Umstände

Kann ein Zahn trotz Einnahme von Blutverdünnern gezogen werden?

Die umgangssprachlich als ’Blutverdünner’ bezeichneten Medikamente sind im eigentlichen Gerinnungshemmer. Sie beugen also die Bildung von Blutgerinnseln bei Grunderkrankungen wie z.B. Arteriosklerose, Herzerkrankungen oder Thrombosen vor. Ein Nachteil dieser Medikamente ist jedoch das Risiko zu erhöhter Blutungsneigung. Bei entstehenden Wunden besteht die Gefahr zu viel Blut zu verlieren, da die Blutgerinnung, durch die eine Art Pfropfen gebildet wird um die Wunde zu verschließen, gehemmt wird.

Um das Risiko eines hohen Blutverlustes bei einer Zahnextraktion zu vermeiden, können die Blutverdünner mehrere Tage vor der Behandlung abgesetzt werden. Solange der sogenannte INR Wert (Maß für die Blutgerinnung) vorher überprüft wurde und dieser nicht höher als 3,5 liegt, kann eine Zahnextraktion auch ohne das Absetzen von Gerinnungshemmern durchgeführt werden. Hierzu sollte ein beratendes Gespräch mit dem behandelnden Arzt geführt werden.

Zahn ziehen in der Schwangerschaft

Selbstverständlich können auch während einer bestehenden Schwangerschaft Zahnschmerzen entstehen, die dringend einer Behandlung bedürfen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnschmerzen in der Schwangerschaft

Grundsätzlich ist auch während der Schwangerschaft nichts gegen zahnmedizinische Behandlungen einzuwenden, auch das Ziehen eines Zahnes stellt keine Gefahr für das ungeborene Kind dar. Es ist jedoch besonders wichtig, dass der behandelnde Zahnarzt über die bestehende Schwangerschaft aufgeklärt wird und die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen dementsprechend anpassen kann.

Es gibt einige Dinge, die während des Zahnarztbesuches beachtet werden müssen. Zum einen sollten vor dem Zahn ziehen nur solche Betäubungsmittel angewendet werden, die keine Gefahr für das Kind und/oder die Mutter darstellen. Zum anderen muss auf das Anfertigen einer Röntgenaufnahme unbedingt verzichtet werden, denn die verwendeten Strahlen können gerade zu Beginn der Schwangerschaft das Genom des Ungeborenen schädigen und zu Behinderungen des Kindes führen.

 

Eine einzige Röntgenaufnahme wird dies jedoch nicht verursachen, dennoch sollte jedwede Strahlenbelastung, die nicht unbedingt notwendig ist, vermieden werden. Je höher die Strahlenbelastung während der Schwangerschaft, desto höher ist auch das Risiko für das ungeborene Kind.
Darüber hinaus gilt auch beim Zahnarztbesuch während einer bestehenden Schwangerschaft, die werdende Mutter so wenig Stress wie möglich auszusetzen. Der Zahnarzt ruft bei vielen Menschen von vorne herein gewisse Ängste und Sorgen hervor und gerade die Ankündigung einer notwendigen Zahnentfernung kann den Patienten unter Stress setzten.

Der behandelnde Zahnarzt wird sich aus diesem Grund gerade für werdende Mütter besonders viel Zeit nehmen, alle Behandlungsschritte im Vorhinein besprechen, Fragen beantworten, versuchen bestehende Ängste zu nehmen und besonders umsichtig agieren. Das Zahn ziehen innerhalb der Schwangerschaft stellt also keine Gefahr dar.
Bei bestehendem Kinderwunsch empfiehlt es sich generell, das komplette Gebiss, das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat von einem Zahnarzt begutachten zu lassen. Die notwendigen zahnärztlichen Behandlungen können dann vor der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Historie

Im Mittelalter reisten so genannte Zahnreißer von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, um auf einem Podium Zähne zu ziehen. Dies erfolgte als Volksbelustigung für die Jahrmarktbesucher. Die armen Patienten mussten allerdings höllische Schmerzen aushalten, denn eine Betäubung beim Zahn ziehen gab es natürlich damals noch nicht. Dazu kamen Instrumente, die in vielen Fällen nicht nur den einen Zahn, sondern die Nachbarzähne gleich mit entfernten, da sie sich darauf abstützten. Die Folgen waren nicht nur die Entfernung der Zähne sondern oft auch die Entfernung von Teilen des Kieferknochens.

Zusammenfassung

Die Zahnentfernung. erfolgt unter Lokal- oder Leitungsanästhesie. Man unterscheidet die normale Extraktion eines Zahnes von der chirurgischen. In beiden Fällen wird der Zahn zunächst mit einem Hebel gelockert und dann mit der Zange entfernt. Eine Nachbehandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig, wenn das Blutkoagel in der Wunde nicht entfernt wird.

 

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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