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Zwerchfellentzündung - Wie gefährlich ist das?

Definition

Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, die eine zentrale Lage im Körper einnimmt und die Atmungs- und Verdauungsorgane, also Brust- und Bauchraum, voneinander trennt.
Es befinden sich verschiedene Löcher im Zwerchfell, die den großen Blutgefäßen und der Speiseröhre den Durchtritt in den Bauchraum ermöglichen.

Das Zwerchfell spielt eine entscheidende Rolle bei der Atmung.
Bei einer Entzündung ist deshalb die Atemfunktion des Menschen stark beeinträchtigt, welches in schwerwiegenden Fällen zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann.

Darüber hinaus ist das Zwerchfell auch für die Bauchpresse zuständig, die beim Stuhlgang und beim Geburtsvorgang eingesetzt wird.

Ursachen

Eine Zwerchfellentzündung kann sowohl durch Erkrankungen des Oberkörpers hervorgerufen werden, als auch als eigenständige Erkrankung auftreten.

Die Entzündung kann infektiöse oder mechanische Ursachen haben.

Zu den möglichen Krankheitserregern, die eine Zwerchfellentzündung hervorrufen können gehören unter anderem Trichinien.
Dies sind Fadenwürmer, die sich zunächst im Dünndarm ansiedeln, dann aber über die Blutbahn in das Muskelgewebe des Zwerchfells eindringen. Trichinien können durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch in den menschlichen Körper gelangen.

Oftmals kommt es im Rahmen von organischen Schädigungen zu einer Zwerchfellentzündung. Bei einer Verlagerung des Magens beispielsweise kann Magensäure austreten und das Zwerchfell stark reizen. Hierzu kann es im Rahmen von starkem Übergewicht, da dann der Druck auf das Zwerchfell stark erhöht ist. Auch ein Zwerchfellbruch kann dadurch entstehen, der wiederum eine Reizung bedingen kann.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Zwerchfellbruch

Auch chronischer Husten kann zu einer Zwerchfellentzündung führen. Dies kann so weit gehen, dass es zu kleinen Rissen im Zwerchfell kommt, die sich dann entzünden.

Lesen Sie mehr zum Thema: chronischer Husten

Ebenso kann eine dauerhafte Anspannung durch Stress oder eine falsche Körperhaltung zu einer Entzündung des Zwerchfells führen.

In vielen Fällen tritt die Zwerchfellentzündung nicht als eigenständige Erkrankung des Zwerchfells auf, sondern ist ein Begleitsymptom von verschiedenen anderen Grunderkrankungen.

So kann eine Rippenfellentzündung aufgrund der anatomischen Nähe von Rippenfell und Zwerchfell sehr leicht auf dieses übergreifen.
Ebenso kann ein Zwerchfellhochstand durch permanente Reizung des Zwerchfells zu einer Entzündung führen. Der Hochstand kann bedingt sein durch starkes Übergewicht, Tumore im Bauchraum oder krankhafte Leber- oder Milzvergrößerungen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Erkrankungen des Zwerchfells.

Zwerchfellentzündung in der Schwangerschaft

Auch eine Schwangerschaft kann zu einer Zwerchfellentzündung führen.
Durch den zusätzlichen Raum, den das Baby im Bauch einnimmt, werden die anderen Organe verdrängt und müssen ausweichen. Dies tun sie auch nach oben und drücken somit auf das Zwerchfell. Durch die ständige Druckbelastung kann das Zwerchfell gereizt und dann auch entzündet sein.
Viel Ruhe und Liegen sind dann hilfreich, um das Zwerchfell zu entlasten.

Zwerchfellentzündung mit Husten

Husten kann sowohl Ursache als auch Symptom einer Zwerchfellentzündung sein.
Durch chronischen Husten, wie ihn oft Raucher haben, oder auch im Rahmen einer langwierigen Erkältung, kann das Zwerchfell gereizt und im weiteren Verlauf auch entzündet werden.

Ist die Zwerchfellentzündung durch andere Ursachen bedingt, etwa durch eine Rippenfellentzündung, kann dadurch aber auch Husten hervorgerufen werden und zählt zu den typischen Symptomen.

Symptome

Die Symptome einer Zwerchfellentzündung sind meistens sehr eindeutig.
Es besteht ein Schmerzen am Zwerchfell beim Atmen, der bis hin zur Atemnot führen kann.
Außerdem verspürt der Patient einen unangenehmen Druck auf den Rippenbogen. Dieser ist besonders stark beim Reden, Lachen oder Husten, da das Zwerchfell bei diesen Tätigkeiten besonders stark beansprucht wird.
Oftmals sind Fieber und Husten weitere Symptome.

Wenn der Zwerchfellentzündung ein Schluckauf vorausging, so kann dies darauf hindeuten, dass die Entzündung durch bestimmte Fadenwürmer, die sogenannten Trichinien, verursacht wurde

Weiterführende Informationen hierzu können Sie hier nachlesen: An diesen Symptomen erkennen Sie eine Zwerchfellentzündung

Atemnot

Atemnot ist eines der häufigsten und gefährlichsten Symptome der Zwerchfellentzündung. Die Entzündung kann verschiedene Bereiche des Zwerchfells befallen, zum Beispiel die der Lunge zugewandte schmerzempfindliche Seite oder die Muskulatur selbst. In allen Fällen kommt es durch Schmerzen oder eingeschränkte Muskelarbeit zu Einschränkungen der Atmung.

Die schmerzbedingte Atembehinderung kann mithilfe von Schmerzmitteln behandelt werden.

Die abgeschwächte Muskulatur hingegen kann unterschiedlich lang bestehen bleiben und schwere Atemprobleme bis hin zur dauerhaften Schädigung der Atmung verursachen. Bei Atemnot sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden, da sich das Krankheitsbild akut und schnell verschlechtern kann. 

Diagnose

Bei bestehendem Verdacht auf eine Zwerchfellentzündung sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wenn dieser durch die meistens eindeutige Symptomatik den Verdacht auf eine Zwerchfellentzündung hat, folgt eine körperliche Untersuchung des Patienten.
Besonders der Brustkorb wird gründlich untersucht, da oftmals eine Erkrankung in diesem Bereich die Ursache für die Zwerchfellentzündung darstellt.
Die Lunge wird abgehört, um eine eventuelle Lungenentzündung ausschließen zu können. Um den bestehenden Verdacht sichern zu können, werden oftmals bildgebende Verfahren eingesetzt und eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.
Auch eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Entzündungsparameter im Blut gehört zur Diagnostik. Hierdurch lässt sich oftmals auch das Ausmaß der Entzündung bestimmen.

Abbildung Zwerchfell

  1. Zwerchfell (rot) -
    Diaphragma
  2. Brusthöhle -
    Cavitas thoracis
  3. Bauchhöhle -
    Cavitas abdominis
  4. Sehnenzentrum des
    Zwerchfells -
    Centrum tendineum
  5. Rippenteil des Zwerchfells -
    Pars costalis diaphragmatis
  6. Speiseröhrenschlitz -
    Hiatus aorticus
  7. Hohlvenenloch -
    Foramen venae cavae
  8. Aorta im Aortenschlitz -
    Aorta im Hiatus aorticus
  9. Lendenteil des Zwerchfells -
    Pars lumbalis diaphragmatis
  10. Lunge - Pulmo
    Das Zwerchfell trennt
    die Brust- und Bauchhöhle

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Therapie

Oftmals werden Antibiotika gegen die Zwerchfellentzündung eingesetzt, die sich als sehr effektiv erwiesen haben. Da meistens die Entzündung in Kombination mit einem sehr starken Husten auftritt, kann ein Hustensaft die Schmerzen in der Regel lindern und durch Entlastung des Zwerchfells zu einer Besserung der Symptome führen.

Zusätzlich erhält der Patient meistens Schmerzmittel um die Schonhaltung, die oft durch die Schmerzen hervorgerufen wird, zu verhindern.
Viel Ruhe und das Vermeiden sportlicher Aktivitäten sind für eine Besserung der Entzündung notwendig, damit das Zwerchfell nicht durch starke Atmung belastet wird.

Ist eine fehlerhafte Körperhaltung, etwa durch Stress, der Auslöser der Entzündung gewesen, so empfiehlt sich eine Entspannungstherapie um einer erneuten Entzündung vorzubeugen.

Diese Hausmittel helfen bei einer Zwerchfellentzündung

Die seltene Zwerchfellentzündung sollte vor einer Behandlung zunächst ärztlich abgeklärt werden, da verschiedene Krankheitsbilder als Ursachen in Frage kommen. Die Ursachen können infektiös, mechanisch oder chemisch entstehen und bedürfen demnach sehr unterschiedlicher Behandlungsstrategien.

Hausmittel können dabei ergänzend und zur Symptomlinderung zum Einsatz kommen. Die Hausmittel in der Behandlung einer Zwerchfellentzündung unterstützen vor allem die Arbeit des Zwerchfells, beinhalten eine ausreichende Ruhe und Schonung des Körpers zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte und können zusätzlich entzündungslindernd wirken.

Im Vordergrund stehen ausreichende Ruhe und körperliche Schonung sowie eine Unterstützung der Atmung, zum Beispiel durch das Inhalieren antientzündlicher und reizungsmindernder Stoffe wie Eukalyptus, Minze und ätherische Öle. Eine gesunde Ernährung in kleinen Portionen kann die Heilung des Körpers zusätzlich unterstützen.

Um die Entzündung zu reduzieren, können antientzündliche Lebensmittel wie Salbei, Zwiebel, Ingwer und Brennnessel in Form von Tees getrunken werden. Sie reduzieren zusätzlich den Hustenreiz und üben positiven Einfluss auf die Magensäure aus, die ebenfalls für die Zwerchfellentzündung verantwortlich sein kann. 

Dauer

In der Regel sollte eine Zwerchfellentzündung nach zwei bis drei Wochen abgeklungen sein.
Eine regelmäßige Einnahme der Medikamente und ausreichende Schonung des Patienten sind hierfür erforderlich.

Wie gefährlich ist eine Zwerchfellentzündung?

Heutzutage ist eine Zwerchfellentzündung eher selten und wenn sie auftritt, dann meistens als Begleiterkrankung.
Wie gefährlich sie ist, hängt also ganz davon ab, in welchem Zusammenhang sie auftritt.

Gefährlich kann es werden, wenn durch die starken Schmerzen beim Atmen eine Atemnot entsteht, die unter Umständen zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

Ist eine Zwerchfellentzündung ansteckend?

In den meisten Fällen entsteht die Zwerchfellentzündung als Folge mechanischer Beanspruchungen im Brustbereich. In diesen Fällen kann demnach keine Ansteckung erfolgen. Liegt jedoch eine erregerbedingte Infektion vor, ist eine Ansteckung prinzipiell möglich.

Eine zugrundeliegende Lungenentzündung, die sich auf das Rippenfell und folglich das Zwerchfell ausbreitet, kann sogar hoch ansteckend sein. Insbesondere immungeschwächte Personen sollten sich vor dem Hustensekret des Betroffenen schützen.
Die seltene Trichinose, die durch Fadenwürmer ausgelöst wird und das Zwerchfell betreffen kann, ist hingegen nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Zwerchfellentzündung finden Sie auf folgenden Seiten:

Alle bisher veröffentlichten Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.10.2019
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