Schwartz-Bartter-Syndrom Therapie

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Therapie

Die Therapie des auslösenden Grundleidens steht im Vordergrund. Nach erfolgreicher Therapie kommt es meist zu einer Spontanheilung (Spontanremission) des Schwartz-Bartter-Syndroms.

Die symptomatische Therapie des Schwartz-Bartter-Syndroms besteht aus einer Trinkmengenbeschränkung (Wasserrestriktion), die alleine meist schon zu einer Besserung der Symptomatik führt. Zusätzlich kann eine langsame Infusion isotoner (0,9 %) oder hypertoner (10 %) Kochsalzlösung (Natriumchlorid-Lösung) zum Ausgleich der Hyponatriämie gegeben werden. Bei zu schneller Infusion der Kochsalzlösung kann es zu Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder zu einer zentralen pontinen Myelinolyse kommen, bei der es zu einer Schädigung der Umhüllung (Myelinscheide) von Nervenfasern besonders im Hirnstamm (Pons) kommt. Außerdem sollte beachtet werden, dass bei einer Hyponatriämie meist begleitend eine Hypokaliämie, also ein Mangel an Kalium im Blut, vorliegt. Deshalb sollte zusätzlich Kalium gegeben werden, das Natrium aus den Zellen freisetzt und so zum Ausgleich der Hyponatriämie im extrazellulären Raum beiträgt.

Bei einer Wasserintoxikation kann neben der hypertonen Kochsalzlösung auch Furosemid, ein Schleifendiuretikum, zum Ausschwemmen von Wasser aus dem Körper gegeben werden.

Medikamentös kann das Schwartz-Bartter-Syndrom mit direkten ADH-Antagonisten, den sogenannten Vaptanen, behandelt werden. Vaptane setzen sich auf die ADH-Rezeptoren in der Niere, blockieren so die Wirkung von ADH und fördern damit die Ausscheidung von elektrolytfreiem Wasser. Seit August 2009 steht Tolvaptan als erster und bisher einziger oraler ADH-Antagonist auch in Deutschland zur Verfügung.


Prognose

Bei erfolgreicher Therapie der Grunderkrankung kommt es meist zu einer Spontanheilung des Schwartz-Bartter-Syndroms. Somit hängt die Prognose stark von der Ursache des Syndroms ab.

Zusammenfassung

Das Schwartz-Bartter-Syndrom wird verursacht durch eine inadäquat gesteigerte ADH-Sekretion mit Wasserretention und Hyponatriämie. Meist tritt es als paraneoplastisches Syndrom bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen auf, kann aber auch bei zentralnervösen Störungen, Infektionen oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. Symptome sind u.a. eine reduzierte Urinausscheidung, Gewichtszunahme, Schwindel, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle. Die Labordiagnostik zeigt einen stark konzentrierten Urin (hohe Urinosmolalität) und eine unangemessen hohe Natriumkonzentration im Urin. Dagegen liegt im Blut eine Verdünnung (niedrige Plasmaosmolarität) mit einer Hyponatriämie vor. Die Therapie der Grunderkrankung steht im Vordergrund. Symptomatisch wird das Schwartz-Bartter-Syndrom mit Flüssigkeitsrestriktion und Ausgleich der Hyponatriämie mit Kochsalzlösung behandelt.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012