Therapie Colitis ulcerosa

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Ziel der Colitis ulcerosa Therapie:

Die Hauptziele der Therapie der Colitis ulcerosa sind die Linderung der Symptome, die Vermeidung von Komplikationen und somit der Erhalt der Lebensqualität des Patienten.
Ein wichtiger Pfeiler der Therapie ist auch die psychosomatische Mitbetreuung des Patienten.

Diät - Therapie

Eine bestimmte Diät ist bei der Colitis ulcerosa nicht unbedingt angezeigt. Im schweren, akuten Schub kann jedoch die Nahrungsaufnahme durch eine vollresorbierbare Elementarnahrung (Astronautenkost) notwendig werden, im Extremfall wird sogar eine volle intravenöse (parenterale) Ernährung nötig. In den Intervallphasen (Remission; beschwerdearmen Phasen) sollte eine proteinreiche Vollkost zu sich genommen werden und nur die Nahrungsmittel weggelassen werden, die der Patienten subjektiv nicht verträgt. Oftmals gehört Mich zu diesen Nahrungsmitteln.
Sollten Mangelerscheinungen wie Eisenmangel-, Vitamin D- oder Kalziummangel entstehen, sollten diese Stoffe medikamentös zugeführt werden.


Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie der Colitis ulcerosa stützt sich auf zwei Säulen. Zunächst die Therapie im akuten Schub und als zweites, die Dauertherapie im Intervall zur Remissionserhaltung. Dazu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.

1.     Salicylate (5-Amino-Salicylate /5-ASA):

Zu dieser Medikamentengruppe gehört zum Beispiel das Mesalazin. Dieses entzündungshemmende Medikament kann in Form einer Tablette (oral) zuführt werden oder auch über den After (rektal) verabreicht werden (Zäpfchen). Bei einer linksseitigen Colitis ulcerosa reicht die rektale Gabe eines Klysma oder Rektalschaums aus. Bei einer Entzündung, die auch das Querkolon (Colon transversum) und den aufsteigenden Teil des Kolons (Colon aszendens) befällt, muss man Salicylate oral verabreichen. Salicylate kommen sowohl in der akuten Therapie als auch in der Remissionserhaltung zum Einsatz.

2.     Glukocortikoide (Cortison):

Dieses altbewährte Medikament wirkt hervorragend antientzündlich und wird gerne eingesetzt wenn Salicylate nicht ausreichend wirken. Für eine Langzeittherapie werden Glycocorticoide nicht bevorzugt, da sie nachhaltige Nebenwirkungen besitzen (z.B. Osteoporose). Manche Patienten jedoch, wie die, die eine beständige Krankheitsaktivität der Colitis ulcerosa haben, müssen langfristig mit niedrigdosierten Glycokorticoiden behandelt werden. Das am liebsten genommene Glycokortikoid ist Budesonid, weil es besonders schnell in der Leber abgebaut wird und es so weniger Nebenwirkungen hat trotz guter Wirkung im Darm. Sie können bei der Therapie rektal, oral und auch intravenös verabreicht werden. Wichtig am Ende der Behandlung mit Corticoiden ist, dass man sie „ausschleicht“, also die Medikation nicht abrupt beendet, sondern durch immer niedrigere Dosierung des Menikamentes die Dosis kontrolliert herunterreguliert.

3.     Immunsuppressiva:

Bei einem therapierefraktären Verlauf der Colitis ulcerosa kann man immunsuppressive Medikamente einsetzen, dass man auf die nebenwirkungsreicheren Glycokortikoide verzichten kann. Dazu ist zunächst das Medikament Azathioprin die Therapie der Wahl. Als Ausweichmedikamente stehen Cyclosporin und gegebenenfalls Methotrexat zu Verfügung. Die meisten Immunsuppressiva haben einen langsamen Wirkeintritt, sodass die Zeit bis zum Eintritt der Wirkung mit Cortisongabe überbrückt werden muss. Aber auch diese Medikamente haben nicht selten Nebenwirkungen, sodass die behandelten Patienten regelmäßig vom Arzt untersucht werden müssen und regelmäßige Blutbildkontrollen notwendig sind.

4.     Immunmodulatoren:

Seit dem Jahre 2006 ist für die Therapie der Colitis ulcerosa auch das neue Medikament Infliximab zugelassen. Dieser Antikörper bindet an TNF-α, einem entzündungsvermittelnder Botenstoff, der durch die Bindung neutralisiert wird und TNF-α seine Wirkung nicht mehr ausüben kann.

Operative Therapie der Colitis ulcerosa

Die Entfernung des Dickdarms (Kolektomie) ist bei der Colitis ulcerosa im Gegensatz zum Morbus Crohn heilend (kurativ). Bei schwerwiegenden Komplikationen, wie dem toxischen Megakolon, einer Perforation (Darmdurchbruch), einer unstillbaren Blutung, einem Ileus (Darmlähmung), oder bei Nicht-Ansprechen der medikamentösen Therapie ist eine Operation indiziert.
Wichtig ist, dass man ein Resorvior aus dem Dünndarm konstruiert, der dann als Ersatz für den Mastdarm die Speicherfunktion für den Stuhl übernimmt. In manchen Fällen ist vorübergehend ein künstlicher Darmausgang nötig (Stoma, Anus praeter), der später wieder zurück verlegt wird, um den Patienten wieder einen kontrollierten Stuhlgang (Kontinenz) zu ermöglichen. Eine Kolektomie ist außerdem indiziert, wenn in endoskopisch entnommenen Biopsien Krebszellen oder Krebsvorstufen (Dysplasien) gefunden werden.

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 06.05.2012