Inhalt:
- Therapie vom Nierensteine
- Hinweis
- Therapie
- Therapie der Nierenkolik
- nicht – operative Therapie im kolikfreien Zeitraum
- operative Therapie
- Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)
- Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)
- Nierensteinentfernung durch Ureterenoskopie
- Welche Therapie bei welchem Stein?
- Ernährung bei Nierensteinen
- Selbstest Immunsystem
- Weiterführende Informationen
Therapie vom Nierensteine
Hinweis
Bei diesem Thema handelt es sich um die Fortsetzung zu unserem Thema Nierensteine
Therapie
Therapie der Nierenkolik
Zur Therapie der krampfartiken Schmerzen werden schmerzlindernde Medikamente wie Novalgin, Tramal oder Diclofenac als Tablette oder besser direkt über die Vene verabreicht. Wird dies nicht vertragen oder sind die Schmerzen nicht ausreichend gelindert, kann auf stärkere Medikamente (Pethidin, Buprenorphin) zurückgegriffen werden. Die Wirkdauer liegt bei 2 – 3 Stunden. Krampflösende Medikamente wirken nicht auf die Harnleiter, sind also nicht zu verabreichen. Von Morphinen ist ebenfalls abzuraten, da sie die Brechneigung verstärken und die ohnehin gestörten Darmbewegungen noch mehr beeinträchtigen.
Bei leichteren Schmerzen hilft oft schon ein heißes Vollbad oder feucht – warme Umschläge (Wärme entspannt und entkrampft).
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nicht – operative Therapie im kolikfreien Zeitraum
Nierensteine, die kleiner als 5 mm sind, können sich noch von alleine lösen und abgehen. Es wird empfohlen sich viel zu bewegen und sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen um die Steine auszuschwemmen. Etwa 80% der Harnsteine verschwinden von alleine wieder.
Tritt eine erneute Kolik oder sogar Fieber auf, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, da eine Urosepsis (Blutvergiftung mit Harnbestandteilen) droht.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Urosepsis
operative Therapie
Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)
Nierensteine können durch außerhalb des Körpers erzeugte Stoßwellen zerstört werden, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Die Stoßwellen werden auf verschiedene Arten erzeugt: entweder durch Unterwasserfunkenentladung, gepulste Laserstrahlen oder durch Umwandlung von elektromagnetischer Energie.
Die so entstandenen Stoßwellen müssen fokussiert werden, damit im Bereich des Steins die höchste Wirksamkeit erreicht wird (Stosswellentherapie). Dieser zerfällt durch auf ihn wirkende Zug- und Druckkräfte in etwa sandkorngroße Einzelteile, die ohne Probleme mit dem Urin ausgeschieden werden können.
Die ESWL kann bis 2,5 cm große Harnsteine unabhängig von ihrer Lokalisation zerstören. Zunächst muss die genaue Lage durch vorangegangene Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen bekannt sein. So wird der Stein in den Brennpunkt der Stoßwellen gerückt. Als Vermittler zwischen Stoßwellen und Körper dienen ein Wasserbad oder Wasser- bzw. Gelkissen.
Gelegentlich wird eine leichte örtliche Betäubung notwendig, da einige Patienten die ankommenden Stoßwellen als „Schlag in den Rücken“ empfinden.
Bei einem Körpergewicht von mehr als 145 kg oder einer zu geringen Körpergröße (<120 cm) stößt die ESWL an ihre technischen Grenzen.
Auf keinen Fall darf die Stosswellentherapie durchgeführt werden bei:
- unbehandelter oder nicht behandelbarer Blutgerinnungsstörung
- Schwangerschaft
- nicht behandeltem Harnwegsinfekt
- Aneurysmen (Aussackungen der Blutgefäße)
Komplikationen sind selten. Vor allem größere Harnsteine können nach ihrer Zertrümmerung sog. Steinstraßen hinterlassen, die endoskopisch beseitigt werden müssen. Es kann zu Blutergüssen im Bereich der Niere kommen, die sich meist von allein bessern. Nur bei extrem großen Blutergüssen in der Nierenkapsel kann deren Ausräumung notwendig werden. Teile der zertrümmerten Steine können sich im Harnleiter einklemmen und Koliken auslösen. Es kann vorbeugend eine Harnleiterschiene eingebracht werden um einen Aufstau des Urins zu vermeiden. Im Anschluss an die ESWT können Harnwegsinfektionen auftreten, oft dann, wenn es sich um sog. Infektsteine handelt, in deren Innern Bakterien eingeschlossen waren. Eine vorbeugende Antibiotikagabe kann dies unter Umständen verhindern.
Gerinnungshemmende Medikamente wie z. B. ASS sollten 8 Tage vorher abgesetzt werden, um blutungsbedingte Komplikationen (s. o.) zu vermeiden.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter: Stoßwelle
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Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)
Bei der perkutanan (durch die Haut) Nierensteinzertrümmerung wird unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle durch die Bauchhaut hindurch das Nierenbecken punktiert. Nachdem der Stichkanal etwas gedehnt wurde, kann ein Endoskop hindurchgeführt werden. Entweder kann der Stein dann mittels einer ebenfalls eingebrachten Bergungszange entfernt werden, oder er ist dafür zu groß, was eine Zerkleinerung mittels Zange oder ähnlichem nötig macht. Die Bruchstücke werden dann einzeln entfernt. Prinzipiell können Steine jeder Größe so behandelt werden, bei Steinen, die das Nierenbecken fast oder ganz ausfüllen (sog. Ausgusssteine) empfiehlt sich jedoch eine Kombination aus ESWL und PNL.
Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung in Bauch- oder Seitenlage durchgeführt. Nach Beendigung der Prozedur sollte ein Blasenkatheter eingebracht werden um den Harnabfluss zu sichern.
Die Komplikationsrate ist sehr gering. Möglich sind eine Durchbohrung des Nierenbeckens (Perforation), Blutungen, Infektionen oder Fistelbildung (Anschluss des harnableitenden Systems an z. B. den Darm oder zur Haut).
Nierensteinentfernung durch Ureterenoskopie
Hierbei wird der Nierenstein / Harnstein im Zuge einer endoskopischen (Schlauchkamera) Untersuchung gleich mit entfernt.
Hierzu wird der Patient in Rückenlage mit gespreizten Beinen (sog. Steinschnittlage) gebracht. Dann wird das Endoskop über die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Nun werden die Öffnungen der Harnleiter aufgesucht und, falls nötig, zunächst mittels eines Ureterenkatheters oder Führungsdrahtes aufgedehnt. Als nächstes werden nun die Harnleiter nach dem Stein abgesucht. Ist dieser gefunden, gibt es mehrere mögliche Vorgehensweisen. So kann man den Stein entweder mittels Schallwellen zertümmern und anschließend absaugen, oder durch Schlagwellen (z. B. mittels Laser) zerkleinern und dann mit einer Fasszange entfernen. Es handelt sich um eine Alternative zur ESWL, die die Möglichkeit bietet, z. B. vorhandene Verengungen des Harnleiters gleich aufzudehnen und somit zukünftige Problemquellen auszuschalten.
Diese Methode empfiehlt sich bei Nierensteinen / Harnsteinen größer 5 mm, heftigen, nicht beherrschbaren Koliken oder Nierensteinen, die trotz konservativer Behandlung nicht abgehen. Außerdem wird sie bei zunehmender Harnstauung oder vorhandenem Harnwegsinfekt angewandt. Auch können tief- und sehr festsitzende Harnsteine so entfernt oder ins Nierenbecken zurückgeschoben werden, um sie anschließend mittels ESWL zu entfernen.
Komplikationen wie Harnwegsinfekte, Durchbohrung des Harnleiters oder Nachblutungen sind selten.
Welche Therapie bei welchem Stein?
Nieren-KelchsteinIst meistens nicht therapiebedürftig, wenn keine Beschwerden, Harnstau oder Infekt vorliegen. Bei Blut im Urin und nicht behandelbarem Infekt, sowie bei bestimmten Berufsgruppen (Piloten, Berufskraftfahrer) ESWL
Nierenbeckenstein
Bei nicht mehr spontan abgangsfähigem Stein (>5 mm) ESWL oder PNL.
Ausgussstein
Es bestehen meist keine Beschwerden, dennoch kann eine chronische Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) mit nachfolgendem Nierenversagen und dem Tod drohen. Daher sollte man operativ tätig werden: ESWL, PNL oder die Kombination von beidem. Danach kann durch abgehende Trümmer eine sog. Steinstraße entstehen, die operativ entfernt werden muss.
Hoher Harnleiterstein
Liegt eine deutliche Harnstauung vor, kann ein spontaner Abgang ausgeschlossen werden. Günstig sind die ESWL oder die endoskopopische Entfernung (mechanische Entfernung).
Tiefer Harnleiterstein
Bis zur Größe von 5 mm kann er spontan verschwinden. Bei weiterhin normaler Nierenfunktion kann auf nicht operative Maßnahmen zurückgegriffen werden.
Blasenstein
Der Stein sollte zertrümmert und dann mit der Saugpumpe abgesaugt werden. Anschließend sollte das Grundleiden (z. B. Prostatavergrößerung) angegangen werden.
Ernährung bei Nierensteinen
Besonders durch die Ernährung können Nierensteine verhindert werden. Ausführliche Informationen finden Sie unter unserem Thema: Ernährung bei Nierensteinen
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Weiterführende Informationen
Weitere Informationen finden Sie unter unserem Thema:
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