Auge tätowieren - Geht das?

Einleitung - Auge tätowieren

Bei einem Augapfel-Tattoo, auch als Eyeball-Tattoo bekannt, handelt es nicht wie bei anderen Tattoos auf der Haut, um das Stechen eines Motivs, sondern vielmehr um die Einfärbung des gesamten Augapfels. Dabei wird Tinte zwischen die Bindehaut und die Lederhaut (Sklera) des Auges gespritzt, wodurch sich die Tinte unkontrolliert über den Augapfel verteilt. 

Eine andere Form des Augen-Tattoos ist die Hornhauttätowierung, auch als Keratographie bezeichnet, bei farbechte Pigmente in die Hornhaut injiziert werden. Die Keratographie ist ein medizinisches Verfahren bei ausgeprägten Formen von Albinismus,  Aniridie, Iriskolobomen, Hornhauttrübung (Keratokonus) und verfärbten Hornhautfarben (Leukom).

Wie ist der Ablauf beim Tätowieren des Augapfels?

Vor Beginn der eigentlichen Injektionen der Farbe wird das Auge zunächst vorsichtig gereinigt und mit einer sterilen Kochsalzlösung gespült. Die Farbe bzw. Tinte wird mit einer kleinen Nadel oder Kanüle zwischen die Bindehaut und die Lederhaut gespritzt. Die Tinte verteilt sich nach den Injektionen über den gesamten Augapfel und färbt diesen ein.

Im Abstand von wenigen Sekunden werden die Injektionen durchgeführt, sodass das Auge so wenig wie möglich belastet wird. Dabei unterscheidet sich die  Anzahl der Injektionen und ist von der Verteilung der Tinte oder der gewünschten Intensität der Farbe abhängig. Bis zu 40 Mal wird die Tinte dabei ins Auge gespritzt, bis der gesamte Augapfel eingefärbt ist. Nachdem der Augapfel ausreichend eingefärbt ist, wird das Auge und die umliegenden Bereiche gesäubert.

Für die Nachbehandlung können Augentropfen verwendet werden, um das Auge während der Heilung (bis zu einer Woche) vor dem Austrocknen und vor äußerlichen Irritationen  zu schützen. Während der Heilung des Auges kann es am Anfang zu erhöhter Lichtempfindlichkeit und leichten Schwellungen kommen. Dies sollte sich aber innerhalb der ersten Tage nach der Tätowierung deutlich bessern. Da diese Prozedur viele Risiken mit sich bringt, wird zunächst immer nur ein Augapfel tätowiert und rund einen Monat gewartet, bis der zweite Augapfel gefärbt wird.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Die richtige Nachbehandlung eines Tattoos

Was sind die Risiken bei eine Augapfel-Tattoo?

Da das Augapfel-Tattoo nicht von medizinisch geschultem Personal durchgeführt wird, kann es bei unsauberem Stechen zu weitreichenden Folgen kommen. Da das Eyeball-Tattoo eine relativ neuer Trend ist, gibt es noch keine Studien über die Langzeitauswirkungen dieser Tattoo-Art. Wie auch bei anderen Tattoos gibt es viele Risiken wie:

Da das Auge ein sehr empfindliches Organ im menschlichen Körper ist, können die Folgen einer Allergie auf die Farbe oder einer Entzündung durch mangelnde Hygiene sehr viel weitreichender sein  als bei einem normalen Tattoo und können im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Da die Injektionen der Tinte in das Auge nicht rückgängig gemacht werden können, sind die Beschwerden einer Allergie ebenfalls dauerhaft

Die Erhöhung des Augendrucks durch das Tattoo kann ebenfalls ein auftretendes Risiko sein, bei dem sich die Farbe vor die Netzhaut schieben kann und zur Erblindung führen kann. 

Wird bei der Prozedur des Augapfel-Tattoos zu viel Farbe verwendet oder die Farbe zu schnell ins Auge gespritzt, können sich die Tränensäcke dauerhaft einfärben. Eine Entfärbung der Tränensäcke ist dann nur mit einer schmerzhaften Laserbehandlung begrenzt möglich. Sollten nach der Tätowierung des Auges Probleme auftreten sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Kann man das rückgängig machen?

Ein Augapfel-Tattoo kann NICHT rückgängig gemacht werden. Anders als bei Tattoos auf der Haut, welche durch Laserbehandlungen teilweise entfernt werden können, ist das Eyeball-Tattoo dauerhaft. 

Hier erfahren Sie mehr zum Thema: Tattooentfernung - Das sind die besten Methoden!

Ist das schmerzhaft?

In der Regel ist das Augapfel-Tattoo schmerzhafter als normale Tattoos. Während den Injektionen kann es zu einem unangenehmen Druckgefühl durch die Nadel kommen. Oft wird beschrieben, dass die Tinten-Lösung zunächst bei der Injektion ein Brennen im Auge auslöst. Sollten die Schmerzen größer werden während der Behandlung, sollte diese sofort abgebrochen werden. 

Informieren Sie sich mehr zum Thema in folgendem Artikel: Wo verursacht tätowieren die meisten Schmerzen?

Was kann man gegen die Schmerzen machen?

Zur Linderung des Schmerzes während der Behandlung anästhetische (betäubende) Augentropfen verwendet werden. Diese sollten aber mit extremer Vorsicht verwendet werden, da die Injektionen in Auge ein großes Risiko für Infektionen und Entzündungen darstellen. Nach der Behandlung kann es zu leichten Schwellungen kommen, welche durch vorsichtiges Kühlen des geschlossenen Auges behandelt werden können. Sollten die Schmerzen und Schwellungen auch nach Tagen vorhanden sein, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Schmerzen beim Tätowieren

Wie lange dauert so ein Tattoo?

Das Stechen des Augapfel-Tattoos dauert nur wenige Minuten. Da zwischen den Injektionen nur kurze Pausen gemacht werden, hängt die Dauer von der Anzahl der Injektionen ab. Bilden sich nach der Heilung des Tattoos weiße Flecken am Augapfel kann durch weitere Injektionen nachgefärbt werden. Von Beginn der Behandlung bis zur Nachbehandlung dauert es meistens nicht länger als 30 Minuten bis eine Stunde.  

Welche Farben kann man verwenden?

Die Farbauswahl ist bei einem Augapfel-Tattoo breit gefächert und hängt auch mit dem Tätowierer zusammen. Da sich die Farben durch ihre Zusammensetzung (Wasser, Alkohol, Öle und Glycerin) unterscheiden, können manche Farben ein höheres Allergiepotential haben. Die beliebtesten Farben sind dabei: Lila, Pink, Blau, Türkis und Schwarz. 

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 27.08.2019 - Letzte Änderung: 22.10.2021
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