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Wie lange ist die Dauer eines Bandscheibenvorfalls?

Defnition

Die Dauer, wie lange die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall anhalten, ist sehr unterschiedlich und wird von einigen Faktoren beeinflusst. So kann der individuelle Schweregrad des Bandscheibenvorfalls, die jeweilige Höhe, bei welcher der Vorfall liegt, sowie die Symptome und schlussendlich die Therapie einen Einfluss darauf haben, wie lange ein Bandscheibenvorfall andauert.
Ein Bandscheibenvorfall ist eine sehr ernsthafte Erkrankung, welche relativ lange bis zu einer vollständigen Genesung andauert. Um eine schnelle Heilung zu erwirken ist es daher von großer Wichtigkeit, den Empfehlungen des behandelnden Arztes zu folgen.

Als Bandscheibenvorfall wird eine Erkrankung der Wirbelsäule bezeichnet, bei der Teile der Bandscheibe in den Bereich des Wirbelkanals eintreten, in welchem das Rückenmark liegt. Ursächlich hierfür ist meist eine Schädigung der Struktur und Stabilität der Bandscheibe aufgrund von Vorbelastungen.

Dauer der Heilung

Ein Bandscheibenvorfall ist eine ernst zu nehmende, schwerwiegende Erkrankung, welche eine relativ lange Heilungsprognose hat. So kann, je nach Therapie eine komplette Heilung bis zur Symptomfreiheit einige Monate in Anspruch nehmen. Meistens wird ein Bandscheibenvorfall “konservativ“, also ohne Operation, behandelt. In den meisten Fällen reicht eine solche Therapie aus.
Es lässt sich nur schwierig eine pauschale Antwort darauf geben, wie lange eine komplette Heilung eines Bandscheibenvorfalls dauert, da dies von vielen Faktoren abhängt und individuell sehr unterschiedlich sein kann.


Dauer der Genesung / gesamten Behandlung

Ein Bandscheibenvorfall ist eine ernstzunehmende Erkrankung, deren Heilung einige Zeit in Anspruch nimmt. Wie lange die Genesung dauert, ist von Patient zu Patient individuell verschieden und kann pauschal schwer vorausgesagt werden.

Zum einen hängt die Genesungsdauer davon ab, wie schwer der Bandscheibenvorfall war. Handelt es sich um einen Massenvorfall, also um einen ausgeprägten Bandscheibenvorfall, so ist von einer deutlich längeren Genesungsdauer auszugehen, als bei einem weniger schwerwiegenden Befund.
Zudem hängt die Genesungsdauer von der Therapieform ab.

Ein Bandscheibenvorfall wird in den meisten Fällen ausschließlich konservativ, d.h. mit Medikamenten und Physiotherapie behandelt.
Werden hier die Anordnungen des behandelnden Arztes bezüglich Schonung (eventuell mit Bettruhe), Bewegungsübungen (z.B. Physiotherapie oder Sportübungen im weiteren Verlauf) oder schmerzstillenden Medikamenten nicht eingehalten, so kann sich der Krankheitsverlauf noch weiter verzögern.

Bis zur vollkommenen Genesung vergehen meist mindestens ca. vier bis sechs Wochen, teilweise kann sich der Verlauf auch über mehrere Monate erstrecken, was unter anderem auch vom Allgemeinzustand, Alter und Begleiterkrankungen des Patienten abhängt.

Auch eine konservative Behandlung durch den behandelnden Arzt und Physiotherapeuten kann sich über mehrere Wochen und Monate erstrecken.

Über eine operative Therapie kann nachgedacht werden, wenn nach etwa vier Wochen unter konservativer Therapie keine Besserung eingetreten ist. Jedoch ist hierbei zu bedenken, dass bei solchen Operationen ein relativ großes Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalls besteht, sodass der langfristige Erfolg einer Operation der konservativen Therapie nicht unbedingt überlegen ist.

Dauer der akute Phase

Mit der Beschreibung der akuten Phase eines Bandscheibenvorfalls ist die symptomhafte Anfangsphase der Erkrankung gemeint. Neben Schmerzen können auch andere Symptome wie Lähmungen oder Missempfindungen auftreten, die häufig nach einigen Wochen Besserung zeigen.

Die akute Phase kann, je nach individuellem Krankheitsverlauf zwischen einer und sechs Wochen andauern. Hierbei ist eine geeignete Therapie, welche mit dem behandelnden Arzt abgesprochen wurde, entscheidend für den individuellen Verlauf sowie für die Dauer der akuten Phase der Erkrankung.
Bei einem Versagen der konservativen Therapie kann die akute Phase des Bandscheibenvorfalls auch über eine längere Zeit hinaus andauern. In diesen Fällen sollten alternative Therapieoptionen (z.B. eine PRT - periradikuläre Therapie) mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden um den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Verlauf eines Bandscheibenvorfall

Dauer der Schmerzen / Symptome

Bei einem Bandscheibenvorfall drücken die Bandscheiben in den Bereich der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark liegt, also in den Bereich, welcher Nervenbahnen enthält. Diese Nervenbahnen werden durch die Bandscheibe mechanisch gereizt und können starke Schmerzen verursachen.

Wichtig ist zu bedenken, dass die Mehrheit der Bandscheibenvorfälle symptomlos abläuft und keine Schmerzen verursacht. Sollten Schmerzen bestehen, sind diese meist sehr stark ausgeprägt und schränken dabei meist die Bewegungsfähigkeit ein. Der behandelnde Arzt kann in diesen Fällen Schmerzmedikamente verschreiben, welche die Schmerzen lindern. Die Schmerzen können so stark sein, dass Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol nicht ausreichen und eventuell sogar Opioid-haltige Medikamente eingesetzt werden müssen.
Lesen Sie hierzu auch unser passendes Thema: Medikamente bei einem Bandscheibenvorfall

Wie lange die Schmerzen und Symptome andauern hängt vom individuellen Krankheitsverlauf ab. In den meisten Fällen lassen nach konservativer Therapie die Schmerzen nach einigen Wochen nach, wobei auf weniger starke Schmerzmittel umgestiegen werden kann.
Nach etwa sechs Wochen sind die meisten Bandscheibenvorfälle mit konservativer Therapie ausgeheilt, schmerzfrei und ohne Symptome.

Lesen Sie mehr zu hierzu unter unserem Thema: Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Dauerschmerzen

Bei einem Bandscheibenvorfall drückt die vorgefallene Bandscheibe auf den Teil der Wirbelsäule, der das Rückenmark mit vielen empfindlichen Fasern enthält. Durch diese mechanische Reizung der Nervenfasern kann es zu sehr starken Schmerzen kommen.

In der Mehrzahl der Fälle sind die Patienten nach ca. sechs Wochen wieder komplett schmerzfrei und können sich frei bewegen. In selteneren Fällen tritt auch nach mehreren Wochen keine Besserung ein, dies kann der Fall sein, wenn wichtige Nervenbahnen sehr unglücklich eingeklemmt werden.

In diesem Fall kann über eine entlastende operative Therapie nachgedacht werden. Jedoch garantiert auch eine Operation in diesen Fällen keine völlige Schmerzfreiheit, erneute Bandscheibenvorfälle sind nicht selten.

Alternativ kann bei chronischen Schmerzen mit Physiotherapie und in speziellen Rückenschulen gearbeitet werden, ebenso ist eine adäquate, für den längerfristigen Behandlungsverlauf geeignete Schmerztherapie essentiell

Krankschreibung/ Krankmeldung

Da ein Bandscheibenvorfall meist sehr schmerzhaft ist, wird der behandelnde Arzt die betroffene Person zunächst einmal krankschreiben.
Trotzdem ist es wichtig aktiv zu bleiben und so schnell wie möglich normale Alltagsaktivitäten durchzuführen. Studien haben gezeigt, dass strenge Bettruhe nach einem Bandscheibenvorfall ungünstig für die Heilung ist, während Bewegung dem Heilungsverlauf gut tut. Aus diesem Grund verschreibt der behandelnde Arzt, neben den nötigen Medikamenten, meist auch eine Krankengymnastik oder Physiotherapie.

Die Dauer der Krankschreibung richtet sich grundsätzlich nach den individuellen Beschwerden sowie der Art der Arbeit. So kann jemand, der beruflich schwer arbeitet, nach einem Bandscheibenvorfall deutlich länger krankgeschrieben sein, als jemand, der körperlich weniger gefordert wird. So kann keine pauschale Antwort darauf gegeben werden, wie lange jemand nach einem Bandscheibenvorfall krankgeschrieben bleibt. Die individuelle Symptomatik, sowie die Art der Arbeit, entscheidet in diesen Fällen über die Dauer der Krankschreibung.

Krankenhausaufenthalt (nach OP)

In einigen Fällen kann es sein, dass ein Bandscheibenvorfall operativ versorgt werden muss. Wie lange ein Krankenhausaufenthalt nach einer Operation an der Bandscheibe nötig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es existieren außerdem unterschiedliche Operationsverfahren, um die kaputte Bandscheibe zu versorgen.

Standardverfahren bei einem Bandscheibenvorfall sind heutzutage minimal invasive, mikrochirurgische Verfahren. Je nach Verfahren und möglicherweise auftretenden Komplikationen kann ein Krankenhausaufenthalt wenige Tage oder einige Wochen andauern. Die meisten Patienten können nach einem minimal invasiven Eingriff an der Bandscheibe innerhalb weniger Tage das Krankenhaus verlassen. Der kürzeste Krankenhausaufenthalt kann mithilfe der endoskopischen Diskektomie (Entfernung der Bandscheibe) erreicht werden. Bei diesem Verfahren können die behandelten Patienten häufig schon am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen.

Abbildung eines Bandscheibenvorfalls

Bandscheibenvorfall -
Nucleus-pulposus-Prolaps

A - Bandscheibenvorfall von links
B - Bandscheibenvorfall von oben
C - Gesunde Bandscheibe
a - Hals- und Brustbereich
b - Lendenbereich

  1. Faserring -
    Anulus fibrosus
  2. Gallertkern -
    Nucleus pulposus
    1. + 2. Bandscheibe
    (Zwischenwirbelscheibe) -
    Discus inter vertebralis
  3. Rückenmarknerv -
    Nervus spinalis
  4. Rückenmark - Medula spinalis
  5. Wirbelkörper - Corpus vertebrae
  6. Dornfortsatz - Processus spinosus

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.03.2017
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