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Entzündung des Leistenkanals

Definition

Der Leistenkanal enthält neben einigen Blutgefäßen, Lymphgefäßen und Nerven beim Mann den Samenstrang und bei der Frau das runde Gebärmutterband, das zum Befestigungsapparat der Gebärmutter gehört und bis in die großen Schamlippen zieht.

Entzündungen des Leistenkanals beruhen beim Mann meist auf Entzündungen, die vom Hoden, Nebenhoden oder der Prostata ausgehen und sich entlang des Samenleiters ausbreiten.

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Ursachen

Entzündet sich der Hoden oder der Nebenhoden, so kann sich die Entzündung über den Samenleiter weiter in den Leistenkanal ausbreiten. Zu einer Hoden-/Nebenhodenentzündung kommt es im Zusammenhang mit einer Harnwegsentzündung, sexuell übertragbaren Erkrankungen oder auch im Rahmen einer Infektion mit dem Mumpsvirus. Besonders Männer, die die Pubertät bereits durchgemacht haben, erleiden während einer Mumpserkrankung eine Hodenentzündung. Auch autoimmune Reaktionen oder die Einnahme des Antiarrhythmikums Amiodaron können zu einer Entzündung von Hoden und/oder Nebenhoden führen.

Zu einer Entzündung der Prostata, die sich auf den Samenleiter im Leistenkanal ausbreiten kann, kommt es oft bei Blasenentleerungsstörungen oder nach Manipultionen oder Operationen am Harntrakt.

Oft entstehen Schmerzen im Leistenkanal aber auch als Folge von Entzündungen in benachbarten Körperregionen, wie z.B. den inneren und äußeren Geschlechtsorganen, dem Enddarm oder den Beinen. Diese entfernten entzündlichen Prozesse führen zu einer Schwellung der Lymphknoten im Leistenkanal.


Diagnose

Zur Diagnosestellung führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Hierzu gehört auch eine Untersuchung des Darmausgangs inkl. Mastdarm, die es dem Untersucher ermöglicht eine entzündete Prostata zu ertasten. Außerdem werden eine Urin- und eine Blutprobe auf Entzündungszeichen untersucht. Eine Urinkultur und ein Abstrich der Harnröhre können zur Identifikation des Erregers verhelfen.

Außerdem kann auch eine Ultraschalluntersuchung des Hodensacks zur Diagnosesicherung herangezogen werden.

Symptome

Männer, die an einer Entzündung leiden, die sich entlang des Samenleiters im Leistenkanal ausbreitet, haben häufig Schmerzen, die sich nicht nur im Leistenkanal, sondern auch im ganzen Genitalbereich und Unterbauch zeigen können. Besonders stark sind die Schmerzen beim Wasserlassen und beim Samenerguss.

Zusätzlich sind besonders die Lymphknoten in der Leiste schmerzlich vergrößert. Die umgebene Haut zeigt sich gerötet und überwärmt. Auch die Körpertemperatur kann im Rahmen einer starken Entzündung erhöht sein und Schüttelfrost kann zusammen mit einem allgemeinen Schwächegefühl auftreten.

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Da es sich zumeist um eine aufgestiegene Entzündung handelt, kann zusätzlich zum schmerzenden Leistenkanal auch der Hoden/Nebenhoden erwärmt und schmerzhaft geschwollen sein. Von außen lässt sich ein geröteter Hodensack erkennen.

Eine entzündete Prostata führt besonders zu Schmerzen beim Stuhlgang und im Bereich des Damms. Im Rahmen einer chronischen Prostataentzündung kann es zu Potenzstörungen und erschwerter Blasenentleerung kommen.

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Behandlung/ Therapie

Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, so wird die Therapie mit Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten eingeleitet. Konnte zuvor der Erreger mittels Urinprobe gesichert werden, so kann die Antibiotikatherapie spezifisch an das Bakterium angepasst werden. Bevor der exakte Erreger feststeht, beginnt man zügig mit einem Antibiotikum, dass das wahrscheinliche Erregerspektrum abdeckt.

Falls die Entzündung sich soweit ausgebreitet hat, dass z.B. im Rahmen der Prostataentzündung das Wasserlassen nicht beschwerdefrei möglich ist, so können auch Medikamente zur Erleichterung des Wasserlassens verordnet werden. Ein Beispiel hierfür ist Tamsulosin.

Falls es sich um eine Mumps - Hodenentzündung handelt, haben Antibiotika keine Wirksamkeit. Hier erfolgt eine rein symptomatische Therapie.

Wenn sich die Beschwerden einer Hodenentzündung unter der Therapie nicht zurückbilden, muss der Hoden operativ entfernt werden.

Sollte der Erreger sexuell übertragbar sein, muss bis zur abgeschlossenen Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Auch der Partner des Patienten sollte einer Therapie zugeführt werden.

Dauer

Eine Antibiotikumtherapie sollte immer so lange wie vom Arzt verordnet durchgeführt werden. Auch wenn die Symptome bereits nach wenigen Tagen verschwinden, sollte das Medikament über den festgesetzten Zeitraum weiter eingenommen werden, um das schnelle Wiederauftreten der Erkrankung oder eine Resistenzentwicklung der Bakterien zu verhindern.

Allgemein hängt die Dauer der Therapie stark von der Schwere und Ausbreitung der Entzündung ab.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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