Leiste

Anatomie der Leiste

Anatomisch stellt die Leiste einen klar begrenzten Bereich dar, der sich im unteren und seitlichen Bereich der Bauchwand befindet. Begrenzt wird das dreieckige Gebiet mittig durch den oberen Rand des Beckens, der sogenannten „Symphyse“ oberhalb der Schamregion und seitlich durch die beiden Darmbeinkämme, die als Knochenpunkte des seitlichen Beckens gut tastbar sind.

Die Bauchwand setzt sich aus vielen übereinanderliegenden Schichten zusammen, durch die wichtige anatomische Leitungsbahnen verlaufen.

Der Leistenkanal zieht sich durch die Bauchwand hindurch und beinhaltet Blutgefäße, Lymphbahnen und beim Mann den Samenstrang. Durch die Schichten der Bauchwand werden die wichtigen anatomischen Strukturen vor Verletzungen geschützt.

Lesen Sie hier mehr über den Leistenkanal.

An einigen weiteren Stellen der Leistengegend ziehen Strukturen durch die Muskelwände um in die Schamregion und die Beine zu gelangen. Dazu sind in den bindegewebigen und muskulären Schichten der Bauchwand kleine Löcher, die auch als „Lakunen“ bezeichnet werden. Unterhalb der Haut und dem Unterhautfettgewebe befindet sich eine oberflächliche Hülle aus Bindegewebe. Diese umgibt 4 großflächige Muskelschichten, welche die Stabilität und die Bewegungen des Rumpfes ermöglichen. Ihr prominentester Vertreter ist der „Musculus rectus abdominis“, dessen Relief sich bei trainierten Personen deutlich auf der mittleren Bauchwand als sogenanntes „Sixpack“ abzeichnet. Unter einer tiefer liegenden Schicht von Bindegewebe folgt dann die Bauchhöhle, die vor allem die Darmschlingen beinhaltet.

Die vielen anatomischen Leitungsbahnen und die Öffnungen in der Bauchwand bringen ein höheres Verletzungsrisiko mit sich. Besonders Leistenbrüche stellen eine häufige Komplikation dar. Sie entstehen hauptsächlich an den Schwachstellen der Bauchwand, an welchen Blutgefäße und Nerven hindurchtreten, aber auch am Leistenkanal.

Blutgefäße und Nerven

Durch die Leistenregion treten an verschiedenen Stellen wichtige anatomische Leitungsbahnen hindurch. Dazu zählen arterielle und venöse Blutgefäße, Lymphbahnen mit dazugehörigen Lymphknoten, Nerven, die vor allem aus den untersten Abschnitten des Rückenmarks entspringen, Bandstrukturen und der männliche Samenstrang.

Umgeben sind die Leitungsbahnen von Schichten der Bauchwand, die aus muskulären und bindegewebigen Anteilen bestehen. Diese bilden Kanäle oder Öffnungen um die Gefäße herum. Ein wichtiges Beispiel ist der Leistenkanal. Er verläuft durch die vordere Bauchwand schräg vom hinteren, seitlichen Becken, nach vorne, mittig in die Schamregion. Er enthält beim Mann vor allem den Samenstrang, der vom Hoden zur Harnröhre führt. Zusätzlich führt er bei Mann und Frau Blutgefäße und Nerven, welche die Schamregion versorgen.

Der untere Rand der Leistenregion wird durch das beidseits vorhandene Leistenband begrenzt. Es spannt sich auf zwischen dem Darmbeinkamm der jeweiligen Seite und der Schambeinfuge, der sogenannten „Symphyse“. Unterhalb des Leistenbandes verlaufen einige wesentliche Blutgefäße und Nerven, die teilweise in die Schamregion und größtenteils in die Beine ziehen, um die dortigen Strukturen zu versorgen. Durch die sogenannte „Lacuna vasorum“ ziehen die wichtigsten Blutgefäße des Beines. Auch große Lymphknoten lassen sich dort, unterhalb des Leistenbandes finden.

Bei zu starkem Druck auf die Leistenregion, zum Beispiel durch eng gezurrte Gürtel, können sensible Nerven abgedrückt werden. Häufig kommt es zum Kribbeln im vorderen Oberschenkel.

Durch die Öffnungen für die zahlreichen Gefäße der Leiste können diverse Komplikationen entstehen. Vor allem Leistenbrüche stellen ein häufiges Problem dieser Region dar.

Einklemmung des Nerves unter dem Leistenband

Wird ein Nerv im Bereich der Leiste eingeklemmt, kann es zu Taubheitsgefühl und Missempfindungen in diesem Bereich sowie auf dem vorderen oder seitlichen Oberschenkel kommen. Bei einem eingeklemmten Nerven können starke brennende Schmerzen auftreten. Die Beschwerden sind von der Art des Nervens abhängig. Es gibt Nerven, welche für Muskelbewegungen zuständig sind und es gibt Nerven, die für die Sensibilität und das Berührungsgefühl eines Hautbereichs verantwortlich sind. Je nachdem, welcher Nerv eingeklemmt ist, kann es zu Lähmungen oder zu Taubheitsgefühl und Kribbeln kommen. Das Einklemmen eines Nervs unter dem Leistenband kann durch Druck- oder Zugkräfte im Nervenverlauf auftreten. Ursachen können Übergewicht, Schwangerschaft oder das Tragen von zu enger Kleidung (Gürtel) sein.

Lymphknoten der Leiste

In der Leistenregion, vor allem unterhalb des Leistenbandes liegen größere Lymphknotenansammlungen, welche die Lymphe der Beine und teilweise der Schamregion beinhalten. Die Lymphknoten lassen sich auch beim Gesunden häufig als kleine Knötchen tasten. Die Lymphe wird überall im Körper eingesammelt und über Lymphbahnen in die Lymphknoten transportiert. Diese filtern die gesamte Lymphflüssigkeit auf schädliche Erreger und Fremdstoffe, bevor sie sie über einen großen eigenen Kreislauf zurück in das Blut leiten.

Lymphknoten können sich vergrößern, was eine Reihe verschiedener Ursachen haben kann. Bei örtlichen Ansammlungen von Erregern können sich die Lymphknoten entzünden. In der Leiste kann man sie dann deutlich vergrößert ertasten und häufig ist die Berührung schmerzhaft. Eine schmerzhafte Vergrößerung spricht in vielen Fällen für eine bakterielle Entzündung.

Ist der Lymphknoten vergrößert, aber nicht schmerzhaft, kann dies unter Umständen ein Hinweis auf eine Erkrankung des Lymphsystems, zum Beispiel einer Form von Lymphkrebs sein. Stellt der Patient einen verdickten Lymphknoten bei sich fest, ist das oft kein Grund zur Beunruhigung, jedoch sollte er die Ursache durch einen Arzt abklären lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema Lymphknotenschwellung in der Leiste

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Die Strukturen der Leiste unterschieden sich bei Mann und Frau nur teilweise. Durch die Leistenregion, insbesondere durch den Leistenkanal verlaufen wichtige Nerven und Blutgefäße, welche die Schamregion versorgen. Das hat auch zur Folge, dass sich die Funktionen zwischen Mann und Frau unterscheiden. Versorgt ein Nerv bei der Frau die Schamlippe sensibel, ist er beim Mann hauptsächlich für die Haut des Hodensacks verantwortlich.

Die wichtigste Struktur des Mannes, die sich im Leistenkanal befindet, ist der Samenstrang. Er führt während des Geschlechtsaktes die Spermien aus dem Hoden in die Harnröhre und muss dafür schräg durch die Bauchwand hindurchziehen. Bei der Frau liegt dort das Mutterband, welches aus Bindegewebe besteht. Es zieht vom Eierstock in die großen Schamlippen und bildet die anatomische Entsprechung zum Samenstrang.

Schmerzen in der Leiste

Schmerzen in der Leiste können mittig, einseitig oder beidseitig auftreten. Sie können einen dumpfen, andauernden Charakter haben oder ziehend bis stechend erscheinen. Je nach Ursache und Stärke sind sie dauerhaft präsent oder können durch Druck oder Bewegung ausgelöst werden. Die Ursachen für Schmerzen in der Leiste können bei Mann und Frau unterschiedlich sein.

Treten die Schmerzen nur auf der rechten Seite auf, liegt nicht selten eine Blinddarmentzündung vor. Der Schmerz lässt sich gezielt durch Druck auf die rechte Leistenregion verschlimmern oder auslösen.
Es können aber auch Muskelverspannungen, Nervenentzündungen, rheumatische Krankheiten oder ein Leistenbruch vorliegen.

Vor allem bei Männern muss immer auch an einen Leistenbruch gedacht werden, da dieser nicht selten vorkommt und in 80% der Fälle bei Männern auftritt. Befindet sich der Schmerz auf der linken Seite, ist der Leistenbruch sogar die häufigste Ursache. Allerdings können auch hier andere Ursachen vorliegen.

Erregerbedingte Entzündungen der Leiste können auf beiden Seiten Schmerzen auslösen. Auch Erkrankungen an den Knochen und Gelenken der Hüfte und der Lendenwirbelsäule können Schmerzen verursachen, die bis in die Leiste ziehen.

Bei Frauen besteht in seltenen Fällen die Möglichkeit, dass die Schmerzen durch Erkrankungen der inneren Geschlechtsorgane verursacht werden. Im Regelfall treten sie auch dann nur einseitig auf. Ebenso kann eine Verletzung des Hodens beim Mann akut oder längerfristig Schmerzen verursachen, die in die Leiste ausstrahlen.
Da die meisten Erkrankungen in der Leistenregion behandlungsbedürftig sind, sollte bei andauernden Schmerzen zur Abklärung unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserer Seite Schmerzen in der Leiste- Was habe ich?

Abbildung Leistenschmerzen

Schmerzen in der Leiste

  1. Leistenband -
    Ligamentum inguinale
  2. Innerer Leistenring -
    Anulus inguinalis profundus
  3. Leistenkanal -
    Canalis ionguinalis
  4. Oberflächlicher Leistenring -
    Anulus inguinalis superficialis
  5. Samenleiter (Mann) -
    Ductus deferens
    5a. Rundes Muterband (Frau) -
    Ligamentum teres uteri
  6. Lymphknoten
  7. Dickdarm - Intestinum crassum
  8. Vorderer oberer
    Darmbeinstachel -
    Spina iliaca anterior superior
  9. Schambeinhöckerchen -
    Tuberculum pubicum
  10. Hoden / Nebenhoden -
    Testis / Epididymis
    Schmerzen in der Leiste beim:
    A - Husten
    (Hinweis auf einen Leistenbruch)
    B - Heben
    (Druck im Bauchraum, Sportlerleiste)
    C - In der Schwangerschaft
    (Hormonelle Veränderungen)
    D - Entzündung des Hodens
    oder des Nebenhodens
    E - Schmerzhafte vergrößerte
    Lymphknoten / Erkrankungen des Darms


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Erkrankungen der Leiste

Was ist ein Leistenbruch?

Ein Leistenbruch ist ein Eingeweidebruch (Hernie) im Bereich der Leiste. Er ist mit Abstand die häufigste Hernie und tritt häufiger bei Männern auf. Er entsteht bei hohen Drücken im Bauchraum und einer bestehenden Bindegewebsschwäche. Im Bereich des Leistenkanals befinden sich der äußere und innere Leistenring, die eine natürliche Schwachstelle darstellen. Bei einem Leistenbruch stülpt sich meist Darm in einem Bruchsack durch eine sogenannte Bruchlücke durch die vordere Bauchwand im Bereich der Leiste. Das Herausdrücken des Darmes kann teilweise durch ein Pressmanöver oder Husten provoziert werden. Im Liegen kann der Inhalt des Bruches häufig in den Bauchraum zurückgedrängt werden. Man unterscheidet zwischen indirektem und direktem Leistenbruch. Beschwerden bei einem Leistenbruch sind meist eine sicht- und tastbare Schwellung und Schmerzen. Schmerzen treten meistens beim Anheben oder Tragen schwerer Lasten auf. Auch beim Pressen während des Stuhlgangs kann es durch die Erhöhung des Druckes im Bauchraum zu Schmerzen im Bereich der Leiste kommen. Bei einem Leistenbruch müssen jedoch keineswegs Schmerzen bestehen, oft tritt nur ein Druckgefühl im entsprechenden Bereich auf. Ein Leistenbruch sollte von einem Arzt untersucht werden. Meist ist eine operative Rückverlagerung des Darmes, der sich in dem Eingeweidebruch befindet, sinnvoll. Wird der Bruch nicht rechtzeitig operiert, kann es zur Einklemmung und zum Absterben des Darmes kommen.

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Abbildung der Arten eines Leistenbruchs

  1. Bauchfellhöhle -
    Cavitas peritonealis
  2. Baucheingeweide
  3. Bauchfell -
    Peritoneum
  4. Verklebter Bauchfellausstülpung
  5. Samenleiter -
    Ductus deferens
  6. Nebenhoden -
    Epididymis
  7. Hoden -
    Testis
  8. Seröse Hodenhülle -
    Tunica vaginalis testis
  9. Hodensack - Scrotum
  10. Leistenband -
    Ligamentum inguinale
  11. Bruchsack

    Leistenbruch - Hernia inguinalis
    Leistenbrucharten:
    a - Epigastrische Hernie
    (in Oberbauch an der Mittellinie) -
    Hernia epigastrica
    b - Nabelbruch -
    Hernia umbilicalis et paraumbilicalis
    c - Narbenbruch
    (am Ort eines vorherigen
    chirurgischen Eingriffs) -
    Hernia cicatrica
    d - Direkter Leistenbruch
    (in der Leiste nahe der
    Öffnung des Leistenkanals)
    e - Indirekter Leistenbruch
    (in der Leiste an der Öffnung
    des Leistenkanals)
    f - Schenkelbruch
    (im Oberschenkelkanal) -
    Hernia femoralis

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Woran erkennt man den Leistenpilz?

Leistenpilze wachsen, wie viele andere Pilze oder Bakterien, gerne an warmen und feuchten Stellen. Die Leiste stellt somit einen geeigneten Ort für Pilzwachstum dar. Ein Leistenpilz ist meist eine Ringelflechte und wird auch als „Tinea cruris“ oder „Tinea inguinalis“ bezeichnet. Er kommt häufig bei Männern im mittleren Alter vor. Neben der Leiste kann er auch am Oberschenkel und am Po entstehen. Schuppen in ring- oder halbmondförmigen Mustern in diesen Regionen können ein Hinweis auf ein Pilzwachstum sein. Meist tritt gleichzeitig ein Juckreiz, Rötung oder ein brennender Schmerz auf. Zudem können Bläschen am Außenrand der Rötung auffallen. Zur Mitte hin kann die Haut etwas blasser und bräunlich aussehen. Treten solche Beschwerden auf, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht und mittels eines Abstriches die genauere Art des Pilzes herausgefunden werden. Bei einem Leistenpilz sollte darauf geachtet werden, die Region möglichst trocken zu halten. Es gibt außerdem verschiedene Shampoos oder pilzhemmende Salben, mit denen das Gebiet behandelt werden kann.

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Leistenprellung

Eine Leistenprellung kann durch ein stumpfes Trauma, beispielsweise durch einen Tritt, Sturz oder Schlag im Bereich der Leiste entstehen. Meist treten in dem Gebiet Schmerzen auf, welche bei Bewegung verstärkt werden. Zudem zeigt sich häufig ein Bluterguss. Die Beschwerden können durch Kühlen gelindert werden. Außerdem ist es wichtig, die Region zu entlasten. Eventuell können Hochlagern und Druck von außen die Schmerzen ebenfalls vermindern. Zu unterscheiden ist die Leistenprellung von der Leistenzerrung, die durch Überlastung beim Sport entsteht. Bei einer schweren Prellung kann es sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen, um innere Verletzungen und Blutungen auszuschließen.

Leiste gezerrt

Eine Leistenzerrung beschreibt die Überdehnung von Muskeln der Leistenregion. In der Leiste befinden sich einige Muskelgruppen, die verantwortlich sind für Bewegungen im Rumpf und den Beine. Kräftige und schnelle Beinbewegungen, wie sie für viele Sportarten üblich sind, stellen ein Risiko für Leistenzerrungen dar.
Die Zerrung entsteht durch plötzliche Seitwärtsbewegungen, bei der es sogar zu einzelnen Muskelfaserrissen kommen kann. Je nach Ausprägung der Schädigung und des Schmerzes wird die Zerrung in drei Grade unterteilt. Betroffen ist vor allem die sogenannte „Adduktorengruppe“, die für das Heranziehen der Beine verantwortlich ist. Die Leistenzerrung kann sehr schmerzhaft sein und mit Blutergüssen einhergehen.

Sollte es zu einer Zerrung kommen, ist es wichtig einige Sofortmaßnahmen durchzuführen, um schlimmeres zu verhindern. Der Sport oder die Bewegung sollte sofort unterbrochen werden. Die Muskulatur des Beines muss durch Hochlegen entlastet und anschließend gekühlt und komprimiert werden. Durch die Kühlung und Druckausübung beugt man einem Bluterguss und einer Schwellung vor.
Liegt eine schwere, sehr schmerzhafte Zerrung vor, sollte ein Arzt entscheiden, ob eine Behandlung begonnen wird. Im Regelfall kann die langsame Heilung der Sehne durch Physiotherapie oder Wärmebehandlungen unterstützt und gefördert werden. In manchen Fällen rät der Arzt zur Einnahme bestimmter Medikamente, die den Heilungsprozess erleichtern können. Weitere Behandlungen sind in den zumeist nicht notwendig.

Damit sich die Sehne vollständig regenerieren und erholen kann, bedarf es einiger Zeit. Während dieser Zeit sollte von weiterer Dehnung des betroffenen Muskels abgesehen werden, da sich sonst die Heilung verzögert. Da die Heilungsdauer individuell unterschiedlich ist, sollte ihr Arzt unter Berücksichtigung der Schmerzen entscheiden, ab wann der Sport wieder ausgeführt werden kann. Zu oft kommt es zur eigenmächtigen Sportausübung bei nur noch schwachen Symptomen, was eine Verschlimmerung und anschließend eine deutliche Verlängerung der Heilung zur Folge hat.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserer Seite Leistenzerrung

Welcher Arzt behandelt Erkrankungen der Leiste?

Bei Beschwerden im Bereich der Leiste kann als Erstes der Hausarzt aufgesucht werden. Der Hausarzt entscheidet, was die wahrscheinlichste Ursache ist und wie der weitere Verlauf sein wird. Bei einem Leistenbruch kann eine operative Behandlung in einem chirurgischen Krankenhaus sinnvoll sein. Je nachdem, welche Beschwerden vorliegen, wird die Erkrankung in der Viszeralchirurgie, in der Urologie, in der Gynäkologie, in der Neurologie oder in der Orthopädie behandelt.

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Leiste tapen

Leistenzerrungen lassen sich gut mithilfe von Kinesiologie Tapes behandeln. Dabei handelt es sich um hochelastische Pflaster, die von außen auf die Haut geklebt werden. Das Pflaster wird dabei entlang verschiedener Muskelgruppen geklebt und soll diese bei ihrer Arbeit unterstützen und vor Überdehnung, Schwellung und Entzündung schützen. Die Elastizität bewirkt, dass es zu keiner Bewegungseinschränkung kommt. Durch jede Bewegung wird die Haut sanft massiert und der Lymph- und Blutfluss werden gefördert.

Auch bei Leistenzerrungen kann es zur Therapie oder schon bei der Ausübung des Sports zur Prävention von Verletzungen angewandt werden. Hierzu lässt es sich entlang der Adduktorenmuskeln kleben, vom inneren Oberschenkel bis zum inneren Bereich des Knies. Es sollte straff appliziert werden, jedoch ohne Zug auf das Bein. Ein Tape lässt sich in jeder Apotheke erwerben, es bedarf allerdings Erfahrung, es korrekt zu kleben.

Dehnübungen für die Leiste

Vor allem vor der Ausübung von Risikosportarten wie Fußball, Hürdenlaufen oder Skifahren sollte die Leistenregion gedehnt werden, um Zerrungen vorzubeugen. Findet der Sport in besonders kalter Umgebung statt, ist die Gefahr für Zerrungen besonders hoch. Deshalb sind die wichtigsten Präventionsmaßnahmen ein ausreichendes Aufwärmtraining inklusive Dehnen der Beinmuskulatur.
Die Adduktorengruppe wird gedehnt, indem man sich breitbeinig stellt und abwechselnd mit einem Bein in die Knie geht, bis es zu einem Zug im mittleren Oberschenkel kommt. Dafür sollte man sich genügend Zeit nehmen, um langsam und ausreichend zu dehnen. Schnelle, übereifrige Bewegungen, um einen starken Dehnungsschmerz zu provozieren, sollten unterlassen werden.
Eine weitere Dehnübung ist im freien Stand ein Bein nach hinten anzuwinkeln und mit der Hand den angewinkelten Fuß anzuziehen. Hierbei sollte ein leichter Dehnungsschmerz an der Vorderseite des Oberschenkels auftreten.
Führt man Sportarten durch, die weitere Muskelgruppen beanspruchen, so sollten diese Muskeln ebenfalls vorgedehnt werden, um durch plötzliche Bewegungen nicht zu zerren oder gar zu reißen.

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Weitere Informationen zum Thema Leiste

Weitere Informationen zum Thema Leiste finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen aus der Anatomie finden Sie unter Anatomie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.01.2018
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