Nervenentzündung

Einleitung

Eine Nervenentzündung (latein: Neuritis) beschreibt die Entzündung von peripheren Nerven oder von Hirnnerven. Ist nur ein einzelner Nerv betroffen spricht man von einer Mononeuritis, sind mehrere Nerven entzündet handelt es sich um eine Polyneuritis oder Polyneuropathie.

Die Symptome einer Nervenentzündung hängen ganz davon ab, welcher Nerv und wie stark er betroffen ist. Sie variieren zwischen Taubheitsgefühl, Hautkribbeln, Muskelschwäche oder Lähmungen bis hin zu vegetativen Ausfällen, also Organfunktionsstörungen.

Viele verschiedene Ursachen können zu einer Nervenentzündung führen, beispielsweise Infektionen, mechanische Traumata, Gifte oder allergische Reaktionen.


Ein Beispiel für die akute Polyneuritis, also eine Entzündung mehrerer Nerven, ist das Guillan-Barré-Syndrom.
Diese Krankheit ist infektiös bedingt. Man vermutet, dass der Körper nach einer durchgemachten bakteriellen oder viralen Infektion - beispielsweise des Magen-Darm- oder des Atemtrakts - Autoantikörper gegen körpereigenes Gewebe bildet, das Ähnlichkeit mit den bekämpften Viren oder Bakterien hat.

Durch die sogenannte Autoimmunreaktion wird das Myelin-Gewebe, das die Nerven umhüllt, zerstört. Dadurch wird die Erregungsleitung der Nerven gestört und es zeigen sich Funktionsverluste, die sich schließlich in Symptomen wie Empfindungsstörungen oder schlaffen Lähmungen äußern.

Bei der multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine chronische Form der Nervenentzündung. Auch hier werden die Myelinscheiden der Nerven angegriffen, allerdings im zentralen Nervensystem, also im Hirn- und Rückenmarksgewebe.

Grundsätzlich kann jeder Nerv von einer Nervenentzündung betroffen sein, weshalb es zu ganz unterschiedlichen Symptomen kommt, je nachdem, welche Funktion durch den jeweiligen Nerven nicht mehr erfüllt werden kann.
Ist beispielsweise der Gleichgewichtsnerv betroffen (Neuritis vestibularis) leidet man unter Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen. Eine Entzündung des Sehnervs (Neuritis nervi optici) äußert sich hingegen in einer Verminderung der Sehschärfe und Gesichtsfeldausfällen (also Sehverlust an bestimmten Stellen).

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Nervenentzündung. Eine häufige Ursache ist eine virale (also eine von Viren ausgelöste) Infektion, wie beispielsweise die Gürtelrose. In diesem Falle befällt das sog. Varizella-Zoster-Virus den Nerven, dieser entzündet sich und es kann zu starken Nervenschmerzen.

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Nach traumatischen Verletzungen durch einen Unfall oder Schnittverletzungen können zu einer Nervenentzündung führen.

Ebenso Toxine wie Alkohol, Medikamente oder schädliche Stoffwechselprodukte (z.B. bei Diabetes mellitus) können Nerven schädigen.

Auch sog. Kompressionssyndrome können zu einer Nervenentzündung führen. So wird ein Nerv beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall oder dem Karpaltunnelsyndrom durch Druckeinwirkungen abgedrückt. Auch Tumore können für solche Druckeinwirkungen verantwortlich sein.

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Ist die Ursache der Nervenentzündung nicht zu erkennen spricht man von einer idiopathischen Neuritis.

Symptome

Bei einer Nervenentzündung kann es zu Funktionsausfällen des jeweiligen Nerven kommen. So können die afferenten Funktionen (Leitung von Erregungen aus der Peripherie zum zentralen Nervensystem) wie das Empfinden von Berührung, Temperatur, Vibration und Schmerz und sensorische Empfindungen wie Geschmacks-, Gehör-, Geruchs- und Gleichgewichtssinn gestört sein.

Dieser Funktionsausfall äußert sich in Empfindungsstörungen (Parästhesien) wie „Kribbeln“, „Pelzigkeit“ oder „elektrisierendem Gefühl“, verminderte oder aufgehobene Schmerzempfindlichkeit, Verlust von Vibrationswahrnehmung oder verminderte Empfindlichkeit von Temperaturwahrnehmung.

Sind die efferenten Funktionen (Leitung von Signalen des ZNS an die Peripherie) eingeschränkt, arbeiten z.B. motorische Nervenfasern die zu den Skelettmuskeln führen nicht mehr richtig. Symptome sind Muskelschwäche oder Lähmungen.

Ist das vegetative/ autonome Nervensystem betroffen, ist die Informationsübertragung von den Organen zum ZNS gestört (Schmerzempfindung, chemische und mechanische Reize), ebenso wie die Regulation der glatten Muskulatur (beispielsweise im Verdauungstrakt oder den Blutgefäßen), Drüsen und Herzmuskulatur.
Typische Symptome bei Störung des autonomen Nervensystems sind Blutdruckregulationsstörungen, Herzbeschwerden oder Verstopfungen.

Diagnose

Leidet ein Patient an den oben beschriebenen Symptomen wie Empfindungsstörungen, Lähmungen, etc., kann beim Arzt-Patienten-Gespräch durch Erfragen der Umstände nach der Ursache einer Nervenentzündung gesucht werden.
Es wird nach vorausgegangenen Infektionen,Traumata, Medikamenteneinnahme etc. gefragt. Bei der neurologischen körperlichen Untersuchung werden die Symptome genau erfasst.

Eine Blutuntersuchung dient zur Suche nach eventuellen Erregern einer vorangegangen Infektion und nach Autoantikörpern, die das nervenumhüllende Gewebe schädigen können.
Außerdem können Entzündungsparameter überprüft werden.

Auch die Untersuchung des Liquors (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) kann wegweisend sein. Dieser wird mittels einer Lumbalpunktion entnommen.

Spezielle Untersuchungsmethoden

Je nach betroffenem Nerven stehen noch weitere, ganz unterschiedliche Untersuchungsmethoden zur Wahl. Bei der Entzündung des Sehnervs beispielsweise wird dieser mittels Überprüfung des Pupillenlichtreflexes untersucht, bei einem Verdacht auf eine Entzündung von Nerven am Arm wird die Muskelkraft der entsprechenden Muskeln getetestet etc.
So kann beinahe jeder Nerv des Körpers seiner Funktion nach untersucht werden.

Bildgebende Verfahren wie eine MRT können zur Diagnostik einer multiplen Sklerose (MS) genutzt werden, da sie entzündliche Stellen im Zentralen Nervensystem (ZNS) darstellen.

Durch bestimmte apparative Untersuchungen kann beispielsweise die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden.
Diese wird bei der Elektroneurographie ermittelt. Die Nervenleitgeschwindigkeit ist verlangsamt wenn die Myelinscheiden, die die Nerven umhüllen, beschädigt sind.

Durch eine Elektromyographie (EMG) wiederum, bei der die Spannung im Muskel gemessen wird, kann bei Muskelfunktionsstörungen (wie zum Beispiel einer schlaffen Lähmung) untersucht werden, ob das zugrundeliegende Problem im Muskel oder im zugehörigen Nerven liegt.

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Sind Nerven des vegetativen Nervensystems betroffen, kann es zu Störungen der autonomen Regulation von Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Verdauung kommen.
Diese Störungen äußern sich beispielsweise in Herzbeschwerden, Magenkrämpfen oder Verstopfungen. Zur Diagnostik dient hier beispielsweise das EKG (Elektrokardiogramm).

Therapie

Eine Nervenentzündung wird je nach Art und Ursache unterschiedlich behandelt.

Liegt eine Infektion zugrunde, dann können Antibiotika bzw. Virostatika helfen.

Liegt ein Kompressionssyndrom vor, wie z.B. bei einem Bandscheibenvorfall oder einem Karpaltunnelsyndrom, dann kann eventuell eine operative Therapie notwendig werden.

Allgemein können Nervenentzündungen auch mit Schmerzmitteln behandelt werden.

Auch physikalische Anwendungen wie Physiotherapie, Wärme oder Kälte und Massagen können eine Symptomlinderung herbeiführen.

Als alternative Behandlungsmethode wird auch Akupunktur angewendet.

Nervenentzündung am Kopf

Im Kopfbereich gibt es viele Nerven, die von einer Neuritis betroffen sein können.
Die Nerven, die die Haut und die Muskeln im Gesicht versorgen, werden im Unterpunkt „Gesicht“ besprochen.

Andere Hirnnerven die sich entzünden können sind beispielsweise der Sehnerv (lat: Nervus opticus). Man spricht dann von einer Optikusneuritis. Die Leitsymptome dieser Nervenentzündung sind Sehstörungen (Verschlechterung der Sehschärfe, im schlimmsten Falle Erblindung) und Schmerzen, insbesondere bei Augenbewegung.

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Je nach Ursache der Entzündung tritt die Symptomatik einseitig oder beidseitig auf. Ist sie einseitig, handelt es sich meist um eine Ausweitung einer lokalen Entzündung (z.B. Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Netzhaut des Auges) auf den Sehnerv.

Treten die Symptome an beiden Augen auf, sind die Ursachen komplexer. So kann die Optikusneuritis autoimmun bedingt sein und im Rahmen anderer Krankheiten wie der multiplen Sklerose (MS), einer Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße) oder eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) auftreten. Auch bakterielle oder virale Systemerkrankungen (Syphilis, Lyme-Borreliose), die Infektionskrankheit Toxoplasmose bei Immungeschwächten, Vergiftungen mit Alkohol, Nikotin, Blei oder Thallium oder bestimmte Medikamente können sich in einer Optikusneuritis äußern. Die Prognose der Optikusneuritis ist in der Regel gut, sie wird mit Glukokortikoidgabe behandelt.

Auch die Nerven, die für die Augenbewegung zuständig sind, können sich im Rahmen eines autoimmunen Prozesses (beispielsweise beim Guillain-Barré-Syndrom) entzünden. Daraus kann eine Okulomotoriusparese resultieren, also eine Augenmuskellähmung, bei der die Beweglichkeit des Augapfels vermindert ist. Weitere mögliche Symptome sind ein herabhängendes oberes Lid, eine starre, weite Pupille und Akkomodationsstörungen („Scharfstellen“ ist gestört).

Ist der Teil des Hör- und Gleichgewichtsnerven, der für das Gleichgewicht zuständig ist, entzündlich verändert, spricht man von einer Neuritis vestibularis. Diese kann durch eine Virusinfektion oder eine Virusreaktivierung (z.B. bei Herpesviren) zustandekommen. Eine weitere Ursache ist eine Durchblutungsstörung des Gleichgewichtsorgans. Typische Symptome sind Drehschwindel und Erbrechen.

Der Teil des Hör- und Gleichgewichtsnerven, der für das Gehör zuständig ist, kann durch von Bakterien produzierten Toxinen - z.B. bei Syphilis, Scharlach, Typhus, Diphtherie, Masern - oder anderen Stoffen (Tabak, Alkohol, Schwermetalle) beschädigt werden.

Nervenentzündung im Gesicht

Der Gesichtsnerv (Nervus facialis), der die Gesichtsmuskulatur innerviert, kann durch Infektionskrankheiten (Borreliose, Zoster oticus), mechanische Traumata (z.B. Felsenbeinfraktur), aber auch durch Hirnblutungen oder Tumore beschädigt werden. Bei Infektionen kommt es hierbei zu einer Entzündung des Gesichtsnervs. Dann kommt es zu Ausfallerscheinungen. Diese sind meistens Lähmungen der Gesichtsmuskulatur (Auge lässt sich nicht schließen, Mundwinkel hängt herab, Grimassen ziehen nicht möglich) auf der betroffenen Seite und Störungen der Geschmackswahrnehmung.

Eine andere Form der Nervenschädigung im Gesicht ist die Trigeminusneuralgie. Sie kann im Rahmen einer multiplen Sklerose auftreten, oft ist die Ursache aber unklar. Bei der Trigeminusneuralgie ist der fünfte Hirnnerv in einem Reizungszustand, der für die Patienten sehr schmerzhaft ist. Sie leiden unter plötzlich auftretenden, wenige Sekunden anhaltenden, einseitigen heftigen Schmerzen im Gesicht. Die Schmerzen treten meist entlang des Ober- oder des Unterkiefers auf, da dort zwei der drei großen Äste des Trigeminusnerven entlanglaufen.

Nervenentzündung in der Hand

Treten im Handbereich Symptome einer Nervenentzündung auf - also beispielsweise Empfindungsstörungen (Kribbeln), Muskelschwäche oder Schmerzen - dann sollte man an die Möglichkeit eines Karpaltunnelsyndroms denken. Dabei wird der Nervus medianus eingeklemmt, der Nerv, der für das Gefühl der Handfläche vom Daumen bis zur Innenseite des Ringfingers zuständig ist und der u.A. die Muskulatur des Daumenballens innerviert. Dieser kann sich bei einem Karpaltunnelsyndrom durch die gestörte Funktion des Nerven verkleinern. Zur Therapie nutzt man im Anfangsstadium Schienen und schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Bleibt die konservative Therapie erfolglos, kann eine operative Dekompression notwendig werden.

Nervenentzündung im Fuß

Zu den Nervenschädigungen, die sich am Fuß bemerkbar machen, gehört die diabetische Neuropathie. Bei Diabetikern mit schlecht eingestelltem Blutzucker werden nach längerer Zeit mit erhöhtem Blutzucker toxische Stoffwechselprodukte in das Nervengewebe eingelagert. Dadurch verlieren die Nerven ihre Funktion. Häufig beginnt diese Nervendegeneration an den Füßen und steigt symmetrisch auf. Es kommt zu Fehlstellungen der Füße und damit zu Fehlbelastungen und Wunden. Da auch die Schmerzwahrnehmung beeinträchtig ist, werden die Wunden oft zunächst nicht bemerkt. Diese Symptome werden unter dem Begriff „diabetischer Fuß“ zusammengefasst.

Eine andere Ursache für einen „diabetischen Fuß“ ist eine durch Arteriosklerose der Beingefäße bedingte Blutminderversorgung des Fußes.

Nervenentzündung im Zahn

Ein Zahnnerv kann sich entzünden, wenn durch tief reichende Karies Bakterien zum Nerven gelangen. Auch äußere Reize wie Druck (durch zu hohe Füllungen) oder Hitze (z.B. beim Bohren) können den empfindlichen Zahnnerven beschädigen. Die schmerzhafte Entzündung des Zahnnerven kann man bei früher Behandlung aufhalten, ansonsten kann der Nerv auch absterben.

Nervenentzündung an den Rippen

Typisch für eine Nervenentzündung, die sich entlang der Rippen ausbreitet, ist die Gürtelrose (Herpes zoster). Zugrunde liegt hierbei eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, der als Primärerkrankung die Windpocken (Varizellen) auslöst. Danach verbleibt das Virus jahrelang inaktiv im Körper in den Nervenknoten. Kommt es zu einer Schwächung des Immunsystems (was mit zunehmendem Alter gehäuft zutrifft), kann es zu einer erneuten Virusvermehrung kommen. Dann breiten sich die Viren entlang der Nerven wieder aus, was sich in einer Hautrötung mit oder ohne Bläschenbildung und oft starken Schmerzen an der betroffenen Stelle äußert.

Im Bereich des Stammes kommt es zu einer einseitigen gürtelförmigen Ausbreitung.

Nervenentzündung der HWS

Im Bereich der gesamten Wirbelsäule kann es zu einer Entzündung der Nervenwurzeln kommen. Eine Nervenwurzel stellt die Vereinigung von sensiblen und motorischen Nervenfasern seitlich der Wirbelsäule dar. Sie kann durch Infektionen oder Druckeinwirkungen gereizt werden. Die Nervenwurzelentzündung wird auch Radikulopathie genannt. Druckschäden können arthrotisch bedingt sein (Verknöcherung des Zwischenwirbellochs, Austrittsstelle des Rückenmarknervs aus dem Rückenmark) oder durch eine Verschiebung der Bandscheiben. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) treten Teile einer Bandscheibe in den Wirbelkanal ein und drücken auf die Nervenwurzeln. Dabei werden die Nerven, die zum Arm führen, komprimiert. In der Folge kann es zu Schmerzen kommen, die von der HWS in den Arm strahlen. Außerdem kann ein Taubheitsgefühl (v.a. in den Fingern) und Lähmungserscheinungen auftreten. In seltenen Fällen kann auch ein Tumor für die Kompression der Nervenwurzel verantwortlich sein.

Nervenentzündung im Oberschenkel

Die Haut des Oberschenkels wird sensibel von Nerven aus dem Plexus lumbalis versorgt. Ist einer dieser Nerven beschädigt, kann es zu den typischen Symptomen einer Nervenentzündung im Bereich des Oberschenkels kommen und zu Schmerzen im Oberschenkel. Meistens treten parallel auch Schmerzen an anderen Körperstellen auf. So schmerzt bei einer Läsion des Nervus genitofemoralis die obere Innenseite des Oberschenkels und es kommt zu Schmerzen in der Leiste und bei Männern der Hoden, bei Frauen die großen Schamlippen. Schmerzen im Zusammenhang mit dem Nervus ischiadicus treten auf der Rückseite des Oberschenkels auf, außerdem am Unterschenkel und/ oder am Fuß.

Ist der Nervus femoralis geschädigt kommt es Sensibilitätsausfällen an der Vorderseite des Oberschenkels. Außerdem kann es zu motorischen Ausfällen kommen, wobei die Hüfte nicht mehr gebeugt und das Knie nicht mehr gestreckt werden kann.

Bei alleinigem Oberschenkelschmerz ohne andere Symptome kann man eine Störung des Nervus obturatorius in Betracht ziehen. Hierbei kommt es zu Schmerzen im unteren Bereich der Innenseite des Oberschenkels. Mögliche Ursachen sind Kompression bzw. Beschädigung des Nerven im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls, einer Beckenfraktur oder anderer Prozesse im Becken.

Alleinige Schmerzen oder Empfindungsstörungen an der Außenseite des Oberschenkels und am vorderen oberen Darmbeinstachel können durch eine Läsion des Nervus cutaneus femoris lateralis entstehen. Dieses Krankheitsbild nennt sich Meralgia paraesthetica, bei dem der Nerv unter dem Leistenband komprimiert wird.

Nervenentzündung im Ellenbogen

Am Ellenbogen zieht ein Nerv (Nervus ulnaris) auf der Innenseite des Armes zwischen der Ellenbogenspitze und dem Knochenfortsatz des Oberarmknochens durch den sog. Kubitalkanal. Dieser Nerv innerviert einige Muskeln am Unterarm (Fingerbeugemuskulatur) und an der Hand motorisch. Außerdem innerviert er sensibel die Haut auf der Seite des kleinen Fingers an der Hand.

Wird der Nerv an der Engstelle am Ellenbogen komprimiert - beispielsweise durch langes Aufstützen des Ellenbogens, knöcherne Veränderungen oder lokale Wucherungen des Nervengewebes - kann es zum Bild eines „Ulnarisrinnensyndrom“/ „Kubitaltunnelsyndrom“ kommen. Beschwerden sind Taubheitsgefühle am vierten und fünften Finger, der Handkante und der Unterarminnenseite. Im späteren Verlauf können Schmerzen am Ellenbogen die in den Unterarm und die Hand ausstrahlen auftreten. Schließlich kann es auch zu Lähmungen der Handmuskeln kommen, die sich in Schwierigkeiten beim „Spitzgriff“ (Schreiben, Flaschenöffnen) äußern. Das Kubitaltunnelsyndrom ist mit dem Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk vergleichbar und wird auch nach dem gleichen Prinzip behandelt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.01.2018
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