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Fersensporn durchs Joggen

Definition

Der Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am hinteren Teil des Knochens der Ferse. Er wird daher auch Kalkaneussporn oder als Exostose bezeichnet. Diese Knochenneubildung kann entweder Richtung Fußsohle wachsen, dann handelt es sich um einen plantaren Fersensporn oder in Richtung Achillessehne, der dann als dorsaler Fersensporn bezeichnet wird.
Nicht immer bereitet der Fersensporn schmerzen und wird daher oftmals auch zufällig entdeckt. Bei einigen Betroffen treten allerdings sehr starke Schmerzen auf, die besonders bei Belastung und dem Gehen sehr unangenehm sein können, sodass eine Behandlung erforderlich wird.

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Ursachen

Der Fersensporn entsteht durch eine Überbeanspruchung des Fußes. Dadurch kann es zu kleineren Verletzungen und Rissen am Übergang der Sehne zum Knochen kommen. Aus den kleinen Verletzungen können Entzündungsreaktionen entstehen. Zellen des Immunsystems werden angelockt und fördern die Heilung indem sie Umbauprozesse anregen. Dadurch entstehen unter anderem aber auch kleine Verkalkungen, die schließlich zu einem Kalkaneussporn heranwachsen.
Es gibt verschiedene Risikofaktoren wie die Veranlagung oder Übergewicht, die die Entstehung eines Fersensporns begünstigen. Aus beruflich bedingtes langes Stehen oder ständiges Gehen kann eine Überbelastung der Ferse darstellen. Fehlstellungen des Fußes wie der Knick- Senk- Fuß oder der Plattfuß begünstigen ebenfalls Verletzungen an den Sehnen durch eine ungünstige Knochenführung. Eine weitere Ursache können auch unzureichende Aufwärmübungen vor sportlicher Aktivität wie zum Beispiel dem Joggen sein. Die Bänder und Sehnen des Fußes werden dann plötzlich und ohne Vordehnung stark angespannt und einer großen Kraft ausgesetzt. Dadurch können die kleinen Risse, die zur Entwicklung eines Fersensporns beitragen, entstehen. Besteht ein Fersensporn bereits, wird er durch jede weitere Belastung verstärkt. Um die Beschwerden nicht zu verschlimmern, sollte daher eine Behandlung eingeleitet werden.


Joggen als Risikofaktor

Regelmäßiges Joggen ist gesund, übt aber auch eine enorme Belastung auf den Fuß auf. Bei jedem Laufschritt wird der jeweilige Fuß einem Stoß ausgesetzt, der auch auf die umliegenden Bänder und Sehnen übertragen wird. Wer regelmäßig diesen Sport ausübt, sollte auf das richtige Schuhwerk achten und eine übermäßige Belastung vermeiden. Vor dem Laufen sollte daher die richtigen Aufwärmübungen durchgeführt werden. Sie bereiten die Muskulatur, die Sehnen und Bänder auf die bevorstehende Belastung vor. So können kleine Verletzungen und Mikrorisse vermieden werden und letztendlich auch die Entstehung eines Fersensporns verhindern. Denn besonders durch die Beanspruchung des Fußes beim Joggen werden kleine Verletzungen immer wieder hervorgerufen, die dazu beitragen, dass sich mit der Zeit ein immer größer werdender Kalkaneussporn entwickeln kann

Dieser kann schließlich so weit fortgeschritten sein, dass er besonders im Bereich der Plantarfaszie (unterer Fersensporn) oder der Achillessehne (hinterer Fersensporn) unangenehme Schmerzen verursacht.
Für den leidenschaftlichen Jogger stellt dies eine enormes Problem da, denn unter diesen Beschwerden kann unter Umständen das Joggen nicht mehr möglich sein. Schmerzen in den Fersen kann ein erstes Anzeichen für eine Überbeanspruchung sein. Deshalb sollte rechtzeitig auf den Sport verzichtet werden und eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Joggen mit Fersensporn

Betroffene mit einem Fersensporn können durchaus Joggen gehen, dennoch wird dadurch der Kalkaneussporn verschlimmert und kann schließlich zu angenehmen Beschwerden führen, die dann eine Behandlung und eventuelle auch eine operative Entfernung unumgänglich machen. Jogger mit Fersensporn sollte daher einige Maßnahmen berücksichtigen, damit ein Joggen mit bestehendem Fersensporn so lange wie möglich beschwerdefrei bleibt.

Zudem geben die richtigen Sportschuhe den nötigen Halt um Sehnen und Bänder vor Verletzungen zu schützen. In den Laufschuhen können zudem spezielle Einlagen gelegt werden. Sie polstern den Schuh zusätzlich aus und fangen die Stöße beim Laufen ab. Bei einem Fersensporn, der in Richtung Fußsohle wächst, kann eine Einlage mit einer lochartigen Aussparung genutzt werden. Weiterhin sind gelgefüllte Einlagen sehr gut um den Fuß vor Überlastung zu schützen und die empfindlichen oder auch bereits vorgeschädigten Sehnenansätze zu entlasten. Bei einem hinteren Fersensporn, der in Richtung der Achillessehen wächst, können Fersenkissen die Belastung umverteilen und zudem erneute Beschwerden vorbeugen.

Wer trotz Fersensporn joggen geht, sollte eine gute Balance zwischen Belastung und Ruhe schaffen. Dem Fuß eine Pause gönnen, ihn hochlagern und kühlen, kann das Fortschreiten eines wachsenden Fersensporns hinauszögern. Bei Schmerzen sollte unbedingt auf eine Beanspruchung verzichtet werden. Sollten die Schmerzen häufiger und schlimmer werden, ist es sinnvoll einen Arzt aufzusuchen und sich hingehend einer weiterführenden Behandlung beraten zu lassen.

Kältetherapie

Mittels Eis Packs, Kältespray oder Kryopacks können die schmerzhaften Stellen am Fuß ebenfalls behandelt werden. Auch kühlende und schmerzstillende Salben können auf den Fersensporn aufgetragen werden und zu Linderung der Beschwerden beitragen. Kälte kann zudem entzündliche Prozessen verlangsamen oder sogar auch stoppen. Nach der Kältebehandlung wird die Durchblutung angeregt. Diese fördert den Abtransport von Entzündungszellen und fördert so den Heilungsprozess.

Injektionstherapie

Bei der Behandlung eines Fersensporns kann auch die Infiltration der betroffenen Stelle mit einem lokalen Betäubungsmittel oder mit Kortison in Betracht gezogen werden. Gerade für sehr aktive Sportler bietet diese eine kurzfristige und schnelle Besserung der Beschwerden um sportlich aktiv zu bleiben. Das Lokalanästhetikum lindert die Schmerzen und verhindert eine Weiterleitung der Schmerzen über die dort liegenden Nervenendigungen. Kortison ist eine körpereigene Substanz, die sich besonders gut zur Behandlung von Entzündungen eignet. Es hemmt entzündliche Prozesse und verhindert zugleich deren Ausbreitung auf benachbartes gesundes Gewebe.

Laufbandanalyse

Wer einen Fersensporn durchs Joggen verursacht hat, wird ohne Umstellung der verusachenden Faktoren wieder einen Fersensporn durch das Joggen erleiden, sobald die Erkrankung ausgeheilt ist, da die Ursachen nicht beseitigt wurde.
Daher muss eine optimale Einstellung von Laufschuh und Lauftechnik, sowie abstellen aller Risikofaktoren wie Knie-Senk-Platt-Füße, erfolgen.
Solche Einstellungen erfolgen über eine Laufbandanalyse.

Krankheitsverlauf und Prognose

Ein einmal gebildeter Fersensporn bildet sich nicht mehr spontan von alleine zurück. Viele Menschen bemerken nicht einmal, dass sie eine Knochenneubildung im Bereich der Ferse haben, da der Kalkaneussporn nicht immer Symptome hervorruft. Wenn Maßnahmen wie schmerzlindernde Medikamente, Kryotherapie, Schuheinlagen und Dehnübungen keine Besserung zeigen, wird letztendlich eine Operation notwendig. Dabei wird der Fersensporn entfernt und die Patienten sind schon kurze Zeit nach der Operation wieder beschwerdefrei. Für sportlich sehr aktive Menschen ist eine solche Operation wohl sehr viel eher durchzuführen, weil sie durch die ständige Belastung der Ferse, wie es beim Joggen der Fall, die Entzündungen beschleunigen und schon viel früher Beschwerden auftreten. Damit sie ihre sportlichen Aktivitäten schmerzfrei fortführen können, wäre daher eine Entfernung der Knochenneubildung so früh wie möglich sinnvoll, damit die Sehnen am Fuß nicht weiterhin geschädigt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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