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Hämarthros

Definition - Was ist ein Hämarthros?

Als Hämarthros bezeichnet man in der Medizin einen Bluterguss innerhalb eines Gelenkes (Gelenkbluterguss). Im Vergleich zu einem Hämatom, welches sich überall im Körper ausbilden kann, findet man diesen im Inneren von Gelenken (Knie – oder Schultergelenk). Sichtbar wird die Ansammlung von Blut meist in Form einer Schwellung sowie in einer bläulichen Verfärbung der Haut. Der vermehrten Bildung von Blut liegt meist eine schwerwiegende Verletzung im Gelenkbereich zugrunde (z. B. Bänderriss oder Knorpelschaden im Kniegelenk). 

Lesen Sie hier auch mehr zum Thema: Gelenkschwellung im Knie

Symptomen und Schmerzen

Die Art der Symptome hängen von der Größe sowie dem Ausmaß eines Hämarthros ab. Bei einem kleinen Bluterguss kommt es lediglich zu einer geringen Gelenkschwellung sowie zu einem leichten Druckschmerz. Bildet sich ein größerer Gelenkbluterguss aus, so tritt neben einer deutlichen Schwellung zusätzlich ein sehr schmerzhafter Spannungsschmerz auf. Dieser kommt dadurch zustande, dass aufgrund der massiven Blutansammlung der Raum innerhalb des Gelenkes verkleinert wird. Somit kommt es zu einer deutlichen Verringerung der Beweglichkeit.

Schwellungen

Die Ausbildung einer Schwellung ist ein typisches, deutlich sichtbares Symptom. Durch die krankhafte, vermehrte Bildung von Blut im Gelenk sind die dort verlaufenden Venen nicht mehr in der Lage das Blut ausreichend abzutransportieren. Aufgrund dessen tritt eine Schwellung auf. Manchmal kann es zusätzlich zu einer Erwärmung der Haut kommen.

Weitere Informationen zum Thema Schwellung erfahren Sie in folgendem Artikel: Gelenkschwellungen

Behandlung bei einem Hämarthros

Bei der Behandlung steht die zeitnahe Entfernung des Blutergusses aus dem Gelenk im Vordergrund, da dieser unbehandelt entweder zu Infektionen oder zu langwierigen Folgeschäden führt. Die konservative, symptomatische Therapie besteht in Ruhigstellung, Kühlen sowie Hochlagern des betroffenen Gelenkes mit eventuell leichtem Kompressionsverband.

Zusätzlich kann eine schmerzstillende Therapie mit Schmerzmittel (Analgetika) erfolgen. Sollten Störungen in der Blutgerinnung die Ursache sein, so müssen diese genau diagnostiziert und über entsprechende Medikamente behoben werden. 

Wann muss ein Hämarthros punktiert werden?

Kann der Bluterguss trotz aller angewendeten Maßnahmen nicht von selbst ausheilen, wird eine Punktion bzw. eine Gelenkpunktion durchgeführt. Da man bei diesem Verfahren mit einer sterilen Nadel (Hohlnadel) direkt in das Gelenk hineinsticht, sollte dieser Eingriff unter absolut sterilen (keimfreien) Bedingungen erfolgen, um eine Entzündung (Infektion) des Gelenkes zu vermeiden. 

Bei der Punktion wird das Blut über die vorgeschobene Nadel abgesaugt. Somit wird der Druck innerhalb des betroffenen Gelenkes reduziert und der Patient verspürt meist eine sofortige, deutliche Linderung der Symptomatik. Das punktierte Blut kann danach im Labor auf seine Bestandteile untersucht werden, wodurch eine bakterielle Infektion ausgeschlossen werden kann. 

Informieren Sie sich auch zum Thema: Kniepunktion

Was sind die Ursachen eines Hämarthros?

Für die Entstehung eines Hämarthros können verschiedene Ursachen in Frage kommen. Oft entsteht dieser durch akute, traumatische Verletzungen von Gelenken und deren Strukturen wie z. B. bei einer schweren Knieverletzung. Auch erbliche oder chronische Erkrankungen, die zu einer Störung der Blutgerinnung führen, sind Gründe für die Ausbildung eines Gelenkblutergusses. Als Beispiel hierzu ist die Bluterkrankheit (Hämophilie) zu nennen. Dabei handelt es sich um eine erbliche Störung der Blutgerinnung, welche meistens Männer betrifft.

Weitere Informationen zu den Ursachen eines Hämarthros erfahren Sie in folgendem Artikel: Bänderverletzung am Knie

Wo kann ein Hämarthros vorkommen?

Ein Gelenkbluterguss kann grundsätzlich in allen Gelenken vorkommen. Häufig aber tritt er im Bereich von Knie – oder Schultergelenk auf, da diese beiden Gelenkarten vor allem im Alltag stark belastet werden. Unterhalb der Kniescheibe (Patella) kann ein Hämarthros zu einer sogenannten „tanzenden Patella“ („tanzende Kniescheibe“) führen. Aufgrund des sich unter der Kniescheibe ausgebildeten Blutergusses kann man diese deutlich in mehrere Richtungen verschieben bzw. auf dem Erguss „tanzen“ lassen.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema: Bluterguss im Knie

Wie lange dauert ein Hämarthros?

Kleine Ansammlungen von Blut bilden sich in der Regel durch Kühlung, Hochlagern sowie Schonung des betroffenen Gelenkes bereits nach wenigen Tagen zurück. Größere Blutergüsse sollten, unter entsprechender Behandlung und Beseitigung der Ursache, innerhalb von wenigen Wochen ausheilen. Ist dieses nicht der Fall, so können langwierige, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen die Folge sein. Zusätzlich kann es zum Untergang von gesundem Gewebe (Nekrosen) kommen, da dieses aufgrund des Hämarthros nicht mehr ausreichend versorgt wird.

Wie ist die Diagnose bei einem Hämarthros?

Neben einer gründlichen, körperlichen sowie symptomatischen Untersuchung durch den behandelnden Arzt, dient die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Darstellung von Größe und Ausmaß des Blutergusses. Zur weiteren Diagnostik sollte ein MRT (Magnetresonanztomographie) erfolgen, um vorhandene Verletzungen oder Schäden innerhalb des Gelenkes sichtbar zu machen.

Daneben kann noch ein kleines Blutbild sinnvoll sein, wodurch eine Entzündung im Gelenk als Ursache nachgewiesen werden kann. In diesem Falle sind die Entzündungsparameter im Blut des Patienten erhöht. Gleichzeitig werden über das Blutbild auch die Blutgerinnungsparameter im Labor überprüft, denn eine gestörte Blutgerinnung stellt ebenfalls eine Ursache für die Ausbildung eines Hämarthros dar.

Wie ist die Prognose eines Hämarthros?

Die Prognose richtet sich nach der Ursache. Grundsätzlich sind eine frühzeitige Diagnosestellung sowie eine adäquate Behandlung wichtig, um dauerhafte Folgeschäden des betroffenen Gelenkes zu vermeiden. In ganz seltenen Fällen muss der Hämarthros operativ entfernt werden, um eine weitere krankhafte Beeinträchtigung des Gelenkes und dessen umliegenden Strukturen zu verhindern.

Mögliche Komplikationen

Eine mögliche Komplikation ist die Arthrofibrose. Unter Arthrofibrose versteht man eine krankhafte, vermehrte Bildung von Bindegewebe (Bindegewebszellen) aufgrund von Entzündungsprozessen. Die Arthrofibrose ist eine sehr häufig auftretende Komplikation nach größeren Gelenkoperationen wie z.B. einer Knieoperation.

Durch die Zunahme von Bindegewebe bildet sich im Gelenkinneren Narbengewebe aus, welches zu einer langanhaltenden, deutlichen Bewegungseinschränkung mit oder ohne Schmerzen führt. Meistens muss dieses in einer weiteren Operation entfernt werden, um eine ausreichende Beweglichkeit wiederherzustellen.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen rund um das Thema finden Sie in folgenden Artikeln:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.08.2019
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