Gelenkschwellung

Einleitung

Eine Gelenkschwellung kann prinzipiell an jedem Gelenk auftreten und verschiedenste Ursachen haben. Die Vergrößerung des Gelenkes kann hierbei schmerzlos oder schmerzhaft auftreten und ist oft bereits von außen sichtbar.

Test Kapselriss

Leiden Sie womöglich an einem Kapselriss? Finden Sie heraus, ob bei Ihnen ein Kapselriss vorliegt und wie stark er ausgeprägt ist. 
Beantworten Sie dazu 8 kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Kapselriss

Ursachen

Ein häufiger Grund für eine Gelenkschwellung ist ein Trauma im Sinne einer Verletzung, wie sie typischerweise im Rahmen von Sportunfällen auftritt. Oft sind Muskeltraumen ursächlich. Da jeder Muskel bzw. jede Sehne an einem Knochen und somit häufig an einem Gelenk ansetzt, kann eine Zerrung oder ein Riss in der Muskulatur ein Anschwellen des Gelenkes verursachen. Aber auch die Verletzung der Gelenkstrukturen an sich kann zu einer Gelenkschwellung führen. Hierbei sind Prellungen und Kapselrisse zu nennen, die sich der Betroffene bei einem Trauma zuzieht. Bei häufigen Sportverletzungen wie einem Meniskus-oder Kreuzbandriss kommt es ebenfalls in vielen Fällen zur Gelenkschwellung. Schließlich kann auch die Schädigung knöcherner Strukturen zu einer Gelenkschwellung führen. Durch winzig kleine Risse wird eine Entzündungsreaktion verursacht, infolge derer sich im Gelenkspalt vermehrt Flüssigkeit sammelt. Bei den genannten Verletzungen ist es also sowohl möglich, dass eine Ergussbildung zum Anschwellen des Gelenkes führt, als auch dass ein Gefäß im Gelenk reißt und es so zur Ansammlung von Blut im Gelenk kommt.

Symptome

Welche Symptome im Rahmen einer Gelenkschwellung auftreten, hängt von der Ursache der Schwellung ab. Grundsätzlich kann eine Gelenkschwellung schmerzhaft oder schmerzlos auftreten und von verschiedenen Symptomen begleitet werden. Je nach Gelenk und Ausprägung des Ergusses kann die Schwellung bereits von außen sichtbar sein. Liegt eine Entzündung vor, so kann es neben der Schwellung zu Rötung, Überwärmung und Fieber kommen. Liegt eine traumatische Ursache zugrunde, so kann es je nach betroffener Struktur zu deutlichen Bewegungseinschränkungen oder einer abnormen Beweglichkeit kommen.

Gelenkschwellungen ohne Schmerzen/ mit Schmerzen

Eine Gelenkschwellung kann mit starken Schmerzen einhergehen oder vollkommen schmerzlos verlaufen. Die Schmerzen können zudem permanent vorhanden sein oder nur bei Bewegung des Gelenkes bzw. bei Belastung auftreten (z.B. beim Kniegelenk beim Laufen/Stehen). Ob Schmerzen vorhanden sind oder nicht, kann einen Hinweis auf die Ursache der Gelenkschwellung geben. So treten im Rahmen einer Entzündung oder eines Traumas meist Schmerzen auf, doch auch rheumatische Erkrankungen oder eine Arthrose können mit Schmerzen unterschiedlicher Intensität einhergehen.

Therapie

Da eine Gelenkschwellung lediglich ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung ist, richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache. Ist die Gelenkschwellung auf dem Boden eines Traumas entstanden, so hilft es oft, das Gelenk zu schonen und z.B. das betroffene Knie/Sprunggelenk hochzulegen. Sport-oder Schmerzsalben, die häufig Voltaren als Wirkstoff enthalten, wirken Schmerzen und weiterem Anschwellen entgegen. Auch eine Kühlung kann in diesen Fällen sinnvoll sein. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, um knöcherne Schäden am Gelenk auszuschließen, die ansonsten zu bleibenden Schäden führen können.

Liegt die Ursache des geschwollenen Gelenkes in chronischen Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder einer Arthrose, so sollten diese zugrunde liegenden Krankheiten behandelt werden. Je nach Stadium der Erkrankung stehen Medikamente zur Verfügung oder es kann mit Physiotherapie und bestimmten Übungen zur Entlastung gearbeitet werden. In späteren Stadien können eine operative Therapie und ein Gelenkersatz nötig werden.

Lokalisierung der Gelenkschwellung

Gelenkschwellungen am Finger

Schwellungen an den Fingergelenken können verschiedene Ursachen haben. Eine häufige Ursache für Gelenkschwellungen der Finger ist die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, umgangssprachlich oft „Rheuma“). Hierbei sind vor allem die Grund-und Mittelgelenke der Finger betroffen, die dann prallelastisch geschwollen und überwärmt sind. Richtungsweisend ist ein beidseitiger, häufig symmetrischer Befall der Fingergelenke, bei dem die Beschwerden mehr als 6 Wochen anhalten.

Desweiteren können geschwollene Fingergelenke im Rahmen einer reaktiven Arthritis einige Wochen nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien (z.B. Darmbakterien wie Salmonellen, Shigellen) auftreten.

Eine Arthrose kann neben großen Gelenken wie dem Knie oder der Hüfte auch die Finger-und Handgelenke befallen, man spricht von einer Polyarthrose. An den Fingermittel-und Endgelenken kommt es zur Bildung harter Knötchen, die nicht mit Rheuma-Knoten verwechselt werden dürfen. Ebenfalls denkbar als Ursache ist ein Gichtanfall, dieser manifestiert sich typischerweise am Großzehengrundgelenk, kann aber ebenso Finger-und Handgelenke befallen. Auch ein Überbein (Ganglion), ein gutartiger Weichteiltumor an der Hand, kann eine lokalisierte Schwellung verursachen. Je nachdem welche Strukturen von dem Überbein komprimiert werden, kann es zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Missempfindungen (Kribbeln) kommen.

Gelenkschwellungen am Knie

Da die beiden Kniegelenke fast das gesamte Körpergewicht tragen, sind sie einer großen Belastung ausgesetzt. Häufig ist dies der Grund für eine Schwellung des Kniegelenkes. Langes Stehen oder bestimmte Sportarten wie Laufen oder Springen, aber auch Übergewicht führen zu einer Überlastung der Strukturen. Dabei können sowohl die knöchernen Strukturen, als auch das umliegende Weichgewebe mitsamt Sehnen, Bänder und Knorpel geschädigt werden. Durch winzig kleine Risse wird eine Entzündungsreaktion verursacht, infolge derer sich im Gelenkspalt vermehrt Flüssigkeit sammelt. In der Folge kommt es zur Gelenkschwellung, die häufig bereits von außen sichtbar ist.

Ähnlich wird die Gelenkschwellung bei der rheumatoiden Arthritis („Rheuma“) verursacht, wobei die Entzündung hier autoimmun bedingt ist. Liegt ein Erguss vor, so ist in der Regel das gesamte Gelenk geschwollen und fühlt sich weich an, die Kniescheibe ist übermäßig verschiebbar. Auch eine Schleimbeutelentzündung am Knie (Bursitis) kann eine Schwellung hervorrufen. Daneben können Traumen wie ein Bänderriss oder Knochenbrüche Schwellungen am Knie hervorrufen. In diesem Fall ist der Erguss häufig blutig, worauf auch ein Bluterguss (Hämatom) um das Knie hindeutet. Auch Verschleißprozesse im Rahmen einer Osteoporose oder einer Arthrose können zur Gelenkschwellung am Knie führen. Ebenso kann es im Rahmen einer Gicht (Stoffwechselerkrankung, bei der sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern) zu Gelenkschwellungen kommen.

Gelenkschwellungen an der Hand

Eine Schwellung des Handgelenkes kann Folge einer Handgelenkfraktur sein, die die häufigste Fraktur beim Erwachsenen darstellt. Bei einer entsprechenden Anamnese (Unfallhergang, z.B. Sturz) sollte ein Röntgenbild zum Ausschluss einer Fraktur angefertigt werden. Desweiteren kann auch das Handgelenk befallen sein von chronischen Krankheiten wie Arthrose, chronischer Polyarthritis, Gicht oder reaktiver Arthritis. Desweiteren kommen ein Karpaltunnelsyndrom und verschiedene Sehnenscheidenerkrankungen (z.B. Tendovaginitis stenosans) oder Bindegewebsveränderungen als Ursache einer Handgelenksschwellung in Frage.

Test zum allgemeinen Arthro­se­risi­ko

Wie hoch ist Ihr Risiko an einer Arthrose zu erkranken beziehungsweise wie weit ist ihre Arthrose bereits fortgeschritten?
Beantworten Sie dazu 30 kurze Fragen und erfahren Sie die beste Therapie für Ihr Arthrosestadium.
Hier geht´s direkt zum Test für Arthrose

Gelenkschwellungen in den Wechseljahren

Zu den häufigen Beschwerden in den Wechseljahren gehören Gelenkbeschwerden. Schuld daran sind die sich ändernden Konzentrationen an weiblichen Geschlechtshormonen. Während der Schwangerschaft sorgen diese dafür, dass das Bindegewebe lockerer wird, wohingegen sie in den Wechseljahren für härter werdende Gelenkhäute verantwortlich sind. Durch erhöhte Konzentrationen an bestimmten Botenstoffen kann es zudem zu entzündungsähnlichen Symptomen kommen. Neben einem Erguss, der zur Schwellung des Gelenkes führt, treten vor allem Schmerzen auf und die Bewegungsfähigkeit ist oft deutlich eingeschränkt. Jedoch lassen sich nicht alle Gelenkbeschwerden, die während der Wechseljahre auftreten, auf schwankende Hormonkonzentrationen zurückführen. Vor allem wenn die Beschwerden sehr stark sind und länger anhalten, die Gelenke gerötet und überwärmt scheinen und sich Knoten und Verformungen bilden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Wechseljahre sind nämlich häufig auch das Alter, indem chronische Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Rheuma zum ersten Mal symptomatisch werden.

Rheuma

Die rheumatoide Arthritis (umgangssprachlich „Rheuma“) ist eine chronische, autoimmunbedingte Erkrankung der Gelenkschleimhäute, Sehnenscheiden und Schleimbeutel. Die Erkrankung verläuft typischerweise schubweise, wobei es im Verlauf zur Zerstörung der betroffenen Gelenke kommt. Durch eine fehlgesteuerte Immunreaktion kommt es zur Entzündung der Gelenkschleimhaut, welche sämtliche Gelenke auskleidet. Diese verdickt sich in der Folge und produziert vermehrt Gelenkflüssigkeit, es kommt zum Gelenkerguss. Die resultierende Gelenkschwellung ist meist sehr schmerzhaft und hat eine Überdehnung der Gelenkkapsel und Bandapparate zur Folge, die Gelenke werden instabil. Durch die Ausbreitung der Entzündung auf Gelenkknorpel und knöcherne Gelenkpartner kommt es nach und nach zur Deformierung der Gelenke. Neben der Gelenkschwellung ist eine Druckschmerzhaftigkeit und Überwärmung der Gelenke charakteristisch. Am häufigsten ist der Befall von Finger-, Hand-, Ellenbogen-, Schulter-, Knie-, Sprung- und Zehengelenken, der häufig symmetrisch auftritt. Theoretisch können jedoch alle Gelenke, einschließlich der Wirbelsäule, von der rheumatoiden Arthritis befallen sein. Ungefähr ein Drittel der Patienten hat sogenannte Rheumaknoten, kleine Knötchen im Bereich von Knochenvorsprüngen (z.B. an der Hand). Im Verlauf der Rheuma-Schübe können desweiteren allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit auftreten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Rheuma

Rheumatest

Leiden Sie an Rheuma? Und wie kann Rheuma am besten behandelt werden?
Testen Sie sich online und erfahren Sie Ihr Risiko. Beantworten Sie dazu 20 kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Rheuma

Reaktive Arthritis durch Salmonellen/ Shigellen/ Borrelien/ Campylobacter

Die reaktive Arthritis ist ein Krankheitsbild, bei dem es als Reaktion auf eine Infektion mit bestimmten Bakterien zur Gelenkentzündung kommt. Die Infektion kann hierbei beispielsweise den Darm betreffen und spielt sich nicht im betroffenen Gelenk ab, sodass dort auch keine Erreger nachweisbar sind. Bakterien, die eine solche reaktive Arthritis auslösen können, sind häufig Salmonellen oder Shigellen, die den Magen-Darm-Trakt befallen und Brech-Durchfälle auslösen. Campylobacter ist ein verbreiteter Magen-Darm-Keim, der ebenfalls als Auslöser einer reaktiven Arthritis gilt. Aber auch die von Zecken übertragenen Borrelien, die die Lyme-Borreliose auslösen können, können eine Arthritis verursachen. Arthritiden, die durch vorangegangene Darminfektionen durch Shigellen, Salmonellen oder Campylobacter ausgelöst werden, tragen den Namen Eigennamen „Reiter-Syndrom“ oder „Morbus Reiter“. Die Gelenkbeschwerden treten hierbei in 2-3% der Fälle etwa 2-6 Wochen nach der Darminfektion auf.

Die drei Hauptsymptome des Reiter-Syndroms (Reiter-Trias) sind neben der Arthritis eine Konjunktivitis oder Iritis (Bindehautentzündung oder Iris-Entzündung) und eine Urethritis (Harnröhrenentzündung). Häufig sind die Knie-und Sprunggelenke betroffen, seltener können auch Zehen-, Hand- oder Fingergelenke betroffen sein. Die Diagnosestellung erfolgt anhand der typischen Anamnese (vorausgegangener Infekt) und typischen Symptomkonstellation, sowie einem wegweisenden Labor. Ist noch ein Infekt nachweisbar, so wird dieser mit Antibiotika therapiert. Ansonsten ist eine symptomatische Therapie mit NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac meist gut wirksam. Bei schwereren Verläufen und einem Befall des Innenauges können Glukokortikoide zum Einsatz kommen. Ca. 80% der Verläufe heilen nach einem Jahr aus, bei schwereren Verläufen und bestimmtem Merkmalen im Blut (dem Nachweis bestimmter Antigene) kommt es häufiger zur Chronifizierung.

Weitere Informationen zum Thema Arthritis finden Sie hier

Test Finger­arthro­se

Leiden Sie an Schmerzen und Schwellungen der Finger? Haben Sie eine Fingerarthrose?
Beantworten Sie dazu 20 kurze Fragen und erfahren Sie mehr über mögliche Ursachen, sowie Therapiemöglichkeiten der Fingerarthrose.
Hier geht`s direkt zum Test Fingerarthrose

Weitere Informationen

Diese Themen könnten Sie ebenfalls interessieren