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Hausmittel bei einer Magen-Darm-Grippe

Einleitung

Die typische saisonale Magen-Darm-Grippe bezeichnet in den meisten Fällen eine Entzündung des Gastrointestinaltraktes, die wenig mit den eigentlichen Grippeerregern zu tun hat, sondern durch verschiedenste Bakterien und Viren ausgelöst wird.

Die Magen-Darm-Grippe kann heftig und plötzlich mit schweren Durchfällen und Erbrechen auftreten und somit akut für geschwächte Personen, Alte und Kinder eine Gefahr darstellen.

Ebenso klingt die Symptomatik in den allermeisten Fällen von selbst innerhalb weniger Tage ab. Normalerweise besiegt der Körper die Infektion innerhalb von maximal einer Woche selbst. In dieser Heilungsphase kann der Körper durch verschiedene Hausmittel unterstützt werden, Medikamente hingegen sind nur sehr selten von Nöten.
Der Sinn der Hausmittel besteht darin, die Hilfe nicht in der Apotheke suchen zu müssen, sondern bestenfalls bereits in der Küche zu finden.

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Welche Hausmittel können helfen?

Die verschiedenen Hausmittel greifen an diversen Stellen des Körpers an und helfen dabei, die Symptome der Magen-Darm-Grippe zu lindern. So soll die Zeit bis zur Heilungsphase angenehm überstanden werden können. Die Hausmittel selbst helfen kaum dabei, die Erreger zu eliminieren. Die teilweise schwerwiegenden Begleitsymptome können jedoch auf ein Minimum reduziert werden.

Die Mittel können dabei herkömmliche Lebensmittel oder Wirkstoffe sein. So zum Beispiel Aktivkohle oder Heilerde. Die meisten Hausmittel gegen die Magen-Darm-Grippe werden gegen den starken Durchfall und die Übelkeit eingesetzt. Der Durchfall lässt sich mit verschiedenen Mitteln sehr gut behandeln, zum Beispiel durch Pektine, Heilerde, Aktivkohle oder Quellmittel. Auch das Erbrechen kann mit Hausmitteln angegangen werden. Dieses kann vor allem durch Trinken größerer Mengen an Wasser oder Tees, die zusätzlich beruhigend auf die Magenschleimhaut wirken, erreicht werden.

Andere Hausmittel können sich gegen Bauchkrämpfe, hohes Fieber oder Elektrolytverluste richten.

Auch Mittel zur Prophylaxe von Magen-Darm-Grippen in kalten Jahreszeiten können im Haus gefunden werden. Die wichtigsten Hausmittel gegen die verschiedenen Symptome werden in den folgenden Abschnitten näher beschrieben.

Lesen Sie hierzu auch: Medikamente gegen Erbrechen

Pektine

Pektine sind eine Form von Zucker, die in diversen Obstsorten vorkommen. Besonders im Apfel befinden sich viele Pektine aber auch in Bananen, Zitrusfrüchten, Aprikosen oder Karotten.
Die Pektine gelten als sogenannte „Absorptionsmittel“. Die Idee besteht darin, dass die Pektine die Giftstoffe in der Darmwand absorbieren und dem Körper damit bei der Bekämpfung helfen.
Durch ihr Vorkommen in vielen Lebensmitteln werden sie gerne als Hausmittel bei der Magen-Darm-Grippe eingesetzt.

In Apotheken lassen sich teilweise hochkonzentrierte Pektinpräparate erwerben.

Heilerde

Bei der Heilerde handelt es sich, wie der Name vermuten lässt, um eine Art Sand.
Dieser bildet auf der Darmwand durch seine feinen Körner eine große Oberfläche und soll dort ähnlich wie die Pektine die Giftstoffe, Bakterien und Viren umhüllen, absorbieren und damit beseitigen.

Heilerde lässt sich im Internet, in diversen Supermärkten aber auch in der Apotheke erwerben. Diese wird anschließend je nach empfohlener Dosierung in Wasser verrührt und getrunken. Die genaue Wirkung der Heilerde ist unter Wissenschaftlern umstritten.

Aktivkohle

Die Aktivkohle stellt eines der beliebtesten Hausmittel in der Behandlung der Magen-Darm-Grippe dar.
Sie ist jedoch weniger ein typisches Hausmittel, als ein häufig eingesetztes naturheilkundliches Medikament. Die natürliche Aktivkohle kommt vor allem bei Vergiftungen medizinisch zum Einsatz.

Sie besteht aus verbrannten Substanzen, die in Tablettenform gepresst werden und in der Apotheke erstanden werden können. Nach dem Schlucken der Tablette breitet sich die Aktivkohle rasch auf der Darmwand aus und bindet diverse Giftstoffe, bevor sie weiter in den Körper aufgenommen werden können.

In der Akuttherapie der Vergiftung stellt sie ein enorm wichtiges Medikament dar. Als Hausmittel gegen die Magen-Darm-Grippe wirkt sie nur bedingt. Insbesondere bei Bakterien, die ihrerseits Gifte freisetzen, zum Beispiel bestimmte Sorten der E.coli-Darmbakterien, kann die Aktivkohle ihre Wirkung entfalten.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Bakterien im Darm

Magen-Darm-Tee

Magen-Darm-Tee stellt das wohl am häufigsten eingesetzte Hausmittel bei grippalen Infekten und Magen-Darm-Entzündungen dar.
Es erfüllt gleichzeitig mehrere symptomlindernde Funktionen.

Zum einen können einige Tassen Tee am Tag den Wassermangel ausgleichen, der bei lang anhaltendem Durchfall und Erbrechen zwangsläufig auftritt.
Versetzt mit Zucker kann der Tee auch verlorene Energie und Kohlenhydrate liefern.
Zusätzlich haben einige Teesorten eine lindernde Wirkung auf die gereizte Magen-Darm-Schleimhaut.

Hierzu zählen insbesondere Kamillen- und Fencheltee. Wärme und Inhaltsstoffe der Kräuter können die gereizte Schleimhaut beruhigen, das Erbrechen verringern und ermöglichen, dass der Appetit auf feste Lebensmittel zurückkehrt und diese auch verdaut werden können.

Zusätzlich hat der typische Magen-Darm-Tee eine entzündungshemmende Wirkung. Die gesamte Entzündung im Magen-Darm-Trakt wird dadurch verringert, wodurch sich Erbrechen und Durchfall weiter reduzieren.

Cola und Salzstangen

Cola und Salzstangen stellen ein sehr beliebtes, altes Hausmittel bei Übelkeit und Erbrechen dar, welches jedoch nur als bedingt sinnvoll einzustufen ist.
Die Cola soll gegen den Flüssigkeitsverlust helfen und durch ihren hohen Zuckergehalt dem Körper Energie liefern.
Die Salzstangen hingegen sollen den Verlusten des Elektrolythaushaltes entgegenwirken und diese in ein Gleichgewicht bringen.

Bei leichten Beschwerden sind diese beiden Hausmittel besser als ein gänzlicher Verzicht auf Lebensmittel. Bei stärkeren Beschwerden sollte man sich jedoch keinesfalls gänzlich auf Cola und Salzstangen verlassen. Die Salzstangen liefern zwar eine kleine Menge an Natrium, jedoch kein Kalium, welches ebenso benötigt wird und bei schweren Durchfällen dringend dem Körper zugeführt werden muss.
Die Cola gibt dem Körper zwar Flüssigkeit, reizt durch ihre Säure und den Koffeingehalt jedoch zusätzlich die Magenschleimhaut und kann die Übelkeit verstärken. Somit muss der Einsatz dieser Hausmittel vom Ausmaß der Beschwerden abhängig gemacht werden.

Apfel

Apfel kann in mehrfacher Hinsicht gegen eine Magen-Darm-Grippe wirken. Äpfel können dem Körper während der symptomreichen Phase der Grippe, insofern sie nicht erbrochen werden, wichtige Vitamine und Energie liefern.
Auch enthält der Apfel eine hohe Menge an Pektinen, denen bei der Magen-Darm-Grippe wichtige Funktionen zukommen. Sie gelten als Absorptionsmittel und sollen die schädlichen Viren oder Toxine in der Darmschleimhaut binden.

Bei einer sehr gereizten Magenschleimhaut kann ein saurer Apfel jedoch die Übelkeit auch verschlechtern.

Ingwerwurzel

Ingwer stellt ein beliebtes Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit mit Erbrechen dar.
Der Ingwer besitzt eine antibakterielle und antivirale aber auch eine allgemein entzündungshemmende Wirkung.

Ingwer kann ebenfalls Erbrechen und Übelkeit reduzieren durch eine brechreizhemmende Wirkung. Viele Personen jedoch mögen puren Ingwer von der Knolle nicht, weshalb es Ingwer auch in Apotheken in Form von Tabletten zu erwerben gibt. Beide Varianten helfen jedoch gleichermaßen.

Salbei

Der Salbei besitzt entzündungshemmende Wirkungen an Schleimhäuten des Verdauungstraktes.
Dabei hilft er vor allem gegen die Übelkeit und Magenschmerzen im Rahmen der Magen-Darm-Grippe. Auch gegen das Reizmagensyndrom und das Reizdarmsyndrom hilft die beruhigende Wirkung des Salbeis.

Salbei kann dabei pur, in Teeform oder als Pastille oder Tablette eingenommen werden und auch schon bei Kindern eingesetzt werden.

Fenchel

Auch Fenchel kann in purer Form, als Pastille oder als Tee gegen die Symptome der Magen-Darm-Grippe wirken.
Insbesondere starke Entzündungssymptome im Magen-Darm-Trakt wie die Magenschmerzen, Übelkeit und der Durchfall können durch Fenchel gelindert werden.

Kamille

Kamille in Teeform stellt eines der häufigsten im Haushalt verfügbaren Mittel dar.
Der Kamillentee hat ebenso wie Salbei, Ingwer, Fenchel und Brennessel entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale und brechreizhemmende Wirkungen.
Mehrere Tassen Tee am Tag helfen zusätzlich, den Wasserhaushalt des Körpers zu erneuern und wirken damit weiteren Symptomen der Magen-Darm-Grippe entgegen.

Wann sollte ich meine Magen-Darm-Grippe nicht mit Hausmitteln behandeln?

Bei der Magen-Darm-Grippe muss individuell der eigene Gesundheitszustand abgeschätzt werden. Eine herkömmliche Magen-Darm-Grippe lässt nach 3-5 Tagen von selbst nach.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Dauer einer Magen-Darm-Grippe

Währenddessen können zwar Erbrechen und Durchfall auftreten, jedoch sollte der Kreislauf permanent stabil bleiben. Auch wenn es schwerfällt, sollten während der Grippe durchgängig kleine Mengen an Flüssigkeit und fester Nahrung zugeführt werden. Sonst kann ein Kreislaufkollaps begünstigt entstehen.
Bei Schwächeanfallen, unkontrollierbarem Wasserverlust oder extremen Schmerzen darf die Magen-Darm-Grippe keinesfalls weiterhin auf eigene Faust mit Hausmitteln therapiert werden.

Auch wenn die Symptome länger als 5 Tage andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In diesen Fällen muss rechtzeitig die eigene Vernunft einsetzen, um festzustellen, dass eine Eigenbehandlung nicht ausreichend ist.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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