Schiene zur Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms

Einleitung

Ein Karpaltunnelsyndrom verursacht bei den meisten Menschen leichte oder mittelstarke Beschwerden, die nicht dauerhaft vorhanden sind sondern kommen und gehen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Handgelenkschiene zu tragen und bestimmte Belastungen zu vermeiden.

Sind die Beschwerden nur leicht, kann für einige Wochen eine Schiene getragen werden, wodurch das Handgelenk ruhig gehalten wird und geschont wird. Die Schiene hält das Handgelenk in einer mittleren Position, sodass das Handgelenk nicht abknicken kann.

Anstelle einer Handgelenksschiene kann auch ein Stützverband getragen werden.

Innerhalb weniger Wochen kann das Tragen einer Schiene bei einem Karpaltunnelsyndrom Erleichterung verschaffen. Allerdings helfen die Schienen oft nur vorübergehend, da die Ursache für das Karpaltunnelsyndrom dadurch nicht behoben wird und die Beschwerden kehren nach einiger Zeit zurück.

Symptome beim Karpaltunnelsyndrom

Ein Karpaltunnelsyndrom äußert sich in der Regel durch Kribbeln, Schmerzen oder Taubheitsgefühlen in der Hand. Die Beschwerden können am Handgelenk auftreten, in einzelnen Fingern wahrgenommen werden aber auch die gesamte Hand kann von den Symptomen betroffen sein.

Charakteristisch ist ein Schmerz auslösbar, wenn der Bereich über dem Karpaltunnel beklopft wird.

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Ursachen eines Karpaltunnelsyndroms

Die Ursache für ein Karpaltunnelsyndrom ist eine Einengung des sogenannten Mittelnerven (Nervus medianus), der durch den Karpaltunnel im Handgelenk verläuft. Der „Karpaltunnel“ ist eine von Bindegewebe umschlossene Röhre am Handgelenk auf der Unterarmseite zur Handflächenseite.

Verschiedene Auslöser wie eine Schwangerschaft, bestimmte manuelle Arbeit, Knochenbrüche oder andere Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Schildrüsenunterfunktionen (Hypothyreose) können Druck auf den Karpaltunnel auslösen, was Druck auf den Mittelnerven ausübt, wodurch die typischen Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms ausgelöst werden.

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Therapie des Karpaltunnelsyndroms

Vor allem im Anfangsstadium und bei leichten Beschwerden wird meist eine konservative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms gewählt. Dazu gehört das Tragen einer Handgelenkschiene oder von Stützverbänden, schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente oder eine Kälte- oder Wärmetherapie.

In manchen Fällen kann das Injizieren von Kortikoiden in den Karpaltunnel sinnvoll sein.

Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei wird das Band, was den Karpaltunnel zur Hohlhand hin begrenzt, durchtrennt, was zu einer Druckentlastung des Mittelnerven führt. Wenn das Karpaltunnelsyndrom noch nicht zu lange bestanden hat, erholt sich der Nerv in der Folge, nur selten bleiben Beschwerden zurück oder muss ein erneuter operativer Eingriff erfolgen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Karpaltunnelsyndrom Operation, Therapie eines Karpaltunnelsyndroms

Schiene nach der Operation

Für wenige Tage nach der Operation eines Karpaltunnelsyndroms wird ein Watteverband oder ein leichter Kompressionsverband am Handgelenk angelegt, damit die Operationswunde heilen kann und es nicht zu Nachblutungen kommt. Bei Bedarf kommen nach der Operation schmerzlindernde Medikamente oder Kältepads zum Einsatz.

Ob eine Schiene nach der OP getragen werden muss, ist meist eine individuelle Entscheidung und hängt auch vom Operationsverlauf und der Art und Dauer des Karpaltunnelsyndroms ab.

Wichtig sind selbstständige Bewegungsübungen der Finger bereits ab dem ersten postoperativen Tag. Ohne oder nur mit geringer Belastung sollten die Finger funktionell behandelt werden, um einer Fingersteife und einer Wassereinlagerung in der Hand vorzubeugen.

Wenn keine Hangelenksschiene nach OP getragen werden muss und frühzeitig mit den Übungen begonnen wird, ist in den meisten Fällen die Hand schon sehr früh wieder gebrauchsfähig im täglichen Leben und im Beruf.

Wann sollte die Schiene getragen werden?

Vor allem nachts sind die Beschwerden bei einem Karpaltunnelsyndrom besonders stark ausgeprägt, weil das Handgelenk im Schlaf häufig abknickt, was den Druck auf den Karpaltunnel und den Mittelnerv verstärkt. Eine Schiene, die nachts getragen wird, verhindert dieses Abknicken und lindert die Beschwerden.

Tagsüber sollte die Schiene nicht getragen werden, vielmehr ist es wichtig, das Handgelenk tagsüber ganz normal zu bewegen. Sonst kann es zu einer Versteifung des Gelenks kommen und die Muskeln von Unterarm und Hand werden schwächer, was nicht passieren sollte.

Außerdem sollten tagsüber übermäßige Anstrengungen der Hände vermieden werden. Insbesondere Tätigkeiten, bei denen die Handgelenke längere Zeit gestreckt oder gebeugt sind, sollten vermieden werden (z.B. Fahrradfahren).

Dauer

Eine Handgelenksschiene kann eine gute Lösung zur Linderung der Beschwerden beim Karpaltunnelsyndrom sein. Vor allem bei leichten Beschwerden kann das nächtliche Tragen einer Schiene die Symptome verringern und die Heilung beschleunigen. Dabei sollte die Schiene solange nachts getragen werden, wie das Karpaltunnelsyndrom Beschwerden verursacht.

In manchen Fällen kommt es nach einigen Wochen zu einer Besserung, dann kann die Schiene weggelassen werden. Bleiben die Beschwerden trotz Tragen der Schiene bestehen, sollte erneut ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Wie lange eine Schiene nach einem operativen Eingriff am Karpaltunnel getragen werden sollte, wird meist individuell mit dem behandelnden Arzt abgesprochen. Meist überschreitet die Zeit, in der die Schiene nach OP getragen werden soll, wenige Tage bis Wochen nicht.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.12.2017
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