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Keppra®

Definition

Keppra® ist der Handelsname von dem Arzneimittel Levetiracetam. Dabei handelt es sich um einen Arzneistoff aus der Gruppe der Antiepileptika. Es wird zur Behandlung, insbesondere zur Verhinderung von epileptischen Anfällen verwendet.

Zulassung

Keppra® enthält eine Wirksubstanz und wird daher als Monotherapie zur Behandlung von fokalen Anfällen ab einem Alter von 16 Jahren eingesetzt. Als zusätzliches Medikament darf diese Wirksubstanz auch schon ab einem Alter von einem Monat verabreicht werden. Weiterhin wird es angewendet bei der Behandlung von myoklonischen Anfällen bei Patienten mit jugendlicher myoklonischer Epilepsie. Auch generalisierte tonisch- klonische Anfälle bei Patienten ab 12 Jahren können mit dem Medikament behandelt werden.

Wirkstoff

Der Wirkstoff Levetiracetam bindet an den Synapsen an ein bestimmtes Vesikelprotein. In den Vesikeln, die sich in der präsynaptischen Endigung befinden, sind verschiedene Neurotransmitter gespeichert. Nachdem das Medikament nun an das Vesikelprotein gebunden hat, verschmelzen viel mehr Vesikel mit der Membran der Synapse und geben den Neurotransmitter GABA in den synaptischen Spalt ab. GABA bindet schließlich an der postsynaptischen Membran an spezifische GABA- Rezeptoren. GABA bewirkt eine Öffnung eines Chloridionenkanals, durch den dann Chloridionen in die Postsynapse strömen. Die Chloridionen üben eine inhibitorische Wirkung aus, sodass die Weiterleitung von Erregungen gestoppt wird. Die Nervenleitgeschwindigkeit wird herabgesetzt und dadurch wird auch die Auslösung von epileptischen Anfällen verhindert.

Dosis

Keppra® werden meistens als Filmtabletten eingenommen. Dabei können sie unabhängig von der Nahrung eingenommen werden. Zur Prophylaxe und Vermeidung von Anfällen wird den Patienten eine Tagesdosis empfohlen, die auf zwei gleichgroßen Dosen am Tag verteilt wird. Dieses Medikament sollte immer genau nach Anordnung des behandelnden Arztes eingenommen werden. Da es sich hierbei um ein Arzneimittel und Langzeittherapie handelt, sollte es auch so lange wie es mit dem Arzt abgesprochen ist, eingenommen werden. Demnach sollte der Patient auch nicht aus eigener Entscheidung heraus das Medikament absetzen. Das Medikament sollte im besten Fall schrittweise (schleichend) wieder reduziert werden, denn sonst können die epileptischen Anfälle wieder vermehrt auftreten.

Bei einer Monotherapie mit Keppra® für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren wird eine Dosis von 250 mg zweimal täglich empfohlen. Nach zwei Wochen wird die Dosis auf 500 mg zweimal täglich erhöht. Je nachdem wie gut der Patient auf das Medikament anspricht, kann die Dosis weiterhin angepasst und erhöht werden. Die maximale Tagesdosis beträgt zweimal 1500 mg.

Bei der Behandlung von Epilepsie bei Kindern, sollte der Arzt die Dosis auf das Körpergewicht abstimmen. Für Säuglinge und Kleinkinder zwischen 6 und 23 Monaten gilt eine therapeutische Dosis von zweimal täglich 10mg pro Kilogramm Körpergewicht. Für Kinder mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm gelten die Tagesdosen wie für Erwachsene.

Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion, wie zum Beispiel bei einer Niereninsuffizienz muss die Tagesdosis ebenfalls immer angepasst werden. Die Dosis richtet sich dann nach der aktuellen Leistung der Nieren. Diese kann errechnet werden mit der Kreatinin- Clearance des Patienten. Dieser Wert gibt an, wie viel Blut die Niere von einem bestimmten Stoff reinigen kann und entspricht somit auch der Funktion der Niere.

Überdosierung

Bei einer Überdosierung mit Keppra® können verschiedene Symptome auftreten. Dazu gehören neben der Somnolenz, Aggression auch ein herabgesetztes Bewusstsein. Eine Überdosis kann im schlimmsten Fall auch zu einer Atemdepression und Koma führen. Besonders die Atemnot kann, wenn sich nicht zügig behandelt wird, auch zum Tod des Patienten führen. Eine Überdosierung wird behandelt, indem der Magen gespült oder durch Auslösen des Brechreizes gereinigt wird. So kann verhindert werden, dass viel von dem Arzneimittel in das Blut aufgenommen wird.

Nebenwirkungen

Keppra® kann verschiedene unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Müdigkeit, Somnolenz und Schwindel. Diese Nebenwirkungen zeigen sich besonders häufig bei Behandlungsbeginn und sollten aber nach einer gewissen Gewöhnungszeit an das Medikament deutlich abklingen.

Weitere häufig unerwünschte Effekte wie Entzündung des Nasen- Rachen- Raumes und öfters auftretende Kopfschmerzen können ebenfalls vorkommen. Weiterhin traten öfters auf Appetitlosigkeit, Depressionen, Gleichgewichtsstörungen, Husten, Bauchschmerzen, Zittern (Tremor), Durchfall, Hautausschlag.

Nebenwirkungen, die gelegentlich auftraten sind verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten) und Blutkörperchen (Leukozyten), Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, mentale Störungen bis hin zu Suizidgedanken, Halluzinationen, Wut, Verwirrtheit, Panikattacken und emotionale Instabilität.

Auch Auswirkungen auf das Gedächtnis und die Koordination sind möglich. Sehr selten wurden Persönlichkeitsstörungen, Leberversagen, Überaktivität der Muskulatur, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberentzündung (Hepatitis) und Infektion im Allgemeinen beobachtet.

Werden Nebenwirkungen beim Patienten beobachtet, sollte dieser den behandelnden Arzt informieren und eventuell muss das Medikament in seiner Dosis neu angepasst werden oder gegen ein anderes verträglicheres Medikament ausgetauscht werden.

Verkehrstüchtigkeit

Durch die Behandlung mit Keppra® besonders zu Beginn der Therapie wird bei den meisten Patienten eine starke Müdigkeit und Schläfrigkeit beobachtet. Die hat zur Folge, dass auch die Konzentration abnimmt. Demnach sollte der Patienten auf das Steuern von Fahrzeugen sowie dem Bedienen von Werkzeugen und Maschinen zunächst verzichten um nicht sich oder andere Personen zu gefährden.

Auch nach einer Steigerung der Dosis kann der Patienten vorübergehend nicht in der Lage sein, ein Fahrzeug zu führen. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollte abgewartet werden, wie das Medikament vertragen wird. Wird die Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit des Patienten nicht mehr eingeschränkt, kann er diesen Tätigkeiten wieder nachgehen.

Schwangerschaft

Die Einnahme von Keppra® während einer Schwangerschaft sollte, wenn möglich vermieden werden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Keppra® das Risiko von Geburtsfehlern oder Erkrankungen des ungeborenen Kindes erhöht.
Tierversuche habe wohl gezeigt, dass sich das Arzneimittel negativ auf die Reproduktion auswirkt. Sollten die Patientinnen tatsächlich schwanger sein oder könnte der Verdacht auf eine Schwangerschaft bestehen, sollte sie umgehend den Arzt darüber informieren.

In diesem Fall muss man auf ein verträglicheres und ungefährlicheres Medikament umstellen um den Fötus nicht zu gefährden.

Auch in der folgenden Stillzeit sollte die Einnahme von Keppra® nicht vorgenommen werden, da der Wirkstoff möglicherweise über die Muttermilch in das Kind übertreten kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Medikamente während der Schwangerschaft

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Keppra® finden Sie unter:

Weitere Informationen zu allgemeinen Themen finden Sie unter:

Eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Themen der Neurologie finden Sie immer unter: Neurologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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