Schmerzen an der Prostata

Schmerzen der Prostatakönnen auf vielfältige Ursachen zurückgehen, die nicht immer in der Prostata selbst liegen müssen.
Im schlimmsten Fall treten die Schmerzen der Prostata in Form des sogenannten Beckenschmerzsyndroms auf. Dabei sind die Schmerzen auf den ganzen Beckenbodenausgedehnt, chronisch andauernd und nur schwer zu behandeln. Untersucht wir die Prostata beispielsweise mit dem MRT.

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Wie sind Schmerzen an der Prostata charakterisiert?

Schmerzen der Prostata sind in der Regel nicht auf das Organ selbst beschränkt. Da die Prostata durch ihre anatomische Lage, engen Kontakt zur Harnröhre, Genitalien und Beckenboden hat, sind diese Bereiche bei einem schmerzhaften Prozess im Bereich der Prostata meist mitbetroffen. Typisch sind zunächst Schmerzen in der Prostata selbst, sowie an der Peniswurzel und im Analbereich. Diese können aber auch in die Hodenausstrahlen oder zu einem schmerzhaften empfinden im gesamten Beckenboden oder auch Unterbauchführen.

Die Stärke der Schmerzen kann stark vom sogenannten vegetativen Empfinden abhängen, also z.B. vom Stresspegel, allgemeinen Wohlbefinden oder von der Verdauung. Verstärkt werden die Schmerzen meist durch mechanische Beanspruchung, wie sie etwa beim Fahrradfahren oder Sitzen auftritt.
Aber auch Schmerzen beim Wasserlassen, Geschlechtsverkehr und insbesondere bei der Ejakulation deuten auf eine in der Prostata liegende Ursache hin.

Ursachen für Schmerzen an der Prostata

Schmerzen der Prostatakönnen auf vielfältige Ursachen zurückgehen, die nicht immer in der Prostata selbst liegen müssen.
Zum Beispiel kann eine gutartige Vergrößerung der Prostata, wie sie bei den meisten Männern im Laufe des Lebens auftritt, Schmerzen der Prostata verursachen, durch die bloße Ausdehnung oder durch teilweise Verlegung derHarnröhreund daraus entstehendem Rückstau des Urins.
Aber auch eine akute oder chronische Entzündung der Prostata (Prostatitis) sowie ein Tumor oder Prostatasteine kommen als Ursache infrage.
Zudem können mit einer durchgeführten Behandlung im Bereich des kleinen Beckens, sei es durch OP oder Bestrahlung, Verhärtungen und Verwachsungen im Beckenboden oder der Prostata selbst einhergehen. Diese verursachen dann, durch Störung des natürlichen Gefüges, Schmerzen und Verspannungen.

Prostatitis

Als Prostatitis, also Prostataentzündung, im engeren Sinne bezeichnet man eine Infektion und Entzündung der Prostata durchMikroorganismen. Diese akute Entzündung der Prostata durch Bakterien, macht allerdings nur etwa 10% der Entzündungen der Prostata aus. Krankheitserreger schaffen es hier, vor allem bei allgemeiner Schwäche desImmunsystems, sich von der Harnröhre ausgehend, im Bereich der Prostata festzusetzen.

Diese Infektion führt wiederum zu verstärkter Durchblutung und Schwellung der Prostata, wodurch Schmerzen insbesondere beim Sitzen und Wasserlassen auftreten. Bei einer zu spät erkannten Prostatitis kann es zu starken Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schüttelfrostund starkem Krankheitsgefühl kommen.

Die bakteriellen Infekte der Prostata sind häufig langwierig, auch bei gezielter Behandlung mitAntibiotika. Zusätzlich zur Antibiose sollte man viel trinken und in der Zeit der akuten Infektion auf Geschlechtsverkehr verzichten.

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Schmerzen durch chronische Prostatitis - Beckenschmerzsyndrom

Eine sehr häufige Ursache für Schmerzen der Prostata ist, wie oben erwähnt, die chronische Prostatitis, also eine länger anhaltende Entzündung der Prostata. Diese ist im Gegensatz zur akuten Prostatitis meist nicht durch Bakterien verursacht. Nur selten liegt eine schlecht ausgeheilte bakterielle Prostatitis zugrunde.

Bei der nicht- bakteriellen, chronischen Form spricht man auch vom sogenannten chronischen Beckenschmerzsyndrom. Diese Bezeichnung macht bereits deutlich, dass die Schmerzen nicht nur auf die Prostata selbst beschränkt sind. Meist strahlen diese in die gesamte Damm- und Analregion aus.

Die genauen Ursachen hierfür sind nicht abschließend bekannt, liegen aber vermutlich in einer vegetativen Dysfunktion. Sie können dabei von der Prostata selbst ausgehen oder aber auch vom umgebenden Gewebe, wobei sich die beiden Ursachen letztlich gegenseitig bedingen und verstärken können. So kann sowohl die Reizung der Prostata zur Verkrampfung des Beckenbodens mit venöser Stauung der umliegenden Blutgefäße und Nervenreizung führen als auch ein verspannter Beckenboden eine Reizung der Prostata hervorrufen.
Dies kann vor allem nach vorangegangenen Operationen im Beckenbereich oder als Folge einer therapeutischen Bestrahlung auftreten. Auch Prostatasteine oder chronische Reizungen der umliegenden Nerven können verantwortlich sein, ebenso wie Zysten oder Verwachsungen.

Das Beckenschmerzsyndrom stellt dabei eine Auschlussdiagnose dar. Das bedeutet, dass man erst dann, wenn eine akute Entzündung, Tumoreoder andere Ursachen durch den Arzt ausgeschlossen werden konnten, von einem Beckenschmerzsyndrom sprechen kann.

Prostatodynie - Prostatopathie

Als Prostatodynie bezeichnet man einen Reizzustand der Prostata, der nicht durch bakterielle Erreger hervorgerufen wird. Im Gegensatz zum Beckenschmerzsyndrom ist er aber auf die Prostata selbst beschränkt.

Er kann durch mechanische Reize, z.B. bei langen Fahrradtouren, beim Reitsport, durch Kälte- und Nässereize (z.B. eine nasse Badehose) oder durch lange Phasen sexueller Inaktivität auftreten. Auch ein erhöhter Stresspegel kann sich direkt auf die Prostata auswirken und Verspannungenund Schmerzen auslösen. Langes Sitzen oder schlechte Ernährungsgewohnheiten, die zu Verstopfungführen, können ebenfalls Schmerzen verursachen.

Meist treten zusätzlich zu den Schmerzen der Prostata auch Schmerzen im Bereich der Harnröhre oder des Hodens auf.

Benigne Prostatahyperplasie

Bei der benignen Prostatahyperplasie handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die mehr als 2/3 der Männer über 70 Jahren betrifft. Dabei vermehrt sich das Gewebe der Prostata und drückt unter anderem auch auf die Harnröhre.

Aufgrund der engen Platzverhältnisse imBeckenund der Nachbarschaft mit Harnröhre und Beckenboden kommt es durch die Vergrößerung auch zu Schmerzen unter anderem der Prostata selbst. Meist stehen hier aber vor allem zu Beginn die anderen Symptome im Vordergrund, wie z.B. die Abflussbehinderung im Bereich der Harnröhre, die Probleme beim Wasserlassen hervorruft.

Je nach Ausprägung der Vergrößerung kann die Prostatahyperplasie mit Medikamenten oder einer Operation behandelt werden.

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Prostatakrebs

Auch ein Tumorder Prostata, allen voran das Prostatakarzinom, kann Schmerzen der Prostata hervorrufen. Das Prostatakarzinom ist bei Männern in Deutschland die häufigste Krebsart und auch eine sehr häufige Todesursache. Allerdings kann eine frühe Erkennung des Tumors, vor allem durch regelmäßige Screening-Untersuchungen, den Therapieerfolg deutlich verbessern.

Die Schmerzen der Prostata treten beim Prostatakarzinom erst in einem späten Stadium auf. Sie sind oft schlecht von den Beschwerden bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata zu unterscheiden. Die Schmerzen selbst können sowohl durch das Wachstum des Tumors als auch durch eine begleitende Entzündung entstehen. Oft sind sie von Blutbeimengungen im Urin oder der Samenflüssigkeit begleitet. Ansonsten ähneln die Symptome denen der benignen Prostatahyperplasie.

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Schmerzen an der Prostata unter verschiedenen Umständen

Schmerzen an der Prostata nach dem Samenerguss

Treten Prostataschmerzen unmittelbar nach dem Samenerguss auf, kann dies ein Hinweis auf einen entzündlichen Prozess im Bereich der Vorsteherdrüse sein. Diese sogenannte Prostatits kann in akuter oder chronischer Form auftreten und sowohl bakteriell (durch Darmkeime oderGeschlechtskrankheiten hervorgerufen) als auch abakteriell (chronisches Beckenschmerzsyndrom) verursacht sein.
Zusätzlich zu den Schmerzen an der Prostata können Fieber, blutiges Sperma, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Stuhlgang sowie ein Schmerz- und Drückgefühl in der Dammregion auftreten.
Bestehen die Schmerzen der Prostata schon länger beziehungsweise nehmen sie an Intensität zu, kann es sich auch um ein Fortschreiten der Entzündung mit Abszessbildung handeln.

Auch eine Prostatavergrößerung, das sogenannte Prostataadenom, kann durch die Größenzunahme der Vorsteherdrüse zu einer Verengung der Samenwege und damit zu Schmerzen während und nach dem Samenerguss führen. Typisch dafür sind weiterhin ein abgeschwächter und abbrechender Urinstrahl beim Wasserlassen.

Eine weitere mögliche Ursache für Schmerzen bei der Ejakulation können Prostatazysten sein. Ähnlich dem Prostataadenom bewirkt die Verengung der Samenwege die Symptomatik, in dem Fall durch die Zysten.

Ein schmerzhafter Samenerguss mit Schmerzempfinden und Druckgefühl im Bereich der Prostata kann außerdem psychisch bedingt sein. Hierbei können Probleme in der Partnerschaft, erlebter Missbrauch, Stress sowie zahlreiche andere Faktoren eine Rolle spielen.

Das Prostatakarzinomkann ebenfalls zu Schmerzen der Prostata beim Samenerguss führen. Da das Prostatakarzinom in der Regel keine Frühsymptome aufweist, kann es sich bei Schmerzen der Prostata nach Samenerguss um ein spätes Symptom bereits fortgeschrittener Erkrankung handeln.

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Schmerzen an der Prostata beim/ nach dem Wasserlassen

Treten Schmerzen der Prostatazusammen mit Brennen beim Wasserlassen und häufigerem Harndrang neu auf, kann eine bakterielle Entzündungder Vorsteherdrüse (Prostatits) eine mögliche Ursache sein. Je nach begleitender Symptomatik wie ausstrahlenden Schmerzen in den Dammbereich, in die Geschlechtsteile und Leisten und Fieber kann die Erkrankung der Prostata schon fortgeschritten sein.

Im höheren Alter kann die Größenzunahme der Prostata zu Beschwerden und manchmal auch Schmerzen der Prostata beim Wasserlassen führen. Zusätzlich treten ein häufigerer Harndrang, abgeschwächter Urinstrahl und „Nachttröpfeln“ auf.

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Schmerzen an der Prostata beim/ nach dem Stuhlgang

Verstopfungen und harter Stuhl belasten die Prostata und können daher zu Schmerzen im Bereich der Vorsteherdrüse während und nach der Darmentleerung führen. Daher ist eine ballaststoffreiche Ernährung zu empfehlen, die den Stuhl weicher macht und regelmäßiger werden lässt.

Auch eine Prostatitis, eine (bakterielle) Entzündung der Vorsteherdrüse, kann zu schmerzhaftem Stuhlgang führen.

Abszesse, also eitrige Ansammlungen an der Prostata können ebenfalls zu Schmerzen der Prostata während oder nach dem Stuhlgang führen.

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Schmerzen an der Prostata beim Sitzen

Prostataschmerzen beim Sitzen können unterschiedliche Gründe haben. Treten die Beschwerden phasenweise und vor allem in Ruhe, also beim Sitzen, liegend oder stehend auf könnte die Ursache das chronische Beckenschmerzsyndrom sein. Dieses tritt meistens phasenhaft auf und hält über Tage bis Wochen an.
Weitere Symptome können ausstrahlende Schmerzen in die Leisten, Hoden und den Penis sowie vermehrter Harndrang sein.

Sind die Prostataschmerzen neu aufgetreten, kann es sich um eine akute Prostatitis handeln. Hierbei führt die Entzündung der Prostata zu einem unangenehmen Druckgefühl in der Dammregion, welche sich beim Sitzen vermehrt äußert.
Weiterhin können Schmerzen beim Wasserlassen, dem Stuhlgang und dem Samenerguss sowie Fieber auftreten.

Der Reizzustand der Prostata, die sogenannte Prostatodynie, kann ebenfalls Beschwerden der Prostata beim Sitzen verursachen. Hierbei kann die Prostata durch zu lange Sitzzeiten überbeansprucht und mechanisch gereizt sein und damit zu Schmerzen führen.

Schmerzen an der Prostata nach Alkoholkonsum

Treten Schmerzen der Prostata nach Alkoholkonsum auf, kann es sich um eine (chronische) Prostatitis handeln, wobei der Alkohol als Reiz-Trigger wirken kann und so zur Verschlimmerung der Symptome führt.

Außerdem kann Alkohol, auch bei fehlender Entzündung der Vorsteherdrüse, bei einigen Männern zu Schmerzen, Brennen oder Missempfindungen im Bereich der Prostata führen. Dies kann vor allem bei häufigerem oder starkem Alkoholkonsum der Fall sein. Genaue Gründe hierfür sind noch nicht bekannt. Man geht davon aus, dass der Alkohol als toxische Substanz zu einem Reizzustand führt. Es empfiehlt sich in dem Fall, seinen Konsum einzuschränken oder gänzlich darauf zu verzichten.

Schmerzen an der Prostata besonders nachts

Nächtliche Schmerzen der Prostata können durch eine Entzündung der Prostata hervorgerufen werden. Diese treten dann in der Regel auch tagsüber auf.
Zusätzlich können dabei Schmerzen beim Wasserlassen auftreten, wobei der Harndrang nachts vermehrt sein kann und damit die Beschwerden verschlimmert.

Verstärkter nächtlicher Harndrang kann auch bei dem Prostataadenom vorkommen, wo sich das erschwerte Urinieren durch Schmerzen im Bereich der Prostata äußern kann.

Bei einer gereizten Prostata, zum Beispiel nach einer Fahrradtour, kann die Symptomatik ebenfalls in der Nacht danach neu auftreten beziehungsweise zu einer Verschlimmerung der Schmerzen führen. Hierbei schwillt die Prostata an und kann dadurch zu Missempfindungen führen.

Schmerzen an der Prostata bei Kälte

Treten Schmerzen an der Prostata vornehmlich bei Kälte auf, ist eine Prostataentzündung eine mögliche Ursache dafür. Die Kälte spielt dabei als Entzündungsreiz eine Rolle und verschlimmert bereits bestehende Beschwerden beziehungsweise lässt dadurch die Krankheit erstmals symptomatisch werden.
Auch kann Kälte an sich als Auslöser für eine akute Prostatitis in Betracht kommen.

Des Weiteren kann Kälte durch reduzierte Blutversorgung des kleinen Beckens zu einer Schwellung der Prostata führen und damit die Beschwerden bedingen. Dieser dadurch entstehende Reizzustand der Prostata kann also ebenfalls zu Schmerzen durch und bei Kälte führen.

Schmerzen an der Prostata nach dem Sport

Schmerzen der Prostata nach oder während sportlicher Aktivität können durch eine Entzündung der Vorsteherdrüse hervorgerufen werden. Dieses Geschehen kann akut sein oder aber, falls chronisch und damit länger bestehend, einen eher wellenartigen Charakter haben mit zu- und wieder abnehmender Schmerzintensität.

Auch kann die Prostatodynie, ein Reizzustand der Prostata, wie er auch nach extremer sportlicher Belastung oder mechanischer Reizung auftreten kann, zu Schmerzen nach dem Sport führen.

Schmerzen an der Prostata nach dem Radfahren

Viele Männer klagen nach längeren oder häufigen Radtouren über Schmerzen im Dammbereich und der Prostata. Dies tritt vor allem bei falscher Sattelwahl auf. Der falsche Sitz führt durch Druck zu Mikroverletzungen der Prostata und damit zu einer Prostatareizung. Schmerzen und Missempfindungen sind das Resultat.
Bei dauerhafter Fehlbelastung und -beanspruchung der Vorsteherdrüse kann diese anschwellen und in einer Entzündung (Prostatitis) münden. Auch die Potenz und Fruchtbarkeit können verringert sein.
Es empfiehlt sich, Sattel mit Aussparungen im Dammbereich oder gepolsterte Radhosen zu verwenden.

Schmerzen nach einer Prostata-OP

Schmerzen nach einer Prostata-Operation sind bis zu einer gewissen Intensität und Dauer eine normale und häufige Folgeerscheinung. Da das Prostatagewebe bei der Operation gereizt wurde, schwillt dieses an und kann dadurch zusätzlich zur entstandenen Wundhöhle Beschwerden verursachen. Über die Schmerzen als mögliche Nebenwirkung der OP wird im Rahmen des Aufklärungsgespräches vor der Operation hingewiesen.Die Schmerzen können beim Sitzen, Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten.

Gegen die Schmerzen kann der Arzt/die Ärztin in der Regel Schmerzmittel auf Rezept verschreiben oder freiverkäufliche Präparate aus der Apotheke empfehlen.
Bei Schmerzen beim Stuhlgang, die durch den Prostatareizzustand auftreten, können bei Bedarf Abführmittel verschrieben werden. Es sollte darauf geachtet werden, den Stuhl weich zu halten, regelmäßig abzuführen und dabei nicht zu pressen.
Außerdem sollte ausreichend viel Wasser getrunken undauf körperliche Schonung geachtet werden, um den Heilungsprozess zu fördern.

Je nach Eingriff ist die Dauer der Beschwerden unterschiedlich. Der Heilungsprozess dauert oft zwischen 4-6 Wochen, die Schmerzen halten in der Regel jedoch wesentlich kürzer an und nehmen im Verlauf in ihrer Schmerzintensität ab.

Allgemein gilt, dass der Patient bei fortbestehender, trotz Medikamente nicht zu kontrollierender Schmerzen seine/n Urologin/en konsultieren sollte.

Kann man Schmerzen an der Prostata vorbeugen?

Gegen die eigentlichen Ursachen bei Schmerzen der Prostata gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen.

Teilweise wird darauf hingewiesen, dass ein verminderter Stresspegel und eine damit einhergehende verminderte Anspannung des Beckenbodens, zumindest die Entstehung eines Beckenschmerzsyndroms positiv beeinflussen kann.
Auch eine eher fernöstlich geprägte Ernährung mit vielen Phytoöstrogenen soll die Entstehung von Erkrankungen der Prostata verhindern. Ob dieser Effekt aber die Nebenwirkungen dieser Pflanzenöstrogene rechtfertigt bzw. überhaupt nachweisbar ist, bleibt fraglich.

Bei allen oben beschriebenen Krankheitsbildern ist also vor allem eine frühzeitige ärztliche Abklärung bzw. im Falle des Prostatakrebses die Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung wichtig. Denn nur so kann eine akute Entzündung frühzeitig antibiotischadäquat therapiert, eine Prostatahyperplasie behandelt oder ein eventueller Tumor entfernt werden.

Therapie von Schmerzen an der Prostata

Die Therapie der Schmerzen der Prostata richtet sich vor allem nach der zugrunde liegenden Ursache.

Als generelle Maßnahmen können vor allem Verminderung von

  • Stress,
  • Fehlernährung,
  • sitzenden Tätigkeiten oder mechanischen Belastungen und anderen Reizen zählen.

Desweiteren kann eine gute Sexualhygiene die Symptome verbessern. So kann regelmäßige Ejakulation durch den verbesserten Abfluss des Prostatasekretszu einer Besserung der Schmerzen beitragen. Auch eine Massage der Prostata kann dabei förderlich sein.

Gegen die Schmerzen selbst helfen gängige freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofenoder Paracetamol. Diese sollten aber erst nach Abklärung der Ursachen und in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Da diese Mittel eine zusätzlich abschwellende und entzündungshemmende Wirkung haben, helfen sie gleich mit mehreren Wirkmechanismen parallel. Als Ergänzung können hierbei auch andere antiphlogistische Präparate eingenommen werden.

Bei einer akuten Entzündung steht vor allem die antibiotische Behandlung im Vordergrund.
Bei der benignen Prostatahyperplasie die medikamentöse oder operative Behandlung.
Gerade beim Beckenschmerzsyndrom kann eine psychotherapeutische oder schmerztherapeutische Mitbehandlung hilfreich sein; besonders um den Teufelskreis aus Schmerz, Angst vor dem Schmerz, und Anspannung zu durchbrechen. Auch leichterSport, autogenes Training und andere selbst durchzuführende Methoden zur Muskelentspannung können gut eingesetzt werden.

Medikamente gegen Schmerzen an der Prostata

Häufig kommen bei Schmerzen an der Prostata schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Substanzen zum Einsatz.

Zu den eingesetzten Schmerzmitteln gehören zum Beispiel Ibuprofen, Acetylsalizylsäure, Diclofenac und Indometacin. Diese können je nach ärztlich empfohlener Dosierung frei in der Apotheke oder bei höheren Dosen auf Rezept gekauft werden.

Außerdem können muskelentspannende Medikamente eingesetzt werden, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Baclofen. Dadurch werden krampfartige Verspannungen und Muskelverhärtungen im Beckenbereich gelöst und damit die Schmerzen der Prostata reduziert.

Beide Substanzgruppen sind jedoch lediglich als unterstützend zu betrachten, da sie nur die Symptome lindern, jedoch nicht deren Ursache beseitigen. Je nach der zugrundeliegenden Erkrankung wird der Arzt/die Ärztin eine zielgerichtete Therapie einleiten.

Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 17.08.2015 - Letzte Änderung: 16.08.2021
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