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Schmerzen beim Stuhlgang

Definition

Viele Menschen leiden unter Schmerzen beim Stuhlgang. Dies betrifft sowohl Frauen als auch Männer und kann verschiedene Ursachen haben, die von falscher Ernährung über Schwangerschaft bis hin zu Erkrankungen im Analbereich reichen.

Der Kot, auch Fäzes genannt, sollte normalerweise eine weiche bis mittelharte Konsistenz haben und beim Stuhlgang leicht abgehen ohne Beschwerden zu verursachen. Ist der Kot zu hart oder bestehen Verletzungen im Analbereich, so kann dies zu Schmerzen bei der Stuhlentleerung führen.
Der Kot besteht aus unverdaulichen Nahrungsresten, Darmbakterien, abgestoßener Darmschleimhaut und zu einem großen Teil aus Wasser. Der Wasseranteil ist für die Konsistenz des Stuhls verantwortlich, weshalb die Ernährung eine wichtige Rolle für die Beschaffenheit des Kots spielt.

Schmerzen beim Stuhlgang gehören medizinisch zu den Enddarmbeschwerden, den sogenannten Proktalgien, wozu Anal- und Afterbeschwerden gehören.

Ursachen

https://www.dr-gumpert.de/?id=12385Die Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang sind sehr vielfältig. Häufig klagen Menschen mit chronischer Verstopfung (Obstipation) über diese Beschwerden. Bei diesen Menschen ist der Kot sehr hart und trocken und es wird ein relativ hoher Kraftaufwand benötigt, um den Kot herauszupressen. Das Pressen ist häufig mit starken Schmerzen verbunden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen bei einer Verstopfung.

Chronische Verstopfung begünstigt zudem die Entstehung von Hämorrhoiden, die zusätzlich zu Problemen beim Stuhlgang führen können. Wenn Hämorrhoiden bestehen, dann können auch unabhängig von der Verstopfung Schmerzen beim Stuhlgang auftreten. Auch eine Analvenenthrombose, die ähnliche Symptome wie Hämorrhoiden verursacht, kann die Ursache für die Schmerzen sein.

Kleine Risse in der Schleimhaut des Afters oder in der Schleimhaut des Enddarms können zu stechenden Schmerzen beim Stuhlgang führen. Man spricht von sogenannten Analfissuren.

Außerdem können Analfisteln, also Entzündungen, die tunnelartig unter der Haut im Bereich des Afters verlaufen, oder Analekzeme, welche einen Hautausschlag in diesem Bereich darstellen, zu Schmerzen führen. Auch abgekapselte eitrige Entzündungen im Bereich des Anus, sogenannte Analabszesse, können Schmerzen beim Stuhlgang verursachen.

Darüber hinaus können auch Geschlechtskrankheiten, wie Syphilis oder Feigwarzen Schmerzen bei der Stuhlentleerung verursachen. 

Neben harmlosen Ursachen, wie scharfes Essen oder langanhaltender Durchfall, der die Schleimhaut des Afters reizt, können in seltenen Fällen auch bösartige Erkrankungen wie Analkrebs (Analkarzinom) oder Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) für die Schmerzen verantwortlich sein.


Begleitende Symptome

Zusätzlich zu den Schmerzen beim Stuhlgang können verschiedene Begleitsymptome auftreten. Diese sind bei der Feststellung der Ursache besonders wichtig.

Juckreiz im Bereich des Afters (siehe auch: Afterjucken) deutet auf ein Hämorrhoidalleiden hin. Darüber hinaus können weniger spezifische Symptome auftreten, wie zum Beispiel ein andauerndes Völlegefühl, krampfartige Bauchschmerzen oder schleimiges Sekret bzw. Blut, das dem Stuhl beigemischt ist.

Es sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden und die Ursache der Schmerzen und Begleitsymptome abgeklärt werden. Dies gilt auch, wenn neben den Schmerzen allgemeine Müdigkeit, die über einen längeren Zeitraum besteht, oder unerklärter Gewichtsverlust auftreten.

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Blut im Stuhl

Ist Blut dem Stuhl beigemischt und bestehen zusätzlich Schmerzen beim Stuhlgang, so handelt es sich in den meisten Fällen um eine Analfissur. Dies ist ein mehr oder weniger kleiner Riss in der Schleimhaut des Afters. Die Schmerzen, die beim Stuhlgang bestehen, sind stechend und brennend, das Blut ist in der Regel frisch und hellrot. Die Analfissur kann sich jedoch auch durch Jucken bemerkbar machen. Durch Salben mit betäubenden Wirkstoffen können die Schmerzen gelindert werden. Ist von außen keine Fissur sichtbar, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Blut im Stuhl kann auch durch schwerwiegende Erkrankungen hervorgerufen werden, vor allem wenn es dunkles Blut ist. Hierzu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa oder aber Tumore im Dickdarm.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel

Therapie

Je nachdem, welche Ursache den Schmerzen zugrunde liegt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Vor allem bei Verstopfung hilft es, den Stuhlgang durch richtige Ernährung weich zu halten, sodass bei der Entleerung möglichst wenige Schmerzen entstehen. Dies hilft auch die Schmerzen bei Hämorrhoiden oder Analfissuren zu verringern. 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ernährung bei Verstopfung.

Es ist vor allem wichtig, ausreichend zu trinken, da der Kot zu einem großen Teil aus Wasser besteht. Außerdem ist eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse und Nüssen in Verbindung mit ausreichender Bewegung hilfreich.

Mehr Informationen erhalten Sie hier: Verstopfung - was kann man dagegen tun?

Zudem sollte der Stuhlgang nicht unterdrückt werden, da dies zu zusätzlichen Beschwerden führen kann. Durch die Verwendung von weichem Toilettenpapier wird das Risiko von Hautreizungen und Rissen in der Analschleimhaut gering gehalten.
Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, die Verstopfung zu verbessern und die Schmerzen zu lindern, können Abführmittel notwendig sein.
Ist eine Entzündung Grund für die Schmerzen, so helfen oft Salben, Zäpfchen oder Einläufe mit schmerzstillenden Wirkstoffen. Auch Sitzbäder mit Kamille oder Teebaumöl können Linderung verschaffen.
Beim Vorliegen von Hämorrhoiden müssen diese in den meisten Fällen entfernt werden. Dies ist auf verschiedene Weisen möglich und erfordert nicht zwangsläufig eine Operation. (s. auch Hämorrhoiden Therapie)
Analvenenthrombosen, Tumore und Abszesse müssen jedoch in jedem Fall operativ entfernt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Welchen Arzt sollte man bei Schmerzen beim Stuhlgang aufsuchen?

Bei Schmerzen beim Stuhlgang wird häufig zunächst der Hausarzt aufgesucht. Dies ist auch der richtige Weg, da dieser je nach Begleitsymptomatik entscheiden kann, ob der Besuch bei einem Facharzt und weitere Diagnostik notwendig sind. Besonders wichtig ist das Aufsuchen eines Arztes, wenn Blut dem Stuhl beigemischt ist.
Der Facharzt für Erkrankungen des Enddarms ist der Proktologe. Je nachdem, welcher Verdacht besteht, kann es jedoch notwendig sein, Internisten, Gastroenterologen, Chirurgen, Urologen, Gynäkologen oder Onkologen für Diagnosestellungen und Untersuchungen hinzuzuziehen.
Neben der Betrachtung der Analregion von außen können je nach Verdachtsdiagnose auch ein Abtasten, eine Enddarm- bzw. Dickdarmspiegelung oder Abstriche notwendig sein.

Schmerzen beim Stuhlgang beim Kind

Wenn Kinder Schmerzen beim Stuhlgang haben, so liegt dies meistens an einer Verstopfung (Obstipation). Wenn die Beschwerden länger als zwei Monate anhalten, so spricht man von einer chronischen Verstopfung. In der Regel gehen die Schmerzen mit Bauchweh, Appetitlosigkeit und Blähungen einher und beim Stuhlgang erscheint der Kot sehr hart oder als große Klumpen.
Bei etwa 95% der Fälle liegt der Verstopfung keine organische Ursache zugrunde und der Auslöser ist ein Magen-Darm-Infekt oder Stress. Auch die Ernährung kann dazu führen, dass der Stuhl sehr hart wird und es dadurch zu Schmerzen bei der Entleerung kommt. Nach recht kurzer Zeit führt Verstopfung bei Kindern dazu, dass sie den Gang zur Toilette mit Schmerzen in Verbindung bringen und versuchen, den Stuhlgang zu vermeiden. Dies führt jedoch zur Verschlimmerung der Situation, denn der Kot verhärtet sich weiter und wenn er sich irgendwann nicht mehr zurückhalten lässt, werden die nachfolgenden Geschäfte immer schmerzhafter. Oftmals hilft dann nur der Besuch beim Kinderarzt, der einen Einlauf vornimmt oder Abführmittel verordnet, die zur Darmentleerung führen.
Ist die Verstopfung bereits chronisch, so sollten die Kinder für die nächsten Monate stuhlaufweichende Medikamente erhalten. Dadurch merken die Kinder, dass der Stuhlgang nicht weh tun muss und sie trauen sich wieder, zur Toilette zu gehen. Dieser Lernprozess kann allerdings sehr lang dauern.

Durch bestimmte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kann man erreichen, dass der Stuhlgang von weicher Konsistenz ist und bleibt. Ausreichende Trinkmengen und Bewegung sind eine wichtige Grundlage. Ein Glas Saft am Morgen kann dem Darm gut tun. Darüber hinaus sind Birnen, Kürbis und Trockenobst hilfreich, den Kot aufzulockern. Bananen und Schokolade hingegen bewirken eher das Gegenteil und sollten Kindern nicht in Unmengen vorgesetzt werden.

Kommt es neben den Schmerzen beim Stuhlgang auch zu Blut im Kot, so ist auch dies in den meisten Fällen auf eine harmlose Ursache zurückzuführen. Ist das Blut hellrot, so handelt es sich um frisches Blut, welches wahrscheinlich auf einen Riss in der Analschleimhaut zurückzuführen ist.
Dunkelrotes Blut deutet auf eine Blutung im Verdauungstrakt weiter oben hin. Oftmals sind Dickdarmpolypen der Grund. Auch diese sind harmlos und bereiten einem sonst gesunden Kind eigentlich keine Probleme.
Handelt es sich jedoch um eine Durchfallerkrankung, die mit Blut einhergeht, so ist dies oft ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion etwa mit Salmonellen oder Shigellen oder aber auf eine chronische Darmentzündung. Hierzu zählen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Es sollte dringend ein Kinderarzt aufgesucht werden.

Aber auch sogenannte Scheinblutungen können Eltern beunruhigen. Blut im Stuhl kann durch Rote Beete oder Tomaten vorgetäuscht werden.

Schmerzen beim Stuhlgang bei Frauen

Während der Periode

Wenn während der Periode verstärkt Schmerzen beim Stuhlgang auftreten, so ist dies meistens auf eine sogenannte Endometriose zurückzuführen. Dies ist eine gutartige Erkrankung, bei der sich die Schleimhaut der Gebärmutter in tiefer liegende Schichten oder sogar bis in andere Organe hinein ausbreitet. Insgesamt treten alle Beschwerden einer Endometriose während der Periode verstärkt auf, vor allem Unterleibschmerzen werden beklagt. In diesem Rahmen können auch Schmerzen beim Stuhlgang auftreten, da durch das Pressen beim Gang zur Toilette auch die Gebärmutter zusammengedrückt wird.

In der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft klagen viele Frauen über Schmerzen beim Stuhlgang. Dies kann zum einen darauf zurückzuführen sein, dass die Verdauung in der Schwangerschaft verlangsamt ist. Der Körper behält die Nahrung möglichst lange im Magen-Darm-Trakt, um ihr ausreichend Nährstoffe für Mutter und Kind zu entziehen. Dadurch wird der Stuhl sehr hart und durch starkes Pressen beim Stuhlgang können Schmerzen entstehen.
Durch den erhöhten Druck im Beckenraum, der auf das heranwachsende Baby zurückzuführen ist, haben Schwangere ein erhöhtes Risiko, Hämorrhoiden zu entwickeln. Dies ist in der Regel nicht gefährlich, kann aber wenn die Hämorrhoiden entsprechend groß sind zu Schmerzen beim Stuhlgang führen. Nach der Schwangerschaft bilden sich die Hämorrhoiden meistens von selbst zurück.

Nach einem Kaiserschnitt

Dass der Darm nach einem Kaiserschnitt durcheinander ist, ist in den allermeisten Fällen normal. Dies äußert sich von Frau zu Frau unterschiedlich. Schmerzen beim Stuhlgang können ein mögliches Symptom sein, genauso wie Durchfall, Verstopfung oder undefinierbare Schmerzen.
Durch die Hormone, die während der Schwangerschaft produziert werden, wird die Verdauung verlangsamt. Dies kann zur Verstopfung führen. Auch kurze Zeit nach der Entbindung kann die Verstopfung bestehen bleiben. Durch verstärktes Pressen beim Stuhlgang können Schmerzen entstehen. Wenn diese nicht nach einigen Tagen verschwinden, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Schmerzen nach Kaiserschnitt

Nach einer Ausschabung

Nach einer Ausschabung der Gebärmutter können bis zu einige Tage nach dem Eingriff Beschwerden auftreten. Diese können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Von ziehenden Schmerzen im Unterleib, über schwache Blutungen bis hin zu Problemen beim Stuhlgang ist alles in einem gewissen Ausmaß unbedenklich.
Da die Gebärmutter ein stark durchblutetes Organ ist und die Ausschabung einen nicht ganz unerheblichen Eingriff darstellt, ist das Gebiet in den Tagen nach dem Eingriff sehr empfindlich. Wenn beim Stuhlgang stark gepresst wird, kann dies zu einer Druckausübung auf die Gebärmutter kommen, welche Schmerzen verursacht. Nach etwa einer Woche sollten die Beschwerden jedoch von selbst abklingen, ansonsten sollte der Frauenarzt erneut aufgesucht werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schmerzen beim Stuhlgang:

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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