Der schwarze Durchfall

Einleitung

Die Verfärbung von Durchfall kann verschieden aussehen und auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen sein. Häufig ist die Verfärbung durch die Ernährung, also die Einnahme von bestimmten Nahrungs- oder Nahrungsergänzungsmitteln, bedingt.

Des Weiteren können aber auch Blutungen der Magen- oder Dünndarmschleimhaut den Stuhl schwarz färben und Durchfall verursachen. Daher sollten länger andauernde und wiederholt auftretende Beschwerden mit schwarzem Durchfall abgeklärt werden.

Die Ursachen für schwarzen Durchfall

  • Die Überdosierung von Eisentabletten

  • Der Verzehr eisenhaltiger Lebensmitteln (Spinat...)

  • Der Verzehr dunkel gefärbter Lebensmittel (Rotwein, Rote Beete...)

  • Die Blutung an der Schleimhaut des oberen Magen-Darm-Trakts:

    • Speiseröhre
    • Magen
    • Zwölffingerdarm
  • Der Verzehr dunkler Lebensmittelfarbe

  • Die Endometriose (im z.B. Darm befindliches Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, die sich mit dem Monatszyklus auf- und abbaut)

Die Lebensmittelfarbe als Ursache

Die molekularen Bestandteile der Lebensmittelfarbe werden meistens vom Körper nicht verwertet und ausgeschieden. Daher kann ein übermäßiger Verzehr von Lebensmittelfarbe ebenfalls schwarzen Durchfall verursachen. Besonders dunkle und unverdünnte Farbstoffe kommen hierfür in Frage.

Lässt sich der schwarze Durchfall nicht eindeutig auf den Verzehr von Lebensmittelfarbe zurückführen, sollten andere Ursachen wie zum Beispiel Blutungen auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Dasselbe gilt, falls der Durchfall noch einige Tage nach dem Verzehr von Lebensmittelfarbe anhält.

Die Einnahme von Eisentabletten

Ein Überschuss an Eisen wird vom Körper über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Wer Eisentabletten also in zu hoher Dosis einnimmt, oder bei wem das Eisen aus den Präparaten nicht gut über den Darm aufgenommen werden kann, wird das Eisen mit dem Stuhl sozusagen „loswerden“. Der Durchfall ist dann farblich schwarz – und dadurch wiederum schwierig von Blut zu unterscheiden.

Falls also die Einnahme von Eisentabletten eine mögliche Ursache für den schwarzen Durchfall sein könnte, sollte überlegt werden, das Präparat abzusetzen oder niedriger zu dosieren.

Die Einnahme von Antibiotika

Antibiotisch wirksame Medikamente können in der Tat Durchfall auslösen: Das hängt damit zusammen, dass sie bei oraler Einnahme die natürliche Bakterienflora der Darmschleimhaut angreifen können. Die Bakterienreste, die dann mit dem Stuhl ausgeschieden werden, können für eine Verfärbung des Durchfalls sorgen, jedoch ist die Farbe selten schwarz.

Komplett schwarzer Durchfall wird am häufigsten durch Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt hervorgerufen, was durch Antibiotika normalerweise nicht verursacht wird. Sollte der Durchfall jedoch nach Einnahme der Antibiotika weiterhin bestehen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Der Konsum von Rotwein

Durch dunkle Farbstoffe, die mit Lebensmitteln aufgenommen werden, kann ebenfalls eine Verfärbung des Stuhls hervorgerufen werden. Zu solchen Lebensmitteln gehört auch Rotwein, dem manchmal zusätzliche Farbstoffe zugesetzt werden, um die Farbe intensiver erscheinen zu lassen.

Es sollte also darauf geachtet werden, ob vor dem Auftreten des schwarzen Durchfalls eventuell Rotwein verzehrt wurde, da dieser der Auslöser hierfür sein könnte.

Die Magen-Darm-Blutung als Ursache

Schwarzer Durchfall kann durch eine Blutung in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts ausgelöst werden. Die Lokalisation der Blutung ist dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit im oberen Teil des Magen-Darm-Traktes zu finden, denn das Blut gerinnt auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt und sorgt dann durch das enthaltene Eisen für die Schwarzfärbung sowie die Konsistenzänderung des Stuhls. Man spricht wegen dieser beiden Faktoren auch von einem Teerstuhl.

Bei der Diagnostik wird meist eine Spiegelung des Magens und des oberen Zwölfffingerdarms durchgeführt.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Die Magen-Darm-Blutung.

Die Einnahme der Pille als Ursache

Die Anti-Baby-Pille greift in den weiblichen Hormonzyklus ein, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Je nach Präparat und enthaltenem Hormon wird dabei der Eisprung oder auch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gehemmt. Der Hormonhaushalt betrifft jedoch auch weitere Organe des Körpers, darunter auch den Magen-Darm-Trakt. Es kann daher vorkommen, dass ein bereits bestehender Reizdarm - also wiederkehrende Durchfälle und Verstopfung - durch die Einnahme der Pille verschlimmert wird.

Diese Durchfälle sind normalerweise jedoch nicht schwarz. Sofern die Farbe des Durchfalls also von der sonstigen Farbe des Stuhls abweicht, sollte nach anderen Ursachen gesucht werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Der Durchfall durch die Pille.

Die Einnahme von Schmerzmittel

Bestimmte Schmerzmittel können ebenfalls Ursache für schwarzen Durchfall sein: Die sogenannten nicht-steroidalen Antirhematika, zu denen unter anderem Diclofenac und Aspirin® zählen, können die Magenschleimhaut schädigen und dadurch Blutungen verursachen, die den Stuhl schwarz färben, also Teerstuhl verursachen. Das geschieht über die Hemmung eines bestimmten Enzyms, welches für den Aufbau der schützenden Schleimschicht im Magen mitverantwortlich ist.

Ohne diese funktionierende Schutzschicht kann die aggressive Magensäure an die Oberfläche der Schleimhaut gelangen und das Gewebe schädigen. Darum sollte bei einer langfristigen und regelmäßigen Einnahme solcher Medikamente die zusätzliche Gabe eines Protonenpumpenhemmers, beispielsweise Omeprazol oder Pantoprazol, erfolgen. Diese sorgen für eine weniger aggressive Magensäure, wodurch die Schleimhautdefekte weniger gefährlich werden.

Die begleitenden Symptome

Prinzipiell sollte man zwischen zwei Ursachen der schwarzen Verfärbung unterscheiden: Einerseits kann die Verfärbung durch die Ausscheidung von einer größeren Menge an Farbstoff oder Eisen, die durch verzehrte Lebensmittel im Körper anfällt, entstehen. Diese Substanzen werden im Darm nicht aufgenommen und ziehen dadurch vermehrt Wassermoleküle in den Darm, um die Konzentration auf den beiden Seiten der Darmschleimhaut auszugleichen. Es wird also mehr Flüssigkeit dem Stuhlvolumen hinzugefügt und es entsteht schwarzer Durchfall.
Diese Art des schwarzen Durchfalls ist sicherlich lästig, aber nicht krankhaft und muss nicht zwingend behandelt werden. Man sollte wie bei allen Arten von Durchfall auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Bei Bedarf können außerdem Medikamente zur Stuhleindickung wie Loperamid eingenommen werden.

Eine andere wichtige Ursache, die typischwerweise zu schwarzem Durchfall führt, ist eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt. Das kann auch nur eine kleine Blutung sein, aus der lediglich eine geringe Mengen Blut sickert. Dieses Blut gerinnt auf dem Weg durch den Darm und färbt den Stuhl dunkel. Auch das geronnene Blut zieht mehr Wasser in den Darm und macht so die Stuhlkonsistenz weich oder breiig. Diese Ursache für schwarzen Durchfall sollte man bei längerem Anhalten der Beschwerden auf jeden Fall abklären und ausschließen. Ein längeres Anhalten ist bei Beschwerden von über ein bis zwei Wochen gegeben, ohne dass die Beschwerden auf Nahrungsergänzungsmittel oder Farbstoffe zurückzuführen sind.

Die Blähungen als Symptom

Durch die Veränderung der Stuhlkonsistenz, die den Durchfall bedingt, sind auch Blähungen ein typisches Begleitsyndrom dieser Beschwerden. Grundsätzlich handelt es sich um die Gase, die von den im Dickdarm natürlichweise vorhandenen Bakterien abgegeben werden, wenn diese die restlichen Nährstoffe aus der Stuhlmasse verwerten.

Blähungen treten jedoch bei manchen Personen auch im gesunden Zustand auf - es handelt sich damit um ein sehr unspezifisches Symptom ohne Krankheitswert. Ob also Blähungen bei schwarzem Durchfall auftreten oder nicht, ist weniger wichtig als andere begleitende Symptome und der zeitliche Verlauf der Beschwerden.

Die Bauchschmerzen als Symptom

Bauchschmerzen stellen ein Symptom dar, dass Durchfall häufig begleitet. Die Schmerzen können als tief und drückend oder krampfartig wahrgenommen werden, oder aber sich eher als ein Unwohlsein anfühlen. Da der Darm durch viele Nervenzellen innerviert ist, sind Bauchschmerzen ein typisches Symptom. Die Schmerzen müssen nicht direkt ein Grund zur Sorge sein. Ist der zeitliche Verlauf jedoch über einen längeren Zeitraum von Tagen ansteigend, so sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Die Bauchschmerzen

Die Verstopfung als Symptom

Es kann vorkommen, dass sich Verstopfungen und Durchfälle abwechseln. Das kann ein Hinweis auf das sogenannte Reizdarmsyndrom sein: Eine häufige Erkrankung, die meist über viele Jahre Beschwerden bereitet. Frauen leiden häufiger als Männer unter dieser Erkrankung. Möglicherweise ist dies auf einen hormonellen Einfluss zurückzuführen, der das Reizdarmsyndrom verstärkt.

Beim Reizdarmsyndrom ist jedoch eine schwarze Färbung des Stuhls untypisch. Das Gefühl der Verstopfung, gepaart mit Durchfällen, kann aber ebenso auf eine Raumforderung im Dickdarm hinweisen. Tumore im Dickdarm verursachen normalerweise jedoch keine schwarze Verfärbung des Stuhls. Beim gemeinsamen Auftreten dieser Symptome ist also eine genauere Analyse der Ursachen notwendig.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Die Verstopfung.

Die Diagnose

Ein anhaltend auftretender schwarzer Durchfall sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, da eine Blutung und ein damit einhergehender Defekt der Magen-Darm-Schleimhaut die Ursache sein kann. Diese Blutung ist dabei im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts zu vermuten, da das ausgetretene Blut nur so genug Zeit hat, zu gerinnen, bevor es ausgeschieden wird. Damit unterscheiden sich Blutungen des oberen Magen-Darm-Trakts von denen des unteren, da bei letzterem eher eine rote, blutige Färbung des Stuhls auffällt. Daher wird eine Diagnostik meist eine Spiegelung dieses Bereichs enthalten, also konkret der Speiseröhre, des Magens und des sich anschließenden Zwölffingerdarms. Das alles kann zusammen durchgeführt werden, es werden also nicht mehrere Spiegelungen benötigt.

Außerdem sollte eine ausführliche Befragung zu verzehrten Lebensmitteln durchgeführt werden, insbesondere zu solchen, die schwarzen Durchfall auslösen können, sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten.

Blut im Stuhl? Informieren Sie sich hier über dieses Thema. 

Welcher schwarze Durchfall ist behandlungsbedürftig?

Durchfall kann, unabhängig von der Farbe, verschiedenste Ursachen haben und nicht alle sind behandlungsbedürftig. Prinzipiell sollte Durchfall behandelt werden, falls dieser länger als drei Tage anhält oder schwerwiegende weitere Symptome durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust verursacht. Solche Symptome können beispielsweise Schwindel und Kreislaufproblematiken sein.

Eine schwarze Färbung des Stuhls bzw. Durchfalls ist nicht unbedingt behandlungsbedürftig, falls das nur vereinzelt auffällt. Ist die schwarze Färbung jedoch unverändert über mehrere Wochen erkennbar, sollte auf jeden Fall weitere Diagnostik und entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Kann das ein Hinweis auf Krebs sein?

Schwarzer Durchfall kann durch die Beimengung von Blut im Stuhl hervorgerufen werden. Das Blut kann beispielsweise auf eine Blutung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt hinweisen. Eine solche Blutung kann durchaus von einem Tumor verursacht werden. 

Man kann verschiedene Arten von Tumorwachstum unterscheiden und nicht alle Typen verursachen eine Blutung. Es gibt jedoch Tumoren, die Schleimhautdefekte im Darm verursachen, aus denen dann Blut austreten kann. In jedem Fall sollte bei wiederkehrendem schwarzen Durchfall eine weitergehende Diagnostik auch zum Ausschluss eines Tumors durchgeführt werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Der Darmkrebs.

Die Dauer und Prognose

Die Dauer und die Prognose von schwarzem Durchfall sind abhängig von der Ursache. Durch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ausgelöste Beschwerden werden nach zwei bis drei Tagen abklingen, nachdem die überschüssige Substanz durch den Körper ausgeschieden wurde.

Über Wochen oder Monate anhaltende Beschwerden weisen dagegen auf eine Blutungsquelle im Körper hin. Das können kleine Wunden im oberen Magen-Darm-Trakt sein, bei Frauen kommt auch eine Endometriose in Betracht. Endometriose bezeichnet versprengtes Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, welches zum Beispiel im Darm lokalisiert sein kann und sich nach dem Hormonzyklus auf- und abbaut.

Die Dauer des schwarzen Durchfalls gibt der betroffenen Person außerdem Hinweise darauf, wie behandlungsbedürftig die Beschwerden sind. Dabei gilt als Faustregel: Ab ein bis zwei Wochen Dauer der Beschwerden sollte spätestens ein Arzt aufgesucht werden.

Der schwarzer Durchfall beim Baby

Babys haben noch eine kürzere Darmpassage und weniger Stuhlvolumen, daher fällt eine mit der Nahrung aufgenommene Menge Farbstoff stärker ins Gewicht. Eine Verfärbung des Stuhls kann daher also schneller auftreten. Zu beachten ist auch, dass Babys natürlicherweise öfter Stuhlgang haben und die Definition für Durchfall daher anders als bei älteren Kindern und Erwachsenen ist: Erst ab fünf flüssigen Stühlen spricht man bei Babys von Durchfall.

Schwarze Färbung bei Durchfall kann jedoch immer auch durch eine Blutung im Magen-Darm-Trakt ausgelöst sein. Tritt der schwarze Durchfall beim Baby zum ersten Mal oder ohne erkennbaren Anlass auf, sollte dennoch ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Der schwarzer Durchfall beim Kind

Bei Kindern ist – ähnlich wie bei Babys – die Darmpassage noch kürzer als bei Erwachsenen. Dementsprechend reagieren kindliche Körper schneller auf eine Überladung mit Farbstoffen oder Nahrungsergänzungsmitteln wie Eisentabletten. Schwarzer Durchfall ist bei Kindern also nicht grundsätzlich krankhaft oder therapiebedürftig.

Es sollte jedoch – wie bei solchen Beschwerden in jedem Alter – ärztlicher Rat eingeholt und eine Blutung im Magen-Darm-Trakt ausgeschlossen werden, sofern beim Kind schwarzer Durchfall auffällt. Das gilt besonders dann, wenn diese Symptome länger als mehrere Tage bis eine ganze Woche anhalten.

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Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z

Autor: Dr. Nicolas Gumpert Veröffentlicht: 04.02.2020 - Letzte Änderung: 20.05.2022
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