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Tränensackentzündung

Einleitung - Tränensackentzündung

Eine Tränensackentzündung (Dakryocystitis) ist definiert als eine akute oder chronische Entzündung der Tränensäcke, die Teil der sogenannten ableitenden Tränenwege sind.

Der Tränensack ist unter der Haut in einer kleinen Knochenrille am inneren Lidwinkel gelegen. Menschen jedes Altersspektrums können betroffen sein. Insbesondere kleine Kinder, da bei ihnen die Tränenabflusswege noch nicht vollständig ausgebildet sein können. Ebenso Menschen höheren Alters, da es bei ihnen zu unzureichender Tränenproduktion kommen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Entzündung der Tränensäcke

Erkennen einer Tränensackentzündung

Was sind die Symptome einer Tränensackentzündung?

Die Anzeichen einer akuten Tränensackentzündung sind die einer lokalisierten Entzündung im Allgemeinen. Das beinhaltet eine Schwellung und Rötung, die sich auch auf umgebende Strukturen wie die Bindehaut und das Unterlid ausbreiten kann. Zusätzlich kommt es meist zu Schmerzen, die auch über das lokale Entzündungsgebiet ausstrahlen können, z.B. im Wangenbreich.

Es kann zu Eiterbildung kommen, die schon am inneren Lidwinkel sichtbar sein kann oder sich nach sanften Druck auf den Tränensack entleert.

Die chronische Tränensackentzündung tritt oft bei älteren Patienten auf, bei den es zu wiederkehrenden Entzündungen kommt ( sogenannte Rezidive). Dann können die Symptome auch weniger stark ausgeprägt sein, da die Reaktion des Körper nicht mehr so intensiv ist.

Darüber hinaus kann es bei schweren Verläufen zu Symptomen eines grippalen Infektes kommen wie Fieber oder Schüttelfrost. Spätestens dann sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Wie wird eine Tränensackentzündung diagnostiziert?

Diese ist in der Regel eindeutig aufgrund der Lokalisation und Art der Symptome. Zusätzlich sollte durch den behandelnden Arzt auch eine eventuelle Beteilung weitere Strukturen wie der Nasennebenhöhlen abgeklärt werden.

Um eine sinnvolle Antiobiotikatherapie anwenden zu können, sollte auch ein Abstrich vorgenommen werden, um die Bakterienart identifizieren zu können.

Behandeln einer Tränensackentzündung

Wie wird eine Tränensackentzündung behandelt?

Diese beinhaltet in der Regel ein der Schwere der Entzündung und dem Patientenalter entsprechendes Vorgehen. In etwa Hälfte der Fälle ist keine Antibiotikagabe notwendig bzw. kann mit ihrem Einsatz bis 3 Tage nach Beginn der Beschwerden gewartet werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte erstmal eine Öffnung der Hasner-Klappe abgewartet werden. Bei Erwachsenen können abschwellende Augensalben bzw. tropfen verabreicht werden. Zusätzlich können feuchte Umschläge mit desinfizierenden Eigenschaften den natürlichen Heilungsverlauf unterstützen. Bei schweren bzw. längeren Verläufen sollte ggf. nach einem entsprechenden Antiobiogramm (Antiobiotikaempfindlichkeit der identifizierten Bakterienart) eine Antibiotika- Therapie angefangen werden. Zusätzlich kann dazu bei Bedarf eine Spülung der Tränenwege mit physiologischer Kochsalzlösung unter lokaler Narkose durch einen Arzt erfolgen.

Bei unzureichendem Anschlagen der konventionellen Therapieformen kann eine Operation angeraten sein. Diese wird auch als Dakyrocystorhinostomie bezeichnet und kann auf zwei Wegen erfolgen. Entweder wird innerhalb der Nase selbst mithilfe eines dünnkalibrigen Endoskops der Tränensack eröffnet oder ein Verbindung vom Tränensack zur Nase wird künstlich von außen gelegt.

Vorbeugen einer Tränensackentzündung

Was sind die Ursachen einer Tränensackentzündung?

Meist ist die Ursache eine Abflussbehinderung (Stenose) der ableitenden Tränenwege am Ausgang des Tränensackes oder beim weiter tiefliegenden Tränennasengang. Dieser wird im medizinischen Fachjargon Ductus nasolacrimalis genannt. Er führt die Tränenflüssigkeit vom Tränensack in die Nase wo sie durch die Atmung bedingt verdunsten kann .

Ein Spezialfall des Abflussbehinderung betrifft die von einer Tränensackentzündung betroffenen Säuglinge. Bei ihnen ist der Ausgang des Tränennasenganges noch durch die Hasner-Klappe verschlossen. Diese öffnet sich in der Regel spontan, bei den betroffenen Säuglingen jedoch nicht. Es kommt also zum Rückstau der Tränenflüssigkeit und damit meist zur Entzündung.

Dies Abflussbehinderung allein würde nicht zu einer Entzündungsreaktion des Körpers führen, sondern die anschließende Infektion durch krankmachende (pathogene) Mikroorganismen ist dafür ursächlich. Diese sind meist aus benachbarten Strukturen wie der Nasenhöhle oder den Nasennebenhöhlen aufgestiegen und finden dank dem stehengebliebenen Fluss der Tränenflüssigkeit einen reichhaltigen Nährboden für ihr Wachstum. Meist sind dies Bakterien der Art Stapylokokkus aureus oder Pneumokokken, aber auch Pilze können in den Tränensack eindringen und zur Entzündung führen.

Auch das Eintragen von Schmutzpartikeln in die Tränenwege durch das Reiben der Augen bei Kleinkindern kann eine Infektion begünstigen. Deshalb sollte vorallem hier auf eine sorgfältige Hygiene geachtet werden, um Infektionen effektiv vorzubeugen.

Wie kann eine Tränensackentzündung vorgebeugt werden?

Ein großer Teil der Tränensackentzündungen sind idiopathisch, d.h. die Ursachen sind unklar.

In den anderen Fällen sollten Grunderkrankungen wie z.B. ein Sicca- Syndrom behandelt werden, da trockene Augen und damit einhergehend fehlender Fluss der Tränenflüssigkeit durch die Tränenwege ein gute Möglichkeit für infektiöse Krankheitserreger sind.

Wie bei allen durch Bakterien oder Viren ausgelösten Erkrankungen sollte auf ein sorgfältige Hygiene geachtet werden, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu verringern.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Tränensackentzündung finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.04.2019
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