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Verkalkungen in der Bauchschlagader

Einleitung

Als Verkalkungen in der Bauchschlagader bezeichnet man die Ablagerung von Blutfetten und Abfallstoffen in der Bauchschlagader.

Durch Reaktionsprozesse der Gefäßwand verkalkten diese Ablagerungen. Meist geht die Verkalkung der Bauchschlagader mit der Verkalkung anderer Gefäße einher. Solche Verkalkungen führen zu Durchblutungsstörungen und können so lebensgefährliche Komplikationen hervorrufen.

Was führt zu einer Verkalkung der Bauchschlagader?

Die Ursachen der Verkalkung der Bauchschlagader sind vielfältig, die meisten davon liegen in unserem heutigen Lebensstil.

Risikofaktoren für diese Gefäßverkalkungen sind vor allem hohe Blutfettwerte. Auch Bluthochdruck, chronische Erkrankungen wie Diabetes (Blutzuckerkrankheit) und der Konsum von Alkohol und Nikotin erhöhen das Risiko für eine Verkalkung der Bauchschlagader. Zu diesen Risikofaktoren trägt der Lebensstil bei, der von mangelnder Bewegung, einem zu großen Angebot an Nahrungsmitteln, vor allem an ungesunden Nahrungsmitteln, und der Verfügbarkeit von gesundheitsschädlichen Genussmitteln geprägt ist. All diese Faktoren können die Gefäße schädigen und so zur Verkalkung der Bauchschlagader beitragen.

So kommt es beispielsweise durch die Erkrankung Diabetes zu hohen Zuckerspiegeln im Blut. Der Zucker lagert sich daraufhin an den Gefäßwänden ab, hinzu kommen die Fetttröpfchen, die aufgrund der hohen Blutfettwerte ebenfalls im Blut herumschwimmen. Die Gefäßwand versucht diese Ablagerungen zu beseitigen, dabei kommt es jedoch zu Reaktionen und die Gefäßwände verkalken. Durch einen hohen Blutdruck wird dieser Effekt verstärkt. Der Blutdruck setzt die Gefäßwände nämlich unter Stress und reduziert so ihre Abwehrkräfte.

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So wird eine Verkalkung der Bauchschlagader diagnostiziert

Bei der Diagnose der Verkalkung der Bauchschlagader spielen zunächst die Risikofaktoren und die Blutuntersuchung eine Rolle.

Werden hohe Blutfettwerte, ein hoher Blutzuckerwert und ein hoher Blutdruck festgestellt, kommt es üblicherweise zur Untersuchung der Gefäße. Dabei kann man zunächst versuchen eine Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader durchzuführen. Bestätigt sich der Verdacht, wird oftmals eine Angiographie, also eine Darstellung der Gefäße mittels einer Computertomographie durchgeführt. Diese lässt Rückschlüsse auf die Schwere der Erkrankung und die Einengung des Gefäßes durch die Verkalkungen zu. Daraufhin können Therapieentscheidungen getroffen werden.

Was sieht man im Ultraschall?

Im Ultraschall sieht man die Verkalkung der Bauchschlagader besonders an einer starken Aufhellung der Gefäßwände.

Die Verkalkung ist echoreich, sie reflektiert also viele der Ultraschallwellen und sendet diese an die Quelle, also den Schallkopf zurück. Auf dem Ultraschallbild erscheint die Verkalkung daher weiß. Dahinter ist ein sogenannter Schallschatten, also eine Verdunklung des Bildes zu erkennen.

Meist wird zusätzlich eine Dopplersonographie durchgeführt. Bei dieser Untersuchung misst man die Geschwindigkeit, mit der das Blut im Gefäß fließt. Normalerweise sollte daraufhin auf dem Bildschirm eine blaue oder rote Färbung des Gefäßes erscheinen. Durch die Verkalkung kommt es allerdings zu Verwirbelungen, welche als gelbliche bis weiße Farbcodierungen auftreten. Mittels dieser Flussgeschwindigkeiten kann eine Abschätzung der Einschränkung durch die Verkalkung vorgenommen werden.

An diesen Symptomen erkennt man eine Verkalkung der Bauchschlagader

Eine Verkalkung der Bauchschlagader ist oftmals sehr lange symptomlos.

Die Bauchschlagader hat einen sehr großen Durchmesser, deshalb verringern kleine Kalkablagerungen den Blutfluss nur sehr geringfügig, es treten daraufhin keine Beschwerden auf. Erst bei starken Ablagerungen und einer deutlichen Einschränkung des Blutflusses können Symptome der Mangeldurchblutung auftreten. Diese können beispielsweise die Beine betreffen, meist kommt es beim Laufen zu ersten Beschwerden, da die Muskeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind.

Auch Organe wie beispielsweise die Niere können unter der Mangeldurchblutung leiden, sodass es zu Blutdruckentgleisungen und Fehlfunktionen in der Ausscheidung von Urin kommt. Meist gehen Verkalkungen der Bauchschlagader mit Verkalkungen anderer Gefäße einher. Davon kann beispielsweise das Herz betroffen sein, sodass auch ein Herzinfarkt oder ein Druck auf der Brust bei körperlicher Anstrengung hinweisend für Verkalkungen der Bauchschlagader sein können.

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Schmerzen an der Bauchschlagader

Schmerzen an der Bauchschlagader werden normalerweise nicht durch Verkalkungen hervorgerufen. Vielmehr werden Schmerzen in anderen Körperregionen aufgrund der Mangeldurchblutung ausgelöst. So schmerzen beispielsweise die Beine bei körperlicher Belastung.

Schmerzen an der Bauchschlagader beziehungsweise im Bauchraum sprechen für die Entstehung eines Aortenaneurysmas, also einer Aussackung der Bauchschlagader. Dies kann eine Komplikation der Verkalkung der Gefäßwände sein. Schlimmstenfalls kann die Wand der Bauchschlagader einreißen. Dies geschieht allerdings erst in einem äußerst fortgeschrittenen Krankheitsstadium. Es kommt zu stärksten Schmerzen an der Bauchschlagader, die sich auf den Bauch oder den Rücken projizieren können. Ist der Defekt in der Gefäßwand groß, können betroffene Personen innerhalb weniger Minuten verbluten.

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So wird die Verkalkung der Bauchschlagader therapiert

Konservative Behandlung

Die Verkalkung der Bauchschlagader wird normalerweise konservativ behandelt, also nicht-operativ.

Zunächst versucht man sogar eine Therapie ohne Medikamente. Dazu ist allerdings eine umfangreiche Änderung des Lebensstils notwendig. Es muss vollständig auf schädliche Substanzen wie Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Zudem muss Bewegung in den Alltag integriert werden. Mindestens 150 Minuten körperliche Belastung in der Woche sind ein Richtwert, der erreicht werden sollte. Auch die Ernährung muss umgestellt werden. So sollte viel Obst und Gemüse verzehrt werden. Auf besonders fettige Speisen sollte man verzichten, vor allem auf jene, die „schlechte“ Fette (LDL) enthalten. Dagegen sollte man vermehrt „gute“ Fette (HDL), die beispielsweise in Nüssen und Fisch enthalten sind, aufnehmen. Auch süße Speisen mit viel Zucker sind schädlich.

Gelingt diese Lebensstilumstellung nicht, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie erfolgen. Diese besteht aus der Einstellung des Blutdrucks, zudem müssen bei hohen Blutfettwerten Cholesterinsenker eingenommen werden. Liegt bei der betroffenen Person zusätzlich die Erkrankung Diabetes vor, muss diese mittels Antidiabetika möglichst gut eingestellt werden.

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Operative Möglichkeiten

Normalerweise greift man bei den Operationen zunächst auf ein minimalinvasives Verfahren zurück. Dabei wird ein sogenannter Stent, also ein Drahtgitter über die Leistenschlagader bis in die Bauchschlagader an einem langen Draht vorgeschoben. Dort entfernt man die Verkalkung, soweit es möglich ist, und setzt den Stent in dem betroffenen Teil der Bauchschlagader ein.

Ist die Verkalkung zu groß oder sind auch abgehende Gefäße der Bauchschlagader wie beispielsweise die Nierenarterien betroffen, muss man über eine große Operation nachdenken. Dabei wird das ursprüngliche Gefäß durch eine Prothese ersetzt. Dies Operation kann auch in der Inlay-Technik durchgeführt werden, bei der die Bauchschlagader aufgeschnitten wird, die Prothese hineingesetzt wird und die Schlagader anschließend über der Prothese wieder vernäht wird.

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Wann braucht man eine OP?

Eine Operation ist bei einer Verkalkung der Bauchschlagader oftmals zunächst nicht möglich. Die Erkrankung ist in der Regel über Jahre bis Jahrzehnte hinweg mit Lebensstilanpassungen und Medikamenten therapierbar.

Ist die Verkalkung jedoch so stark ausgeprägt, dass schwerwiegende Durchblutungsstörungen auftreten, sollte eine Operation erfolgen. Dabei kann minimalinvasiv, also ohne große Bauchschnitte, ein Teil der Verkalkungen herausgelöst werden. Zur Stabilisierung der Bauchschlagader wird danach meist ein Stent, eine Art Drahtgitter, eingesetzt. Größere Operationen, bei denen der betroffene Teil der Bauchschlagader durch eine Prothese ersetzt werden muss, sind erst in sehr fortgeschrittenen Stadien notwendig. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn eine Stentimplantation nicht ausreichend erfolgsversprechend ist.

Richtige Ernährung bei Verkalkungen der Bauchschlagader

Die Ernährung bei Gefäßverkalkungen orientiert sich maßgeblich an den Arten von Fett, die jemand zu sich nimmt.

Das gute Cholesterin wirkt sich schützend auf die Gefäße aus, das schlechte dagegen begünstigt die Entstehung der Arteriosklerose. Man sollte daher möglichst wenig gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen. Diese sind vor allem in tierischen Fetten, also in Fleisch enthalten. Aber auch Frittierfett besteht zum größten Teil aus diesen gesättigten Fettsäuren.

Pflanzliches Fett dagegen ist besonders wertvoll. Neben pflanzlicher Margarine und Olivenöl sind auch Nüsse und Fisch eine wichtige Quelle für das gute Fett. Es gilt also nicht, bei der Ernährung das Fett komplett vom Speiseplan zu verbannen, vielmehr sollte auf die Quelle des Fettes geachtet werden. Zusätzlich wirken auch Obst und Gemüse mit ihren Ballaststoffen und Vitaminen sehr positiv für das Gefäßsystem. In der Regel reichen für einen Erwachsenen Menschen etwa 5 Portionen (á 50g) Obst am Tag sowie 250g Gemüse aus, um den Bedarf an Vitaminen zu decken.

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Krankheitsverlauf

Die Verkalkung der Bauchschlagader geht meist einher mit der Verkalkung anderer Gefäße. Diese Verkalkung beginnt natürlicherweise ab dem 20. Lebensjahr bei jeder Person und kann bei idealer Gesundheit ein ganzes Leben lang unauffällig bleiben.

Wird die Verkalkung jedoch durch andere Faktoren verstärkt, kommt es zunächst nur zu Kalkablagerungen an den Gefäßwänden. Dies hat zuerst Auswirkungen auf den Blutdruck. Danach kommt es an verschiedenen betroffenen Organen zu Durchblutungsstörungen. Oftmals ist das Herz eines der Organe, die als erstes betroffen sind. Auch Finger und Zehen werden zunehmend schlechter durchblutet. Später kommt es besonders bei Verkalkungen der Bauchschlagader auch zur Mangeldurchblutung der Verdauungsorgane und der Nieren. Sind die Gefäßwände der Bauchschlagader vollkommen geschädigt, kann es zu einem lebensgefährlichen Einriss der Bauchschlagader kommen.

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Folgen von Verkalkungen in der Bauchschlagader

Bei der Verkalkung der Bauchschlagader treten die Folgen erst bei sehr starken Verkalkungen auf.

Zunächst kommt es aufgrund des verminderten Blutflusses zur Mangeldurchblutung der Verdauungsorgane und der Niere. Besonders die Niere reagiert sehr empfindlich auf die Durchblutungsstörung und löst in der Folge hohe Blutdruckspitzen aus. Die Organe können von der Mangeldurchblutung so stark geschädigt werden, dass ernsthafte Funktionseinschränkungen auftreten.

Auch die Beine werden bei einer Verkalkung der Bauchschlagader nicht gut durchblutet. Zunächst macht sich dies nur bei körperlicher Belastbarkeit durch Schmerzen in den Beinen bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium verstopfen auch die Beingefäße oder es bilden sich Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen. Das nicht mehr mit Blut versorgte Gewebe kann absterben wenn dieses Gerinnsel nicht entfernt wird.

Ist die Verkalkung der Bauchschlagader so weit fortgeschritten, dass die Gefäßwand geschwächt wird, kann es zur Aussackung der Bauchschlagader (Aneurysma) kommen. Dies kann plötzlich geschehen und möglicherweise einen Einriss der Bauchschlagader mit lebensbedrohlichen Blutungen mit sich bringen. Aber auch ein chronisches Aneurysma kann entstehen.

Was passiert wenn die Halsschlagadern auch verkalkt sind?

Die Halsschlagader ist maßgeblich für die Durchblutung des Kopfes und des Gehirns zuständig. Daher kann eine verkalkte Halsschlagader lebensgefährliche Folgen mit sich bringen.

Die Folgen beruhen auf drei Mechanismen: es kann eine Mangeldurchblutung des Gehirns entstehen, weil nicht mehr genug Blut durch die Halsschlagader hindurchfließt. Oder ein Teil der Verkalkung löst sich, verkantet sich in einem anderen Gefäß und verstopft dieses. Die dritte Möglichkeit ist die Bildung von Blutgerinnseln an der Verkalkung, die ebenfalls die Gefäße verstopfen können. Die Folge sind Durchblutungsstörungen im Gehirn, die je nach Ort sehr unterschiedliche bis lebensbedrohliche Hirnfunktionsausfälle mit sich bringen. Vor allem plötzliche Verschlüsse oder Minderversorgungen lösen Schlaganfälle aus.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.04.2019
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