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Wachstumshormone

Einleitung

Wachstumshormone (Abkürzung GH =growth hormon) sind Hormone, und somit chemische Botenstoffe, die das Wachstum anregen. Hierzu gehören: Das Wachstum eines Lebewesens, insbesondere des Körpers, eine gesteigerte Proteinbiosynthese, die Erhöhung der Dichte der Knochensubstanz und eine erhöhte Fettverbrennung. Die Wachstumshormone werden an das Blut abgegeben werden, um am ihrem Zielort ihre bestimmte Funktionen zu erfüllen. 

Ein Beispiel für ein klassisches Wachstumshormon ist das Somatropin. Dieses ist unter verschiedenen Namen bekannt, die als Synonym verwendet werden können: Somatotropes Hormon, Growth Hormon, Human Growth Hormon und Wachstumshormon. 
Aus chemischer Sicht handelt es sich hierbei um ein Peptidhormon, strukturell gesehen ist es ein Polypeptid, was nichts anderes bedeutet, als dass es sich hierbei um ein Molekül handelt, welches aus einzelnen Aminosäuren aufgebaut ist, die über spezielle chemische Bindungen, den sogenannten Peptidbindungen, miteinander in Verbindung stehen. Bei dem Polypeptid sind das in etwa 10 – 100 Aminosäuren, die eine Verknüpfung bilden. In Ausnahmefällen, wie bei dem Somatotropin sind es auch mal 191 Aminosäuren.

Funktion

Wie der Name bereits vermuten lässt das "Growth Hormon" unseren Körper Wachsen. Man spricht hier vom Längenwachstum. Dieser Begriff ist jedoch teilweise irreführend, da auch das Knochensystem und die inneren Organe, die Haut, aber auch Nase und Ohren sichtlich betroffen sein können.
Das bereits erwähnte Somatotropin wirkt direkt auf unsere Zellen, eine der am besten erforschten Eigenschaften ist das Körperwachstum kurz nach der Geburt.
Hierbei wird in der Leber unter dem Einfluss von Wachstumshormon der sogenannte Insulin-like growth factor 1 gebildet, der in der Leber hergestellt wird. Dies ist ebenfalls ein Wachstumsfaktor, der an der Regulation des Zellwachstums maßgeblich beteiligt ist.

Wirkung

Wachstumshormone wie Somatotropin sind essenziell für ein gesundes und normales Wachstum in der Entwicklung eines jeden Menschen und vieler Tiere.
Eine erhöhte Produktion im Körper (Bspw. durch Hypophysentumore) oder ein Zuführen von außen geht jedoch stets mit Veränderungen des Körpers einher. Beispielsweise führt eine Überdosierung von Wachstumshormonen bei Heranwachsenden zu Riesenwuchs. Bei bereits ausgewachsenen Personen häufig zu ungleichmäßigem Knochenwuchs und Wachstum der Akren. Dies bedeutet, dass am Ende der Extremitäten (Füße, Kinn, Hände, Ohren) ein Größenwachstum auftreten kann. Zusätzlich zu diesem Größenwachstum sind Deformitäten des Schädelknochens zu erwarten, sowie auch Weichteilwachstum des Herzens (Kardiomegalie).

Hier finden Sie Informationen zum Thema: Wachstumsstörung

Ein Mangel an Wachstumshormon reduziert im Umkehrschluss bei Erwachsenen die Muskelmasse, erhöht den Fettgehalt (vor allem im Gesicht) und reduziert die Dichte der Knochen. Als Folge ergeben sich häufig eine verminderte Qualität des eigenen Lebens, welche wiederum mit einer verminderten Lebenserwartung einhergehen.
Biochemisch und physiologisch betrachtet wirkt Somatotropin primär an: Muskeln, Leber, Knorpel, Knochen und Niere. An den Fettzellen hat es zudem eine fettabbauende Wirkung, wobei es den Blutzuckerspiegel im Allgemeinen erhöht.

Kaufen von Wachstumshormonen

Wachstumshormone sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Darüber hinaus sind Wachstumshormone auf der Doping-Liste. Das erwerben von Präparaten, die das Wachstum des Körpers bewirken ist somit illegal und wird strafrechtlich verfolgt.
Wie bei anderen muskelaufbauenden Substanzen ist es nicht selten, dass die illegal erworbenen Substanzen in sogenannten Untergrundlaboren hergestellt werden und somit entweder wirkungslos sind oder noch stärkere Nebenwirkungen aufweisen. Der Preis für sogenannte „Kuren“, das sind Einnahmen bestimmer Dosierungen meist illegaler Substanzen über einen längeren Zeitraum, beläuft sich auf fünfstellige Beträge. Nur bei bestimmten Befunden sind Krankenkassen dazu bereit einen Teil der Kosten zu übernehmen.
Ein Erwerb dieser Substanzen sollte stets durch einen seriösen Arzt und nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung stattfinden. Dieser wird diese Hormone nur verschreiben, wenn eine entsprechende Diagnose vorliegt. Ein Missbrauch von Wachstumshormonen ist jedoch häufig in verschiedenen Sportarten zu beobachten. Hierbei spricht man von Doping – ein Thema das in einem der nächsten Abschnitte ausführlicher behandelt wird. Lesen Sie Mehr zum Thema unter: Doping im Sport

Bodybuilding

Viele der Athleten, die an der Weltspitze des Bodybuildings stehen und gegeneinander um den eindrucksvollsten Adonis-Körper bei Wettkämpfen wie dem „Mister Olympia“ wetteifern, haben sich in der Vergangenheit an Wachstumshormonen bedient.
Diese Art von Unterstützung ist vor allem im Bodybuilding so attraktiv, da durch die fettabbauende und zugleich muskelaufbauende Wirkung ein – nach dem Empfinden der Athleten und der Jury auf Wettkämpfen – ästhetischer und definierter Körper zur Schau gestellt werden kann, der ohne diese Mittel in den meisten Fällen wohl für viele Sportler nie zu erreichen wäre.
Doch anstatt an dieser Stelle mit erhobenem Zeigefinger auf bestimmte Doping Sünder des Vergangenen Jahrzehnts zu zeigen, gibt es im Bodybuilding auch genug positiv Beispiele, die zeigen, dass man den Wachstumshormonspiegel auch durch einen gesünderen Lebensstil steigern kann.

Natürliche Anregung des Wachstumshormonspiegels

Als Kraftsportler ist eine ausgewogene Ernährung, die die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette) in einem sinnvollen Verhältnis zueinander abdeckt, die Basis für einen gesunden Hormonhaushalt. Da die Bausteine der Eiweiße (Proteine) die Aminosäuren sind und wir gelernt haben, dass das Polypeptid Somatotropin aus eben diesen Bausteinen aufgebaut ist, wird hier ein Zusammenhang zwischen einer sinnvollen und gesunden Ernährung und dem Ausstoß von Wachstumshormonen offensichtlich.
Des Weiteren können Mikronährstoffe wie Vitamine und Minerale ihren Teil zu einen vermehrten Ausstoß an Wachstumshormon beitragen. Muskeltraining und Sport im Allgemeinen wirken sich ebenfalls positiv auf das Wohlbefinden und den Wachstumshormonspiegel aus. An einigen Probanden konnte man sogar feststellen, dass Alkohol den HGH (human growth hormon) Spiegel deutlich senkt und somit kontraproduktiv für Muskelaufbau und Wachstum ist.
An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass die Einnahme von synthetischen Wachstumshormonen in keinem Falle einen fitten und vitalen Menschen aus gesundheitlichen Gründen zu empfehlen ist, wohingegen einer natürliche Steigerung des HGH-Spiegels durch eine abwechslungsreiche Ernährung ein erstrebenswertes Ziel für Menschen, die auch im hohen Alter noch gesund sein möchten, darstellt.
Lesen Sie mehr zum Thema unter: Muskelaufbau und Ernährung, Muskelaufbau und Alkohol

Doping

Ein offenes Geheimnis, das in der Öffentlichkeit häufig tabuisiert wird: der Missbrauch von Substanzen, die die körperliche und oder geistige Leistungsfähigkeit steigern: Doping. Wie auch das Testosteron oder andere Anabolika hat das Somatotropin einen positiven Effekt auf den Muskelaufbau.
Zusätzlich zu dem Einsatzbereich im Bodybuilding findet diese Art von Medikamenten eine Verwendung in der Anti-Aging Industrie. Vor allem in den USA herrscht ein sehr offener Umgang mit diesem Thema und die Beauty Industrie kann mithilfe derartiger Hormonpräparate Gewinne im Milliardenbereich erzielen.
Gerade im Bodybuilding Bereich wird das Somatotropin häufig nicht alleine verwendet. Die Kombination aus Insulin, Trenbolonacetat, Testosteron und Schilddrüsenhormonen ist keine Seltenheit.
Wichtig zu erwähnen ist, dass auftretende Schäden durch Wachstumshormone nicht unterschätzt werden sollten, da eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie nicht mehr heilbar sind und Konsumenten den Rest ihres Lebens mit Folgeschäden zu rechnen haben, die nicht nur die Beteiligten belasten, sondern auch das Gesundheitssystem.
Lesen Sie mehr zum Thema unter: Muskelaufbau und Anabolika

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Wachstumshormone finden Sie unter:

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Eine Übersicht aller Themen der Anatomie finden Sie unter Anatomie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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