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Wespenstich - Mit diesen Spätfolgen sollte man rechnen

Einleitung

Unter Spätfolgen versteht man das zeitverzögerte Auftreten von Symptomen zum eigentlichen Erkrankungsereignis, also in diesem Fall dem Wespenstich. Sie treten dabei meist frühestens zwei bis drei Tage nach dem Wespenstich auf und zählen somit nicht mehr direkt zum akuten Krankheitsverlauf.

Insgesamt sind Spätfolgen bei einem Wespenstich aber eher selten und treten nahezu nur bei Allergikern auf. Sie können sich in Form von grippeartigen Symptomen, Kreislaufproblemen oder gar einer dauerhaften Sensibilisierung äußern.

Falls Sie also kein Allergiker sind, haben Sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Spätfolgen zu befürchten.

Die häufigsten Spätfolgen

Die folgenden Symptome treten bei Allergikern am häufigsten auf:

  • grippeartige Erkrankung mit Fieber durch Überreaktion des Immunsystems,
  • Herz- und Kreislaufprobleme durch Weitstellung der Gefäße bei einer schweren Allergie,
  • dauerhafte Sensibilisierung (= Ausbildung einer manifesten Allergie nach dem ersten Stich),
  • chronische Schmerzen bei verzögerter bzw. komplizierter Wundheilung,
  • Blasenbildung und
  • Narbenbildung an der Einstichstelle bei der Abheilung eines Wespenstiches, wenn eine Blasenbildung vorlag.

Seltene Spätfolgen

Folgende Symptome treten eher seltener auf, sind aber prinzipiell möglich:

Sepsis

Unter "Sepsis" versteht man eine Blutvergiftung. Es handelt sich dabei um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die einer intensivmedizinischen Betreuung des Betroffenen im Krankenhaus bedarf. Bei Wespenstichen wird das Vollbild einer Sepsis jedoch nur relativ selten ausgeprägt, da nur in wenigen Fällen eine Infektion durch einen Wespenstich übertragen wird.

Bei einer Sepsis treten ähnliche Symptome wie bei einem anaphylaktischen Schock auf, jedoch zeigt die medizinische Diagnostik im Gegensatz zum Schock sehr wohl eine Beeinträchtigung verschiedener Organfunktionen.

Informieren Sie sich auch über das Thema: Lymphangitis nach einem Insektenstich

Ödeme

Ödeme können sowohl eine akute Folge eines Wespenstiches sein als auch eine Spätfolge. Sie manifestieren sich oft innerhalb von Minuten bis Stunden im Bereich um den Mückenstich herum und bilden sich bei einem normalen Heilungsverlauf innerhalb von Tagen zurück.

Ein längeres Bestehen eines Ödems spricht für eine Persistenz des Allergens im Einstichbereich, wie zum Beispiel beim nicht vollständigen Entfernen des Stachels oder für eine übersteigerte Immunreaktion im Rahmen einer Allergie.

Bei anhaltender Schwellung sollte ein Arzt beurteilen, ob das Lymphsystem mit betroffen ist. Wenn dies der Fall sein sollte, wird eine manuelle Lymphdrainage empfohlen, um weiteren Folgeschäden vorzubeugen.

Juckreiz

Juckreiz ist im Prinzip keine direkte Spätfolge eines Wespenstiches, da er erst entsteht, wenn die körpereigene Reaktion des Immunsystems auf den Wespenstich einsetzt. In der Regel reagiert das Immunsystem unmittelbar auf den Mückenstich und spezielle Abwehrzellen schütten den Botenstoff Histamin aus. Dieser reizt sensible Nervenendigungen in der Haut, was Betroffene als Juckreiz wahrnehmen.

Je mehr Wespengift bei dem Stich injiziert wurde, desto mehr Abwehrzellen erkennen das Gift als „fremd“ und schütten das Histamin aus. Umgekehrt bedeutet dies, dass solange noch Wespengift in der Haut ist, Juckreiz ein mögliches Symptom sein kann. Dass er mit der Zeit zunimmt, liegt nicht selten an der psychogenen Fixierung auf den Mückenstich und das Manipulieren am Mückenstich selbst durch Kratzen.

Wie viele Wespenstiche sind tödlich?

Zunächst einmal ist zu sagen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, tatsächlich an einem Wespenstich zu versterben. Wenn überhaupt stirbt man viel eher am anaphylaktischen Schock, der unmittelbar nach dem Stich auftritt, als an den Spätfolgen des Stichs. Die einzige Spätfolge, die ohne Behandlung überhaupt zum Tode führen kann, ist die Sepsis. 

 Außerdem reagiert jeder Mensch individuell auf Wespenstiche, deshalb ist es nicht möglich, diese Frage exakt zu beantworten. Pauschal gelten folgende Dimensionen bei gesunden Menschen ohne Allergie:

  • Bei Erwachsenen wird es ab ungefähr 100 Stichen gefährlich,
  • bei Kindern schon ab 50.

Bei einem Allergiker reicht dagegen im Zweifelsfall nur ein Stich aus, um ohne sofortige ärztliche Behandlung an den Folgen des anaphylaktischen Schocks zu versterben.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.09.2019
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