Wespenstich - Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen

Definition

Von einem Wespenstich spricht man, wenn eine Wespe mit ihrem Stachel in die Haut einer Person eindringt und ihr Gift in diese spritzt (injiziert). Meist geschieht dies im Rahmen einer Abwehrreaktion des Insekts, entweder bei direkter Bedrohung der Wespe (zum Beispiel, wenn man auf sie tritt) oder wenn das Nest der Wespen bedroht wird. Im Gegensatz zu Bienen haben Wespen keine Widerhaken am Stachel und können mehrmals zustechen, ohne dass der Stachel in der Haut stecken bleibt. Der menschliche Körper reagiert im Normalfall mit einer lokalen Reaktion in Form von Schmerzen und später Juckreiz, Schwellung und Rötung. Im Normalfall ist der Schmerz bei einem Wespenstich erträglich und lässt nach kurzer Zeit bereits nach. Schwellung und Juckreiz bestehen meist noch für einige Tage. In seltenen Fällen kann es zu einer erheblichen allergischen (anaphylaktischen) Reaktion kommen, die in lebensbedrohliche Zustände münden kann. Auch beim Nicht-Allergiker sollte bei Stichen in Mund- und Rachenraum, beziehungsweise in den Hals, schnell gehandelt und eine Klinik aufgesucht werden, da es durch das Zuschwellen der Atemwege zu Atemnot kommen kann.

Therapie

Im Normalfall ist eine Therapie bei einem Wespenstich nicht nötig. In der Akutsituation kann versucht werden das Wespengift mit einem Saugstempel oder per Ausdrücken zu entfernen. Es sollte unbedingt darauf verzichtet werden das Gift mit dem Mund auszusaugen! Auch sollte der Einstich grob untersucht werden. Im Normalfall steckt kein Stachel mehr in der Haut. Sollte doch ein Stachel stecken, sollte dieser vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden, im Anschluss sollte die Einstichstelle mit einem geeignetem Wunddesinfektionsmittel desinfiziert werden. Beim Herausziehen sollte sehr vorsichtig vorgegangen werden, da noch im Stachel enthaltenes Gift unter Umständen bei der Entfernung in die Haut gedrückt werden kann. Bei großer Unsicherheit kann hierfür der Hausarzt aufgesucht werden. Die Stelle des Einstichs sollte im Anschluss mit Eis gekühlt werden. Eine weitere Therapie ist nicht nötig. Es ist jedoch möglich eine Salbe, die gegen Insektenstiche hilft – wie zum Beispiel Fenistil® – aufzutragen. Auch sind in der Apotheke spezielle Stichheiler erhältlich, die durch eine lokale Erwärmung die Bestandteile des Giftes zerstören können, sie sind jedoch nur bei Anwendung direkt nach stattgefundenem Stich wirksam. Des Weiteren gibt es viele Hausmittel, die Erleichterung bringen können. Kratzen des Stichs sollte auch bei Juckreiz vermieden werden

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Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Das Aufsuchen eines Arztes ist nach einem Wespenstich im Normalfall nicht nötig. Sollten sich Zeichen einer akuten allergischen Reaktion zeigen, sollte jedoch umgehend ein Notarzt verständigt werden. Auch wenn die Einstichstelle übermäßig anschwillt (größer als 10 cm im Durchmesser) oder nach mehr als fünf Tagen noch keine Besserung eingetreten ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wie schon erwähnt kann auch bei großer Unsicherheit was ein Herausziehen angeht ein Hausarzt hierfür aufgesucht werden. 
Sollte die Einstichstelle infiziert sein und sich zum Beispiel Eiter am Einstich bilden, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden um die Infektion näher einschätzen zu lassen. Im Normalfall ist ein Wespenstich jedoch nicht weiter gefährlich. Erst bei über einhundert Stichen auf einmal wird es für den Nicht-Allergiker lebensgefährlich. 

Hausmitttel

Zunächst sollte die Stelle des Wespenstichs für einige Minuten gekühlt werden. Je früher desto besser. Auch später kann Kühlen gegen den Juckreiz helfen. Zudem hört man auch, dass Hitze (zum Beispiel in Form eines heißen Löffels) hilft das Gift zu zerstören – dies stimmt zwar prinzipiell, es wird aber generell davon abgeraten, da meist entweder die Hitze nicht groß genug ist, oder aber Verbrennungen entstehen können. Dem gleichen Prinzip nach folgen Antistichstifte aus der Apotheke. Diese können bis kurz nach dem Stich angewendet werden und einen langwierigen Verlauf vorbeugen. Andere Hausmittel helfen vor allem durch eine antientzündliche Wirkung. So können Zwiebelscheiben auf den Stich gelegt werden, oder der Stich kann vorsichtig mit Honig oder Essig betupft werden. Diese zwei können hilfreich gegen den Juckreiz sein. Sollte der Kontakt mit einer dieser Substanzen brennen, dann sollte jedoch darauf verzichtet und die Stelle gründlich mit klarem, kühlen Wasser abgespült werden. Auch Pflanzen und Kräuter aus dem Garten können hilfreich sein – so kann das Auflegen von Lavendelblüten, aber auch von Spitzwegerichblättern, Gänseblümchenblüten oder Salbeiblättern helfen. Diese sollten aber nur angewendet werden, wenn keine offene Stelle am Einstich zu sehen ist, um eine Verschmutzung und Infektion der Wunde zu vermeiden.

Homöopathie

Es gibt verschiedene homöopathische Möglichkeiten einen normalen Wespenstich zu behandeln und die Symptome zu lindern. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion sollte jedoch der Notarzt alarmiert werden. Generell gelten Globuli Apis mellifica C30 als erste Wahl für Insektenstiche (insbesondere Stiche von Wespen, Bienen und Hornissen). Es wird empfohlen so bald wie möglich nach dem Stich drei Apis C30 Globuli einzunehmen, zusätzliche Behandlung wie Kühlung und verschiedene Hausmittel können die Beschwerden weiter lindern. Insbesondere zum Abklingen der Schwellung können die Globuli beitragen. Als Alternative zur innerlichen Anwendung können die Globuli auch in abgekochtem Wasser aufgelöst werden und so auf den Stich aufgetupft werden.

Was kann man gegen die Schmerzen tun?

Ein Wespenstich tut während den ersten Minuten nach dem Stich häufig stark weh. Im Normalfall kling der Schmerz nach drei bis acht Minuten jedoch bereits ab. Generell sollte die Einstichstelle trotzdem gekühlt werden, da die Kälte nicht nur gegen die Schwellung hilft, sondern auch als natürliches Schmerzmittel fungiert. Später im Verlauf zeichnet sich der Stich häufig eher durch einen Juckreiz, als durch Schmerzen aus. Hier kann eine antihistaminisch wirkende Salbe oder ein Gel wie Fenistil® aufgetragen werden. Auch kann hier immer noch eine Kühlung oder eines der oben aufgeführten Hausmittel angewendet werden. Ein Schmerzmittel ist normalerweise nicht nötig, sollten die Schmerzen aber nach Stunden noch nicht weg sein, so kann zum Beispiel Ibuprofen in geringen Dosen eingenommen werden (eine 200mg Tablette bei Jugendlichen und Erwachsenen).

Stachel steckt noch - was tun?

Im Regelfall bleibt bei einem Wespenstich der Stachel nicht stecken, da Wespen im Gegensatz zu Bienen keine Widerhaken am Stachel besitzen und sogar mehrfach zustechen können. Trotzdem sollte der Einstich immer gründlich untersucht werden. Sollte sich der Stachel doch noch in der Haut befinden kann dieser vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Im Anschluss sollte die Stelle mit einem geeignetem Wund- oder Hautdesinfektionsmittel desinfiziert werden, um eine Infektion vorzubeugen. In manchen Fällen kann sich im Stachel noch Gift befinden, welches bei einer unvorsichtigen Entfernung aus dem Stachel in die Haut gedrückt werden kann. Insbesondere bei Allergikern ist das ungünstig, weshalb hierfür ein Hausarzt aufgesucht werden kann. Ist der Stachel so tief in der Haut, dass er nicht mit einer Pinzette entfernt werden kann, so ist es ebenfalls möglich den Hausarzt aufzusuchen, der mit den richtigen Instrumenten und unter entsprechend desinfizierten Bedingungen den Stachel leichter entfernen kann.

Dauer

Bis ein Wespenstich vollkommen abgeheilt ist, dauert es meist zwischen fünf und sieben Tage, manchmal sind jedoch auch schon früher keine Symptome mehr vorhanden. In den ersten Minuten nach dem Stich werden in der Regel starke Schmerzen verspürt, die jedoch schnell wieder nachlassen (nach circa drei bis acht Minuten). In der selben Zeit beginnt sich eine Schwellung mit Rötung, Erwärmung und Juckreiz auszubilden. Bei Allergikern kann diese Schwellung zum Teil sehr groß werden. Nach zwei bis drei Tagen ist die größte Ausdehnung erreicht und die Symptome beginnen wieder zu verschwinden. Nach fünf bis sieben Tagen sind Wespenstiche spätestens ausgeheilt.

Wespenstichallergie

Eine Wespenstichallergie gehört zu den allergischen Reaktionen vom Typ I, dies bedeutet, dass es sich um eine Allergie vom Soforttyp handelt. Eine allergische Reaktion auf einen Wespenstich findet daher innerhalb von wenigen Minuten bis zu wenigen Stunden (maximal fünf bis sechs Stunden) nach dem Einstich statt, meist jedoch noch während der ersten Stunde nach dem Einstich. Bei einem Allergiker muss vor der allergischen Reaktion eine Sensibilisierung stattgefunden haben, das heißt es muss schon einmal vorher Kontakt zu Wespengift dagewesen sein, oder einfach gesagt, erst ab dem zweiten Stich im Leben kommt es zur allergischen Reaktion.
Hierbei werden Antikörper (Immunglobuline) vom Typ E (auch IgE genannt) aktiviert. Diese aktivierten IgE binden an Mastzellen (ein Zelltyp des Immunsystems, der frei im Blut und Gewebe vorkommt), welche Botenstoffe (Zytokine) wie Histamine und Granzyme freisetzen. Durch diese Botenstoffe wird die allergische Symptomatik verursacht. Während Schwellung, Rötung, Überwärmung und zu Beginn Schmerzen, später dann Juckreiz zu den normalen Symptomen gehören, können diese einerseits bei einer leichten Allergie stark ausgeprägt vorkommen oder bei einer stärkeren Allergie durch andere Symptome ergänzt werden. Zu den begleitenden Symptomen bei einer Wespengiftallergie gehören Hautausschlag am gesamten Körper, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen, Druck auf der Brust und Atemnot, sowie Herzrasen, Blutdruckabfall, Ohnmacht und Bewusstlosigkeit. Es können auch nur einzelne der genannten Symptome vorliegen. Sollten sich Anzeichen einer allergischen Reaktion zeigen, sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht, oder der Notarzt verständigt werden (Tel.: 112). Mit Hilfe eines Hauttests (Intrakutantest) kann schon vorher unter kontrollierten Bedingungen herausgefunden werden, ob eine Allergie vorliegt. Auch eine Hyposensibilisierung (Gewöhnung als Therapie, sodass die Allergie überwunden wird) kann durchgeführt werden. Dies geschieht im Regelfall im Krankenhaus, um bei unvorhergesehenen Folgen die optimale Versorgung gewährleisten zu können. Auch gibt es für bekannte Allergiker Notfallsets, die Medikamente enthalten, um eine akute Reaktion zu unterbinden. Auch wenn ein Notfallset erfolgreich eingesetzt wurde sollte im Anschluss der Notarzt verständigt werden.

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Begleitende Symptome

Ein Wespenstich macht sich meist sofort durch starke Schmerzen bemerkbar, die jedoch nach wenigen Minuten (drei bis acht Minuten) wieder nachlassen. Es bildet sich im Verlauf eine rote Quaddel von wenigen Zentimetern Durchmesser. Eine Rötung, Schwellung und Überwärmung des Bereichs des Wespenstichs ist zu bemerken. Diese Reaktion hält für einige Tage an und die Quaddel kann bis zu drei Tage nach dem Stich noch größere Ausmaße annehmen und durchaus zehn oder mehr Zentimeter im Durchmesser messen – insbesondere bei leichten Allergien. Meist bleibt die Quaddel jedoch kleiner. Die Symptome lassen im Anschluss nach und sollten nach fünf bis sieben Tagen verschwunden sein.Treten Symptome wie ein Hautausschlag am ganzen Körper mit Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Atemnot auf, so sollte eine Klinik aufgesucht werden, da es sich um eine allergische (anaphylaktische) Reaktion handeln könnte.

Schwellung

Die Schwellung befindet sich im Normalfall ausschließlich im Bereich des Wespenstichs und tritt schon nach wenigen Minuten auf. Meist hat sie einen Durchmesser von circa einem bis drei Zentimetern. Im Verlauf kann die Schwellung auch noch wachsen. Am zweiten bis dritten Tag nach dem Einstich hat sie aber häufig die maximale Größe erreicht. Hier kann sie bei leichten allergischen Reaktionen durchaus einen Durchmesser von über zehn Zentimetern annehmen. Eine solche Ausprägung sollte vom Arzt abgeklärt werden. Meist ist die Schwellung bei Druck schmerzempfindlich, tut aber in den Stunden und Tagen nach dem Stich nicht die ganze Zeit weh, sondern juckt ausschließlich. Die Schwellung ist meist außerdem warm und gerötet.

Entzündung und Blutvergiftung

Ein Wespenstich löst natürlicherweise eine lokale Entzündungsreaktion aus. Diese ist im Regelfall jedoch steril, also ohne Befall von Bakterien, sondern durch das Immunsystem ausgelöst, gilt als normale Reaktion und ist unabdingbar für die Heilung. Symptome dafür sind Schwellung, Rötung, Überwärmung und Schmerzen, vor allem bei Druck auf die Stichstelle. In seltenen Fällen kann sich die Einstichstelle zusätzlich infizieren. Hierbei sind dann durch Verschmutzungen oder einen hängen gebliebenen Stachel Bakterien, in die kleine durch den Wespenstich verursachte Wunde, geraten. Im Regelfall wird der Körper hiermit fertig, manchmal bildet sich aber auch Eiter aus. In diesem Fall sollte der Hausarzt einen Blick auf den Stich werfen, um den Eiter abzulassen und zu entscheiden ob eine Therapie mit einer Antibiotikasalbe oder mit Antibiotika in Form von Tabletten notwendig ist.
In manchen Fällen kann es auch zu einer Blutvergiftung kommen. Hierbei muss von der Blutvergiftung im Volksmund – dem roten Streifen, der Lymphangitis – und der Blutvergiftung aus medizinischer Sicht – der sogenannten Sepsis – unterschieden werden. Tritt ein roter Streifen auf, so ist das als natürlicher Prozess eine Reaktion der Lymphbahnen, die unter anderem dafür zuständig sind Zellen des Immunsystems zu transportieren. Es zeigt sich ein schmerzhafter roter Streifen, der sich von der Einstichstelle ausgehend in Richtung Rumpf und Herz ausbreitet. In seltenen Fällen kann es auch zu Fieber und einem allgemeinen Unwohlsein kommen. Es handelt sich hierbei, wenn dies nach einem Insektenstich auftritt, nicht um einen akuten Notfall, trotzdem sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Zusätzlich kann markiert werden, wie weit sich die rote Linie auf der Haut zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgebreite hat, um den Verlauf besser einschätzen zu können.
Im medizinischen Jargon meint man mit Blutvergiftung das Krankheitsbild der Sepsis (auch SIRS im Rahmen einer Entzündung: Systematic Inflammatory Response Syndrome – meist jedoch Sepsis). Von einer Sepsis spricht man wenn Bakterien, meist von einem lokalen Entzündungsherd aus, wie zum Beispiel einem infizierten Wespenstich, in den Blutkreislauf geraten, sich dort gut vermehren können und eine generalisierte (systemische) Entzündungsreaktion auslösen, während sie beginnen sich in allen möglichen verschiedenen Organen festzusetzen. Typisch für eine Sepsis sind der schlagartige Beginn von hohem Fieber mit Schüttelfrost und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, sowie Müdigkeit und Schlappheit. Hierbei handelt es sich um einen absoluten und lebensgefährlichen Notfall. Es sollte umgehend das nächste Krankenhaus aufgesucht werden, oder ein Notarzt gerufen werden (112)! Eine Sepsis muss immer mit Antibiotika behandelt werden, die intravenös (also in die Vene, per Infusion) verabreicht werden.

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Notfallset

Ein Notfallset für Allergiker (Anaphylaktiker) ist extrem wichtig, vor allem bei Allergien vom Soforttyp, wie der Wespengiftallergie. Das Set umfasst im Normalfall drei Medikamente und sollte nur von Leuten angewendet werden, die eine Einweisung bekommen haben. Insgesamt ist das Set jedoch unkompliziert und auch von Laien anzuwenden. Das Notfallset umgeht leider nicht den Ruf nach dem Notarzt (Tel.:112), überbrückt aber die Zeit bis der Notarzt eintrifft.In Deutschland sind im allgemeinen drei Medikamente in einem Notfallset enthalten. An erster Stelle steht eine Adrenalin-Fertigspritze (Adrenalin-Autoinjektor / Adrenalin-Pen). Das Adrenalin wird direkt in den Blutkreislauf gegeben und stabilisiert den Blutdruck und den Kreislauf, sodass der Patient nicht in einen Schock gerät (instabiler Kreislauf) oder bewusstlos wird. Der Pen wird mit der dominanten Hand ergriffen, die Sicherheitskappe wird entfernt und im Anschluss wird das Ende mit der Nadel feste auf die Außenseite des Oberschenkels gedrückt. Die Injektion erfolgt automatisch und ein Klicken zeigt an, dass sie erfolgreich war. Nach circa zehn bis fünfzehn weiteren Sekunden soll der Injektor entfernt werden und die Injektionsstelle soll für zehn bis fünfzehn Sekunden massiert werden um eine optimale Aufnahme des Medikaments zu gewährleisten. Ist ein zweiter Pen im Set enthalten kann dieser nach fünf bis fünfzehn Minuten angewendet werden sofern keine Besserung der Symptomatik eingetreten ist.
Des Weiteren sind im Notfallset ein Antihistaminikum, meist als Tropfen oder als Schmelztablette, und Kortison, ebenfalls meist als Tropfen, enthalten. Beide sollten nach Anwendung des Adrenalin-Pens eingenommen werden. Antihistaminika wirken abschwellend, sodass die Atemwege frei bleiben und mindern allergische Reaktionen.

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Für Kinder gibt es spezielle Notfallsets, in denen die Medikamente die entsprechend angepassten Dosierungen haben. Bereits Schulkinder können nach einer Einweisung gut mit den Notfallsets umgehen, es ist jedoch generell dazu zu raten auch Lehrern oder Erziehern bei Ausflügen eine Einweisung zu geben.

Ursachen für einen Stich

Wespen stechen bei akuter Bedrohung des eigenen Lebens oder des Nestes. Klassischerweise geschehen Wespenstiche also zum Beispiel bei Barfußlaufen auf einer Wiese, wenn man auf eine Wespe tritt, oder wenn man mit der flachen Hand auf eine Wespe schlägt. Auch im Sommer, wenn viele Wespen unterwegs sind und durch süße Speisen und Getränke angelockt werden, können sich die Tiere durch die Nähe zum Menschen bedroht fühlen und unter Umständen zustechen. In die Nähe eines Wespennestes sollte man sich ohne Spezialausrüstung nicht begeben, da die Wespen einen ausgeprägten Instinkt zur Verteidigung des Nestes haben. 

Ursache für die Reaktion des Körpers

Das Wespengift enthält verschiedene Enzyme. Diese sind Proteine, die chemische Reaktionen optimiert ablaufen lassen (katalysieren) – zum Beispiel das Spalten bestimmter Moleküle. Insbesondere die Hyaluronidase (spaltet Hyaluronsäure – ein wesentlicher Bestandteil des Raums zwischen den Zellen) und verschiedene Phospholipasen (spaltet sogenannte Phospholipide, die unter anderem Bestandteil von Zellmembranen sind) spielen bei der Reaktion eine wichtige Rolle. Durch die im Gift enthaltenen Stoffe kommt es einerseits zu einer lokalen Zerstörung von Gewebe und andererseits, nach wenigen Sekunden bis Minuten, zu einer Reaktion des Immunsystems und somit zu einer leichten, physiologische Entzündungsreaktion. Der Körper erhöht lokal die Temperatur und Durchblutung um ein optimales Arbeitsumfeld für die Immunzellen zu schaffen. Dies nehmen wir als Rötung, Wärme und Schwellung wahr. Auch der Juckreiz kommt sowohl durch die Stoffe im Gift, als auch durch die Reaktion des Immunsystems zustande. Selbst Stunden oder Tage nach dem Wespenstich kann die Stelle noch empfindlich sein. Dies wird vor allem durch eine erhöhte Sensibilität der Nervenfasern im Bereich des Stiches bedingt – eine normale Reaktion des Körpers, die uns sagen soll, dass man die verletzte Region besser schonen sollte. Bei einer Wespenstichallergie reagiert das Immunsystem der betroffenen Person übermäßig stark. Dies kann in Form einer lokalen Reaktion (sehr große Quaddel oder Schwellung), einer allgemeinen Reaktion mit Übelkeit, Kopfschmerzen oder Ausschlag am ganzen Körper, oder mit Atemnot und lebensgefährlichem allergischem (anaphylaktischem) Schock auftreten. Ursache hierfür sind Zellen, die den eigentlich harmlosen Stich fälschlicherweise als extrem gefährlich einstufen und übermäßig viele Botenstoffe (wie zum Beispiel Histamine) ausschütten. Es kommt zu einem Blutdruckabfall und einer Verengung der Atemwege und somit zu einer Unterversorgung des Gehirns (und anderer Organe) mit Sauerstoff. Leichtere Ausprägungen zeigen generalisierte Ausschläge mit Juckreiz sowie Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.

Diagnose

Im Normalfall bereitet die Diagnose eines Wespenstiches keine großen Probleme, da man den Übeltäter von der Stelle des Einstiches fliehen sehen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, so sieht man an der Stelle des Einstiches zunächst nur eine kleine weißlichen Fleck, manchmal mit einem roten (blutenden) Punkt in der Mitte. Einen Stachel findet man meistens nicht, dies wäre typisch für einen Bienenstich, da Bienenstachel Widerhaken besitzen, weshalb der Stachel in der Haut hängen bleibt. Wespenstachel besitzen keine Widerhaken, weshalb Wespen auch mehrfach zustechen können. In den nächsten Minuten bildet sich eine rötliche Quaddel um den Einstich herum aus. Wespenstiche schmerzen meist zunächst sehr stark, jedoch vergeht der Schmerz häufig von alleine nach wenigen Minuten (drei bis acht Minuten) und stattdessen wird ein unangenehmer Juckreiz verspürt.

Wespenstich unter dem Fuß

Wespenstiche an der Fußsohle sind recht häufig, da sich die Tiere wehren, wenn man barfuß, zum Beispiel auf einer Wiese, auf sie tritt. Sie können sehr störend sein. Generell sind sie jedoch nicht anders zu behandeln und auch nicht gefährlicher als Wespenstiche an anderen Körperstellen wie Beinen oder Armen. Zunächst sollte gekühlt werde. Im Anschluss muss jeder Betroffene selbst entscheiden ob er oder sie in der Lage ist auf dem betroffenen Fuß zu gehen. Meist reagiert der Körper aber schnell und nach spätestens zwei Stunden kann man wieder ohne große Beschwerden gehen. Trotzdem sollte exzessives Wandern oder Laufen vermieden werden, bis es wieder komplett beschwerdefrei möglich ist.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.02.2018
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