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Fenistil®

Synonyme im weiteren Sinn

Englisch: FenistDimetinden, Feniallerg

Wirkstoff: Dimetinden

Wirkstoffgruppe: Antihistaminika

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Definition

Fenistil® ist ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament der Pharmafirma Novartis, das es in sehr vielen verschiedenen Formen und zum Teil auch mit unterschiedlichen Wirkstoffen gibt. Allen Präparaten gemeinsam ist, dass sie vor allem zur Anwendung kommen, um Erkrankungen oder Entzündungen der Haut zu behandeln. Die meisten Produkte, mit denen sich dieser Text hauptsächlich beschäftigt, dienen der (rein symptomatischen) Behandlung von allergischen Krankheiten wie Heuschnupfen oder Tierhaar- bzw. Nahrungsmittelallergien. Der Wirkstoff dieser Produktgruppe, zu der auch das unter dem Namen Fenistil® wohl am besten bekannte Fenistil®-Gel gehört, heißt Dimetinden und ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der H1-Antihistaminika.

Chemie

Der Wirkstoff Dimetinden (Fenistil®) wird therapeutisch in der Regel als Salz der Maleinsäure eingesetzt und wird dann als Dimetindenmaleat bezeichnet.
Der chemische Name lautet N,N-Dimethyl-3-[1-(2-pyridyl)-ethyl]-1H-inden-ethanamin und die Summenformel C20H24N2.

Anwendungsgebiete

Fenistil®-Gel kommt zum Einsatz, wenn die Haut juckt und gereizt ist oder schmerzt, was diverse Ursachen haben kann. Hierzu zählen unter anderem allergische Reaktionen, die durch Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergie und Tierhaarallergien hervorgerufen werden, bestimmte Hauterkrankungen wie die Nesselsucht oder die Neurodermitis, Insektenstich oder Sonnenbrand.

Wirkung

Allergische Reaktionen kommen dadurch zustande, dass der Körper einen eigentlich harmlosen Fremdkörper, wie zum Beispiel Tierhaare oder Blütenpollen, als gefährlich einstuft und das Abwehrsystem folglich eine Überempfindlichkeitsreaktion zeigt. Um die scheinbar schädliche Substanz zu bekämpfen, reagiert der Organismus mit der Produktion von einer Vielzahl von Botenstoffen, die dem Schutz dienen sollen. Darunter befindet sich auch das Gewebshormon Histamin, das zu einer Entzündungsreaktion führt. Dadurch gehört Histamin zu den Hauptauslösern der Beschwerden, die bei einer Allergie entstehen. Dazu gehören die Erweiterung kleiner Blutgefäße, die der Rötung der Haut zugrunde liegt, die lokale Schwellung, Juckreiz und Schmerzen. Außerdem sorgt Histamin dafür, dass sich die Bronchien eng stellen, um das weitere Eindringen des vermeintlichen Feindes zu verhindern, was eine Atemnot bewirken kann.

Fenistil® (bzw. der Wirkstoff Dimetinden) entfaltet seine Wirkung an den Bindungsstellen für Histamin. Man bezeichnet es als Antihistaminikum vom Typ der H1-Rezeptor-Antagonisten. Das bedeutet, dass dieser Stoff die H1-Rezeptoren blockiert, an denen Histamin normalerweise andockt, um seine Wirkung zu entfalten. Der Körper schüttet also weiterhin Histamin aus wie immer, doch da die Bindungsstellen dafür nun besetzt sind, kann der Körper nicht mehr wie gewohnt reagieren. Die Entzündungsreaktion wird folglich gedämpft oder bleibt aus (Fenistil®) Dadurch dass dieser Mechanismus nicht nur im Körpergewebe stattfindet, sondern auch im Gehirn, und dort auch die Wirkung von Botenstoffen gehemmt wird, die dem Histamin ähneln, lassen sich einige der Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Mundtrockenheit erklären.

Durch das fehlende Ansprechen der H1-Rezeptoren auf Histamin kommt es zur Linderung von den meisten durch Allergien entstehenden Symptomen (Rötung, Schwellung, Niesen, Nasenfluss, Atemnot, geschwollene Nasenschleimhäute, tränende Augen) und auch von Juckreiz aufgrund von Windpocken, Nesselsucht (Urtikaria), Neurodermitis oder Insektenstichen (Fenistil®).

Darreichungsformen

Fenistil® Gel

Das farblose Gel (Fenistil®) ist geeignet für die Therapie von juckender oder gereizter Haut in Folge von Verbrennungen, Entzündungen, Allergien oder sonstigen Hauterkrankungen. Zum einen kühlt es die Haut und spendet ihr Feuchtigkeit und ist zudem gut verträglich, da es weder Alkohol noch Parfum oder Farbstoffe enthält. Zum anderen bekämpft es mithilfe von Dimetinden, von dem pro 1g Gel 1mg enthalten ist, direkt die Ursache der entzündlichen Reaktion. Das Gel (Fenistil®) darf in jedem Alter zum Einsatz kommen und sollte bis zu dreimal täglich in einer dünnen Schicht auf die betroffene Stelle aufgetragen und mit den Fingern verrieben werden. Eine leichte Verbrennung oder ein Sonnenbrand sollten vor der Behandlung etwa fünf bis zehn Minuten unter fließendem kaltem Wasser gekühlt werden.

Keine Indikationen zur Verwendung des Gels (Fenistil®) stellen großflächige Entzündungsstellen dar, hier ist vor allem bei kleineren Kindern Vorsicht geboten. Auch auf geschädigte Haut sollte es nicht aufgetragen werden, da es ausschließlich zur äußeren Anwendung gedacht ist. Zur Behandlung bekannter Insektengiftallergien sollte ebenfalls ein anderes Mittel zum Einsatz kommen. Außerdem darf es natürlich, so wie alle anderen Medikamente auch, nicht benutzt werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe bekannt ist (Fenistil®).

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Fenistil® Tropfen

Die Tropfen (Fenistil®) sind ebenfalls geeignet zur Behandlung von verschiedensten Arten von Allergien, Insektenstichen und entzündeter Haut. Sie dürfen bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden und zeigen eine leicht sedierende Wirkung, das heißt, sie lassen den Benutzer etwas müde werden. Auch die Tropfen können bis zu dreimal täglich gebraucht werden, solange die Symptome andauern, wobei Kinder bis 8 Jahre 10 bis 15, Kinder ab 9 Jahren 20 und Erwachsene 20 bis 40 Tropfen einnehmen sollten. Die gute Möglichkeit zur Dosierung stellt einen entscheidenden Vorteil der Tropfen dar (Fenistil®).

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Fenistil® 24 Retard-Kapseln

Das Gute an den Kapseln (Fenistil®) ist, dass sie ihren Wirkstoff über etwa 24 Stunden hinweg kontinuierlich abgeben, wodurch zum einen eine lange entzündungshemmende Wirkung gewährleistet wird und zum anderen nahezu gar kein sedierender Effekt auftritt. Sie sind allerdings erst ab 18 Jahren zur Einnahme geeignet und müssen stets komplett geschluckt werden (am besten nach dem Abendessen, zusammen mit etwas Flüssigkeit), damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Fenistil® Sirup

Der Sirup (Fenistil®) kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Juckreiz das Einschlafen erschwert. Aus diesem Grund und auch weil der Sirup eine leicht sedierende Wirkung aufweist, wird er am besten kurz vorm Zubettgehen eingenommen. Wegen seiner flüssigen Konsistenz erreicht er seine Zielorte rasch und effektiv. Eingesetzt werden darf der Sirup (Fenistil®) nach dem vollendeten ersten Lebensjahr, wobei Kinder bis 8 Jahre dreimal am Tag einen Teelöffel, Kinder ab 9 Jahren anderthalb Teelöffel und Erwachsene einen Teelöffel, allerdings bis zu 9 mal täglich, einnehmen sollten.

Fenistil® Dragees

Die Fenistil® Dragees sind zum Einnehmen für Kinder ab 3 Jahren gedacht und haben den Vorteil, dass sie schnell wirken und allergische Reaktionen lindern können. Bis zu dreimal pro Tag können sie mit genug Flüssigkeit geschluckt werden, wer allerdings an einer Fructoseintoleranz leidet, darf diese Dragees (Fenistil®) nicht verwenden.

Fenistil® Wundgel

Wunden heilen am schnellsten, wenn sie weder zu feucht noch zu trocken sind. Das Wundheilgel (Fenistil®) fördert den Heilungsprozess, indem es den Flüssigkeitsgehalt der Wunde stets kontrolliert und versucht, optimal zu halten. Das passiert, indem es trockenen Wunden Feuchtigkeit zuführt („Hydrogel-Effekt“) und nässenden Wunden das überflüssige Wasser entzieht („Hydrokolloid-Effekt“). Dadurch wird die Heilung beschleunigt und das Risiko für Narben verringert. Außerdem kühlt das Gel (Fenistil®) und deckt eventuell freiliegende Nervenendigungen ab, was zum Nachlassen von Schmerzen führt. Darüber hinaus bietet es noch einen Schutz gegen weitere Schadstoffe, die von außen eindringen könnten.

Bei der Anwendung mit Fenistil® ist darauf zu achten, dass die Wunde vorher unter Wasser gründlich gereinigt und trockengetupft werden sollte. Das Auftragen sollte stets mit sauberen Fingern und nicht zu dünn erfolgen und kann bei Bedarf ein oder zweimal am Tag wiederholt werden. Wenn nötig, kann die Wunde abschließend noch mit einem Pflaster oder einem Verband zugedeckt werden. Falls das Wundheilgel in Kontakt mit den Augen kommt, müssen diese sofort mit Wasser ausgespült werden.

Fenistil® Hydrocort-Creme und Spray

Diese Produkte enthalten als Wirkstoff Cortison, der ebenfalls entzündungshemmend wirkt, allerdings an einer ganz anderen Stelle der Abwehr angreift als das Antihistaminikum Dimetinden. Sie werden auch angewandt zur Behandlung von entzündlichen, allergischen und juckenden Hauterkrankungen wie Allergien oder Ekzemen. Das Hydrocort-Spray bietet den Vorteil, dass die schmerzhaften Stellen an der Haut zum Auftragen nicht direkt berührt werden müssen.

Fenistil® Herpescreme

Ungefähr 90% der weltweiten Bevölkerung tragen den Herpes-Virus in sich, die bekannte Symptomatik mit Ausbildung von Bläschen tritt jedoch nur bei circa 20 bis 40% der Menschen auf und ist von zahlreichen weiteren Faktoren abhängig.
Zur Behandlung von Lippen-Herpes wird von Fenistil® eine Creme angeboten, die den Wirkstoff Penciclovir enthält (Handelsname: Fenistil Penicvir®). Dieser unterbindet das Wachstum und die Vermehrung der Herpes-Viren, die für die Entstehung der bekannten Herpesbläschen bekannt sind.
Die typischen Begleiterscheinungen wie Brennen, Jucken und starke Schmerzen können dadurch frühzeitig unterbunden werden. Für eine diskretere Optik wurde die Creme mit einem Farbstoff kombiniert, der der Lippen- bzw. Hautfarbe entspricht.
Eine Behandlung mit Fenistil Pencivir® sollte bereits bei dem ersten Kribbeln und Brennen begonnen werden.
Dabei kann es in etwa 2-stündigen Abständen dünn auf die infizierte Hautstelle aufgetragen werden. Eine mindestens 6-mal tägliche Anwendung ist für eine wirksame Therapie erforderlich. Eine Einnahme nach den Mahlzeiten wird empfohlen, um ein Abreiben der Creme zu vermeiden.

Lesen Sie mehr über Pencivir in unserem passenden Artikel: Pencivir - Virostatikum gegen Lippenherpes

Warnhinweise

Durch einige der Präparate (Fenistil®), besonders bei jenen zur inneren Anwendung, kann das Reaktionsvermögen leicht beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund sollte auf eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen nach Einnahme verzichtet werden.

Kontraindikation

Im Allgemeinen sollte Fenistil® nicht während der Schwangerschaft oder der Stillzeit benutzt werden. Es gibt zwar noch keinen konkreten Hinweis auf eine für das (ungeborene) Kind schädigende Wirkung, aber aufgrund mangelnder Erfahrung sollte man lieber vorsichtig sein. Patienten, die unter Blasenentleerungsstörungen oder einem Engwinkelglaukom leiden, sollten ebenfalls auf den Gebrauch von Fenistil® verzichten.

Darüber hinaus gibt es bei einigen Präparaten noch spezielle Gegenanzeigen, die häufig das Alter betroffen und an gegebener Stelle bereits erwähnt wurden.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Medikamenten ist das Auftreten von Nebenwirkungen schwer vorhersehbar, da jeder Mensch unterschiedlich auf die Einnahme reagiert. Nach der Anwendung von Fenistil® treten gelegentlich Mundtrockenheit, Müdigkeit oder Übelkeit auf, selten auch Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Wenn eine allergische Reaktion auftritt, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Wechselwirkungen

Die Nebenwirkungen von Fenistil®, wie zum Beispiel Müdigkeit, können durch die parallele Einnahme von Medikamenten mit ähnlicher Wirkung verstärkt werden. Dazu zählen unter anderem Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder Antidepressiva. Darüber hinaus verstärkt auch Alkohol die Nebenwirkungen.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von trizyklischen Antidepressiva haben Patienten mit der Neigung zu Glaukombildungen ein erhöhtes Risiko für einen Anfall.

Weiterführende Informationen

Weitere interessante Informationen zum Thema Fenistil® finden Sie unter:

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.05.2019
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