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Entzündeter Insektenstich

Wann ist das gefährlich?

Ein Insektenstich ist besonders in den warmen Monaten häufig. Während die meisten Insektenstiche ein banales Ereignis darstellen, kann ein Insektenstich jedoch auch mit akuten oder nach einer bestimmten Zeit eintretenden Komplikationen verbunden sein. Während andernorts eine gefürchtete Folge eines Insektenstichs die Übertragung von Krankheiten, wie beispielsweise Malaria ist, spielen diese Erkrankungen in unseren Breitengraden glücklicherweise kaum eine Rolle. Bei uns stehen als Komplikationen des Insektenstichs einerseits die allergische Reaktion, andererseits die Entzündung im Vordergrund.

Besonders bei Bienen- und Wespenstichen können Symptome einer Allergie auftreten. Bei schweren allergischen Reaktionen, die zum Glück selten sind, kann durch den Insektenstich die Kreislauffunktionen beeinflusst werden, sodass es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Eine solche akute Situation erfordert einen sofortigen Notarzteinsatz.

In den meisten Fällen bleibt es glücklicherweise bei einer auf den Bereich des Stichs begrenzten örtlichen Reaktion nach einem Insektenstich; der Entzündung.

Entzündungsreaktionen stellen die Antwort des Körpers auf von außen eindringende Reize dar und dienen der Abwehr dieser schädigenden Reize. Die lokale, also örtlich begrenzte Entzündung ist somit als normale und sinnvolle Reaktion auf einen Insektenstich anzusehen. Sie dient der Abwehr von Erregern und körperfremden Eiweißen, wie sie in Insektengiften oder -speichel enthalten sind. Weiterhin wird die Heilung der entstandenen Wunde durch die Entzündung begünstigt.

Probleme können Entzündungen nach einem Insektenstich insbesondere dann hervorrufen, wenn sie durch Besiedelung des Gewebes durch Bakterien hervorgerufen wurden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Allergie gegen Bienen-/Wespengift

Symptome

Je nach Art des stechenden Insekts kommt es während des Stichs zu keinen (oder nur geringen) bis hin zu starken stechenden, oder brennenden Schmerzen. Zeichen einer Entzündung sind über den Schmerz hinaus Rötung, Schwellung (zum Beispiel in Form von Blasen oder Quaddeln) und Erwärmung der Einstichstelle und des umliegenden Gewebes.

Diese Symptome sind grundsätzlich bei allen Arten der Entzündung im Körper vorzufinden.

Beim Insektenstich kann zudem auch Juckreiz auftreten. Gerade dieser wird oft als das störendste Symptom nach einem Insektenstich empfunden.

Die Entzündungsreaktion kann je nach Art des Insekts, der persönlichen Reaktionsbereitschaft, sowie vorangegangenen Stichen deutlich variieren. Somit reichen die Symptome von nur punktförmigen, juckenden Rötungen bis hin zu mehreren Zentimeter großen Schwellungen.

In der Regel sind diese Symptome harmlos und lassen nach kurzer Zeit von selbst nach. Gefährlich kann eine Entzündung beim Insektenstich dann werden, wenn es zu einer Infektion des Gebietes um den Insektenstich durch Bakterien kommt. Beim Auftreten einer großflächigen, oder über Tage zunehmenden Rötung und Schwellung, oft mit Spannungsgefühl, oder ausgeprägten Schmerzen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine bakterielle Infektion des um den Einstich gelegenen Gewebes ausschließen zu lassen. Eiter ist ebenfalls Hinweis auf eine bakterielle Infektion und sollte dringend von einem Arzt begutachtet werden. Ebenso ausgeprägte gelbliche Verkrustungen, die insbesondere nach stärkerem Kratzen entstehen können.

Nicht nur die Haut und Unterhaut können nach einem Insektenstich durch Bakterien infiziert werden. Bei einem Stich im Bereich der Gliedmaßen kann es auch zu einer Entzündung der Lymphbahnen kommen. Diese im Volksmund oftmals als "Blutvergiftung“ fehlgedeutete Erscheinung, bei der es häufig zu einer sichtbaren strangförmigen Rötung und Schwellung der Lymphbahnen an Armen oder Beinen kommt, bedarf ebenfalls der ärztlichen Behandlung.

Auch nach Zeckenstichen (die genaugenommen nicht zu den Insektenstichen zählen, da Zecken Spinnentiere sind), sollte der Beobachtung der Einstichstelle besondere Bedeutung zukommen. Warnsymptom für die von Zecken übertragene Borreliose ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Typischerweise entsteht an der Einstichstelle eine Rötung. Diese breitet sich im Verlauf der Zeit weiter kreisförmig aus, sie ,,migriert“, sprich wandert. Aus dieser Tatsache leitet sich der Name dieser Erscheinung ab.

Da ein derart charakteristisches Erscheinungsbild allerdings nicht immer deutlich hervortritt, sollte im Zweifelsfall bei unklarer flächiger Rötung nach Zeckenstich oder unklarem Stich, unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann unter anderem auch einen Borreliosetest durchführen. Weil es mitunter auch zu einer schnellen Rückbildung des Erythema migrans kommen kann, kann es sinnvoll sein die sichtbare Entzündung des Mückenstichs zu fotografieren und die Bilder später dem behandelnden Arzt vorzulegen.

Eitrig entzündeter Insektenstich

Eiter stellt einen Hinweis auf eine Entzündungsreaktion des Körpers dar. Es handelt sich um eine gelbliche Flüssigkeit, welche in der Regel aus Abwehrzellen des Körpers und anderen abgestorbenen Körperzellen sowie Bakterien besteht. In den meisten Fällen entsteht Eiter dann, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Dies kann bei einem entzündeten Insektenstich leicht passieren, da die Erreger durch das Kratzen am Stich unter die Haut in die Wunde gelangen. Bei einer eiternden Entzündung welche aufgrund eines Insektenstiches vorliegt, sollte immer ein behandelnder Arzt aufgesucht werden. Da Bakterien für die Entstehung des Eiters verantwortlich sind, sollte eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden. Der Eiter sollte zusätzlich mechanisch ausgeräumt werden. Bei sehr großen Eiterhöhlen erfolgt dieser Eingriff in einem Krankenhaus in der Chirurgie. Kleine Abszesse hingegen kann ein niedergelassener Hausarzt selbst entfernen. Nach dem Beginn der Antibiotikatherapie sollte die bakterielle Entzündung nach etwa 48 Stunden deutlich zurückgehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Blutvergiftung nach Insektenstich

Insektenstich mit ringförmiger Rötung

Im Allgemeinen können verschiedene Insektenstiche kreisrunde Rötungen hervorrufen, so z.B. auch Flohbisse. Sollte sich um die Einstichstelle eine kreisförmige Rötung bilden, ist jedoch zunächst einmal zu überlegen, ob ein Zeckenbiss in den letzten Wochen erinnerlich ist. Bei einem roten Ring um die Einstichstelle könnte es sich nämlich um ein Anzeichen der Lyme-Borreliose handeln, eine durch Zecken übertragene Erkrankung, die durch spezielle Bakterien (Borrelien) hervorgerufen wird. Typisch hierfür ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans), da die Rötung auf der Haut entlang „wandern“, ihre Position bzw. Größe also verändern kann. Liegt ein solches Hautmuster vor, womöglich noch mit Begleitsymptomen wie Fieber oder Schmerzen, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Lesen Sie auch: Wie kann man Borreliose erkennen?

Abbildung Therapie Entzündung nach einem Insektenstich

Entzündung nach Insektenstich
Symptome:

  1. Rötung
  2. Schwellung
    (Blasen oder Quaddeln)
    und Erwärmung
  3. Eiter ist Hinweis auf eine
    bakterielle Infektion
    (Arzt aufsuchen)
  4. Entzündung der Lymphbahnen
    auch als "Blutvergiftung"
    bezeichnet (Arzt aufsuchen)
  5. Gift oder andere Substanzen
    (z. B. Speichel)
    Therapie:
    A - Kühlung der Einstichstelle
    mit Eis- oder Quarkumschlägen
    B - Antihistaminika in
    Tablettenform oder als Gele und
    kortisonhaltige Medikamente
    C - Antibiotikatherapie
    D - Stelle kühlen mit einer
    aufgeschnittenen Zwiebel
    E - Das Kratzen nach
    Möglichkeit ganz zu unterlassen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Wie gefährlich ist ein Insektenstich?

In den meisten Fällen sind ein Insektenstich und dessen Symptome vor allem lästig, dabei aber vollkommen harmlos und nur von kurzer Dauer. Die typischen Beschwerden können von keinen bis zu starken Schmerzen, Rötung, Schwellung und Erwärmung des umliegenden Gewebes infolge einer lokalen Entzündung reichen. Gehäuft kommt es als Reaktion auf den Insektenstich zu Juckreiz, hervorgerufen durch die Freisetzung körpereigener Stoffe, wie Histamin.

Akut gefährlich kann ein Insektenstich nur sein, wenn der Betroffene unter einer Allergie gegen von dem Insekt applizierten Substanzen leidet und deswegen kurze Zeit nach dem Stich eine "Notfallkaskade" im Körper des Patienten ausgelöst wird, die über eine lokale Reaktion hinausgeht. Hierbei kann es zu unterschiedlichsten Symptomen, wie ausgeprägter Schwellung zum Beispiel im Bereich der Atemwege kommen, welche zu Luftnot führen kann oder auch zu einer generellen Verlagerung der Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe unter Bildung von Ödemen, kommen. Des Weiteren tritt gehäuft eine starke Abnahme des Blutdrucks in Kombination mit einerm Anstieg der Herzfrequenz auf. Alles in allem handelt es sich bei dem hierbei entstehenden Krankheitsbildes des "allergischen Schocks" um ein vital bedrohliches Krankheitsbild.

Über einen Zeitraum von mehreren Stunden bis Tagen ist der Insektenstich in der Regel nicht gefährlich; ein gewisses Gefahrenpotential geht von potentiellen Komplikationen, wie die Ausbreitung der Entzündung oder eine zusätzlich auftretende Infektion mit Bakterien, aus. Diese können sekundär eine Beeinträchtigung des gesamten Organismus hervorrufen und sollten unbedingt durch einen Arzt beurteilt und gegebenenfalls behandelt werden.

Es lässt sich also festhalten, dass der Stich eines mitteleuropäischen Insektes nur im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer entsprechenden Allergie, zum Beispiel gegen Wespen oder Bienen, zeitnah gefährlich sein kann. Aber auch nach einem Mückenstich kann es zur allergischen Reaktion kommen. 

Lesen Sie auch weiter unter: Allergische Reaktion auf einen Mückenstich

Ursache

Durch die lokale Gewebeverletzung und gegebenenfalls durch Gift, oder andere Substanzen (zum Beispiel Speichel), die vom Insekt während des Stichs freigesetzt werden, kommt es im Bereich des Insektenstichs zur Freisetzung von Botenstoffen. Diese Botenstoffe rufen daraufhin eine Entzündungsreaktion hervor. Als wichtiger Botenstoff ist an dieser Stelle das Histamin zu nennen. Die Freisetzung dieser sogenannten Entzündungsmediatoren führt zu den beschriebenen Symptomen. Die Rötung und Überwärmung entsteht dadurch, dass die Botenstoffe eine Weitstellung der Gefäße im Bereich der Einstichstelle bewirken. Außerdem tritt vermehrt Flüssigkeit aus dem Inneren des Gefäßes in das umliegende Gewebe über, wodurch eine Schwellung entsteht. Schmerzen entstehen durch Einwirkung der Entzündungsmediatoren auf sogenannte freie Nervenendigungen, die Empfänger (Rezeptoren) für Schmerz enthalten.

Die Wahrnehmung des Schmerzes wird daraufhin über Nervenfasern an das Gehirn weitergeleitet.

Nach einem Insektenstich werden Zellen des Immunsystems aus dem Blut in den Bereich der Einstichstelle gelockt. Diese dienen unter anderem dazu, eingedrungene Fremdstoffe, wie beispielsweise das Insektengift, abzubauen. Im Bereich der Einstichstelle kann die Freisetzung von größeren Mengen von Histamin durch sogenannte Mastzellen zu starkem Juckreiz führen. Auch örtlich begrenzte, aber bei Überempfindlichkeit auch ausgeprägte allergische Reaktionen sind möglich. Letztere können aufgrund einer Kreislaufbeteiligung oder des Anschwellens der oberen Atemwege ein akut lebensbedrohliches Ereignis darstellen. Glücklicherweise sind derart schwere Verläufe ein sehr seltenes Erscheinungsbild.

Sie wurden gestochen und haben Angst, dass es ein gefährliches Insekt sein konnte? Im folgendem Artikel wird Ihnen bereits erklärt, wie gefährlich eine asiatische (japanische) Buschmücke und die Kriebelmücke und ihr Stich sind. 

Diagnose

Die Diagnose einer Entzündung beim Insektenstich ist eine Blickdiagnose. In aller Regel stellt der Patient die Diagnose selbst, indem er die Entzündungszeichen bei sich beobachtet und sich gegebenenfalls an einen Insektenstich an der entsprechenden Stelle erinnert. Schwieriger ist dies, wenn man sich nicht an einen Insektenstich erinnern kann, oder die Symptome auf den ersten Blick nicht zu einem solchen passen. So kann beispielsweise ein unbemerkter Insektenstich als Eintrittspforte für Bakterien gedient haben und dadurch eine ausgeprägte Infektion der Haut, der Unterhaut oder der Lymphbahnen hervorgerufen worden sein. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, der durch Begutachtung und Betasten des entsprechenden Gebietes die Diagnose stellen kann. Weiterhin ergänzen in diesem Fall häufig Blutuntersuchungen die Diagnosefindung. In der Regel finden sich bei einer Entzündung, die durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen wird, erhöhte Entzündungswerte im Blut.

Bei Verdacht auf eine durch Zecken übertragene, durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung, der sogenannten Borreliose, steht neben der Begutachtung der Einstichstelle und deren Umgebung ebenfalls zumeist die Erhebung bestimmter Blutwerte an.

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Therapie

Je nachdem, als wie störend die Symptome nach einem Insektenstich empfunden werden, müssen keine, oder nur geringe unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Die Behandlung eines unkomplizierten Insektenstichs erfolgt symptomatisch. Geeignet sind besonders die Kühlung der Einstichstelle beispielsweise mit Eis- oder Quarkumschlägen. Unterstützend können auch Gele, die sogenannte Antihistaminika enthalten, örtlich aufgetragen werden. Diese mindern die Entzündungssymptome, indem sie die Wirkung des Histamins, das maßgeblich an der Entzündungsreaktion beteiligt ist, verringern oder verhindern. In aller Regel sind diese Maßnahmen zur symptomatischen Behandlung eines Insektenstichs völlig ausreichend. In besonderen Fällen und bei ausgeprägten Entzündungsreaktionen können unter Umständen auch Antihistaminika in Tablettenform, oder kortisonhaltige Medikamente zum Einsatz kommen. Über den Einsatz dieser Medikamente sollte jedoch der Arzt entscheiden.

Unbedingt ärztlich behandelt werden muss eine Entzündung weiterhin dann, wenn an ihr Bakterien, die nach dem Insektenstich in die Haut gelangt sind, beteiligt sind. Dann kann es nötig werden, Antibiotika zu verabreichen, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden und die Entzündung einzudämmen. Auch bei Verdacht auf eine durch Zecken übertragene Borreliose kommen Antibiotika zum Einsatz, um gefürchtete Langzeitkomplikationen zu verhindern.

Antibiotika bei einem entzündeten Insektenstich

Eine Infektion und Entzündung eines Insektenstiches kann dann vorliegen, wenn Bakterien die Wunde infizieren. Um eine solche Entzündung zu bekämpfen sollten Antibiotika eingenommen werden, welche die Bakterien entweder direkt bekämpfen oder deren Vermehrung verhindern. Es sollte bedacht werden, dass nur ein kleiner Teil der Insektenstiche sekundär von Bakterien infiziert ist.
Entzündungen, welche sich lediglich von der körpereigenen Reaktion auf den Stich zurückführen lassen können durch die Einnahme von Antibiotika nicht erfolgreich behandelt werden. Auch eine allergische Reaktion kann teilweise eine Infektion vortäuschen, bedarf jedoch einer anderen Therapie als eine bakterielle Infektion.

Sehr starke Rötungen, eine offene Wunde, Schmerzen, Fieber, sowie Eiterbildung sind Hinweise darauf, dass es sich um eine bakterielle Entzündung handelt. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, welcher den Verdacht bestätigen und das richtige Antibiotikum für den Zweck verschreiben kann. Nach dem Beginn der Antibiotikatherapie sollten die Symptome der bakteriellen Entzündung innerhalb von 2 Tagen deutlich besser werden.
Wenn nach 48 Stunden keine Besserung eingetreten ist oder die Symptome sogar schlimmer werden, sollte erneut ein Arzt aufgesucht werden. Um ein erneutes Aufflammen der Entzündung zu verhindern und die Entstehung von resistenten Bakterien zu verhindern, sollten die Antibiotika stets bis zum Ende der vorhergesehenen Therapie eingenommen werden.

Ibuprofen bei einem entzündeten Insektenstich

Bei Ibuprofen handelt es sich um ein Medikament, welches sowohl schmerzlindernde als auch entzündungshemmende Eigenschaften aufweist. Die Einnahme von Ibuprofen bei einem entzündeten Insektenstich ist jedoch in der Regel nicht sinnvoll. Die Entzündung der Haut nach einem Insektenstich ist eine lokale Reaktion des Körpers. Deshalb reichen lokale Therapien in der Regel aus die Symptome des Insektenstiches zu behandeln. Da die Einnahme von Ibuprofen mit einigen Nebenwirkungen einhergehen kann, und Ibuprofen keine ursächliche Wirkung auf den Stich hat, sollte eine systemische Einnahme nicht erfolgen. Lediglich dann, wenn starke Schmerzen durch den Stich auftreten kann die Einnahme von Ibuprofen sinnvoll sein. Bei diesen Symptomen sollte dennoch schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eine allergische Reaktion und eine Infektion auszuschließen oder gegebenenfalls eine geeignete Therapie einzuleiten.

Lesen Sie hier mehr zu den Wirkungen von Ibuprofen.

Salben bei einem entzündeten Insektenstich

Die Symptome, die bei einem entzündeten Insektenstich im Vordergrund stehen, sind meist Juckreiz, Schwellung und Rötung. Sie werden durch vom Körper um die Einstichstelle ausgeschüttetes Histamin, einem Botenstoff des Immunsystems, hervorgerufen. Daher eignen sich Salben, die Antihistaminika enthalten, um diese Beschwerden zu behandeln. Des weiteren trägt Kühlung zur Linderung der Symptome bei, da die Einstichstelle aufgrund der Entzündung oftmals überwärmt ist. Manche Salben gegen Insektenstiche enthalten daher die Kombination mehrerer Inhaltstoffe, die sowohl gegen die vermehrte Histaminausschüttung als auch kühlend wirken.

Mehr zu diesem Thema: Fenistil®

Hausmittel bei einem entzündeten Insektenstich

Es existieren eine Reihe unterschiedlicher Hausmittel, welche bei den Symptomen eines Insektenstiches Linderung versprechen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Entzündungen, welche aufgrund einer bakteriellen Infektion auftreten, stets medizinsicher Betreuung bedürfen und mit Antibiotika behandelt werden sollten. Die Symptome der Entzündung welche als körpereigene Reaktion auf den Stich auftreten, können mithilfe einiger Mittel gelindert werden.

Um die Schwellung und die Überwärmung der betroffenen Körperstelle zu behandeln ist die Kühlung mithilfe von Eisbeuteln oder Ähnlichem zu empfehlen. Die Kühlung des Stiches kann in vielen Fällen schon für eine deutliche Besserung der Symptome sorgen.
Häufig wird auch eine aufgeschnittene Zwiebel als Hausmittel bei Insektenstichen empfohlen. Diese kann die Stelle kühlen und daher ebenfalls Linderung versprechen. Eine therapeutische Wirkung der Zwiebel ist jedoch nicht zu erwarten. Da die Inhaltsstoffe die Haut reizen können und im ungünstigsten Fall sogar eine Infektion hervorrufen, sollte dieses Hausmittel durch einen kühlen und feuchten Umschlag ersetzt werden. Dies gilt ebenfalls für alle Öle und Cremes, welche als Hausmittel gegen die Entzündungsreaktion bei Insektenstichen angewandt werden.

Homöopathie bei einem entzündeten Insektenstich

Neben klassischen schulmedizinischen Therapieansätzen gegen entzündete Insektenstiche, steht die Einnahme homöopathischer Mittel als alternative Therapiemethode zur Verfügung. Je nach Literatur werden hier unterschiedliche Mittel empfohlen, welche bei einem Insektenstich Linderung verschaffen sollen.
Beachtet werden sollte dennoch: Bei einer allergischen Reaktion auf einen Insektenstich, oder dann, wenn der Stich die Atemwege betrifft, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, welcher schulmedizinscher Behandlung bedarf.
Dies gilt ebenso, wenn eine bakterielle Infektion des Stiches vorliegt. In diesem Fall hilft die Einnahme von Antibiotika, um die Bakterien zu bekämpfen. Einige praktizierende Ärzte bieten sowohl schulmedizinische als auch homöopathische Therapien an und beurteilen individuell, ob eine homöopathische Therapie im Einzelfall zu empfehlen ist.

Prognose

Da die Entzündung beim Insektenstich eine normale Reaktion des Körpers auf den Stich darstellt und in aller Regel örtlich begrenzt ist, kommt es normalerweise innerhalb kurzer Zeit zur komplikationslosen Rückbildung der Entzündungszeichen. Eine Narbenbildung ist insbesondere bei Verletzungen der Haut durch Kratzen möglich. Bei durch Bakterien hervorgerufenen Infektionen des Insektenstichs ist eine rasche ärztliche Behandlung notwendig. Die Verabreichung von Antibiotika kann nötig werden, um eine Ausbreitung der Infektion ins umliegende Gewebe und den gesamten Körper zu verhindern. Ziel ist die Abheilung der durch die Bakterien hervorgerufenen ausgeprägten Entzündung. Rechtzeitig behandelt besteht in dieser Situation ebenfalls eine gute Prognose. Gleiches gilt für die Behandlung der Borreliose.

Dauer

Kommt es zu einer Entzündung eines Insektenstiches, kann die Zeit bis zur vollständigen Heilung der Entzündung individuell unterschiedlich lang andauern. Maßgeblich hängt die Dauer bis zur Heilung von der Ursache der zugrundeliegenden Entzündung sowie der Therapie ab.
Handelt es sich um die körpereigene Entzündungsreaktion, welche nach jedem Insektenstich auftritt, und nicht um eine bakteriellen Infektion des Stiches, nimmt die Entzündung üblicherweise nach einigen Tagen ab und die Stelle verheilt folgenlos. Anders verhält es sich bei einer Entzündung, welche aufgrund eines Erregers vorliegt. Eine zügig eingeleitete Therapie kann die Dauer der Entzündung in diesem Fall stark verkürzen.

Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen

Auch wenn die meisten Insektenstiche ohne medizinische Therapien von selbst verheilen, kann es in manchen Fällen notwendig und sinnvoll sein einen Arzt zur Abklärung und Therapieempfehlung aufzusuchen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn der Insektenstich eine allergische Reaktion hervorruft. Auch dann, wenn der Stich die Atemwege betrifft, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Entzündungen, welche mit starken Schmerzen und/oder Fieber einhergehen und/oder großflächige Rötungen oder Eiterbildung aufweisen, sprechen für eine bakterielle Infektion, welche mit Antibiotika behandelt werden sollte. Ein Arzt kann die Diagnose bestätigen und das geeignete Medikament empfehlen. Wenn ein Insektenstich nach 2 Tagen schlimmere Symptome hervorruft, ist ein Arztbesuch anzuraten.

Prophylaxe

Die Vorbeugung der Entzündung beim Insektenstich besteht vor allem in der Vermeidung des Auslösers, nämlich des Stiches selbst. Je nach Insektenart können verschiedene Maßnahmen nützlich sein. Fliegengitter, Moskitonetze oder ähnliches können Insektenstiche in der häuslichen Umgebung verhindern. Ferner sind Sprays und Lotionen erhältlich, die Insekten vom Körper abhalten sollen.

Um die Entzündungsreaktion abzuschwächen, sollte die Einstichstelle schnellstmöglich gekühlt werden. Hierbei muss allerdings darauf geachtet werden, starke Kälte nicht direkt auf die blanke Haut einwirken zu lassen, um Vereisungen zu vermeiden.

Jeder weiß, wie quälend Juckreiz sein kann. Daher ist es nur verständlich, dass es sehr schwierig sein kann, der Linderung durch Kratzen zu widerstehen. Nichtsdestotrotz ist es bei juckenden Insektenstichen sehr wichtig, das Kratzen nach Möglichkeit ganz zu unterlassen.

Durch Kratzen werden kleine Wunden geschaffen, die dann als Eintrittspforte für Bakterien aus der umliegenden Haut oder der äußeren Umgebung dienen können. Zudem können durch das Kratzen kosmetisch störende Narben entstehen.

Um den Juckreiz zu lindern und das damit verbundene Kratzen zu verhindern, können ebenfalls Antihistaminika in Form von Gelen aufgebracht werden. Diese sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Nichtsdestotrotz bleibt wohl auch die Selbstdisziplin ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung von Komplikationen beim Insektenstich.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Mückenschutz

Blutvergiftung bei einem entzündeten Insektenstich

Der umgangssprachliche Begriff der Blutvergiftung wird für zwei unterschiedliche Krankheitsbilder im Volksmund verwendet. Zum einen handelt es sich um ein Krankheitsbild, welches die Lymphgefäße betrifft, zum anderen eine den ganzen Körper betreffende Entzündungsreaktion, die Sepsis.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Lymphangitis - Wie gefährlich ist das?

Besonders die Entzündung der Lymphbahnen im Körper (Lymphangitis) ist eine mögliche Komplikation eines Insektenstiches. Insgesamt führen jedoch nur sehr wenige Insektenstiche zu einer Lymphangitis. Verursacht wird die Erkrankung durch Bakterien, welche die Entzündung hervorrufen. Auffällig wird die Entzündung der Lymphgefäße durch einen schmerzhaften roten Streifen unter der Haut. Durch die Einnahme von Antibiotika kann die Ursache der Entzündung gut behandelt und die sogenannte „Blutvergiftung“ therapiert werden.

Eine Sepsis kann ebenfalls durch einen Insektenstich entstehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch extrem gering. Es handelt sich um eine generalisierte Entzündungsreaktion, welche eine lebensbedrohliche medizinische Situation darstellt. Eine Sepsis bedarf sofortiger medizinsicher Betreuung in einem Krankenhaus.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Blutvergiftung nach einem Insektenstich

Entzündeter Insektenstich am Knöchel

Der Knöchel ist wegen seiner Lage sowohl für Insektenstiche als auch für die Entstehung einer Entzündung eine häufige Lokalisation. Um Entzündungen an dieser Stelle zu vermeiden, sollte ein Reiben am Schuhwerk oder der Hose vermieden werden. Schon bestehende Entzündungen sollten ebenfalls gepolstert werden, um eine Heilung durch mechanische Reizung nicht zu erschweren.
Bei wunden Stellen im Rahmen eines entzündeten Insektenstiches kann die Anlage eines Verbands sinnvoll sein, um die Wunde vor äußeren Einwirkungen und Schmutz zu schützen.

Entzündeter Insektenstich während der Schwangerschaft

Die Behandlung eines entzündeten Insektenstiches unterscheidet sich nur minimal zwischen schwangeren Frauen und anderen Personen. Sollte eine symptomatische Therapie nicht erfolgreich sein, empfiehlt es sich darauf zu achten, dass einige Schmerzmittel sowie viele Antibiotika während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollten.
Ein aufgrund einer bakteriellen Entzündung entstandener Abszess sollte jedoch auch während der Schwangerschaft ausgeräumt und antibiotisch behandelt werden. Der behandelnde Arzt sollte wegen der Auswahl des richtigen Medikamentes über die Schwangerschaft informiert werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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