Dauer der Schwellung eines Bienenstiches

Einleitung

Ein Bienenstich löst im Körper immer eine Abwehrreaktion aus.
Dabei versucht der Körper mit seinen Immunzellen das Bienengift, welches beim Stich in die Haut gelangt, zu bekämpfen. Da die Biene ein recht starkes Gift hat, benötigt der Körper viele Abwehrzellen, was dazu führt, dass zusätzliche Flüssigkeit in das Gewebe eingeschwemmt wird. Dies macht sich in Form einer Schwellung bemerkbar

Im Normalfall verschwindet die Schwellung nach einigen Tagen wieder und es bleibt nichts zurück.

Warum kommt es eigentlich zur Schwellung?

Die erste Schwellung unmittelbar nach dem Bienenstich kann zunächst durch das Gift selbst hervorgerufen werden. Über ihren Stachel injiziert die Biene das Gift quasi direkt unter die Haut. Dort kann bereits eine geringe Menge Flüssigkeit als Quaddel auftauchen.
Wenige Minuten später beginnt das Immunsystem, sich gegen das Gift zu wehren. Dabei werden bestimmte Immunzellen in das Gebiet des Stiches gebracht, gleichzeitig wird Flüssigkeit angeschwemmt, die ihrerseits Enzyme enthält, die beim Abbau des Giftes helfen.
Vor allem durch die zusätzliche Flüssigkeit, die vom Körper zum Stich gebracht wird, entsteht die Schwellung. Da der Körper sich gegen das Bienengift heftig zur Wehr setzen muss, beginnt gleichzeitig auch oft eine Entzündungsreaktion. Diese ist gekennzeichnet durch eine zusätzliche Schwellung der Region, außerdem können eine Rötung und Überwärmung durch die Entzündung ausgelöst werden.

Das Ausmaß der Schwellung wird zum einen durch die Menge des injizierten Bienengiftes bestimmt – je mehr Bienengift, desto ausgeprägter die Schwellung. Zum anderen bestimmt auch die Angriffslust des Immunsystems die Größe der Schwellung.
Wer ein besonders sensibles Immunsystem hat oder sogar allergisch auf das Gift reagiert, hat meist eine wesentlich ausgeprägtere Schwellung.

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Wie lange dauert die Schwellung?

Die Reaktion des Körpers auf einen Bienenstich soll das Gift der Biene neutralisieren, damit es im Körper keinen Schaden anrichten kann. Die meisten Menschen reagieren auf einen Bienenstich ebenso, wie sie auf andere Insektenstiche reagieren

 Da das Gift der Biene recht aggressiv ist, hält die Schwellung des Stichs allerdings länger an als beispielsweise bei einem Mückenstich. In der Regel benötigt der Körper etwa fünf bis sechs Tage, bis die Schwellung wieder zurückgeht. Dabei nimmt die Schwellung nach einem Bienenstich innerhalb der ersten zwei bis drei Tage zu, bevor sie bis zum Ende der Woche wieder rückläufig ist.

Wer dagegen allergischauf das Bienengift reagiert, muss mit einer deutlich ausgeprägteren und auch länger andauernden Schwellung rechnen. Eine solcheallergische Reaktion macht sich wenige Minuten bis einige Stunden nach dem Stich bemerkbar und kann neben der Größe des Stichs auch andere Symptome wie einen starken Juckreiz, Schmerzen bis hin zu einem schweren allergischen Schock auslösen.
Da der Körper aufgrund der allergischen Reaktion wesentlich mehr Immunzellen in das Gebiet des Stiches bringt, benötigt er auch wesentlich länger um diese Stoffe wieder auszuschwemmen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Allergie gegen Bienengift

Wie lange dauert eine Schwellung an der Hand?

Da die Hand bei den meisten Personen im Vergleich zu beispielsweise Armen und Beinen sehr filigran ist, macht sich eine Schwellung hier stärker bemerkbar als an anderer Stelle. Prinzipiell gilt auch hier eine Schwellungsdauer von etwa fünf bis sechs Tagen.

Da man jedoch auch eine minimale Schwellung an der Hand noch bemerkt, kann auch nach über einer Woche etwas von dem Stich zu sehen sein.

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Wie lange dauert eine Schwellung am Fuß?

Bei einer Schwellung am Fuß ist es ähnlich wie an der Hand. Da auch hier verhältnismäßig wenig Unterhautfettgewebe liegt, machen sich Schwellungen stärker bemerkbar als an anderen Körperteilen.

Jedoch spielt bei der Dauer der Schwellung eines Bienenstichs am Fuß auch das Tragen von Schuhen eine Rolle. Ist es in den Schuhen besonders eng und schwitzig, kann der Stich zusätzlich gereizt werden und so deutlich länger als eine Woche bestehen.
Allerdings kann ein recht enger Schuh auch positiv auf die Schwellung wirken, da er verhindert, dass zu viel Flüssigkeit in den Fuß geschwemmt wird. So wird möglicherweise die Dauer der Schwellung verringert.

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Der Verlauf

Die Schwellung nach einem Bienenstich nimmt in der Regel ihren Verlauf über fünf bis sechs Tage und geht selten länger als eine Woche.

Dabei besteht die Schwellung im ersten Moment allein aus dem Bienengift. Innerhalb von wenigen Sekunden bis Minuten beginnt der Körper das Gift anzugreifen, sodass die Schwellung zunimmt und nun maßgeblich durch die körpereigenen Zellen hervorgerufen wird. Da das Immunsystem gegen das Bienengift schwer zu kämpfen hat, kann sich die Schwellung innerhalb der ersten Tage noch verstärken, bevor sie nach etwa drei Tagen wieder rückläufig ist. Meist ist nach diesen zwei bis drei Tagen das Gift von den Immunzellen bekämpft, es müssen jedoch noch die Abfallstoffe abtransportiert werden.

Zusätzlich zur Schwellung treten Symptome wie ein Juckreiz und Schmerzen auf. Im Moment des Stiches sind die Schmerzen am stärksten, anschließend lassen sie zunächst für einige Minuten nach, bevor sie gemeinsam mit der Schwellung wieder zunehmen.
Dabei gehen die Schmerzen von einem stechenden Charakter in ein Brennen über und werden nach und nach weniger. Auch der Juckreiz nimmt innerhalb der ersten Tage zunächst zu, lässt danach jedoch ebenso wie Schwellung und Schmerzen recht schnell wieder nach.

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Kann eine Schwellung auch erst nach Stunden oder Tagen auftreten?

Die Schwellung beginnt normalerweise unmittelbar oder innerhalb der ersten Minuten nach dem Bienenstich, da der Körper sofort versucht, das Bienengift zu neutralisieren. Allerdings kann die Schwellung nach einigen Stunden oder Tagen nochmals sprunghaft zunehmen.

Mögliche Gründe dafür sind eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Bienengift, also ein überreagierendes Immunsystem oder ein Immunsystem, was verlangsamt reagiert. Die Überreaktion ist mit einer verspäteten allergischen Reaktion zu erklären, bei der der Körper seine Abwehrkräfte nach einer gewissen Zeit plötzlich nochmal verstärkt.

Ein anderer Grund kann eine zusätzliche Infizierung der Einstichstelle beispielsweise durch Bakterien, die von der Biene übertragen wurden, sein.
In diesem Fall breiten sich die Bakterien in den ersten Stunden und/oder Tagen zunächst aus, während der Körper mit dem Bienengift beschäftigt ist. Hat er das Gift eingedämmt, widmet sich das Immunsystem den Bakterien und startet eine zweite Immunoffensive, die mit einer erneuten Einschwemmung von Zellen und Flüssigkeit einhergeht und somit eine erneute, teilweise deutlich stärkere Schwellung mit sich bringt.

Weitere Informationen zu diesem Thema:Entzündeter Insektenstich - Was tun?

Wann sollte man zum Arzt?

Einen Arzt sollte man nach einem Bienenstich aufsuchen, wenn dieser beispielsweise an einer sehr ungünstigen Stelle liegt. Besonders die Augenlieder, der Mundraum und der Hals gelten hier als kritisch.

Wichtig ist es außerdem einen Arzt aufzusuchen, wenn der Stich nach einer Woche nicht wieder beginnt kleiner zu werden oder die Schwellung sich besonders stark ausbreitet. Auch wenn sich im Bereich des Stichs eine starke Rötung bemerkbar macht, sollte man zum Arzt, da möglicherweise eine Infektion des Stiches vorliegt.

Die gefährlichste Situation bei einem Bienenstich entsteht bei einer allergischen Reaktion. Diese kann innerhalb weniger Minuten zu Atemnot führen und ohne sofortige ärztliche Behandlung im schlimmsten Fall tödlich enden.

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Mit diesen Maßnahmen kann ich die Dauer der Schwellung verkürzen

Hausmittel

Die Dauer der Schwellung kann am besten verkürzt werden, indem man dem Entzündungsprozess, der im Rahmen des Stiches abläuft, entgegenwirkt.
Dabei hilft in erster Linie das Kühlen beispielsweise mithilfe eines Kühlakkus, eines Eisbeutels oder auch mit Quark- oder Kohlwickeln. Dabei sollte der Stich maximal 20 Minuten am Stück gekühlt werden und der Eisbeutel ausgetauscht werden, wenn er zu warm wird.

Schwillt der Bienenstich besonders stark an, kann es auch helfen die betroffene Stelle etwas zu bandagieren. Dabei kann eine Kompression auf das Körperteil ausgeübt werden, die die Schwellung verringert, allerdings sollte nicht zu fest verbunden werden.

Weitere antientzündliche Hausmittel wie beispielsweise eine aufgeschnittene rohe Zwiebeloder ein Tuch, das mit Apfelessig getränkt ist, können die Dauer der Schwellung verkürzen, indem sie die Entzündung etwas eindämmen.

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Kühlen als mögliche Option

Unmittelbar nachdem man von einer Biene gestochen wurde, empfiehlt es sich den Bereich zu kühlen. So wird im ersten Moment die Durchblutung des betroffenen Körperteils verringert und das Bienengift kann sich nicht so weit ausbreiten.

Auch im Laufe der ersten Tage ist das Kühlen mittels Kühlakku oder Eisbeutel sinnvoll, da so die Schwellung reduziert wird und die Kälte zusätzlich schmerzlindernd wirkt. Ist die Einstichstelle zusätzlich entzündet, hilft eine Kälteanwendung ebenfalls.

Homöopathie

Das beste homöopathische Mittel bei Bienenstichen ist Apis C30. Auch Ledum ist ein gutes Akkutmittel gegen Insektenstiche, da es den Juckreiz und die Schmerzen lindert.
Urtica urens kann bei geringen allergischen Reaktionen zum Einsatz kommen, jedoch sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn die allergische Reaktion sich verstärkt. Im schlimmsten Fall kann diese lebensgefährlich werden.

Medikamente

Bei einem Bienenstich können schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel zum Einsatz kommen. Diese können gut in Form von lokal anwendbaren Salben benutzt werden. Auch Salben, die das Immunsystem etwas zurückhalten und antiallergisch wirken, wie beispielsweise das Fenistil® sind bei Bienenstichen wirkungsvoll.
Wenn sich die Einstichstelle entzündet, sind meist Bakterien die Ursache, in diesem Fall sollte eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen.

Wer allergisch auf das Bienengift reagiert sollte zudem immer seine Notfallmedikamente bei sich tragen. Dazu gehört der sogenannte Epi-Pen, der Adrenalin enhält und ein sogenanntes Antihistaminikum, welches gegen den Allergie-vermittelnden Stoff Histamin wirkt.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 10.10.2018 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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