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Der allergische Schock

Was ist ein allergischer Schock?

Ein Allergieschock wird in der medizinischen Fachsprache als anaphylaktischer Schock bezeichnet. Es handelt sich hierbei um die Maximalvariante einer allergischen Reaktion. Ein Allergieschock kann durch verschiedenste Allergene verursacht werden. Er bedarf einer sofortigen medizinischen Behandlung und ist potentiell lebensbedrohlich.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Der anaphylaktische Schock

Ursachen / Auslöser

Ein Allergieschock kann – wie eine einfache allergische Reaktion auch – durch verschiedenste Stoffe – sogenannte Allergene – ausgelöst werden. Es gibt jedoch Allergene, bei denen es wahrscheinlicher ist, dass sich nach Allergenkontakt aus einer allergischen Reaktion rasch ein Allergieschock entwickelt.

  • Zu diesen Allergenen zählen beispielsweise Nüsse bei Menschen mit einer Nussallergie. Am häufigsten kommt es zu einem Allergieschock nach dem Konsum von Erdnüssen und Haselnüssen. Lesen Sie dazu auch: Die Erdnussallergie
  • Auch Insektenstiche bei Insektengiftallergien sind ein typischer Auslöser eines Allergieschocks. Mit Abstand am häufigsten sind hierbei Wespenstiche auslösend, gefolgt von Bienenstichen.
  • Auch bestimmte Medikamente und Stoffe wie Latex  können einen Allergieschock auslösen. Zu den Medikamenten, welche am häufigsten Auslöser eines Allergieschocks sein können, zählt beispielsweise Kontrastmittel, das im Rahmen von Röntgenuntersuchungen verabreicht wird. Auch Schmerzmittel, insbesondere solche aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika können Auslöser eines Allergieschocks sein. Hierzu zählen beispielsweise Diclofenac, Acetylsalizylsäure (ASS), Ibuprofen und Metamizol (Novalgin ®). Auch Antibiotika sind potentielle Allergene, allen voran die Penicilline.
  • Unter den Nahrungsmitteln sind unter anderem Kuhmilchprodukte, Hühnereiweiß, Sojaprodukte, Sellerie, Krusten-/Schalentiere und Weizenprodukte zu nennen. Mehr dazu lesen Sie hier: Die Nahrungsmittelallergie

Weitere Informationen finden Sie hier: Die Ursachen des Schocks

Allergieschock durch Heuschnupfen

Heuschupfen ist die häufigste Allergieform in Deutschland. Etwa 15% aller erwachsenen Deutschen leiden unter Heuschnupfen. Das auslösende Allergen sind die verschiedenen Pollen. Dass es im Rahmen von Heuschnupfen zu einem Allergieschock kommt, ist jedoch praktisch ausgeschlossen. Die Allergie-auslösenden Pollen verursachen zwar Symptome wie juckende, tränende Augen, Fließschnupfen und vermehrtes Niesen, einen Allergieschock lösen sie jedoch nicht aus.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren: Therapie von Heuschnupfen und Hyposensibilisierung

Allergieschock durch Antibiotika

Antibiotika gehören zu den Medikamenten, die potentiell Auslöser eines Allergieschocks sein können. Insbesondere Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline und Cephalosporine bergen das Risiko, einen anaphylaktischen Schock hervorrufen zu können. Es ist daher ausgesprochen wichtig, dass Menschen, bei denen bereits eine Allergie auf ein bestimmtes Antibiotikum bekannt ist, dieses Mittel lebenslang nicht mehr erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: Allergie gegen Amoxicillin

Hierbei sind auch sogenannte Kreuzallergien  zu beachten. So können Menschen mit einer Allergie auf ein Antibiotikum aus der Penicillin-Gruppe auch auf Antibiotika aus der Cephalosporin-Gruppe allergisch reagieren. Beide Antibiotikagruppen sollten daher bei bekannter Allergie auf eine der beiden Gruppen unbedingt gemieden werden, um schwere allergische Reaktionen bis hin zum Allergieschock zu vermeiden.

Allergieschock durch Medikamente

Theoretisch kann der Körper auf jedes Medikament allergisch reagieren. Bestimmte Medikamente haben jedoch ein besonders hohes allergenes Potential. Insbesondere bei Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (zum Beispiel Ibuprofen oder Metamizol) und bestimmten Antibiotika ist bekannt, dass sie deutlich häufiger als andere Medikamente Auslöser eines Allergieschocks sein können. Auch Röntgenkontrastmittel kann einen Allergieschock verursachen.

Weitere Info's zum Thema finden Sie hier: Die Kontrastmittelallergie

Insgesamt tritt ein Allergieschock nach all den genannten, potentiell gefährlichen, Medikamenten jedoch sehr selten auf. Andernfalls würden die Medikamente nicht mehr regelmäßig Anwendung finden. Ist einmal eine allergische Reaktion auf ein Medikament aufgetreten, so sollte dieses Medikament nicht mehr eingenommen werden. Andernfalls droht das Risiko einer erneuten allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Diagnose

Die Diagnose des allergischen Schocks kann ohne aufwändige apparative Diagnostik gestellt werden. Entscheidend ist die Anamnese, also die Frage danach, wann die Symptome begonnen haben und vor allem nach Einnahme / Anwendung welches Stoffes. Nicht selten handelt es sich bei den Betroffenen um Menschen, die bereits um ihre Allergie wissen und versehentlich etwas von dem Allergen zu sich genommen haben. Die Kombination aus kurz zuvor stattgehabter Allergenaufnahme und typischer Symptomatik ergibt das klassische Bild eines Allergieschocks. Die einzigen Parameter, die im Allergieschock mittels eines „Geräts“ erhoben werden, sind Blutdruck und Puls, gegebenenfalls auch die Sauerstoffsättigung.

Lesen Sie dazu auch: Die Diagnose des Schocks

An diesen Symptomen erkenne ich einen Allergieschock

Ein Allergieschock ist ein sehr eindrucksvolles Krankheitsbild, das in den meisten Fällen äußerst rasant fortschreitet. Die Symptome sind vielfältig.

  • So kann es nach Allergenaufnahme zunächst zu allergischen Hautsymptomen wie Ausschlag, Juckreiz oder flächigen Hautrötungen kommen.
  • Weiterhin kann es zu Symptomen im Bereich des Magen-Darm-Trakts kommen. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall.  
  • Auch Symptome im Bereich der Atemwege wie plötzlicher starker Fließschnupfen, Heiserkeit und Luftnot können im Rahmen eines Allergieschocks auftreten. Rasch kann die Atemnot durch ein Zuschwellen der Atemwege stark zunehmen.
  • Begleitend können eine deutliche Beschleunigung des Herzschlages (Tachykardie) sowie ein Blutdruckabfall (Hypotonie) auftreten.

Bei der Maximalvariante des Allergieschocks kann es zu einem Atem- oder Kreislaufstillstand kommen, welcher zum Tod führen kann.

Lesen Sie dazu ebenfalls: Reanimation - Das sollten Sie wissen!

Erste Hilfe: Das sind die Sofortmaßnahmen

Bei einem Allergieschock ist umgehendes Handeln unbedingt erforderlich. Menschen mit bekannter Allergie, die ein bereits bekanntes erhöhtes Risiko für einen Allergieschock haben, besitzen häufig ein Medikamenten-Notfallset, das im Rahmen einer allergischen Reaktion angewendet werden muss. Am wichtigsten ist die sofortige Anwendung des Adrenalin-Notfallpens. Dieser wird durch die Kleidung hindurch in den seitlichen Oberschenkel gespritzt.

Erfahren Sie mehr zum Thema: Allergie - Notfallset

Häufig sind im Notfallset außerdem noch weitere Medikamente wie beispielsweise Prednisolon oder Medikamente aus der Gruppe der Antihistaminika  enthalten. Diese sollten wie mit dem verordnenden Arzt abgesprochen angewandt werden. Auch wenn ein medikamentöses Notfallset vorhanden ist, sollte direkt nach Anwendung des Adrenalin-Pens der Rettungsdienst verständigt werden.

So behandelt der Arzt den Allergieschock

Die ärztliche Behandlung des Allergieschocks macht sich dieselben Medikamente zunutze, die auch im Laien-Notfallset enthalten sind. Das wichtigste Medikament ist Adrenalin. Dieses wird in den Muskel injiziert. Anschließend wird in der Regel ein intravenöser Zugang gelegt. Über diesen können weitere Medikamente wie Antihistaminika und Prednisolon verabreicht werden.

Wenn eine starke Verengung der Atemwege führend ist, kann eine Sicherung der Atemwege mittels eines Beatmungsschlauchs (Tubus) notwendig werden. Im Falle eines Kreislaufstillstandes ist nach der Adrenalingabe gegebenenfalls die Reanimation, also die Wiederbelebung, notwendig. Es erfolgt im Anschluss immer der zügige Transport in das nächste Krankenhaus.

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Wer braucht ein Allergie - Notfallset?

Menschen mit bekannten Allergien auf Lebensmittel wie insbesondere Nüsse und Menschen mit bekannter Insektengiftallergie sollten in jedem Fall ein Notfallset besitzen. Auch Menschen, die bereits einen Allergieschock erlitten haben und bei denen der Auslöser nicht sicher vermeidbar ist, sollten ein Notfallset haben.

Absolut entscheidend ist hierbei, dass dieses Notfallset immer und überallhin mitgeführt wird. Auch sollten die Betroffenen einen Allergiepass mit sich führen. Dies kann dann notwendig sein, wenn sie im Rahmen eines Allergieschocks bewusstlos werden und auf fremde Hilfe angewiesen sind. Menschen, die den Betroffenen nicht kennen, können anhand des Allergiepasses die Notlage viel schneller einschätzen und entsprechend handeln.

Mehr dazu finden Sie hier: Allergiepass und Allergie - Notfallset

Dauer des allergischen Schocks

Ein Allergieschock entwickelt sich meist akut und schreitet rasch fort. Er kann sich innerhalb von wenigen Minuten zu einem lebensgefährlichen Krankheitsbild entwickeln. Ein Allergieschock bedarf immer einer medikamentösen Behandlung. Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung gehen die Akutsymptome meist sehr rasch zurück.

So gefährlich kann ein Allergieschock werden

Ein Allergieschock ist ein lebensbedrohliches Krankheitsbild. Es kann sich innerhalb von Minuten ein Atem- oder Kreislaufstillstand entwickeln, der tödlich verläuft wenn nicht rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Deshalb ist es unabdingbar, dass Menschen, bei denen bereits ein erhöhtes Risiko für einen Allergieschock bekannt ist, über ein Notfallset und einen Allergiepass verfügen. Beides müssen sie immer bei sich tragen. Außerdem ist bei bekannten Allergien die Vermeidung des Allergens – sofern möglich – unabdingbar.

Erfahren Sie mehr zum Thema: Prognose und Prophylaxe des Schocks

Das können die Folgen sein

Die fatalste Folge des Allergieschocks ist der Tod. Oftmals schreitet die anaphylaktische Reaktion so rasch fort, dass dieser innerhalb von Minuten eintreten kann, sofern keine adäquate Behandlung erfolgt. Wird eine Allergieschock erfolgreich behandelt, gibt es in der Regel keine Langzeitfolgen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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