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Zahnspange

Einleitung

In einer Zeit, in der immer mehr Wert auf das Äußere gelegt wird, wünschen sich die meisten Menschen ein einwandfreies, gerades Gebiss. Wem dies nicht von Natur aus gegeben ist, kann eine kieferorthopädische Behandlung in Anspruch nehmen.

Eine Zahnspange gibt es in verschiedenen Variationen, man spricht von festen, lockeren und sogar „unsichtbaren“ Zahnspangen.
Bis zum achtzehnten Lebensjahr wird eine kieferorthopädische Behandlung von den gesetzlichen und/ oder privaten Krankenkassen übernommen, in bestimmten Fällen ist es jedoch auch möglich, dass die Kassen noch nach dem vollendeten achtzehnten Lebensjahr zumindest einen Teil der Kosten tragen.

Dies ist dann möglich, wenn über die eigentliche Behandlung hinaus eine chirurgische Begleittherapie durchgeführt werden muss.

Eine Zahnspange ist eine Apparatur, die in der Zahnmedizin dazu verwendet wird, Kiefer- und Zahnfehlstellungen zu beheben und somit die Ästhetik und die Funktionalität des Kiefers zu verbessern.

Behandlungszeitpunkt

Grundsätzlich kann eine Zahnspange in jedem Alter Anwendung finden, da sich der Zahnarzt oder Kieferorthopäde aber zwischen dem neunten und dem vierzehnten Lebensjahr, die natürlichen Wachstumsschübe ihrer jungen Patienten zu nutzen machen können, ist dies der ideale Zeitpunkt um eine kieferorthopädische Behandlung durchzuführen.

Im Durchschnitt dauert eine solche Zahn- und Kieferbegradigung mit einer Zahnspange ungefähr zwei bis drei Jahre, die Behandlungsdauer ist aber stark von verschiedenen Faktoren abhängig.
Zum Einen spielt der Ausgangszustand des Gebisses eine tragende Rolle und zum Anderen kann die Mitarbeit des Patienten die Tragezeit der Zahnspange extrem verlängern oder verkürzen.

Eine sehr frühe Vorstellung bei einem Facharzt für Kieferorthopädie empfiehlt sich, bei Kindern, die einen sogenannten Kreuzbiss aufweisen, in diesen Fällen kann eine Behandlung ab dem vierten Lebensjahr sinnvoll sein.

Der Schweregrad der Fehlstellung wird durch die kieferorthopädischen Indiaktionsgruppen festgelegt.

Risiken

Bei einer kieferorthopädischen Behandlung bestehen im Allgemeinen relativ wenige Risiken dennoch kann es in Ausnahmefällen zu Problemen kommen.

Manche Patienten reagieren auf die verwendeten Materialien allergisch, ein Materialwechsel kann in diesem Zusammenhang Abhilfe schaffen.

Gerade bei der Anwendung von festsitzenden Zahnspangen besteht ein erhöhtes Risiko Karies und/ oder eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) zu entwickeln. Eine gewissenhaft und gründlich durchgeführte Mundhygiene ist absolut notwendig um die Zahnsubstanz, das Zahnfleisch und den Kieferknochen nicht nachhaltig zu schädigen.

Es empfiehlt sich neben der Zahnbürste auch Zahnseide und/ oder Zahnzwischenraumbürsten anzuwenden und die Ränder der aufgeklebten Brackets besonders umsichtig zu reinigen.
Des Weiteren können nicht korrekt angebrachte Brackets zu fehlerhaften Zahnbewegungen führen, diese können aber durch die erneute, korrekte Ausrichtung der Brackets wieder korrigiert werden.

Außerdem berichten Patienten immer mal wieder von Schmerzen, die durch die Zahnspange ausgelöst werden. Prinzipiell ist dies kein Grund zur Sorge, da die Beschwerden meist von alleine in einigen Tagen abklingen. Lesen Sie mehr dazu unter: Schmerzen durch Zahnspange - Was Tun?

Lose Zahnspange

Unter einer losen Zahnspange versteht man eine zahnmedizinische Apparatur, die der Kiefer- und Zahnbegradigung dient.

Im Gegensatz zur festen Zahnspange kann die lose Spange vom Patienten eigenhändig aus dem Mundraum entfernt und wieder eingesetzt werden.
Aus diesem Grund werden lose Zahnspangen oft auch als herausnehmbare Spangen bezeichnet.

Lose, herausnehmbare Zahnspangen werden anhand eines Kiefer- und Zahnmodells im zahnmedizinischen Labor hergestellt. Vor der Anfertigung der Geräte muss beim Patienten ein sogenannter Abdruck (eigentlich Abformung) des Ober- und des Unterkiefers gemacht werden. Auf Grundlage dieser Abdrücke kann anschließend im Labor ein Gipsmodell ausgegossen werden.

Man unterscheidet aktive Platten für den Oberkiefer und Unterkiefer von funktionskieferorthopädischen Geräten (kurz: FKO- Geräte).

Aktive Platten sind besonders bei Kindern im Alter von 9 – 14 Jahren geeignet, da sich die jungen Patienten genau zu diesem Zeit noch im Zahnwechsel befinden.
Sie können im Zahnlabor in verschiedenen Farben oder mit individuellen Motiven angefertigt werden.
Mit Hilfe dieser herausnehmbaren Zahnspangen kann noch vor dem Zahndurchbruch ausreichend Platz im Kiefer geschaffen und zu enge Zahnlücken erweitert werden.

Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO- Geräte) hingegen werden eingesetzt um des Wachstum des Kiefers so zu beeinflussen, dass eine normale Bisslage entsteht (Neutralokklusion).

Sie dienen demnach der Korrektur von sogenannten Tiefbissen (Zähne liegen zu tief aufeinander, meist sind die Schneidezähne des Unterkiefers beim Zubeißen nicht mehr sichtbar) oder offenen Bissen.

Sobald eine solche lockere, herausnehmbare Zahnspange Anwendung findet, ist es von höchster Wichtigkeit, dass sich die Patienten genau an den Behandlungsplan halten.

Die exakte Tragezeit einer Zahnspange pro Tag und jeder Kontrolltermin sollte lückenlos eingehalten werden, denn nur so kann der Behandlungserfolg garantiert und die Tragezeit möglichst kurz gehalten werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Die lose Zahnspange

Wie reinigt man eine lose Zahnspange?

Eine lose Zahnspange wird zur Reinigung aus der Mundhöhle entnommen. Sie kann mit einer herkömmlichen Zahnbürste und etwas Seife gereinigt werden. Dabei reicht es vollkommen, die Zahnspange zu bürsten und dann mit Wasser abzuspülen. Zahnpasta ist nicht empfehlenswert, da der Kunststoff der Zahnspange empfindlich ist und durch die abrasiven Partikel der Zahncreme geschädigt, im wahrsten Sinne des Wortes abgeschmirgelt, werden kann.

Bei Verfärbungen oder harten Ablagerungen kann die Zahnspange etwa einmal in der Woche in ein Bad mit aufgelöstem Zahnspangenreiniger oder einer Lösung aus verdünnter Essigsäure und Wasser eingelegt werden, um die Ablagerungen zu lösen. Bei zu häufigem Gebrauch kann allerdings auch der Kunststoff Schaden davontragen, weshalb eine Anwendung nur einmal die Woche empfohlen wird. Jedoch steht die vorgesehene Anwendungshäufigkeit auf der Verpackung der Reinigungstabletten drauf und kann dort nachgelesen werden.

Die schonendste Reinigungsform ist die in einem Ultraschallgerät, in welches die lose Zahnspange für drei bis fünf Minuten hinein gelegt wird. Diese Art der Reinigung kann täglich angewendet werden, ohne dabei Kunststoff oder Klammern zu beschädigen.

Kosten für eine lose Zahnspange

Die Kosten für eine lose Zahnspange liegen mit den Abdrücken und den Laborkosten zwischen 250 und 300 Euro. Dazu kommen jedoch das kieferorthopädische Honorar und die Behandlung selbst, die sich zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren hinziehen können. Der Kieferorthopäde erstellt einen Jahresplan, in dem er plant, wie schnell er bei welchem Ziel einer Therapie sein will. Ist der Patient mit der Behandlung durch die tatsächliche Verschiebung der Zähne schneller fertig als die errechnete Zeit, so wird die Behandlung billiger, beziehungsweise bei längerer Therapiedauer teurer. Bei einem Therapieplan für ein Jahr mit einer losen Zahnspange liegt der Preis etwa bei tausend Euro aufwärts.

Dabei ist es abhängig davon, welche Zahnspange benötigt wird und wie umfangreich die Behandlung wird. Bei einigen Fällen ist die lose Zahnspange nur ein Schritt der Therapie, bis eine festsitzende Apparatur folgt. Dann summieren sich die Kosten beider Behandlungsschritte und können mehrere tausend Euro bis zum Therapieziel erreichen.

Erfahren Sie mehr unter: Kosten für eine Zahnspange

Tragedauer einer losen Zahnspange

Eine lose Zahnspange wird in der Regel tagsüber und nachts getragen. Dabei sollte man, je nach Aussage des Kieferorthopäden, auf mindestens 16 Stunden am Tag kommen, um die Zähne zu verschieben. Eine geringere Tragedauer hält die Zähne in ihrer aktuellen Position fest. Wird die Spange zu kurz getragen, rücken die Zähne rasch in ihre alte Position zurück, sodass der Erfolg der letzten Wochen zunichte gemacht wird. Ist die Behandlung abgeschlossen, so ist der Biss auch stabil. Jedoch ist der Prozess bis dorthin lang und instabil.

Lose Zahnspangen sind nur im Kindesalter sinnvoll, da sich hier durch das vorhandene Wachstum die Zähne und Kiefer verschieben lassen. Bei manchen Spangen soll das Kind selbstständig die Zahnspange mit Drehungen einer Schraube auseinander dehnen, um beispielsweise das Wachstum des Oberkiefers zu fördern. Die Anwendung erfolgt in der Regel ein bis drei Jahre, bis sie entweder komplett abgeschlossen ist oder bis anschließend eine festsitzende Apparatur zur Therapiefortsetzung eingebracht wird.

Im Erwachsenenalter würden lose Zahnspangen keinen Behandlungserfolg bringen, da nur festsitzende Apparaturen aufgrund des fehlenden Wachstums Bewegungen entstehen lassen können. Lose Spangen kommen hier nur in Einsatz, um nach der Therapie während der Retentionsphase nachts getragen zu werden.

Feste Zahnspange

Die feste Zahnspange ist ein zahnmedizinisches Gerät, das der Korrektur von Kiefer- und Zahnfehlstellungen dient, aber nicht vom Patienten selbst aus dem Mundraum entfernt werden kann. Es verweilt über die gesamte Behandlungsdauer im Mund.

Grundsätzlich unterscheidet man Apparaturen, die gänzlich innerhalb des Mundes liegen (intraorale Apparaturen), von solchen, die teilweise außerhalb der Mundhöhle (extraorale Apparaturen) angebracht werden.

Bei den rein intraoral gelegenen Zahnspangen handelt es sich um Multiband- oder Multibracketgeräten, die direkt auf den Zahn aufgeklebt werden. Diese Apparaturen bestehen aus Titan, Kunststoff oder in manchen Fällen um „unsichtbare“ Keramikbrackets. In der Mitte eines jeden Brackets existiert eine schmale Öffnung, durch die ein Draht, der die Zahnbewegung auslöst, gefädelt wird.

Feste Zahnspangen bieten den Vorteil, dass sie permanent in der Mundhöhle verweilen und dadurch die Tragezeit meist verkürzt werden kann. Darüber hinaus sind sie bei älteren Patienten meist die einzig effektive Variante, Zahn- und Kieferfehlstellungen zu korrigieren.

Zu Beginn der Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange verspüren die Patienten in der Regel über mehrere Tage bis Wochen leichte oder sogar mäßige Schmerzen. Diese Schmerzen sind auf die Lockerung der Zähne im Kieferknochen zurückzuführen.

Gerade ältere Patienten wünschen sich eine möglichst unauffällige kieferorthopädische Behandlung. Aus diesem Grund finden immer häufiger Keramikbrackets Anwendung.

Lesen Sie mehr zum Thema: feste Zahnspange

Die sogenannte Lingualtechnik (Lingua von Zunge) bietet eine weitere Möglichkeit eine unauffällige Zahn- und Kieferkorrektur durchzuführen.

Die Brackets werden bei dieser Behandlungsvariante nicht wie üblich auf die Zahnvorderfläche aufgebracht, sondern an der, der Zunge zugewandten Zahnseite befestigt. Die Zahnspange ist somit von Außen absolut nicht sichtbar.

Da im Gegensatz zur Zahnaußenseite die Innenfläche der Zähne nicht bei jedem Menschen gleich geformt ist müssen die Brackets bei der Lingualtechnik individuell und aufwendig für jeden einzelnen Zahn geformt werden.

Aus diesem Grund ist eine kieferorthopädische Behandlung via Lingualtechnik um einiges kostspieliger als eine gewöhnliche Korrektur. Zudem wird dieses Verfahren nicht von den Krankenkassen übernommen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnspange hinter den Zähnen

Wie reinigt man eine feste Zahnspange?

Das Reinigen einer festsitzenden Zahnspange erfolgt wie die Reinigung der Zähne auch – mit einer Zahnbürste. Es ist dabei unwichtig, ob mit einer Handzahnbürste oder elektrisch geputzt wird, in beiden Fällen erreicht das Putzen das sorgfältige Entfernen der meisten Bereiche. Das dreiminütige Zähneputzen reicht jedoch nicht aus, um jeden Teil der festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur ausreichend zu säubern.

Für die Bereiche unterhalb des Drahtes, die Bereiche in den Zahnzwischenräumen oder unmittelbar an den Brackets müssen spezielle Bürsten und Zahnseide verwendet werden, um Essensreste und bakterielle Beläge zu entfernen. Dafür gibt es spezielle Bürsten für die Zahnspangenreinigung, aber auch kleine Interdentalbürsten sind für die Verwendung an der Zahnspange geeignet.

Der Bereich unter dem Draht kann mit einer Zahnseide erreicht werden, die auch für Brückenglieder angewendet wird. Sie hat ein verstärktes Ende, um das Einfädeln unterhalb den Draht zu erleichtern und einen flauschigen Anteil in der Mitte, an dem Nahrungsreste hängen bleiben.

Nach Wunsch kann ein regelmäßiges Mundspülen mit einer Mundspüllösung die Mundflora stärken, allerdings nicht die Zahnbürste, Zahnspangenbürsten und Zahnseide ersetzen.

Zu der täglichen Mundhygiene gehört ebenfalls einmal wöchentlich ein Fluoridieren der Zähne, die durch die Zahnspange schwer zugänglich sind. Ein Auftragen von Fluoridgelen kann nachhaltig das Kariesrisiko senken, was für die Zahnspangenbehandlung sehr wichtig ist.

Kosten für eine feste Zahnspange

Es ist schwierig, die Kosten für eine festsitzende Apparatur einzugrenzen, denn es gilt: Je umfangreicher, länger und aufwändiger die Behandlung, umso teurer die Zahnspange. Die Therapie mit einer festsitzenden Zahnspange ist deutlich teurer als mit einer losen. Die Kosten liegen dabei bei mehreren tausend Euro, die zu einem gewissen Anteil selbst getragen werden müssen. Je nach Ausstattung und Materialien ist mit einem Gesamtbetrag von 3000 bis 9000 Euro zu rechnen.

Wachs für eine feste Zahnspange

Wachs kann bei festsitzenden Zahnspangen dazu dienen, Metallelemente abzupuffern oder Drahtenden einzukleiden, um zu einem angenehmeren Tragegefühl zu führen. Das ist primär in der Eingewöhnungszeit notwendig, wenn die Zahnspange neu in die Mundhöhle eingebracht wird oder ein Drahtelement gewechselt wird. Die Weichgewebe in der Mundhöhle, wie Wangeninnenseiten, Zunge oder Lippe müssen sich an die neue Raumforderung der Zahnspange gewöhnen, was am Anfang zu Irritationen führen kann. Darum wird das Wachs an den Stellen angebracht, an denen die Weichgewebe „entlangscheuern“ und dadurch zu Verwundungen führen. Der ständige Kontakt ohne das Wachs kann ohne Behandlung Wundschmerzen provozieren und unangenehm sein. Daher kann das Wachs die scharfen Drahtenden etwas abdecken, bis sich die Weichgewebe der Mundhöhle an den neuen Zustand gewöhnt haben.

Was sind Zahnspangengummis?

Zahnspangengummis in der Kieferorthopädie sind bei festsitzenden Apparaturen notwendig, um einerseits als Verankerungshilfe des Drahtbogens in die Brackets zu dienen, andererseits ermöglichen sie auch Zahnbewegung und eine Anregung des Kieferwachstums. Bei den Zahnspangengummis werden Alastics und Elastics unterschieden.

Alastics sind die O-förmigen Gummiringe, die den Draht in den Brackets verankern und etwa alle 6 bis 8 Wochen ausgetauscht werden müssen. Sie sind das Pendant zu Ligaturen aus Metall, sind aber durch ihre farbige Auswahl bei den Trägern sehr beliebt.

Elastics werden entweder über Zahngruppen oder zwischen beiden Zahnkiefern eingehakt, um eine Zahnbewegung auszulösen. Die Elastics werden ebenfalls an speziellen Flügeln der Brackets verankert und lassen durch ihre Positionierung Zahngruppen zueinander wandern. Der Patient kann diese Gummis selbstständig ein- und aushängen. Sie werden ganztägig getragen und nur für die Mahlzeiten oder die Mundhygiene herausgenommen.

Weil sowohl Elastics als auch Alastics aus Latex oder anderen gummiartigen Materialien bestehen, nutzen sie sich ab und sind nur bedingt formstabil. Nach einer gewissen Tragezeit werden sie ausgetauscht, um den erforderten Kraftaufwand auf die Zähne weiterhin zu gewährleisten.

Lesen Sie auch hier weiter:  Zahnspangengummis

Wer trägt die Kosten für die Zahnspange?

Bei der gesetzlichen Krankenkasse gelten mehrere Kriterien. Eine Frühbehandlung, welche eine Behandlung ab dem Durchbrechen eines Milchseitenzahnes darstellt, wird nur in Extremfällen übernommen. Die Phase, in der die Krankenkasse am meisten übernimmt, ist der zweite Teil des Zahnwechsels im Alter von neun bis zwölf Jahren, wenn die Prämolaren (Zahn 4 und 5) der Stützzone durchbrechen. Dann werden zwar Kosten übernommen, allerdings erst ab einem gewissen Schweregrad des Fehlbisses.

Die gesetzliche Krankenkasse hat daher eine Einteilung der Fehlstellung in die so genannten „kieferorthopädischen Indikationsgruppen“, durch die das Ausmaß und eine Beteiligung der Kosten überhaupt geregelt wird. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt oft nur die Kosten für eine Basisausstattung einer Zahnspange, während jegliche Sonderwünsche, wie Lingualtechnik oder andere Materialien für Brackets aus eigener Tasche gezahlt werden müssen. Für gesetzlich Versicherte ist eine private Zusatzversicherung ratsam, da sie kieferorthopädische Behandlungen je nach Versicherung teilweise oder gar komplett übernimmt.

Private Krankenkassen haben ebenfalls Leistungen in kieferorthopädischen Behandlungen eingekürzt, daher ist es ratsam, sich vorab mit der Krankenkasse und den vereinbarten Konditionen auseinanderzusetzen, um die Kostenübernahme einschätzen zu können. Trotzdem ist es Tatsache, dass die private Krankenversicherung mehr Leistungen übernimmt, als eine gesetzliche es tut.

Bei Erwachsenenbehandlungen werden nur Behandlungen übernommen, die kieferorthopädisch und operativ therapiert werden, also nur Extremfälle.

Zahnspange für Erwachsene

Kieferorthopädie rückt durch das heutige Zahnbewusstsein für Erwachsene immer mehr in den Fokus und jeder dritte Patient in der Kieferorthopädie ist heute erwachsen. Mithilfe von Schienentherapie und Lingualtechnik ist es möglich, eine Behandlung nahezu unsichtbar für die Mitmenschen zu führen, was den Anreiz weckt.

Neue Studien haben ergeben, dass Kopf, Schädel und Kiefer bis zum vierzigsten Lebensjahr wachsen, weshalb auch eine therapeutische Verschiebung der Zähne in kurzer Zeit möglich ist. Nach Wachstumsabschluss ist dies ebenfalls möglich, allerdings ist das Therapieziel in der Wachstumsphase zügiger zu erreichen. Somit ist eine kieferorthopädische Behandlung zeitlebens mit guter Prognose durchführbar. Indikationen dabei sind Engstände und Verschachtelung in der Front, die durch unsichtbare Schienen ausgeglichen werden können. Zahnkippungen und zu enge Lücken bilden ebenfalls die Indikation, diese Lücken zu öffnen, um eine Brücke oder ein Implantat einsetzen zu können. Auch ein Lückenschluss ist im Alter noch möglich, der beispielsweise durch Parodontalerkrankungen entstehen kann.

Für all diese Behandlungen kommt allerdings nur eine festsitzende Zahnspange oder eine Schienentherapie in Frage, lose Zahnspangen würden nicht zum Therapieerfolg führen.

Weitere Informationen finden Sie hier: Zahnspange für Erwachsene

Für wen kommt eine Zahnspange von innen in Frage?

Eine innenliegende festsitzende Zahnspange ist die Alternative zu einer festsitzenden Apparatur, die an der Außenseite der Zähne befestigt wird. Daher kann jede Indikation einer festsitzenden Zahnspange wie beispielsweise ein Lückenschluss durch die so genannte Lingualtechnik erreicht werden.

Vorteil dabei ist, dass die kieferorthopädische Behandlung für Außenstehende unsichtbar ist, weshalb die Lingualtechnik sehr beliebt bei Erwachsenen ist. Weiterhin bietet auch die Zunge, die direkt an der Zahnspange liegt eine natürliche Reinigungsfunktion, was die Mundhygiene vereinfacht.

Ungeeignet ist die Lingualtechnik allerdings bei Bissformen, bei denen die Zahnspangen das Zusammenbeißen oder das Kauen behindert oder stört. In diesen Fällen muss auf eine festsitzende Zahnspange an der Außenseite der Zähne zurückgegriffen werden.

Die bislang noch neue Form der Lingualtechnik ist mit mehr Zuzahlung verbunden als eine Apparatur auf der Außenseite. Das liegt daran, dass die Brackets bei der Lingualtechnik individuell für den Patienten angefertigt werden müssen, um zu optimal zu passen, was sie zu einem Unikat macht. Bei der festsitzenden Zahnspange auf der Außenseite werden universelle, standardisierte Brackets verwendet. Der größere Aufwand begründet daher die höheren Kosten.

Lesen Sie hier mehr dazu: Zahnspange hinter den Zähnen

Dauer der Behandlung

Je nach Behandlungsfall und Schwere der Gebissstörung ist die Dauer einer kieferorthopädischen Therapie variabel. Im Teenageralter beträgt die Behandlungsdauer im Durchschnitt ein bis drei Jahre. Bei schwerwiegenden Fällen, die kieferorthopädisch und chirurgisch therapiert werden, ist nicht selten eine Behandlungszeit von mehr als fünf Jahren üblich. Bei starken Fehlbildungen wird bereits im Milchgebiss mit einer losen Zahnspange versucht, den Kiefer auf eine festsitzende Apparatur vorzubereiten und zu verschieben. In diesen Fällen kann eine Therapie mit etwa 5 Jahren beginnen und ab einem Alter von 9 Jahren fortgeführt werden, sodass in der Summe fast 10 Jahre Behandlung nötig sind.

Die längste Therapiedauer ist bei dem Krankheitsbild einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte notwendig. Das Neugeborene wird dann direkt nach der Geburt mit einer Trinkplatte aus Kunststoff versorgt, damit die Nahrungsaufnahme überhaupt ermöglicht werden kann. Bis in das Erwachsenenalter erfolgen Operationen und kieferorthopädische Apparaturen, um der Fehlbildung entgegenzuwirken und eine normale Funktion und Ästhetik herzustellen.

Bei Erwachsenen, die eine kieferorthopädische Behandlung durchführen lassen, ist die Behandlungsdauer mit der Regeldauer vergleichbar. Sie beträgt sechs Monate bis zu 3 Jahre.

Schmerzen durch eine Zahnspange

Schmerzen durch eine Zahnspange entstehen primär in der Eingewöhnungsphase. Die Zahnspange erreicht eine Zahnbewegung durch eine Zug- und Kraftübertragung auf die Zähne, woran sich diese erst gewöhnen müssen. In den ersten Tagen nach Einsetzen und einem Wechsel der Drahtstärke entstehen so Schmerzen. Nach einer Zeit von ein bis zwei Wochen sollten diese Beschwerden allerdings abgeklungen sein. Eine Schmerzmitteleinname wird von Kieferorthopäden nach dem Einsetzen angeraten, um diese einzudämmen. Auch sollten harte Nahrungsmittel in dieser Phase gemieden werden, da durch ein zu massives Kauen so eine Schmerzverstärkung auftreten kann.

Weitere Beschwerden entstehen durch die gereizten Weichgewebe, die sich an die Raumforderung der Zahnspange ebenfalls gewöhnen müssen. Dazu zählt die Zunge bei der Lingualtechnik oder die Wangeninnenseite bei einer außen verankerten Zahnspange. Abstehende oder nicht abgerundete Drahtenden zeigen ebenfalls Potenzial, um Beschwerden auszulösen, da die Weichgewebe ständig in Berührung kommen und dadurch aufschürfen. Dabei kann Umlegen des Drahtendes durch den Kieferorthopäden oder ein Puffern der Drähte mit Wachs Abhilfe schaffen. Diese Beschwerden treten allerdings in der Regel nur bei festsitzenden Apparaturen auf.

Bei losen Zahnspangen entstehen kaum Schmerzen, meist nur, wenn die Spange nicht wie vom Kieferorthopäden angeordnet getragen oder verstellt wird. Diese Schmerzen sind allerdings nicht so schlimm, als dass Schmerzmittel eingenommen werden müssten.

Lesen Sie hier weiter: Schmerzen durch eine Zahnspange

Nachbehandlung

Um den Behandlungserfolg einer Zahnspange dauerhaft zu erhalten, ist nach jeder kieferorthopädischen Therapie eine dementsprechende Nachbehandlung wichtig.

Da sich die Form des Kiefers ein Leben lang ändern kann, ist eine erfolgreich abgeschlossene Zahnkorrektur keine Garantie dafür, dass die Zähne dauerhaft gerade bleiben.
Aus diesem Grund schließt sich an die aktive Behandlungsphase (während die Geräte im Mund sind), die sogenannte Retentionsphase an. Während den ersten 1 – 2 Jahren nach Entfernung der Zahnspange sollten die Patienten zumindest während der Nacht eine Retentionsspange tragen.

Diese Spange fixiert gewissermaßen das Endergebnis der Therapie. Zudem werden häufig dünne Drähte (Retainer) an der zur Zunge gelegenen Zahnseite dauerhaft befestigt.

Zahnspangenreiniger

Zahnspangenreiniger sind in Gel- oder Tablettenform im Handel erhältlich. Die Tabs bestehen in der Zusammensetzung aus Salzen wie Kalziumphosphat oder Silikaten und werden in Wasser aufgelöst. In das entstandene Bad wird die Zahnspange für etwa 2 bis 5 Minuten eingetaucht, je nach Grad der Verschmutzung. Sofern das nicht ausreicht, sollte die Zahnspange noch mit Wasser und Seife geputzt werden, um harte Beläge zu lösen.

Zahnspangenreiniger in Gelform bestehen in der Regel aus verdünnter Zitronensäure und Silikaten. Das Gel wird auf die Zahnspange aufgetragen und mit einer weichen Zahnbürste verteilt. Dabei werden die Beläge gelöst und lassen sich abputzen. Wichtig ist es, dabei nicht zu viel Druck aufzuwenden, damit der Zahnspangenkunststoff nicht mit abgetragen wird.

Nach der Anwendung muss die Zahnspange intensiv mit Wasser abgespült werden, damit keine Reste auf der Zahnspange verbleiben können, die sonst in die Mundhöhle gelangen würden.

Welche Materialien werden verwendet?

Lose Zahnspangen bestehen aus einer Kunststoffbasis mit Klammern aus Nickel-Titanlegierungen. Bei festsitzenden Apparaturen besteht der Draht ebenfalls aus einer Nickel-Titanlegierung und sind zwischen 0,1-0,6 mm dünn. Moderne Drähte sind thermoelastisch und lassen sich erst bei Körperwärme verformen. Die außenliegenden Brackets bestehen aus Gold, Kunststoff, Keramik oder Titan. Die Brackets für die Lingualtechnik, die auf der Innenseite der Zähne liegen sind aus Keramik, Stahllegierungen oder Gold.

Weiterführende Informationen

Weitere allgemeine Informationen zu diesem Thema:

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Zahnmedizin finden Sie unter: Zahnmedizin A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.08.2018
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