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Ziehen im Hoden

Einleitung

Das Ziehen im Hoden ist ein Symptom, das bei viele Erkrankungen autreten kann. Es ist nicht immer ganz eindeutig zu erkennen, was die Ursache des Ziehens ist, deshalb ist eine gründliche Untersuchung der Hoden und der umliegenden Organe, um eine genaue Diagnose stellen zu können, unerlässlich.

Ebenso geht das Ziehen in den Hoden oft mit anderen Symptomen einher, die wiederum gemeinsam auf eine bestimmte Erkrankung hindeuten können.

Ein Ziehen im Hoden kann viele verschiedene Ursachen haben, die unterschiedliche Prognosen aufweisen.
Da darunter auch Erkrankungen sein können, die einer schnellen Therapie bedürfen, ist eine ärztliche Vorstellung ratsam.

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Übersicht über die naheliegendsten Ursachen mit Erklärung der entsprechenden Therapie vor.

Diagnostik

Beim ersten Kontakt mit dem Patienten wird in der Anamnese die genaue Situation und die Symptome erörtert.
Neben diesem Gespräch ist auch eine körperliche Untersuchung durch den Arzt von großer Bedeutung. Beim Hoden und den umliegenden Organen, wie der Prostata, gibt es viele Untersuchungsmethoden.
Die Hoden können vom Arzt leicht abgetastet werden, um Knoten oder andere Verhärtungen zu entdecken. Diese Tastuntersuchung sollte jeder Mann auch regelmäßig an sich selbst durchführen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Bei einem begründeten Verdacht auf eine Erkrankung kann ein Ultraschall des Hodens und der Nebenhoden durchgeführt werden.

Eine Ultraschalluntersuchung kann zur Diagnostik ebenfalls durchgeführt werden.
Außerdem wird in der Regel zur Verlaufskontrolle auch ein Blutbild erstellt.
Es gibt bestimmte Tumormarker, die im Blut nachgewiesen werden.
Erhöhte Tumormarker beweisen allein jedoch keine bösartige Krebserkrankung, sondern können auch bei Entzündungen erhöht sein.

Besonders typisch für eine Entzündung ist, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) erhöht ist, die für die körpereigene Abwehr zuständig sind.
Sollte der Verdacht bestehen, dass eine Tumorerkrankung besteht, so wird das auffällige Gewebe mittels Biopsie untersucht. D
er Arzt schneidet ein kleines Stück des Gewebes aus dem Hoden, welches dann im Anschluss vom Gewebearzt (Pathologe) im Labor untersucht wird .

Beim Ziehen im Hoden muss die Prostata bei jungen Männern normalerweise nicht untersucht werden. Dies wird nur dann durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht besteht, dass auch eine Erkrankungen dieses Organs vorliegen.

Ursachen und Therapie

Ziehen im Bein und im Hoden

Eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) kann bis ins Bein ausstrahlen und ist oft sehr schmerzhaft. Der Auslöser sind meistens Bakterien bei einer unbehandelten Blasenentzündung, die in die Nebenhoden einwandern.

Die Symptome der Nebenhodenentzündung sind denen einer Blasenentzündung sehr ähnlich, hinzu kommt aber oft ein starkes Krankheitsgefühl mit Fieber, Schmerzen und Rötung im Bereich der Hoden.

Die Hoden sollten gekühlt und in jedem Fall hochgelagert werden.
Zur Behandlung der Erkrankung können verschiedene Antibiotika gegeben werden.
Eine Vorstellung beim Arzt ist ratsam.

Auch eine Prostata-Entzündung (Prostatitis) kann ausstrahlende Schmerzen im Oberschenkel verursachen.
Hierauf wird weiter unten im Text noch einmal eingegangen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nebenhodenentzündung

Ziehen im Hoden beim Laufen

Als Hydrozele wird eine Wasseransammlung im Hoden bezeichnet, die sich oft verschlimmert, wenn der Patient steht oder sich bewegt, da so das Wasser leichter „nach unten sackt“.

Eigentlich ist die Hydrozele nicht bedrohlich für den Patienten und verursacht selten Schmerzen, kann aber wiederholt auftreten.

Der Hoden schwillt durch die Wassereinlagerungen je nach Patient unteschiedlich stark an: Je größer die Schwellung, desto eher sind Schmerzen spürbar. Oft empfinden die Patienten ein Druckgefühl und ein leichtes Ziehen im Hoden.

Sollte die Hydrozele nicht von selbst verschwinden, so kann es mitunter nötig sein, dass eine Operation durchgeführt wird.

Das Besondere an der Hydrozele ist, dass sie erworben oder angeboren sein kann. Ist sie angeboren, fällt sie meist schon sehr früh, im Säuglings oder Kleinkindalter, auf.
Ist die Hydrozele erworben, kann ein Leistenbruch, Gewalteinwirkung oder eine Hodenentzündung ursächlich sein. Wasser kann sich zudem auch im Samenstrang und im Nebenhoden einlagern.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hydrozele

Ziehen im Hoden mit Rückenschmerzen

Oft entstehen Schmerzen im Hoden in Verbindung mit Rückenschmerzen, dessen Ursache häufig schiefe Haltung oder Verspannungen sind.

Ein weiterer Grund für Schmerzen im Rücken und ein Ziehen im Hoden kann auch ein Bandscheibenvorfall der LWS sein, bei dem es zur Beschädigung von Nerven kommen kann, die die Hoden versorgen.
Dabei kommt es zu Schmerzen oder Taubheitsgefühl, die bis in die Hoden spürbar sind. Die Ursache für einen Bandscheibenvorfall der LWS liegt meist in der Überlastung durch Sport oder schwere körperliche Arbeit.
Ein Bandscheibenvorfall wird mittels MRT der LWS oder CT diagnostiziert.
Lesen Sie mehr zum Thema: Bandscheibenvorfall der LWS

Doch auch eine Entzündung des Hodens kann mit Rückenschmerzen einhergehen:
Die Ursache ist hier häufig eine Infektion, meist durch Bakterien oder Viren, wie zum Beispiel Mumps-Viren, verursacht.
Sind Bakterien die Ursache der Entzündung, wird mit einem Antibiotikum therapiert.

Falls Mumps-Viren Ursache der Entzündung sind, kann dies zu Unfruchtbarkeit führen. Die durch die Hodenentzündung entstehenden Schmerzen strahlen oft in umliegende Körperregionen, wie beispielsweise den Rücken aus. Wichtig für den Arzt ist es, die entzündeten Hoden als Ursache der Rückenschmerzen zu erkennen.
Lesen Sie mehr zum Thema: Hodenentzündung

Ziehen im Hoden nach dem Sport

Beim Sport, vor allem Fußball oder anderen Ballsportarten, treten oftmals Verletzungen im Bereich der Hoden auf.

Diese bedingen oft ein Ziehen im Hoden. Wenn die Schmerzen nach der Verletzung sehr stark sind, sollten Sie die Verletzung umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Ziehen im Hoden nach der Ejakulation

Auch eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) kann ein Ziehen im Hoden verursachen.
Oftmals strahlt hierbei der Schmerz auch ins Bein und in die Leiste aus.

Zu den Symptomen zählen Schmerzen vor und nach der Ejakulation, Schmerzen im Hoden und Nebenhoden, häufiger Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen.
Die Entzündung verursacht oft noch Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit.

Haben Bakterien die Prostatitis verursacht, lässt sich diese gut mit einem Antibiotikum therapieren. Vom Arzt untersucht wird dabei das Ejakulat, die Prostata und der Urin.
Eine Ultraschalluntersuchung kann ebenfalls aufschlussreich sein. Unbehandelt kann die akute Prostatitis sich in eine chronische umwandeln.

Lesen Sie mehr zum Thema: Entzündung Prostata

Da eine Blasenentzündung ähnliche Symptome verursacht, muss die Prostatitis bei der Untersuchung von dieser abgegrenzt werden.

Kavaliersschmerzen

Ziehen im Hoden können auch so genannte Kavaliersschmerzen verursachen, bei denen es sich um Schmerzen nach sexueller Erregung ohne folgende Ejakulation handelt. Oft sind die Hoden dabei blau oder rot gefärbt. Bei einer Erektion fließt Blut in den Penis und die Hoden und verbleibt ohne Ejakulation in Penis und Hoden, wo es ein Ziehen verursacht.
Zusätzliches Kühlen der Hoden wird dringend empfohlen, um den Schmerz zu lindern.

Ziehen im Hoden beim Husten

Beim Husten oder generell bei Belastungen können Hoden schmerzen oder ziehen, wenn der Patient an einem Leistenbruch (Inguinalhernie) leidet.

Merkmal einer Leistenhernie ist eine nach außen sichtbare Vorwölbung durch das Hervortreten von Inhalt aus der Bauchhöhle durch das innere Bindegewebsblatt, das die Bauchhöhle begrenzt.
Durch diese Öffnungen, können sich Teile des Darms gefährlich einklemmen, deshalb ist bei Verdacht auf einen Leistenbruch ein Arzt aufzusuchen.

Der Leistenkanal verläuft in unmittelbarer Nähe zu den Hoden und führt den Samenstrang, sowie Nerven, die den Hoden innervieren.
Das ist der Grund, weshalb ein Leistenbruch sich auch auf die Hoden auswirkt und ein Ziehen im Hoden verursachen kann.

Ein Leistenbruch kann operativ behandelt werden. Ist jedoch ein operativer Eingriff nicht möglich, so gibt es noch die Möglichkeit eines Bruchbandes, also einer Art Korsage für die Leiste.

Wird ein schwerer Leistenbruch nicht behandelt, können Teile des Darms so stark eingeklemmt werden, dass sie absterben, was lebensgefährlich ist! Die Ursachen können schwere körperliche Arbeit und Belastung oder auch eine angeborene Schwäche in der Bauchwand sein.

Lesen Sie mehr zum Thema: Leistenbruch

Ziehen im Hoden beim Sitzen

Mögliche Ursache eines Ziehens in den Hoden, das im Sitzen auftritt ist der Hodenkrebs.
Dies ist eine Krebsart, die besonders junge Männer betrifft und eine bösartige Erkrankung darstellt.

Die Erkrankung verursacht anfangs meist keine Symptome, sondern fällt nur durch eine Schwellung mit tasbaren Knötchen in den Hoden auf.
Zur frühzeitigen Erkennung ist es wichtig, sich regelmäßig auch selbst zu untersuchen.

Sollte man einen Knoten oder eine Schwellung spüren, ist ein Arztbesuch dringend angeraten.
Zu der Schwellung kommt häufig ein Ziehen in den Hoden.
Ganz selten beginnt auch die männlichen Brüste zu wachsen, da der Tumor weibliche Hormone produziert.

Die wichtigste Therapie ist die Operation. Sie wird fast immer dann durchgeführt, wenn eine Heilungsaussicht besteht.
Oft wird hier entweder ein Hoden oder in ganz seltenen Fällen beide Hoden entfernt. Wird nur ein Hoden entfernt, so wird die Zeugungsfähigkeit des Patienten nicht eingeschränkt.
Falls doch beide Hoden entfernt werden müssen, besteht die Möglichkeit Samen durch Einfrieren aufzubewahren.

Begleitend zur Operation wird in fast allen Fällen eine Chemotherapie verabreicht, um alle Krebszellen zu eliminieren. Auch hier gilt: Je früher der Krebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Haben sich bereits Metastasen in den umliegenden Organen gebildet, ist die Therapie bereits schwieriger.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hodenkrebs

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Ziehen in den Hoden finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Urologie finden Sie unter: Urologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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