Operation der Hüftarthrose
Hüftschmerzen
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Zunächst wird bei einer Hüftgelenksarthrose eine konservative Therapie versucht. Wenn diese allerdings fehlschlägt, gibt es noch die Möglichkeit, die Erkrankung durch eine Operation zu heilen. Eine weitere Indikation für eine OP kann außerdem sein, dass man verhindern will, dass sich auf dem Boden der Arthrose dauerhafte Deformierungen des Gelenks ausbilden. Es gibt unterschiedliche Operationsverfahren, die je nach individueller Verfassung des Patienten ausgewählt werden.
Welche Art der Operation zum Einsatz kommt, hängt in erster Linie davon ab, welche Ursache der Arthrose zugrunde liegt und in welchem Stadium sie sich befindet. Außerdem beeinflussen auch persönliche Faktoren des Betroffenen die Entscheidung, wie zum Beispiel sein Alter, sein Beruf, sein Leidensdruck und ob zusätzlich noch weitere Erkrankungen vorliegen. Prinzipiell lassen sich die gelenkerhaltenden Operationen von den gelenkersetzenden Operationen (Hüftprotese) unterschieden.
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Die am häufigsten durchgeführte Therapie, um eine Hüftgelenksarthrose gelenkerhaltend zu behandeln, ist die sogenannte Umstellungsosteotomie. Bei diesem Verfahren wird eine Fehlstellung am beschädigten Gelenk beseitigt, um die natürlichen Achsenverhältnisse in der Hüfte wiederherzustellen. Hierzu gibt es verschiedene Techniken, die alle gemeinsam haben, dass ein oder mehrere Knochen durchtrennt werden und die Hüftpfanne danach wieder in ihre korrekte Lage gebracht wird. Dadurch soll vor allem das Fortschreiten einer bestehenden Arthrose verhindert werden. Deshalb findet diese Operation besonders bei Kindern und Jugendlichen Verwendung. Auch Veränderungen im Gelenk, die noch nicht das Vollbild einer Arthrose darstellen, aber mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einmal zu einer Hüftarthrose führen werden, können mit einer solchen Operation angegangen werden. Dazu zählen zum Beispiel Knochenfehlstellungen im Anschluss an Knochenbrüche, ein zu steiler oder flacher Schenkelhalswinkel und eine zu flache Hüftgelenkspfanne.
Die operative Maßnahme, die jedoch am weitesten verbreitet ist, ist der Hüftgelenksersatz, wobei eine sogenannte Endoprothese eingesetzt wird. Normalerweise ist dies eine Totalendoprothese (TEP), was bedeutet, dass das gesamte Gelenk (also sowohl die Hüftpfanne als auch der Oberschenkelkopf) entfernt und durch künstliche Gelenkteile ersetzt wird. Die Prothese besteht üblicherweise entweder aus Kunststoff oder Metall. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen zementfreien und zementierten Prothesen. Die zementierten Prothesen werden durch eine Plastikmasse im Oberschenkelknochen befestigt und ihr Vorteil besteht darin, dass Patienten praktisch sofort nach der Operation wieder mobilisiert werden können. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich die Prothese im Laufe der Zeit wieder lockert. Deswegen kommt diese Option vor allem für ältere Patienten in Frage.
Bei jüngeren Patienten wird in der Regel die zementfreie Prothese eingesetzt, bei der die Prothese im Oberschenkel verankert wird und der Knochen dann in die Prothese einwachsen soll. Dadurch erreicht sie einen höheren Festigungsgrad als die zementierte Prothese und hat aus diesem Grund eine längere Lebensdauer. Auch wenn die Prothesen mittlerweile recht lange halten, sollte man vor einer Operation immer bedenken, dass gerade, wenn diese in jungem Alter erfolgt, die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass der Patient im Laufe seines Lebens eine Wechseloperation durchführen lassen muss und sich damit erneut den Strapazen und Risiken dieses Eingriffs aussetzt. Daher sollte die Entscheidung zu einer frühen Operation nicht leichtfertig getroffen werden.
Während dieser Art von Operation der Hüftarthrose ist oft ein recht hoher Blutverlust zu verzeichnen. Daher kommt es im Bereich des Hüftbereichs häufig zu Blutergüssen. Während des Eingriffs können neben den Blutgefäßen außerdem Nerven beschädigt werden, wobei das Risiko hierzu bei korrekter Durchführung minimal ist. Die Verletzung oder Quetschung eines Nervs kann entweder zu Schmerzen oder zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Schwächung der Gesäßmuskulatur führen.
Die Operation einer Hüftgelenksarthrose ist ein großer Eingriff, der deswegen auch mit einigen Komplikationen und Risiken behaftet ist. Im Vordergrund steht die Gefahr, postoperativ eine Thrombose der tiefen Bein- oder Beckenvenen zu bekommen. Diese können zunächst einmal bleibende Schäden am Bein verursachen und im schlimmsten Falle verschleppt werden und zu einer Lungenembolie führen, die nicht selten einen tödlichen Ausgang nimmt.
Wie bei jeder Operation kann es auch beim Hüftgelenksersatz zu Wundheilungsstörungen und Infektionen der Wunde kommen. Diese sind meistens gut in den Griff zu bekommen, in seltenen Fällen kommt es jedoch zu tiefen Protheseninfektionen, was unweigerlich zum Herausnehmen der Prothese führen muss.
Darüber hinaus gibt es noch seltene gravierende Komplikationen: Manche Patienten können eine Allergie gegen das Implantat entwickeln, was ebenfalls einen Austausch der Prothese erforderlich machen würde. Manchmal kommt es auch zu einer Beinlängendifferenz oder die Knochen heilen nach der Operation nie wieder richtig aus.
In Ausnahmefällen kann es passieren, dass der Schmerz auch nach der Operation erhalten bleibt, allerdings ist der Hüftgelenksersatz mit einer Quote von 95% der Prothesen, die auch nach 10 Jahren noch funktionstüchtig sind, eine als ausgesprochen gut anzusehende Therapiemöglichkeit.
Ebenfalls eine Möglichkeit im Rahmen der operativen Therapie der Hüftgelenksarthrose ist die Synovektomie. Dabei wird die innere Haut der Gelenkkapsel entfernt, da diese bei der Arthrose eine hohe Neigung zu Entzündungen zeigt, woraus sich häufig Gelenksergüsse bilden können.
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