Schädelbasisbruch

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Synonyme

Schädelbasisfraktur

Englisch: basal skull fracture

Einleitung

Abbildung eines Schädel

Schädelbasisbruch beschreibt die Verletzung der Knochen der Schädelbasis, des unteren Teils des menschlichen Hirnschädels.

Der Schädelbasisbruch zählt zu den Schädelbrüchen, welche folgendermaßen unterteilt werden:

  • Schädeldachbrüche (Schädelkalottenfraktur)
  • Schädelbasisbrüche (Schädelbasisfraktur)
  • Gesichtsschädelbrüche

Die Schädelbasis wird von Teilen des Stirnbeins (Os frontale), Keilbeins (Os sphenoidale), Siebbeins (Os ethmoidale), Hinterhauptsbeins (Os occipitale) und Schläfenbeins (Os temporale) gebildet. Die innere Schädelbasis gliedert sich in drei Gruben: vordere (Fossa cranii anterior), mittlere (Fossa cranii media) und hintere (Fossa cranii posterior) Schädelgrube. Sie bildet den Boden einer Höhle, in der sich das Gehirn befindet.

Einteilung

Der Schädelbasisbruch wird abhängig von seiner Lokalisation in zwei Gruppen eingeteilt:

  1. frontobasaler Bruch
  2. laterobasaler Bruch

Der frontobasale Schädelbasisbruch betreft Nase sowie Nasennebenhöhlen und befindet sich vorne am Schädel. Der laterobasale Schädelbasisbruch umfasst Ohr und Felsenbein und liegt seitlich am Schädel. Sie lassen sich weiter unterteilen in Felsenbeinlängsfraktur (Bruchlinie in Längsrichtung) und Felsenbeinquerfraktur (Bruchlinie in Querrichtung).

Eine weitere Einteilung berücksichtigt die Art des Schädelbasisbruchs:

  • Berstungsfraktur = Entstehung bei flächiger Gewalteinwirkung von der Seite; der Knochen birst, wobei die Bruchstücke kreisförmig nach außen verlagert werden
  • Impressionsfraktur = Entstehung bei spitzer Gewalteinwirkung

Der frontobasale Schädelbasisbruch wird meist durch Unfälle (Arbeits-, Verkehrsunfälle) nach Gewaltanwendung auf den Stirn-Nasen-Bereich verursacht. Der Laterobasale Schädelbasisbruch hingegen entsteht nach seitlicher Gewalteinwirkung (Felsenbeinlängsfraktur) oder nach Krafteinwirkung auf die Stirn oder das Hinterhaupt (Felsenbeinquerfraktur).

Diagnose

Wichtig für die Diagnosestellung sind zunächst Erfragung der Krankengeschichte und eines möglichen Unfallhergangs sowie die körperliche Untersuchung, wobei besonderes Augenmerk auf äußere Verletzungen, das Bewusstsein, Pupillenreaktion und Funktion der Hirnnerven gerichtet wird.

Anschließend fertigt man ein kraniales Computertomogramm (cCT) an, welches außerdem die Beurteilung des Hirns und möglicher Blutungen erlaubt.
Zusätzlich kann eine Röntgenaufnahme des Schädels und der Halswirbelsäule gemacht werden, was jedoch bei Vorliegen des cCTs in der Regel nicht nötig ist. Wenn zusätzlich zum Schädelbasisbruch das Hirn, Hirnnerven oder die Augenhöhle verletzt sind, kann alternativ zum Computertomogramm ein Magnetresonanztomogramm angefertigt werden.
Bei austretender Flüssigkeit aus Nase oder Ohr wird deren Herkunft anhand einer speziellen Substanz bestimmt. Die entscheidende Fragestellung, nämlich ob es sich bei der Flüssigkeit um Liquor handelt, wird getestet, indem der Gehalt an β2-Transferrin (Eisentransportprotein) bestimmt wird. Bei positivem Ergebnis handelt es sich bei der Flüssigkeit um Liquor, da nur darin diese Substanz enthalten ist.

Therapie

Die Therapie eines Schädelbasisbruchs richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Liegt keine Verschiebung (Dislokation) der einzelnen Bruchstücke vor, ist außer einer anfänglichen Überwachung hinsichtlich Blutungen keine Therapie erforderlich. Ein Liquoraustritt des Ohrs (otogene Liquorrhoe) bei laterobasaler Fraktur wird mittels Antibiotikagabe behandelt.
Anders sieht die Therapie aus, wenn zusätzlich zu dem Schädelbasisbruch Hirnnerven verletzt sind oder Liquor aus der Nase austritt (frontobasale Fraktur). In diesen Fällen ist eine operative Versorgung in Kombination mit Antibiotikabehandlung anzustreben. Bei der Operation werden die knöchernen Strukturen versorgt und die das Hirn umhüllenden Hirnhäute genäht.


Zusammenfassung

Der zum Schädel-Hirn-Trauma gehörende Schädelbasisbruch bezeichnet die Verletzung der knöchernen Strukturen der Schädelbasis, welche von Stirn-, Keil-, Schläfen-, Sieb- sowie Hinterhauptsbein gebildet wird. Die Einteilung richtet sich entweder nach der Bruchform (Berstungs-, Impressionfraktur) oder nach der Lokalisation, wobei man frontobasale (vorne) von laterobasalen (seitlich) Brüchen trennt.
Das klinische Bild wird durch verschiedene Blutungsformen, Liquorverlust über Nase oder Ohr (Liquorrhoe), Bildung von Blutergüssen (Brillen-, Monokelhämatom) sowie Hirnnervenausfälle charakterisiert. Am wichtigsten für die Diagnostik ist die Anfertigung einer kranialen Computertomographie (CT des Kopfes), wobei alternativ auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden kann.
Einer Therapie bedarf ein Schädelbasisbruch nur, wenn eine Verschiebung der Bruchstücke (Dislokation), Liquoraustritt oder Verletzung der Hirnnerven auftritt. In diesen Fällen wird der Bruch operativ versorgt.
Das Auftreten von Komplikationen bei Schädelbasisbrüchen wie aufsteigende Infektion mit Hirnhautentzündung (Meningitis) und Abszessbildung verschlechtern die Prognose.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012