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An diesen Symptomen erkennen Sie einen Stich der asiatischen Tigermücke

Die asiatische Tigermücke hat ihren ursprünglichen Lebensraum, wie der Name schon sagt, in den süd- und südostasiatischen (Sub-)Tropen. Aufgrund des Klimawandels wurde sie in den letzten Jahren durch Reiseaktivitäten und Gütertransporte weltweit verschleppt.
Diese Stechmücke ist ein potentieller Überträger des Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus, die schwerwiegende Krankheitsverläufe auslösen können.

An diesen Symptomen erkennen Sie einen Stich

Im Allgemeinen sind die Stiche verschiedener Mücken nicht sonderlich leicht auseinander zu halten. Darüber hinaus reagiert jeder Mensch unterschiedlich stark auf einen Mückenstich. Das Ausmaß der Reaktion richtet sich außerdem danach, ob die Mücke mit einem Krankheitserreger infiziert war oder nicht. Als Faustregel gilt, je stärker die Reaktion des Körpers, desto schwerwiegender die Infektion.
Wie sinnvolle eine genaue Identifizierung des Stichs ist, bleibt fraglich, da selbst bei einer Infektion mit den genannten Erregern nur ein geringer Anteil der Patienten Symptome zeigt und diese dann auch nur symptomatisch behandelt werden können.

Allgemeine Kriterien für einen Mückenstich, die auch auf den Stich der asiatischen Tigermücke zutreffen, sind:

  • Schwellung
  • Rötung
  • Überwärmung
  • Juckreiz
  • Schmerzen

Schwellung

Schwellung ist ein klassisches Entzündungszeichen. Dabei tritt vermehrt Flüssigkeit aus dem Gefäßinneren ins Gewebe über. Dies geschieht im Falle des Mückenstichs als Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe des Speichels der Mücke. Dieser wird während dem Stechen übertragen und sorgt unter anderem für eine Blutverdünnung, damit der Mücke das Blutsaugen leichter fällt. Darüber hinaus kann der Speichel auch Krankheitserreger enthalten. 

Abhängig von der Reaktion kann die Schwellung nur die Einstichstelle betreffen oder Handflächen groß sein.
Treten zusätzlich die anderen genannten Symptome auf, kann dies auf eine Infektion des Mückenstichs hinweisen und Sie sollten zur Abklärung einen Arzt aufsuchen.

Erfahren Sie mehr über die Schwellung nach einem Mückenstich.

Rötung

Auch die Rötung gehört zu den klassischen Entzündungszeichen. Im Bereich des Stichs reagiert der Körper mit der Freisetzung von Botenstoffen, unter anderem Histamin.
Dadurch kommt es zu einer Weitstellung der Gefäße, damit die Durchblutung des betroffenen Gebiets gesteigert wird. Diese sorgt dafür, dass die eingebrachten Giftstoffe schneller ausgeschwemmt werden und das heilende Gebiet mit den nötigen Substanzen versorgt wird.
Äußerlich manifestieren sich diese Prozesse in Form von Rötung und Überwärmung.

Juckreiz

Der unangenehme Juckreiz, den ein Mückenstich mit sich bringt, ist ebenfalls vor allem auf das ausgeschüttete Histamin zurückzuführen. Weil das Immunsystem die Stoffe im Speichel der asiatischen Tigermücke nicht kennt, reagiert es oft heftig.
Auch wenn es schwerfällt, sollte man dem Juckreiz auf keinen Fall nachgeben und anfangen zu kratzen. Das führt nur zu Infektionen und Narben. Stattdessen sollte man den Stich kühlen. Das hilft nicht nur gegen den Juckreiz, sondern auch die Schwellung, Rötung und Überwärmung.

Informieren Sie sich, was bei einem juckenden Mückenstich zu tun ist.

Symptome des Dengue-Fiebers

Eine Infektion mit dem Dengue-Virus verläuft in 90% der Fälle asymptomatisch, das bedeutet der Patient bekommt gar nichts davon mit. 10% der Patienten erkranken am symptomatischen Dengue-Fieber, besonders Kinder sind von schweren symptomatischen Verläufen betroffen.
Die Symptome lassen sich nach drei Stadien gliedern.

Lesen Sie mehr zum Dengue-Fieber und seiner Behandlung.

Stadium I

Das erste Stadium dauert ca. 1-2 Tage. Es ist gekennzeichnet durch:

  • Grippe-ähnliche Symptome (plötzlicher Beginn, hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl)
  • Gelenk- & Muskelschmerzen im Bereich von Wirbelsäule und Extremitäten (daher auch der Name „Knochenbrecherfieber“)
  • Kopfschmerzen

Stadium II

Stadium II erstreckt sich von Tag 3-5. Typisch hierfür sind:

  • Erneuter Fieberanstieg nach kurzer fieberfreier Phase
  • Masernähnlicher Ausschlag mit Lymphknotenschwellungen in verschiedenen Körperregionen

Stadium III

Das dritte Stadium wird etwa nach einer Woche erreicht. In diesem Stadium klingen die Symptome in der Regel ab.
In 1–2% der Fälle kommt es allerdings zum hämorrhagischen Dengue-Fieber. Das ist ein akutes Schocksyndrom mit

  • Fieber
  • Einer verringerten Blutplättchenzahl (Thrombopenie) 
  • und demzufolge einer erhöhten Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) vor allem in Form von punktförmigen Hautblutungen (Petechien).

Symptome beim Chikungunya-Fieber

Die Symptome des Chikungunya-Fiebers ähneln stark denen des Dengue-Fiebers. Nach einer Inkubationszeit von ca. drei bis sieben Tagen kommt es zu schnell ansteigendem hohen Fieber mit ausgeprägten Muskel- und Gelenkschmerzen. Auch die anderen oben genannten Symptome wie

  • ein Ausschlag,
  • eine erhöhte Blutungsneigung,
  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen oder
  • Lymphknotenschwellungen können auftreten.

Das Fieber hält im Durchschnitt drei Tage an und die Erkrankung an sich dauert ca. ein bis zwei Wochen. Während ein asymptomatischer Verlauf ebenfalls möglich ist, kommen schwere Verläufe nur äußerst selten vor.

Infektion des Tigermückenstichs

Wie jeder andere Mückenstich kann sich auch der Stich der asiatischen Tigermücke entzünden. Diese Entzündung des Mückenstichs ist auf die weiter oben beschriebene Abwehrreaktion des Körpers zurückzuführen. Je nach individueller Reaktion des Körpers und der Menge des injizierten Sekrets tritt eine Infektion auf oder nicht. Viele Personen reagieren zudem allergisch auf den Stich.

Erfahren Sie mehr zur allergischen Reaktion in unseren Artikeln:

Meist tritt eine Infektion auf, wenn die Mücke mit einem Krankheitserreger infiziert war und diesen an ihren Wirt weitergegeben hat.
Auch durch übermäßiges Kratzen, kann eine lokale Entzündung entstehen, da die Wunde so permanent verunreinigt und geöffnet wird.

Typische Symptome einer Infektion sind Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen. Solange sich die Entzündung auf die Einstichstelle beschränkt, reicht es diese zu kühlen. Sollte sich die Infektion jedoch ausbreiten, raten wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen.

Lesen Sie, was bei einem entzündeten Stich zu tun ist und ab wann es gefährlich wird.

Blutvergiftung nach einem Stich

Eine Blutvergiftung (auch Sepsis) entsteht durch das Eindringen von Krankheitserregern oder deren Gifte (Toxine) in den Organismus. Bei einer gestörten Immunabwehr oder einem besonders aggressiven Erreger, können die Erreger oder Toxine in den gesamten Blutkreislauf ausgeschwemmt werden. Dadurch entsteht eine überaus starke Immunreaktion im ganzen Körper, die mit entzündlichen Prozessen, Sauerstoffmangel in Organen und Durchblutungsstörungen einhergeht. Im schlimmsten Fall können Organschäden und letztendlich sogar der Tod eintreten.

Bei hohem Fieber, starken Entzündungsreaktionen an der Einstichstelle oder einem ausgeprägten Krankheitsgefühl sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann entscheiden, ob der Patient mit dem Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Virus infiziert ist, eine allergische Reaktion oder tatsächlich eine Blutvergiftung aufweist. Für einen Laien ist es schwer, hier eine Differenzierung vorzunehmen.
Prinzipiell können Kreislaufbeschwerden und besonders Bewusstseinseintrübungen ein wichtiger Hinweis auf eine Sepsis sein.

Informieren Sie sich noch ausführlicher über die Blutvergiftung nach einem Mückenstich.

Besteht eine Meldepflicht, wenn ich gestochen wurde?

Nach dem reinen Stich besteht keine Meldepflicht, da ein Stich nicht automatisch die Infektion mit einem der genannten Krankheitserreger bedeutet.
Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht eine namentliche Meldepflicht, wenn ein Krankheitsverdacht, eine Erkrankung sowie der Tod an Virusbedingtem hämorrhagischen Fieber vorliegt. Bei direktem und indirektem Nachweis von Erregern des hämorrhagischen Fiebers besteht ebenfalls namentliche Meldepflicht, soweit der Nachweis hinweisend auf eine akute Infektion ist.
Die Meldung erfolgt allerdings durch Ihren behandelnden Arzt.
 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.09.2020
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