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Einleitung

Juckende Mückenstiche sind nicht selten der Grund für aufgekratzte und infolgedessen entzündete Hautstellen.

Dabei ist nicht das eingebrachte Sekret der Mücke über einen Biss ausschlaggebend für den Juckreiz, sondern die Reaktion unseres eigenen Körpers auf den eingebrachten „Fremdstoff“.

Die körpereigen hervorgerufene Entzündungsreaktion ist nämlich der Verursacher der negativen Empfindung an der Haut, wobei sie gleichzeitig ein guter Indikator für das Funktionieren unseres Immunsystems ist.

Sie signalisiert nämlich, dass ein potentieller Erreger erkannt wurde.

Warum jucken Mückenstiche?

Der Grund für das leidliche Symptom „Juckreiz“ ist die Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf unbekannte, fremde Stoffe wie zum Beispiel Speichel einer Mücke.

Sogenannte Mastzellen schütten nämlich den Botenstoff Histamin aus sobald sie einen körperfremden Stoff erkennen, damit weitere Zellen des Abwehrsystems angelockt werden.

Dies soll dazu führen, dass der potentiell schädliche Stoff so schnell wie möglich aus dem Körper eliminiert wird.
Damit der Botenstoff jedoch wirksam ist, muss er die Durchblutung an der betroffenen Stelle fördern – immerhin gelangen die Zellen des Immunsystems über den Blutweg an den gewünschten Ort.

Was der Betroffene also zuerst an sich erkennen kann, ist eine lokale Rötung, Schwellung und Überwärmung der Haut, da die Blutgefäße vom Botenstoff weitgestellt wurden.

Er reizt aber auch zusätzlich spezielle Nervenendigungen in der Haut, die Betroffene dann als Juckreiz wahrnehmen.
Das Symptom Juckreiz ist also ein neurologisches Phänomen. Gelangt kein Histamin mehr an die freien Nervenendigungen, hört der Juckreiz auf.

Bis dies jedoch der Fall ist, muss die Abwehrreaktion des Körpers in Form einer Entzündung abgeschlossen sein.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: 

Woran kann das liegen, dass Mückenstiche wochenlang jucken?

Dass Mückenstiche wochenlang jucken können, kann mehrere Gründe haben.
Generell versucht der Körper eingebrachte Fremdstoffe „einzukapseln“, um sie mithilfe der Abwehrzellen zu organisieren und gezielt aus dem Körper herauszubefördern.

Sogenannte Fresszellen nehmen während diesem Prozess kleine Anteile des fremden Stoffes auf und verdauen sie zu unschädlichen Abbauprodukten für den Körper.
Ist dieser Abbauprozess noch nicht abgeschlossen oder gelangt währenddessen ein Teil des Fremdstoffes wieder ins umgebende Gewebe, kann dies eine erneute Entzündungsreaktion mit der Folge „Juckreiz“ auslösen.

Das Manipulieren am bereits abheilenden Mückenstich kann somit anhaltenden Juckreiz verursachen. Eine andere Möglichkeit findet sich in der sogenannten „verzögerten Abwehrreaktion“.

Der Name deutet schon an, dass das Immunsystems zeitlich gesehen verzögert zum Biss der Mücke reagiert.
Die Folge ist das Auftreten von allergietypischen Symptomen nach einer individuellen Zeit.

Hier muss im Einzelfall abgeklärt werden, ob es sich um eine Normvariante handelt oder es einen Hinweis auf eine Erkrankung des Immunsystems gibt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Entzündung nach einem Mückenstich

Wie kann man das Jucken lindern oder stoppen?

So banal es auch klingen mag - das Ruhighalten und Schonen der betroffenen Extremität bzw. Körperstelle ist die beste Methode den Juckreiz zu lindern.

Wird der betroffene Körperteil nämlich so wenig wie möglich bewegt, wird er im Vergleich zu einer Belastungsreaktion weniger durchblutet und das übertragene Sekret vom Mückenstich breitet sich nicht unnötig weiter über den Blutweg in das umgebende Gewebe aus.

Eine lokale Kühlung kann hier unterstützend wirken, da sie dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und die örtlich begrenzte Überwärmung reduziert wird.

Medikamente sollten erst bei gravierenden Reaktionen auf Mückenstiche genutzt werden, da immer mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.

 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hausmittel gegen Mückenstiche

Antihistaminika

Der Name „Antihistaminika“ verrät schon die Wirkung dieser Medikamentengruppe.
Sie wirken nämlich gegen den Botenstoff Histamin, der im Rahmen einer allergischen Reaktion auf Mückenstiche ausgeschüttet wird und die für den Betroffenen belastenden Symptome wie

  • Juckreiz,
  • Rötung und
  • Schwellung macht.

In der Regel werden sie in Tablettenform bei Bedarf eingenommen und entfalten schon nach kurzer Zeit eine lindernde Wirkung.

Ihr häufigster Nachteil ist dabei ihre wohlbekannteste Nebenwirkung – die Müdigkeit.

Cortisonsalbe

Kortison ist ein immunsuppressiver Wirkstoff, was nichts anderes bedeutet als dass er die körpereigene Reaktion des Abwehrsystems unterdrückt.

Bei einem Mückenstich verhindert der Wirkstoff somit das Fortschreiten der Entzündungsreaktion.

Von Außen angewendete Salbe hat jedoch nahezu keinen Effekt auf den Mückenstich, da der Wirkstoff durch die Haut fast gar nicht aufgenommen wird.

Viel wirksamer ist hier die Einnahme von Tabletten bei einer deutlichen Reaktion auf Mückenstiche in Form von zum Beispiel enormen Schwellungen oder Blasenbildung.

Hausmittel gegen den Juckreiz

Von vorneherein muss gesagt werden, dass Hausmittel nur begrenzt gegen Mückenstiche wirksam sind.

Bei Betroffenen wirkt hier vor allem der Placebo-Effekt, was jedoch gerade bei Kindern nicht unterschätzt werden sollte.

Das Aufbringen von Zwiebelsaft oder ätherischen Ölen ist jedoch nur bedingt zu empfehlen, da hierdurch eine weitere allergische Reaktion ausgelöst werden kann. Zudem neigen sie dazu die betroffene Hautstelle zusätzlich zu reizen und die Entzündungsreaktion unnötig zu triggern.

Das beste Hausmittel gegen Juckreiz ist die lokale Kühlung der betroffenen Stelle.

Sie sollte dabei nur intermittierend erfolgen, damit die Haut in den kühlungsfreien Intervallen wieder ausreichend durchblutet werden kann.

Während der Kühlung selbst werden die oberflächlichen Nervenendigungen betäubt und die Blutgefäße verengt, sodass sowohl der Juckreiz als auch die begleitenden Symptome wie die Rötung und Überwärmung gemindert werden.

Wem das Kühlen zu unangenehm oder schmerzhaft ist, kann auch die betroffene Extremität hochlagern.

Auch hier ist der Effekt, dass die Durchblutung durch die Schwerkraft reduziert ist.

Warum jucken Mückenstiche mehr, wenn man kratzt?

Das Kratzen ist nichts anderes als eine mechanische Reizung der Haut.
Ähnlich wie bei einer Massage wird dadurch die Durchblutung des Gewebes rund um den Mückenstich gefördert.

Der Effekt ist, dass das eingebrachte entzündungsfördernde Sekret von der Mücke sich besser über den Blutweg verteilt und über ein größeres Areal eine Entzündung im Rahmen einer allergischen Reaktion entfachen kann.

Folglich werden mehr Entzündungszellen vom Körper aktiviert und es kommt zu einer weiteren Ausschüttung des Botenstoffes Histamin, der den Juckreiz hervorruft und ihn subjektiv intensiver wahrnehmen lässt.

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Weitere begleitende Symptome

Nahezu jeder Mückenstich führt zu einer Aktivierung des Immunsystems, was sich beim Betroffenen als Entzündung äußert.
Die typischen Entzündungssymptome sind „Rötung, Überwärmung, Schmerzen und Schwellung“, wobei sie sich individuell unterschiedlich stark ausprägen.

Betroffene können also in der Regel eine rote, warme und schmerzhafte Stelle rund um den Mückenstich an sich beobachten.

Kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, entwickeln Betroffene zusätzlich oft Fieber und fühlen sich krank.

Dies begründet sich auf dem Versuch des Körpers mit der erhöhten Körpertemperatur den Erreger abzutöten.

Ist die Abwehrreaktion des Körpers noch stärker auf den Fremdstoff „Mückenspeichel“ ist nicht selten auch eine ungewöhnlich intensive Schwellung des Mückenstiches zu erkennen, die mit einer deutlichen Umfangsvermehrung und einem begleitenden Schweregefühl des Körperteiles einhergeht.

Bildet sich schließlich noch eine flüssigkeitsgefüllte Blase im Bereich der Einstichstelle, sollten Betroffene dies als ernstzunehmenden Hinweis auf eine übersteigerte Reaktion ihres Immunsystems nehmen und einen Arzt aufsuchen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.08.2019
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