Dauer einer Bänderdehnung

Definition Bänderdehnung

Bänder sind Bindegewebsstränge, die bewegliche Teile des menschlichen Skeletts miteinander verbinden. Sie kommen vor allem im Bereich der Gelenke vor. Sie dienen dazu, die Beweglichkeit und Bewegung auf ein, vom Körper erwünschtes Maß einzuschränken. Zusätzlich wirken sie stabilisierend und festigend.
Ihre wellenförmige Faseranordnung ermöglicht ihnen ein Abfedern und Reduzieren einwirkender Kräfte. Bei einer Bänderdehnung wird der normale Bewegungsspielraum der Bänder überschritten. Es ist eine Bandverletzung ersten Grades und stellt die Vorstufe zu einem Bänderriss dar. Ursachen liegen meist in ungewollten oder falsch ausgeführten Bewegungen, wie sie oft bei Sportverletzungen auftreten. Ein typisches Ereignis, was zu einer Bänderdehnung führt, ist das Umknicken des Fußes.

Dauer einer Bänderdehnung

Die Dauer einer Bänderdehnung ist abhängig von dem Schweregrad der Zerrung, von der Art des betroffenen Bandes sowie der zugeführten Belastung während des Krankheitsprozesses. So ist der Bandapparat des Knies und des Knöchels dauerhaft dem Körpergewicht und stetiger Bewegung ausgesetzt und schwerer zu kurieren als beispielsweise die Bänderdehnung am Finger. Ein überdehntes Band ist zudem nur bedingt regenerationsfähig. Es findet eine sogenannte "Defektheilung" der Bänder statt, bei der es zu einer unvollständigen oder überschießenden Reparatur des verletzten Gewebes kommt. Die Folge können Funktionsverluste im betroffenen Gelenk mit dauerhaften Beschwerden oder Bewegungseinschränkungen sein. Häufig ist das betroffene Band anfällig für erneute Bänderdehnungen.

Die grundlegende Behandlung einer Bänderdehnung, egal in welchem Gelenk, ist die dauerhafte Reduktion der Belastung. In der Regel heilt eine unkomplizierte Bänderdehnung nach zwei Wochen aus. Der zeitliche Rahmen schwankt allerdings in Abhängigkeit des betroffenen Gelenks. So kann es in einigen Fällen Wochen bis Monate dauern, bis der Bandapparat wieder einigermaßen belastet werden kann.
Sportler sollten für mehrere Wochen auf Sport verzichten und bei einem Rückgang der Beschwerden, das betroffene Gelenk langsam wieder auftrainieren.

Unbehandelt und durch frühzeitige Belastung kann die Bänderdehnung zu Instabilität, Fehlstellungen, chronischen Schmerzen, Versteifungen im Gelenk und erneuten Bänderzerrungen führen. Hierbei sind die Schmerzen meistens stärker als zuvor.

Für weitere Informationen dazu lesen Sie auch unsere Seite Bänderdehnung.


Bänderdehnung am Knie

Bei einer Bänderdehnung des Knies kommt es zu einer Zerrung, der im Knie befindlichen Bänder. Hierbei sind meist die sogenannten Kreuzbänder oder das Innenband, welches mit dem Meniskus - eine halbmondförmige Knorpelanlage - des Knies verbunden ist, betroffen. Das Außenband hingegen ist durch seine Unabhängigkeit vom Meniskus seltener von Zerrungen betroffen. Klassischerweise tritt die Verletzung bei Skifahrern und Fußballern auf. Beim Unfallhergang gleitet die Gelenkfläche kurz aus ihrer normalen Lage heraus und überschreitet so durch Verdrehen oder Wegknicken ihren Bewegungsspielraum.

Je nach Grad der Bänderdehnung des Kniegelenks kommen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zum Tragen. Bei einer leichten Bänderdehnung genügen die Ruhigstellung von ca. zwei bis sechs Wochen, die zusätzliche Anwendung von Kühlpacks sowie schmerzstillenden Salben. Eine schwere Zerrung des Kniegelenks sollte mit Streckschienen oder Bandagen behandelt werden, um die Bänder in ihrer Bewegung einzuschränken. Die Ruhigstellung erfolgt für ca. vier bis sechs Wochen. Typisch ist hierbei die sich über teilweise drei bis vier Monate erstreckende Schmerzempfindlichkeit des Kniegelenks. Die volle Belastung sollte nach maximal vier Monaten wieder aufgenommen werden können. Kommt es zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Lesen Sie mehr zum Thema: Bänderdehnung im Knie und Innenbandriss am Knie - Heilung

Bänderdehnung am Knöchel

Bei einer Bänderdehnung des Knöchels handelt es sich meist um eine Zerrung im Sprunggelenk des Fußes. Die häufigste Ursache liegt im Umknicken des Fußes, meist zur Innenseite. Das Umknicken nach außen ist selten, oft schwerwiegender und von längerer Krankheitsdauer. Die Soforttherapie der Bänderdehnung des Knöchels besteht in der sogenannten PECH –Regel: Pause und Aussetzen der Bewegung, Eis zum Kühlen, Kompression und Hochlagerung des betroffenen Gelenks.

Für die ersten Tage nach dem Unfall kann eine Gehstütze hilfreich sein. Die Behandlungsdauer beläuft sich auf etwa vier bis sechs Wochen. Hierbei sollte der betroffene Fuß weitestgehend ruhiggestellt werden. Es bietet sich die Verwendung medizinischer Hilfsmittel wie funktioneller Verbände, elastischer Pflaster (Tapes) oder sogenannter Orthesen (Stützschienen) an. Sie übernehmen zu einem Teil die Bandfunktion und verhindern zusätzlich ein erneutes Umknicken durch Vermittlung von Stabilität. Leichte Büroarbeiten können bereits nach ein bis zwei Wochen durchgeführt werden. Sportliche Tätigkeiten und ausgiebige Bewegungen sollten nach sechs bis zwölf Wochen über einen langsam steigernden Belastungsaufbau aufgenommen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bänderdehnung am Knöchel

Bänderdehnung an der Schulter

Das Schultergelenk wird durch drei große Bänder stabilisiert. Diese sind zwischen Schlüsselbein und Schulter gespannt. Eine Bänderdehnung im Bereich der Schulter ist selten. Sie ist meist Folge eines Sturzes auf die Schulter, beispielsweise beim Sturz vom Pferd, vom Fahrrad und beim Skifahren. Meist genügt eine kurze Ruhigstellung in einem stabilisierenden Verband. Die Heilungsdauer beläuft sich auf etwa zwei bis vier Wochen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.12.2017
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