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So kann man eine Blinddarmentzündung erkennen

Einleitung

Eine Blinddarmentzündung ist eine relativ häufige Erkrankung, von der insbesondere Kinder und junge Erwachsene betroffen sein können. Dabei kommt es oftmals zu einem typischen Verlauf mit Beschwerden, die auf die Erkrankung hindeuten können.

In manchen Fällen sind die Symptome jedoch sehr unspezifisch und auch die Ausprägung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Man kann also anhand bestimmter Beschwerden erkennen, dass eine Blinddarmentzündung vorliegen könnte. Ob diese Diagnose richtig ist oder eher eine andere Ursache wahrscheinlich ist, kann letztlich nur durch eine ärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

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An diesen Symptomen kann man eine Blinddarmentzündung erkennen

Es gibt einige Symptome, die auf eine Blinddarmentzündung hindeuten können. Insbesondere bei starken Schmerzen im rechten Unterbauch sollte man bei Menschen, die ihren Blinddarm noch haben, an eine Blinddarmentzündung als mögliche Ursache denken. Vor allem dann, wenn die Schmerzen so stark sind, dass der Betroffene nur noch in einer Schonhaltung liegen kann, sollte dringend zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Ein weiteres Symptom, dass bei einer Blinddarmentzündung auftreten kann, ist Fieber. Dabei ist typischerweise die im Anus gemessene Temperatur deutlich höher als die unter der Achsel oder im Mund gemessene. Wenn es als Symptom zu Durchfall kommt, ist eine Magen-Darm-Grippe die wahrscheinlichste Ursache, wobei eine Blinddarmentzündung dennoch nicht sicher ausgeschlossen ist.

Bei einigen Patientengruppen wie älteren Menschen oder Kindern sind die Symptome bei einer Blinddarmentzündung oftmals nicht so typisch oder weniger stark ausgeprägt. Es kann daher schwierig sein und lange dauern, bis die Erkrankung festgestellt wird.

Weitere Informationen finden Sie hier: Symptome einer Blinddarmentzündung

An diesen Schmerzen kann man eine Blinddarmentzündung erkennen

Bei einer Blinddarmentzündung kommt es häufig zu einem typischen Verlauf mit Schmerzen, die sich in ihrem Charakter ändern und in ihrer Lokalisation wandern können. Bei einer beginnenden Blinddarmentzündung werden die Beschwerden meist am ehesten im Bereich des rechten Oberbauches oder um den Nabel herum angegeben. Dabei haben die Schmerzen anfangs oftmals einen eher dumpfen Charakter und lassen sich nicht eindeutig lokalisieren.

Wenn es zu einer Zunahme der Entzündungsreaktion kommt, verändert sich das Schmerzbild oftmals. Das Schmerzmaximum wird dann in der Regel im rechten Unterbauch angegeben und der Ort des Schmerzes kann dabei vom Betroffenen häufig als ein genauer Punkt am Bauch gezeigt werden. Der Schmerzcharakter wird dann oftmals eher als stechend und hell angegeben.

Dieser hier beschriebene Verlauf ist typisch für eine Blinddarmentzündung und erlaubt in dieser Ausprägung oftmals bereits die klinische Diagnose durch den Arzt, sofern die körperliche Untersuchung den Befund bestätigt. Allerdings kommt es nicht bei jedem Menschen mit einer Blinddarmentzündung zu diesem typischen Verlaufsmuster der Schmerzen. In manchen Fällen treten bereits zu Beginn die heftigen stechenden Schmerzen im rechten Unterbauch auf. In anderen Fällen bleiben die Beschwerden trotz Blinddarmentzündung eher diffus und lassen sich nicht eindeutig beschreiben. Im Zweifel ist daher immer eine ärztliche Untersuchung zu empfehlen.

Lesen Sie dazu auch: Schmerzen am Blinddarm

So können Sie eine Blinddarmentzündung bei einem Kind erkennen

Bei Kindern tritt eine Blinddarmentzündung besonders häufig auf. Nicht immer kommt es zu eindeutigen Beschwerden und es kann schwer sein, die Erkrankung zu erkennen. Im Vordergrund stehen in der Regel Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit des Kindes im rechten Unterbauch. Bei einer beginnenden Erkrankung können die Schmerzen auch höher oder um den Nabel herum empfunden werden.

Oftmals fällt den Eltern auf, dass das Kind weniger aktiv ist und gegebenenfalls das Essen verweigert. Umherhüpfen und im weiteren Verlauf sogar Gehen ist schmerzbedingt nicht mehr möglich. Auch Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Manche Kinder mit Blinddarmentzündung entwickeln zudem Fieber. Dies ist jedoch auch in Verbindung mit Bauchschmerzen noch kein Beleg für die Erkrankung und diese ist andererseits auch bei normaler Körpertemperatur nicht ausgeschlossen.

Zudem sind die Symptome einer Blinddarmentzündung oft nicht eindeutig sondern eher unspezifisch. Wenn das Kind daher über mehrere Stunden Bauchschmerzen hat oder sich ungewöhnlich verhält, sollte daher zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Durch diese Tests kann man eine Blinddarmentzündung erkennen

Es gibt bestimmte Tests, die Hinweise auf eine Blinddarmentzündung geben können. Diese werden auch bei einer ärztlichen Untersuchung durchgeführt, wenn der Arzt vermutet, dass eine Blinddarmentzündung vorliegen könnte. Allerdings sichert keiner dieser Tests die Diagnose, da sie auch aufgrund anderer Ursachen positiv ausfallen können. Andererseits ist eine Blinddarmentzündung nicht sicher ausgeschlossen, selbst wenn alle Tests negativ ausfallen.

Bei den meisten Tests wird mit der Hand Druck auf einen Punkt des Bauches beim möglichst entspannt auf dem Rücken liegenden Patienten ausgeübt.

  • Es gibt zum Beispiel den Lanz-Punkt, welcher sich auf einer gedachten Linie zwischen den oberen beiden knöchernen Fortsätzen der Darmbeinschaufeln befindet.
  • Der McBurney-Punkt liegt auf einer Linie zwischen rechtem oberen knöchernen Fortsatz der Darmbeinschaufel und dem Bauchnabel.
  • Bei Blumbergzeichen drückt der Untersucher im Bereich des linken Unterbauches für etwa eine Minute, um dann plötzlich loszulassen. Dieser Test ist positiv und damit ein Hinweis auf das Vorliegen einer Blinddarmentzündung, wenn es beim Loslassen zu einem Schmerzreiz kommt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Tests zum Erkennen einer Blinddarmentzündung

Blinddarmentzündung durch Hüpfen erkennen?

Ein häufig, insbesondere bei Kindern durchgeführter Test, um zu untersuchen, ob eine Blinddarmentzündung vorliegen könnte, ist es, den Betroffenen auf dem rechten Bein hüpfen zu lassen. Wenn der Blinddarm entzündet ist, kann die Erschütterung beim Hüpfen zum Auslösen eines Schmerzreizes führen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich der betroffene Anteil des Blinddarms, welcher als Wurmfortsatz bezeichnet wird, hinter dem eigentlichen Blinddarm befindet. Beim Versuch zu hüpfen wird bei dieser Lage besonders viel Druck ausgeübt, sodass es zu starken Schmerzen kommen kann. Wenn ein Patient ohne Probleme auf dem rechten Bein hüpfen kann, ist eine Blinddarmentzündung zwar nicht ausgeschlossen, aber zumindest sehr unwahrscheinlich. Schmerzen beim Hüpfen kann neben einer Blinddarmentzündung auch andere Ursachen haben und sollte daher abgeklärt werden.

Kann man eine Blinddarmentzündung durch einen Bluttest erkennen?

Es gibt keinen Bluttest, der die Frage beantworten kann, ob eine Blinddarmentzündung vorliegt. Es gibt zwar einige Parameter, die bei einer solchen Entzündung erhöht sein können, jedoch sind diese unspezifisch und geben keinen Aufschluss über den Ursprungsort der Entzündung. Zudem sind die Blutwerte bei einer beginnenden Blinddarmentzündung oftmals noch im Normbereich. Ob dieses Krankheitsbild als wahrscheinlichste Ursache von Bauchbeschwerden vorliegt, kann letztlich nur durch die Untersuchung eines erfahrenen Arztes eingeschätzt werden. Bluttests sind dennoch meist hilfreich, da sie die Diagnose stützen können oder gegebenenfalls andere infrage kommende Krankheitsbilder ausschließen können.

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Kann man eine Blinddarmentzündung mithilfe von Ultraschall erkennen?

Es ist möglich, den Blinddarm im Ultraschall darzustellen. Dies gelingt auf der geringen Größe des Organs und einer variablen Lage jedoch nicht immer. Häufig wird der Blinddarm zudem von luftgefüllten Darmschlingen überlagert und kann dann nicht sicher mittels Ultraschall gesehen werden. Bei einer Entzündung können sich typische Muster am Blinddarm zeigen. Diese sind jedoch nicht in jedem Fall zu sehen.

Es ist daher nicht möglich, eine Blinddarmentzündung allein durch eine Ultraschalluntersuchung sicher darzustellen oder nicht. Es handelt sich lediglich um eine ergänzende Untersuchungsmethode, die bei Unsicherheit eine mögliche Entscheidung für eine Operation oder für das Abwarten mit beeinflussen kann. Letztlich muss anhand klinischer Kriterien des verantwortlichen Arztes entschieden werden, ob eine Operationsindikation besteht. Nachweisen lässt sich eine Entzündung des Blinddarms letztlich nur durch die operative Entfernung des Organs.

So kann man einen Blinddarmdurchbruch erkennen

Einen Blinddarmdurchbruch nur anhand von erlebten Beschwerden festzustellen, ist nicht sicher möglich, jedoch sollte bei einem bestimmten Verlauf der Beschwerden an diese schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Komplikation gedacht werden. Wenn eine Blinddarmentzündung schon über einige Stunden besteht und die Entzündung weit fortgeschritten ist, kann die Blinddarmwand unter starker Spannung stehen. Dabei kommt es zu einer enormen Reizung von Nervenbahnen, welche heftigste Schmerzsignale vermitteln. Wenn die Blinddarmentzündung weiter zunimmt, kann es dazu kommen, dass die Wand des Wurmfortsatzes (so kann der Blinddarm auch genannt werden) des Blinddarms platzt, was man dann als Blinddarmdurchbruch bezeichnet.

Erkennen kann man dies in der Regel daran, dass die heftigen Schmerzen auf einen Schlag nachlassen. Dies lässt sich dadurch erklären, dass durch den Durchbruch die Spannung des Blinddarms nachlässt und deshalb weniger Schmerzsignale vermittelt werden. Durch den Durchbruch kommt es jedoch zu einer Verbindung des Darminneren mit der freien Bauchhöhle. Kot und Bakterien können dort eindringen und eine Bauchfellentzündung verursachen. Es entwickeln sich nach einigen Stunden Beschwerden wie zunehmende dumpfe Schmerzen im Bereich des gesamten Bauches. Zudem verschlechtert sich der allgemeine Zustand des Betroffenen. Ein Blinddarmdurchbruch muss unbedingt operativ behandelt werden. Je schneller dieser entdeckt und operiert wird, desto besser ist die Prognose. Unbehandelt kann ein Blinddarmdurchbruch tödlich enden.

Erfahren Sie mehr zum Thema unter: Blinddarmdurchbruch

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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