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Entzündung des Muttermundes

Allgemeines

Die Entzündung des äußeren Muttermundes (Portio vaginalis uteri), also der Verbindung zwischen dem Gebärmutterhals (Cervix uteri) und der Scheide (Vagina), stellt eigentlich gar keine richtige Entzündung dar.

Viel mehr handelt es sich hierbei um eine Gewebewanderung des Gebärmuttergewebes (Zylinderepithel) in Richtung der Scheide (Plattenepithel).

Lässt sich nun das Gebärmuttergewebe in der Vagina nachweisen, so spricht man von einer Ektopie. Jedoch ist diese Gewebeverschiebung in der Regel keine krankhafte Veränderung, sondern ein völlig normaler, häufig auftretender Zustand.

Am Übergangsbereich (Transformationszone) dieser beiden Gewebetypen, welche bei geschlechtsreifen und schwangeren Frauen auf der Muttermundoberfläche (Portiooberfläche) liegt, kann es aber immer auch zu krankhaften Veränderungen, wie z.B. Infektionen (bspw. durch Humane Papillomaviren (HPV)), Wucherungen (Polypen, Zysten), Krebserkrankungen oder Entzündungen kommen.

Diagnose

Eine Entzündung des Muttermundes (Portioektopie) kann meist bei einer Vorsorgeuntersuchung durch den Frauenarzt festgestellt werden.

Bei der genauen Inspektion des Muttermundes weißt dieser häufig Rötungen und vermehrte Gefäßzeichnungen auf.

Mit Hilfe eines Spekulums (Untersuchungsinstrument in der Frauenheilkunde, mit dem die Scheidenblätter gespreizt werden und sich so die Vagina entfalten kann) kann der Arzt den äußeren Muttermund (Portio vaginalis uteri) und den Gebärmutterhals (Cervix Uteri) besser im Hinblick auf Entzündungen des Muttermundes und Gewebeveränderungen untersuchen. Zusätzlich kann der Muttermund, durch eine vaginale Lupenuntersuchung mit Hilfe einer Lichtquelle (Kolposkopie) besser dargestellt und beurteilt werden.

Während dieser Untersuchungen können auch Gewebe- oder Sekretproben aus dem Bereich des Muttermundes entnommen werden.

Zudem sollte der Arzt einen Gewebeabstrich vom Gebärmutterhals und dem Muttermund gewinnen. Dieser spezielle Abstrich heißt Pap-Test (oder auch Papanicalau-Abstrich, Zervixabstrich). Hierbei führt der Arzt ein Wattestäbchen oder einen Spatel in die Scheide ein und entnimmt möglichst viele Zellen aus dem Bereich des äußeren Muttermundes. Das gewonnene Zellmaterial wird dann in einem Labor aufbereitet und auf entzündlichen Veränderungen, Infektionen oder Krebserkrankungen untersucht.

Die Befunde können dann an Hand einer Einstufung (Papanicalau-Klassifikation) in Pap 0 bis Pap V eingeordnet werden. Bei Pap 0 konnte das gewonnene Material nicht ausgewertet und ein neuer Abstrich sollte gewonnen werden. Bei Pap I liegt ein völlig normales Gewebebild vor. Dagegen lassen sich bei Pap II schon leichte entzündliche Veränderungen erkennen. Bei Pap III sollte auf Grund von leichten bis mittleren Veränderungen eine gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) sowie nach 3 Monaten ein weiterer Zellabstrich durchgeführt werden. Bei Pap IV besteht durch schwerwiegende Zellveränderungen ein Krebsverdacht im Frühstadium, wobei dieser bei Pap V als bösartig nachgewiesen werden konnte.

Handelt es sich um ein Pap IV oder V Stadium, oder um ständig auftretendes (rezidivierende) Zellveränderungen (Pap III) so sollte zusätzlich ein Gewebeausschnitt (Biopsie) aus dem Bereich des Muttermundes und des Gebärmutterhalses entnommen werden. Diese Untersuchung bezeichnet man als Konisation, wobei der Ausschnitt bei jungen Frauen eher flach, bei älteren Frauen (nach dem Ende der Menstruationsblutung/ postmenopausal) eher steil sein sollte.

Die Spekulumuntersuchung, die Kolposkopie sowie der Abstrich bereiten in der Regel keine Schmerzen, allerdings können die Untersuchungen als unangenehm empfunden werden. Da die Entnahme eines Gewebeausschnittes aus dem Bereich des Muttermundes (Konisation) sehr schmerzhaft sein kann, wird diese Untersuchung in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Der Eingriff dauert aber in der Regel nicht länger als 20-30 min.

Ursachen

Eine Gewebeveränderung bzw. Gewebeverschiebungen ist meistens hormonellen Ursprungs.

Das Gewebe (Plattenepithel) des äußeren Muttermundes (Portio vaginalis uteri) kann auf Grund hormoneller Einflüsse durch das Gebärmuttergewebe ersetzt werden.

Symptome

Beschwerden einer Entzündung des Muttermundes, bzw. einer Gewebeverschiebung, können zum Beispiel Blutungen sein. Diese können beim oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten oder sich durch veränderte Menstruationsblutungen (unregelmäßig, stärker, länger) bemerkbar machen.

Ebenso kann sich eine Entzündung des Muttermundes (Portioektopie) durch einen vermehrten Ausfluss (Fluor) zeigen.

Lesen Sie auch unser Thema: Schmerzen am Muttermund

Therapie

In der Regel müssen nicht schmerzhafte und als harmlos eingestufte Gewebewanderungen (Portioektopien) nicht behandelt werden.

Allerdings können sich aus unbehandelten Infektionen oder Erkrankungen Komplikationen und schwerwiegende Erkrankungen entwickeln.

Zu nennen wäre hierbei die Feigwarze, welche eine Infektion mit Humanen Papilloma Viren (HPV) darstellt. Zum einen können diese Warzen starke Beschwerden machen, zum anderen besteht die Möglichkeit, einen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu entwickeln. Daher sollte eine solche Infektion umgehend und intensiv mit chemischen Mitteln, Laser oder gegebenenfalls auch chirurgisch behandelt werden. Zudem ist es wichtig, den Partner auch auf eine mögliche Infektion mit HPV zu untersuchen, und ihn gegebenenfalls mit zu behandeln.

Auch sollten sogenannte Polypen (Ausstülpungen der Schleimhaut im Bereich des Gebärmutterhalses/Muttermundes) und Myome (gutartige Wucherungen des Gebärmutterhalses) entfernt werden, da sie ein sehr geringes Entartungspotential zu bösartigen Krebserkrankungen haben oder durch eine rasche Größenzunahme Beschwerden verursachen können.

Prophylaxe

Eine Entzündung des Muttermundes und der Gebärmutter (Portioektopie) ist in der Regel harmlos und natürlich, daher müssen auch keine vorsorgenden Maßnahmen durchgeführt werden.

Allerdings sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sehr wichtig, um die Entstehung von unerwünschten, bedrohlicheren Zellveränderungen zu entdecken, und diese schnellstmöglich zu behandeln.

Zur Verhinderung einer Infektion mit Humanen Papilloma Viren (HPV) und einer möglichen Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom) ist die frühzeitige Impfung gegen HPV sehr wichtig. Diese sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen und kann das Risiko eines Gebärmutterhalskrebses signifikant verringern.

Weitere Informationen zu diesem Thema

Weitere Informationen zum Thema Gebärmutterentzündung erhalten Sie hier:

Eine Übersicht finden Sie unter: Gynäkologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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