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Myome der Gebärmutter

Synonyme im weiteren Sinne

Uterus myomatosus, intramurales Myom, subseröses Myom, submuköses Myom
Englisch: myoma

Definition

Unter einem Myom versteht man eine gutartige Geschwulst, die von der Muskelschicht der Gebärmutter ausgeht.

Häufigkeit

Man schätzt, dass ca. jede dritte Frau jenseits des 30. Lebensjahres von einem Myom betroffen ist. Sie stellen die häufigsten gutartigen Gebärmuttertumoren dar- weniger als 0,5 % der Myome entarten bösartig.

Ursache

Eine definitive Ursache für die Geschwulstbildung konnte bisher nicht ermittelt werden. Es ist jedoch nachgewiesen, dass die Muskelzellen durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen stimuliert werden und daher nur im gebärfähigen Alter, also zwischen Pubertät und Wechseljahren (beachten Sie auch unser Thema Wechseljahre), neu auftreten.


Entwicklungsformen

Der Aufbau der Gebärmutter (S. Anatomie Gebärmutter) gliedert sich in drei Schichten: Der innere Hohlraum ist von Schleimhaut (Mukosa) ausgekleidet, während die Gebärmutter von außen durch eine bindegewebige Haut (Serosa) bedeckt wird. Zwischen diesen beiden Schichten liegt die Muskelschicht, in der ein Myom auftreten kann. Entsprechend dieser Nomenklatur wird die Ausbreitungsrichtung eines Myom in drei Formen unterteilt:

  1. Beim sogenannten intramuralen (lat.: intra- innerhalb, mura- die Mauer) Wachstum breitet sich die Geschwulst nur innerhalb der dicken Muskelschicht aus. Diese Wachstumsart kommt am häufigsten vor.
  2. Das subseröse (lat.: sub-unter, serosa-die bindegewebige Haut) Myom zeichnet sich durch eine Wachstumsrichtung nach außen, in Richtung der bedeckenden, bindegewebigen Haut aus. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass benachbarte Strukturen wie die Harnleiter oder Gefäße, die an die Gebärmutter angrenzen, abgeklemmt werden.
  3. Das submuköse (lat.: sub -unter, mukosa-die Schleimhaut) Wachstum geht mit einer Ausbreitung des Myoms nach innen, in Richtung des Hohlraumes der Gebärmutter einher. Diese Wachstumsform ist eher selten, macht sich aber durch Blutungsanomalien besonders früh bemerkbar.

Desweiteren können sich alle Myomformen im Laufe der Zeit verändern. Dazu gehört z.B. die Hohlraumbildung (zystischer Umbau) oder Verhärtung (Kalzifikation). Insbesondere bei submukösen Myomen besteht durch ihr Wachstum in Richtung des Gebärmutterhohlraumes die Gefahr von aufsteigenden Infektionen aus der Scheide. Als parasitär bezeichnet man ein subseröses Myom, das in das Bauchfell einwächst und anschließend durch dieses mit Blut versorgt wird.

Bei allen Wachstumsformen ist eine sogenannte Stielbildung möglich. Hierbei ist das eigentliche Geschwulst nur noch durch eine Art Bindegewebsstiel an seinem Entstehungsort befestigt. Dabei besteht stets die Gefahr, dass durch eine Drehung um die eigene Achse zuführende Gefäße im Stiel abgeklemmt werden und es zu einem Zelluntergang innerhalb des Myoms kommt.

Beim sogenannten Uterus myomatosus ist die Gebärmutter durch zahlreiche Geschwulste durchsetzt, was meist zu massiven Symptomen führt.

Symptome

Bei einem großen Anteil der betroffenen Frauen kommt es zu Blutungsanomalien. Insbesondere bei Ausbreitung des Myoms in Richtung Schleimhaut treten lang (länger als 7 Tage) andauernde und starke Blutungen, auch außerhalb der normalen Menstruation, auf. In Folge kommt es oft zu Blutarmut (Anämie). Ebenfalls können heftige Unterbauchkrämpfe auftreten.

Drückt das Myom durch seine Größe auf Harnleiter, Darm oder Wirbelsäule, kann es zu Problemen beim Wasserlassen, Verstopfung und Rückenschmerzen kommen.

Besonders bei submukösen Myomen kommt es durch Einnistungsprobleme und Verdrängungserscheinungen vermehrt zu Fehlgeburten und Frühgeburten sowie Fehlbildungen des Fetus (Siehe auch Themen Frühgeburt, Fehlgeburt).

Noch nicht geklärt ist der Zusammenhang von Myomen mit der Gelbkörperinsuffizienz und Störungen des Eisprungs, die zu Unfruchtbarkeit ( Siehe auch Thema Unfruchtbarkeit) führen können.

In der Schwangerschaft beobachtet man regelmäßig eine reversible (umkehrbare) Größenzunahme von Myomen, die neben der gesteigerten Stimulation durch das weibliche Geschlechtshormon vor allem durch Wassereinlagerung entsteht.

Nach der Geburt wurden bei Frauen mit einem Myom vermehrt Probleme der Mutterkuchenlösung (Plazenta) sowie Nachblutungen beobachtet.

Nach den Wechseljahren ist zwar nicht mit dem Verschwinden der Myome zu rechnen. Durch ihre Hormonabhängigkeit jedoch kommt es zu massiven Schrumpfungen der Geschwulste und in Folge zu einem Erlischen der Symptome.

Schmerzen

Bei einem Myom handelt es sich um eine gutartige (benigne) Geschwulst, welche von den Muskeln der Gebärmutter ausgeht und oftmals keinerlei Symptome verursacht. Es kann jedoch auch bei dem Myom zu Problemen und Symptomen kommen. Zum einen kann es durch das Myom zu Schmierblutungen kommen da die Gebärmutter (Uterus) durch das Myom gereizt wird und so Schleimhaut abgehen kann. Außerdem kann es bei einem Myom auch zu Schmerzen kommen. Die Schmerzen beim Myom sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, meist jedoch handelt es sich um schwache, gelegentlich auftretende Unterleibsschmerzen, die nur schwer zu lokalisieren sind. Bei anderen Frauen hingegen sind die Schmerzen, die durch das Myom verursacht werden, sehr viel stärker und können sogar krampfähnlich werden. Spätestens hier ist an eine geeignete Therapie zu denken und die Patientin sollte sich überlegen, das Myom entfernen zu lassen. Einige Patientinnen beschreiben den Schmerz durch das Myom hingegen eher wie ein Druckgefühl, als ob ein leicht schmerzender und unangenehmer Fremdkörper im Unterleib sitzt. Vor allem beim Geschlechtsverkehr klagen die Frauen dann über zunehmende Schmerzen und ein zunehmendes Druckgefühl. Dass der Schmerz des Myoms beim Geschlechtsverkehr schlimmer wird ist recht verständlich, da es durch das Eindringen des Penis in die Gebärmutter zu einer weiteren Reizung der Gebärmutterschleimhaut kommt, was dann wiederum Schmerzfasern aktiviert, die den Schmerz an das Gehirn weiter leiten.

In einigen Fällen kann es sogar sein, dass die Schmerzen, die durch das Myom ausgelöst werden, sich nicht nur auf den Unterleib projizieren, sondern auch in den Bereich der Harnblase. Hier kann es nämlich durch die starke Größenausdehnung des Myoms dazu kommen, dass die Blase immer wieder gereizt wird. Dies kann zu einem vermehrten Harndrang (Miktion) führen und zusätzlich kann es durch die Reizung der Blase zu immer wiederkehrenden Schmerzen kommen. Das Myom kann sich in seltenen Fällen soweit ausdehnen, dass sogar der Enddarm durch das Myom der Gebärmutter nach hinten verschoben wird, was dann wiederum bestimmte Nervenfasern irritieren kann. Dies kann dann zu Rückenschmerzen oder auch Bauchschmerzen führen, teilweise treten auch Beckenschmerzen und/oder Beinschmerzen auf. Diese Schmerzen sind jedoch für ein Myom nicht sehr typisch und treten eher selten auch. Für das Myom typische Schmerzen sind unter anderem die Unterleibsschmerzen und die Schmerzen während und nach dem Sexualverkehr, wobei beide Schmerzen auch bei vielen anderen gynäkologischen Erkrankungen auftreten können und keine Myom-spezifischen Schmerzen darstellen.

Schwangerschaft

Dass ein Myom in der Schwangerschaft entdeckt wird, ist nicht selten, da es sich bei Myomen um gutartige (benigne) Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur handelt, welche sehr häufig überhaupt keine Symptome verursachen.

Da es während der Schwangerschaft zur ausführlichen Vorsorgeuntersuchung der Schwangeren kommt, kann es sein, dass während eine dieser Untersuchungen auffällt, dass die Frau Myome hat, welche ihr bis jetzt keine Symptome bereitet haben.
Hinzu kommt, dass die Frau während der Schwangerschaft vermehrt „weibliche Hormone“ wie Östrogene produziert.
Dies führt dazu, dass das Wachstum der Myome angeregt wird und somit das Myom während der Schwangerschaft durchaus größer werden kann.

Dennoch kommt es nur in den seltensten Fällen, dass vorher unauffällige Myome der Frau während der Schwangerschaft größere Probleme bereiten. Dennoch kann es sein, dass bei besonders großen Myomen die Lage des Kindes in der Gebärmutter (Uterus) beeinträchtigt wird.

Dies kann zum einen dazu führen, dass das Kind in eine „falsche“ Position, wie die Steißlage, gerät oder aber dass es zu einem frühzeitigem Einsetzen der Wehen kommt. Hinzu kommt, dass eine Schwangerschaft für die Mutter eine große Belastung darstellt.

Eine Schwangerschaft plus ein Myom können dazu führen, dass Blase und Darm der Mutter nicht nur von dem Kind eingeengt werden, sondern zusätzlich durch das Myom verdrängt werden. Dies kann zum einen das dauerhafte Gefühl vermitteln, dass die Patientin auf Toilette müsste (vermehrter Harndrang), zum anderen kann es dazu kommen, dass die Patientin Verstopfungen (Obstipationen) bekommt. Hinzu kommt, dass Myome in der Gebärmutter viel Platz wegnehmen können und es der Eizelle zu Beginn der Schwangerschaft unmöglich machen können, sich einzunisten (Nidation).

Deshalb kann es, bedingt durch das Myom, zu keiner Schwangerschaft oder nur zu Eileiterschwangerschaften kommen. Somit kann, wenn auch in eher seltenen Fällen, ein Myom Ursache für eine Unfruchtbarkeit sein, weshalb es dann entfernt werden sollte, um der Eizelle die Möglichkeit zu geben, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Doch auch bei der Therapie des Myoms sollte man darauf achten, ob eine Schwangerschaft noch erwünscht ist oder nicht, da bei einigen Myom-Behandlungen eine anschließende Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. Alles in allem ist es jedoch selten, dass Myome vor oder während der Schwangerschaft der Patientin große Probleme bereiten.

Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass ein Myom auch dazu führen kann, dass eine Schwangerschaft ausbleibt, weshalb man sich bei Wunsch auf Schwangerschaft von dem Frauenarzt (Gynäkologen) ausgiebig untersuchen lassen sollte, um eventuelle größere Myome bereits vor der Schwangerschaft zu entfernen, sodass sie während der Schwangerschaft keinerlei Probleme bereiten können.

Diagnose

Die gynäkologische Tastuntersuchung liefert oft erste Anhalte, die aber meist mit einer Zelluntersuchung per Abstrich bestätigt wird, die im Fall eines Myoms unauffällig sein sollte.

Auch eine Ultraschalluntersuchung durch Scheide oder Bauch (Vaginal-bzw. Abdominalsonographie) ist zur Diagnosefindung geeignet, da hier größere Myome bereits zu sehen sein können.

Ist damit noch kein Befund lieferbar, so bleibt die Möglichkeit der Gebärmutter- oder Bauchspiegelung (Hystero- bzw. Laparoskopie).

Lesen Sie mehr zum ThemaGebärmutterspiegelung

Hinweis: Gebärmutterkrebs

Die häufig auftretenden Blutungsstörungen sollten in jedem Fall abgeklärt werden, weil sich hinter ihnen, insbesondere nach den Wechseljahren, auch ein Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) verbergen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Gebärmutterkrebs

OP eines Myoms

Ein Myom sollte immer dann therapeutisch angegangen werden, wenn es körperliche Symptome hervorruft oder bereits zu Unfruchtbarkeit führte.

Besteht kein Kinderwunsch (Siehe auch Unerfüllter Kinderwunsch) mehr oder sind die Symptome des Myom nicht allzu ausgeprägt, kann eine medikamentöse Therapie angewandt werden. Ziel ist es hierbei, durch eine Hormontherapie das Myom in seinem Wachstum zu hemmen, und möglichst einen Rückgang seiner Größe zu bewirken. Nachteile der hormonellen Behandlung sind zum Einen die dadurch ausgelösten Wechseljahrsbeschwerden ( z.B. Hitzewallungen, Osteoporose, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit) sowie die Tatsache, dass das Wachstum des Myoms nach Absetzen der Medikamente wieder fortschreitet. Der Einsatz von Schmerzmitteln (Siehe auch Medikamente) meist vor allem symptomorientiert und soll die Beschwerden erträglicher machen.

Eine operative Behandlung (Myom OP) ist immer dann ratsam, wenn ein bösartiges Geschehen nicht ausgeschlossen werden konnte oder gefährliche Komplikationen auftreten. Auch ein bestehender Kinderwunsch bei Unfruchtbarkeit stellt eine Indikation für eine Myom OP Eingriff dar. Die Art des Eingriffs richtet sich hierbei nach der Ausdehnung des Myoms und der Familienplanung. Bei nur einzelnen Myomen und bestehendem Kinderwunsch, sollte die Gebärmutter möglichst geschont werden. Dies erzielt man, je nach Lage des Myoms, mit einem Eingriff per Bauchspiegelung bzw. –schnitt oder mit einer Gebärmutterspiegelung. Hierbei können die Geschwulste durch ein Sichtgerät (Endoskop), das über Bauchnabel bzw. Scheide eingeführt wird, zunächst beurteilt und dann schonend entfernt werden.

Besteht kein Kinderwunsch und ist die Ausdehnung der Myome ausgeprägt, sollte die gesamte Gebärmutter bei einer Myom OP entfernt werden (Hysterektomie). Dies kann, je nach Größe der Myome, per Bauchschnitt oder durch die Scheide erfolgen.

Eine weitere Therapieoption stellt die Unterbindung der beiden Gebärmutterarterien dar (Myomembolisation). Dabei werden beidseits, über kleine Schnitte in der Leiste, Katheter bis in die Gebärmutterarterien vorgeschoben und mit Polyvinyl-Alkohol-Partikeln ein Verschluss dieser Gefäße herbeigeführt. Das erwünschte Resultat stellt, durch die Unterbindung der Blutzufuhr erreicht, eine Verkleinerung der Myome dar, was aber oft nur von kurzer Dauer ist.

Myomentfernung

Bei einem Myom handelt es sich um eine harmlose (benigne) Wucherung der Gebärmuttermuskulatur (Uterusmuskulatur). Solange die Myome symptomlos sind, werden sie zum einen selten entdeckt und müssen zum anderen auch nicht unbedingt behandelt werden. Kommt es jedoch zu Symptomen wie Blutungen, so kann die Patientin darüber nachdenken, sich das Myom entfernen zu lassen. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um ein Myom entfernen zu lassen, muss die Patientin sich meist in ein Krankenhaus begeben. Hier kann dann das Myom entfernt werden, zum Beispiel durch eine Ausschabung. Hierbei wird unter Vollnarkose das betreffende Areal der Gebärmutter entfernt. Da nur das Myom entfernt wird, ohne weiteres umliegendes Gewebe zu entfernen, spricht man von einer Enukliation. Hierbei ist es meist möglich, die Gebärmutter (Uterus) so weit intakt zu lassen und so wenig zu beschädigen, dass die Frau auch nach dem Eingriff noch die Möglichkeit hat, Kinder zu gebären. Neben der Enukleation gibt es auch weitere Möglichkeiten das Myom entfernen zu lassen. Eine noch recht neue Methode ist die Embolisation. Hierbei wird die Arterie, welche das Myom versorgt, verstopft oder verödet. Dadurch kann das Myom nicht mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden und bildet sich somit von alleine zurück. Bei der Embolisation handelt es sich also nicht um eine direkte Entfernung des Myoms, sondern vielmehr um eine indirekte. Da jedoch oft nicht abgeschätzt werden kann, wie viel umliegendes Gewebe bei dieser Methode zugrunde geht, wird bei Frauen mit Kinderwunsch oftmals von einer Embolisation abgesehen. In drastischen Fällen und bei Frauen ohne Kinderwunsch kann auch das Myom entfernt werden, indem der Patientin die komplette Gebärmutter entnommen wird. Dies ist jedoch die ultima ratio, also die letzte Wahl, kann jedoch bei Patientinnen mit Gefahr der bösartigen (malignen) Entartung oder bei persistierenden Beschwerden durch die Myome in Erwägung gezogen werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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