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Brennender Gaumen

Einleitung

Ein brennendendes Gefühl im Gaumenbereich kann ein Symptom verschiedenster Ursachen sein. Oft gibt es einen klaren Auslöser für die Missempfindung, etwa eine leichte Verbrennung durch zu heiße Nahrung. Doch auch langsamere, das heißt nicht akut oder plötzlich auftretende Prozesse können ein brennendes Gefühl am Gaumen verursachen. So kann zum Beispiel eine Entzündung eine brennende Empfindung auslösen.

Um eine korrekte Stellung der Diagnose zu erleichtern, sollte man außerdem das Brennen weiter charakterisieren können: Das Einsetzen der Missempfindung sollte dabei ebenso beschrieben werden wie der Verlauf der Schmerzintensität.

Ursachen für einen brennenden Gaumen

Die häufigste Ursachen eines brennenden Gaumens ist wohl eine Verbrennung durch zu heiße Nahrungsmitteln wie etwa Tee, Kaffee oder Suppe. Durch die Hitzeeinwirkung wird die Schleimhaut dann so sehr gestresst, dass sie die Temperatur nicht mehr durch beispielsweise den Abtransport durch das Blut kompensieren kann. Die Folge ist eine Denaturierung, also ein „Kaputtgehen“ bestimmter Moleküle, die für die Instandhaltung der Schleimhaut wichtig sind.

Erfahren Sie mehr dazu unter: Verbrennung am Gaumen

Da die Schleimhaut am Gaumen sehr dünn ist, wird sie  bereits durch kurzzeitigen thermischen Stress beschädigt. Daher kann diese Beschädigung auch durch sehr heiße Dämpfe erfolgen, die eingeatmet werden. Ist dies der Fall, spricht man vom sogenannten Inhalationstrauma, welches außer den Gaumen auch den Rachen- und Halsbereich betreffen kann.

Doch auch Entzündungen am Gaumen können eine brennendes Gefühl hervorrufen. Wird die Schleimhaut verletzt, können Bakterien, welche natürlicherweise in der Mundhöhle vorzufinden sind, eine Entzündungsreaktion auslösen.

Auch eine Reizung der Schleimhaut durch Husten oder eine Erkältung kann ein Brennen im Rachen und Gaumen auslösen.

Auf diese Weise kann auch eine Allergie einen brennenden Gaumen verursachen.

Brennender Gaumen bei einer Erkältung

Eine Erkältung, besonders mit Husten, kann die Ursache für einen brennenden Gaumen sein. Durch die regelmäßige Reizung durch das Husten kommt es nicht selten zu einer Sensibilisierung der Nerven im Bereich des Hals, des Rachens und des hinteren Gaumens. Im Gegensatz zur entzündlichen oder allergischen Reaktion geschieht das nicht biochemisch, sondern mechanisch. Die Folge ist jedoch die gleiche, es kommt zu einer unangenehmen bis schmerzhaften Empfindungen. Diese halten oft so lange an wie die Erkältung selbst und brauchen auch danach noch einige Zeit, um abzuklingen.

Brennender Gaumen bei einer Allergie

Bei einer Allergie können brennende und schmerzhafte Empfindungen am Gaumen auftreten. Zunächst einmal wird die Schleimhaut durch die Allergene konstant gereizt. Dazu kommt, dass bei einer allergischen Reaktion entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet werden. Diese sorgen für eine zusätzliche Sensibilität, und der Bereich ist dementsprechend noch einfacher irritierbar. Die Irritation kann sich dann durch Schmerzen oder eine brennende Missempfindung äußern.

Begleitende Symptome:

 Die Gaumenschwellung

Die Schwellung der brennenden Stelle am Gaumen kann durch die Reizung, die Verbrennung oder die Entzündung an dieser Stelle auftreten. Der grundlegende Mechanismus, der zu einer Schwellung führt, hängt mit bestimmten Botenstoffen zusammen: Diese Botenstoffe werden bei Verletzungen und Entzündungen, aber auch bei Allergien ausgeschüttet. Sie sorgen für die Steigerung der Empfindlichkeit der entsprechenden Stelle, können auch die Gefäße erweitern und lassen die Gefäßwände etwas undicht werden. Das soll den Immunzellen erleichtern, in das umliegende Gewebe einzutreten, um mögliche Krankheitserreger an der verletzten Stelle abzuwehren. Das führt also zu einem „Leck“ in den Gefäßwänden, sodass Flüssigkeit aus den Gefäßen in den Zwischenzellraum eintritt und dort eine Ansammlung bildet. Diese ist dann von außen als Schwellung wahrnehmbar. Sobald die Gefäße durch Reparatur und Abbau der entsprechenden Botenstoffe wieder dicht sind, wird auch die ausgetretene Flüssigkeit durch die umliegenden Zellen aufgenommen und die Schwellung geht zurück.

Weitere Informationen finden Sie hier: Die Gaumenschwellung

Schmerzen

Ein brennendes Gefühl am Gaumen kann durch eine gereizte oder durch flächige Verletzungen dünnere Schleimhaut entstehen. Hier ist die physikalische Schutzschicht, die eine intakte Schleimhaut darstellt, über den sensiblen Nervenenden weniger belastbar. Bei einer entzündlichen Ursache werden außerdem Botenstoffe ausgeschüttet, die für eine Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren sorgen. Durch die stetig anhaltende Reizung durch etwa erkältungsbedingten Husten oder Allergene werden die Nerven dementsprechend weiter gereizt und vermitteln daher eine Schmerzempfindung. Sofern eine gefährliche Ursache ausgeschlossen wurde, kann bei starken Schmerzen zu Schmerzmedikamenten wie Paracetamol® oder Ibuprofen® gegriffen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Gaumenschmerzen

Entzündung am Gaumen

Eine Entzündung ist eine komplexe Reaktion des Körpers, mit der dieser auf einen schädigenden Reiz oder eine bereits erfolgte Schädigung einer Körperstelle reagiert. Zeichen für eine Entzündung sind Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung und Funktionsverlust der betroffenen Stelle.

Eine brennende Empfindung am Gaumen kann ein Zeichen für eine Entzündung an dieser Stelle sein. Diese kann durch kleinere Verletzungen der Schleimhaut verursacht werden, die beispielsweise versehentlich beim Zähneputzen entstanden sind. Durch die kleinen Wunden können Bakterien und Erreger, die natürlicherweise im Mund vorkommen, in das Gewebe eindringen und eine Entzündungsreaktion verursachen. Typischer Schmerz bei Entzündungen steigt schubweise an. Wird eine Entzündung vermutet, sollte in jedem Fall zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie dazu auch: Entzündung am Gaumen

Diagnose

Um die Ursache eines brennenden Gefühls am Gaumen korrekt zu diagnostizieren, sollte zunächst besprochen werden, seit wann die Missempfindung besteht, und ob es vielleicht einen konkreten Auslöser gab. Vielleicht gibt es sogar begleitende Beschwerden wie eine Allergie oder eine Erkältung. Auch hilft es zu wissen, wann das Brennen schlimmer ist oder was es – wenn überhaupt – lindern kann.

Bei der anschließenden Betrachtung der brennenden Stelle sollte auf die Entzündungszeichen geachtet werden sowie auf generelle Unterschiede zur restlichen Schleimhaut am Gaumen. Weiterführende Untersuchungen wie etwa Bluttests sind bei einem brennenden Gaumen nicht angebracht, da die Diagnose meistens keinen großen Einfluss auf die nachfolgende Therapie hat.

Behandlung

In den meisten Fällen benötigt ein brennender Gaumen keine Behandlung, da die Missempfindung nach einigen Tagen wieder von selbst verschwinden sollte: Einer durch Erkältung, Verbrennung oder Allergie gereizte Schleimhaut braucht vor allem Zeit zum abheilen. Während dieser Zeit kann es helfen, den Körper beim Abheilen und Regenerieren zu unterstützen. Dazu können homöopathische oder Hausmittel verwendet werden (siehe unten). Außerdem sollte die Ursache der Reizung behoben oder zumindest behandelt werden. Allergische Beschwerden lassen sich beispielsweise mit entsprechenden Medikamenten behandelnden. Handelt es sich bei der Ursache um eine Entzündung, so kann jedoch eine medikamentöse Behandlung notwendig sein oder werden – hierzu sollte der Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt befragt werden.

Diese Hausmittel können helfen

Um den akuten Schmerz zu lindern und das brennende Gefühl zu lindern, können auch einige Hausmittel ausprobiert werden. Am besten sollten Substanzen an die brennende Stelle gebracht werden, die beruhigend auf die Schleimhaut wirken oder heilungsunterstützende Wirkung besitzen.

Das kann zum Beispiel ein lauwarmer Kamillentee zu nennen. Die Inhaltsstoffe der Kamille unterstützen eine gute Wundheilung. Die Temperatur sollte weder zu heiß noch zu kalt sein, um keinen zusätzlichen, sogenannten thermischen Stress zu verursachen. Aus diesem Grund sollte auch sehr vorsichtig mit Eiswürfeln oder Eiscreme umgegangen werden. Sofern die betroffene Person aber dadurch eine Linderung der brennenden Empfindung erfährt, kann dies aber tatsächlich ebenfalls ein gutes Hausmittel darstellen.

Homöopathie

Möchte man das brennende Gefühl am Gaumen lindern, so kann man auch eine Behandlung mit Hilfe homöopathischer Mittel versuchen. Wie immer muss man für eine Therapie mit Homöopathie aber das Erscheinungsbild des zu behandelnden Leidens sowie die Begleitsymptome analysieren, damit man das richtige Mittel anwendet. Dennoch sei hier ein bei Beschwerden an der Schleimhaut häufig verwendetes Mittel genannt: Bryonia soll bei Verletzungen und Beschwerden der inneren Häute und Oberflächen helfen, also auch der Schleimhaut des Mundbereichs. Zur Dosierung sollten zunächst niedrige Potenzen wie D6 gewählt werden, besonders wenn das Mittel eigenständig eingesetzt wird. Die Einnahme erfolgt so lange, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Spätestens falls nach einer Woche keine Besserung eingetreten ist, sollte ein Heilpraktiker oder Arzt zu Rate gezogen werden.

Dauer: Wie lange brennt der Gaumen?

Die Dauer eines brennenden Gaumens hängt maßgeblich von der Ursache dieser Missempfindung ab. Eine Verbrennung oder Verbrühung sollte nach einigen Tagen bereits wieder abklingen, da sich die Schleimhaut normalerweise schneller regeneriert als die äußere Haut. Darum wird auch die Schmerzintensität bei einer Verbrennung stetig abnehmen.

Bei einer Entzündung kann es dagegen länger als einige Tage dauern. Der Verlauf der Schmerzen und der Missempfindung kann dabei schubartig sein oder stetig bzw. stufenweise ansteigen. Halten die Schmerzen mehr als eine Woche an, weitet das schmerzende Areal sich stetig aus oder kommt Fieber hinzu, sollte wie erwähnt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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