Laufbandanalyse

Synonyme im weitesten Sinne

Laufbandanalyse, Laufstilberatung, Laufdiagnostik, Laufberatung

Einleitung

Der falsche Laufstil ist häufig Ursache für orthopädische Beschwerden im Fuß,- Knie- und Hüftgelenk. Jeder Mensch läuft mit einer individuellen Lauftechnik, die mehr oder weniger von einem Optimum abweicht.
Eine Änderung des Laufstils ist praktisch nicht mehr möglich, da der Laufstil im Verlauf des Lebens eine Automatisierung erfährt. Das richtige Schuhwerk, evtl. orthopädische Schuheinlagen oder Stabilisatoren im Fußgelenk ermöglichen jedoch maximale Kompensation anatomischer Fehlstellung der Füße. Eine Laufbandanalyse ermöglicht, Unregelmäßigkeiten im Laufverhalten anhand visueller Messung sichtbar zu machen, um evtl. kompensatorische Maßnahme einzuleiten. Bei einer seriösen Laufanalyse werden zudem dynamische Maximaldruckpunkte an der Fußsohle im Gang- und Laufverhalten gemessen.
Dadurch können Überpronation oder Supinations (Stellung des Fußes beim Abrollen) erkannt werden.
Die Bestimmung des CoP`s (Körperschwerpunkt) ermöglicht Dysbalancen im rechts- links- Verhalten zu erkennen. Unterschiedliche Schrittlängen und eine unharmonisches Gang- bzw. Laufbild sind oftmals auf eine Fehlstellung der Wirbelsäule zurückzuführen.
Rotationsfehlstellungen der Füße (Innenrotationsgang - "über den großen Onkel gehen" - oder Außenrotationsfehlstellungen - "Charlie Chaplin - Gang ") können im Ausmaß bestimmt werden.

Vorteile / Ziele

Ziel einer Laufbandanalyse ist die Ermittlung des individuellen Laufstils. Durch die Fußdruckmessung können Vorfußläufer, Mittelfußläufer und Rückfußläufer voneinander unterschieden werden. Die Laufanalyse kann sowohl bei bestehenden orthopädischen Problemen als diagnostisches Verfahren, als auch präventiv genutzt werden. Erkrankungen wie Arthrose im Großzehengelenk (Hallux rigidus) können durch eine Laufanalyse frühzeitig erkannt werden. Die Videoanalyse ermöglicht Fußgelenkstellungen beim Fußaufsatz erkennen zu können.

Durchführung

Zum Umfang einer Laufbandanalyse gehören:

  • Standanalyse
  • Ganganalyse
  • Laufanalyse

Die Analyse im Stand ermöglicht eine Ermittlung der statischen Gewichtsverteilung.

In der Regel steht der Sportler dabei mindestens 20- 30 Sekunden möglichst ruhig ohne Bewegung auf einer Druckmessplatte. Abweichungen der Fußsohlenanatomie (Hohlfuß, Plattfuß, Senkfuß, Spreizfuß, Knickfuß) können visuell dargestellt werden. Die Gewichtsverteilung sollte dabei im Idealfall 50% links und 50% rechts betragen. Abweichungen können auf eine Fehlstellung der Wirbelsäule hinweisen. Vorderfuß und Rückfußverteilung liegt im Idealfall bei 1/3 zu 2/3.

Bei einer Lauf- bzw. Ganganalyse sollte der Sportler einige Minuten auf dem Laufband laufen, um sich an das Laufverhalten zu gewöhnen. Anschließend folgen mehrere Messungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten barfuß und mit Schuhen. Bei Einsatz der Videoanalyse sollte im Anschluss zunächst das Laufverhalten sowie Fußaufsatz, Fußgelenkstellung, Kniestellung und Hüftstellung beobachtet werden. Besonders das Verhalten des Fußgelenks beim Fußaufsatz bedarf besonderer Beobachtung.

Im Anschluss erfolgt die Auswertung mittels einer Software. Maximaldruckpunkte können die Beobachtungen bestätigen. Schrittlängenvergleich, Schrittzeitvergleich und Körperschwerpunktverlauf ermöglichen zielgenaue Darstellung des Laufstils. Bei Abweichungen sollten Abschließend die Möglichkeiten der Korrektur vorgestellt werden.

Zielgruppe

Wie bereits erwähnt, sind sportliche Einsteiger und Läufer mit bestehenden Beschwerden die Hauptzielgruppe einer Laufanalyse. Auch Sportlern mit hohem Laufpensum wie in der Vorbereitung auf einen Marathon ist eine Laufanalyse ratsam.

Da die Analyse jedoch auch präventive Aspekte beinhaltet ist sie prinzipiell jedem Läufer ratsam.

weiterführende Informationen

Qualitätssicherung durch: Tobias Kasprak      |     Letzte Änderung: 23.11.2016
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