Laufstil

Synonyme im weitesten Sinne

Vorderfußläufer, Rückfußläufer, Mittelfußläufer, Laufanalyse, Laufstilanalyse, Läuferknie (Tractussyndrom)

Einleitung

Jeder Fuß besitzt unterschiedliche anatomische Voraussetzungen, es gibt demnach auch keinen allgemeinen Laufstil, der auf jeden Läufertyp übertragen werden kann. Ein normaler Fußaufsatz ist durch eine Pronation im Fußgelenk gekennzeichnet. Abweichungen der Fußstellung zur Fußinnenseite werden als Überpronation bezeichnet, Abweichungen in Richtung Fußaußenseite deuten auf eine Supination (Unterpronation). Somit sind bei typischen Supinationsläufern die Laufschuhe im Bereich der Ferse und dem Vorderfuß im Außenbereich abgelaufen. Pronationsläufer weisen Abnutzungen der Außenseite der Ferse (Rückfuß) und der Innenseite des Vorderfußes auf. Eine gezielte Laufbandanalyse ermöglicht Fehlstellungen des Fußes durch Druckmessung und Videoanalysen sichtbar zu machen. Orthopädische Einlagen bzw. Sporteinlagen können diese Fehlstellungen kompensieren.



Was tun bei Fußgelenkfehlstellungen?

Bei einer Fehlstellung im Fußgelenk können individuell angefertigte Schuheinlagen die Fehlstellung kompensieren. Bei einem Knickfuß werden mittels Supinationskeil (Erhöhung der Fußinnenseite) der Fuß in die Supinationsrichtung verlagert, sodass das Fußgelenk beim Fußaufsatz nicht in Richtung Mitte abknicken kann. Stabilisatoren können Fußgelenke fixieren. Diese Methode sollte jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da sich der passive Bewegungsapparat (Knochen, Bänder, Sehnen) durch regelmäßiges Laufen anpasst und stabilisiert.

Die Supination (Überpronation) tritt nur in den seltensten Fällen auf (<1%). Hierbei sollte auf eine besondere Dämpfung des Schuhwerks geachtet werden.

Weitere Interessante Informationen:

Was bringen orthopädische Einlagen?

Einlagen ermöglichen optimalen Schutz der Gelenke und wirken somit präventiv gegenüber Fußgelenkserkrankungen. Jedoch sind nicht alle Schmerzen auf falsche Lauftechnik oder Fehlstellung der Gelenke zurückzuführen. Besonders in den Trainingsphasen mit hohen Laufpensum kommt es oftmals zu Überbelastungserscheinungen.

Kann man den Laufstil ändern?

Der individuelle Laufstil hat sich im Laufe des Lebens automatisiert und ist nur sehr begrenzt möglich zu korrigieren. Durch anatomische Voraussetzungen ist es dem Läufer praktisch nicht möglich, den Fußaufsatz willentlich zu beeinflussen. Es gilt jedoch die Gelenke, besonders Fuß und Kniegelenke durch individuelle Einlagen möglichst optimal zu schützen, damit auch im hohen Alter noch problemlos gelaufen werden kann.

Die Läufertypen

Der Vorfußläufer

Das Laufen auf dem vorderen Bereich des Fußes (Ballenlauf) ermöglicht hohe Laufgeschwindigkeiten und wird daher beim Sprinten angewandt. Der Vorderfußläufer tritt beim Laufen meist mit den Fußballen und Fußzehen auf. Die Aufprallhärte ist deutlich höher als beim normalen Abrollverhalten des Fußes, die Federwirkung ist jedoch durch das Abfedern der Wadenmuskulatur erhöht. Beim Laufen auf dem Vorderfuß kommt es zu einer vermehrten Belastung des Wadenzwillingsmuskels (M. gastrocnemius) und der Achillessehne. Da nicht über den gesamten Fuß abgerollt wird, ist die Gefahr einer Überpronation sehr gering. Bei einer Dauerbelastung ist dieser Laufstil nicht geeignet.

Der Fersenläufer

Das Fersenlaufen (Fußaufsatz über die Ferse) ist die häufigste Form des Laufstils und wird bei längeren Ausdauerbelastungen angewandt. Hierbei setzt der Läufer auf der Außenkante der Ferse auf. Da die Federwirkung der Muskulatur geringer ausfällt, ist die orthopädische Belastung der Gelenke höher als bei einem Vorderfußlauf. Moderne Laufschuhe kompensieren dies durch verstärktes Dämpfungsverhalten im Fersenbereich. Es kommt über einem Abrollverhalten über den Mittelfuß zu einem Abdruck des Fußballens. Das Abrollverhalten beinhaltet im Normalfall ein leichtes nach innen drehen (pronieren) des Fußes. Es handelt sich bei diesem Laufstil um einen kraftsparenden Laufstil.

Der Mittelfußläufer

Bei diesem Laufstil kommt es zu einem Aufsatz über die gesamte Außenkante des Fußes. Es handelt sich dabei um eine Art Kompromiss von Vorderfußläufer und Fersenläufer. Das Abrollverhalten ist im Vergleich zum Fersenläufer geringer. Der Abdruck erfolgt von den Fußballen. Die Gefahr der Überpronation ist dabei besonders hoch, die Belastung der Gelenke jedoch geringer als beim Fersenläufer.

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