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Diagnose, Therapie und Prognose des Melanoms

Synonyme im weiteren Sinne

Malignes Melanom, Hautkrebs, Dermatologie, Tumor
Englisch: melanoma

Definition

Das maligne Melanom ist ein hochgradig bösartiger Tumor, der schnell Metastasen in anderen Organen bildet. Wie der Name schon sagt, geht er von den Melanozyten der Haut aus. Fast 50% aller Melanome entwickeln sich aus pigmentierten Muttermalen. Sie könne allerdings auch „spontan“ auf völlig unauffälliger Haut entstehen.

Diagnose Melanom

Je früher das Melanom erkannt wird, desto besser ist die Prognose. Deshalb sollte regelmäßig ein Hautkrebsscreening durchgeführt werden. Melanome die entdeckt werden, bevor sie in andere Organe ihre Metastasen streuen können, und vollständig chirurgisch entfernt werden können, gelten als geheilt.
Daher sollten Sie sich von Zeit zu Zeit selbst auf veränderte Leberflecken oder Muttermale hin untersuchen.

Bei der Diagnosestellung wird nach der ABCD- Regel vorgegangen. Mehr darüber können sie im Abschnitt „Formen und Symptome vom Melanom“ nachlesen.
Auffällig sind Flecken, die in ihrere Form nicht gleichmäßig rund oder oval aufgebaut sind. Die Begrenzung eines Males sollte scharf und regelmäßig sein. Ihre Aufmerksamkeit erregen sollten Male, die verwaschen wirken oder wie ausgefranste Ränder haben.
Hat ein Muttermal mehrere Farbtöne, sollte es genau beobachtete werden. Auch besonders dunkle Flecken bedürfen Beobachtung. Wenn die Größe mehr als 5mm beträgt, sollten Muttermale im Auge behalten werden.

Besteht der Verdacht auf ein Melanom wird in der Regel keine Biopsie (Gewebeprobe) entnommen. Dies sollte wegen der dadurch hervorgerufenen vorzeitigen Metastasierung vermieden werden, daher werden sie bei Verdacht vollständig entfernt.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Biopsie

Staging / Stadieneinteilung

Unter Staging versteht man die Einteilung des Tumorleidens in Stadien. Hierzu gibt es verschiedene Kriterien:

  • Eindringtiefe, Tumordicke
  • Bei Primärmelanomen > 1mm: Lymphknoten- Biopsie
  • Zur Entdeckung von Fernmetastasen: körperliche Untersuchung, Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, Röntgen usw.)
  • Evtl. Tumormarker im Blut bestimmen

Die Tumoreindringtiefe wird abhängig von den betroffenen Hautschichten bestimmt. Man teilt sie in Level I bis Level V ein.
Die absolute maximale Tumordicke wird mit einem Vergrößerungsglas bestimmt und ist von großer Wichtigkeit beim chirurgischen Entfernen des Tumors. Es muss nämlich immer ein gewisser (je nach Tumordicke) Sicherheitsabstand eingehalten werden. Wenn beispielsweise der Tumor zwischen 1 und 4 mm dick ist, wird in einem Sicherheitsabstand von 2 cm um den Tumor – gesundes - Gewebe entfernt. Dies beugt dem Entstehung von erneuten Tumoren an der gleichen Stelle vor.
In der Hälfte der Fälle kommt es zu Metastasen in den umliegenden Lymphknoten. In 25% der Fälle kommt es zuerst zu Fernmetastasen in anderen Organen. Grundsätzlich kann jedes Organ betroffen sein. Hauptsächlich jedoch sind betroffen:

Therapie Melanom

Die erste Maßnahme sollte sein den Primärtumor vollständig und mit entsprechendem Sicherheitsabstand zu entfernen. Die Behandlung des malignen Melanoms ist abhängig von dem jeweiligen Stadium in dem sich der Tumor befindet.

  1. Stadium 1:
    • Entfernung des Primärtumors
    • 10 Jahre lang Kontrollen (incl. Ultraschall der Lymphknoten)
  2. Stadium 2:
    • wie Stadium 1
    • PLUS Lymphknoten- Biopsie
  3. Stadium 3:
    • wie Stadium 2
    • PLUS Entfernung der Lymphknoten und Metastasen
    • PLUS Chemotherapie (Dacarbazin) und Immuntherapie (Interferon-?)
  4. Stadium 4:
    • wie Stadium 3
    • PLUS Palliativtherapie (Schmerzen lindern usw.)

Im Stadium 3 wird beispielsweise mit ?-Interferon therapiert. Interferone sind körpereigene Abwehrstoffe. Die bekannteste Wirkung der Interferone ist die Abwehr von Viren. Ebenso beeinflussen sie das Wachstum, also die Teilung und Vermehrung von Krebszellen.

Chemotherapeutika werden eingesetzt wenn der Tumor bereits gestreut hat, also Metastasen vorliegen. Diese Medikamente wirken speziell auf Zellen, die sich rasch teilen. Eben dieses schnelle Wachstum zeichnet alle Tumorzellen aus.

Prophylaxe Melanom

Zum Vorbeugen des Hautkrebses ist bei Menschen mit heller Haut der richtige Sonnenschutz sehr wichtig. Siehe dazu: Sonnenbrand
Auch wenn Sie über viele Muttermale verfügen, sollten Sie zu viel Sonne meiden. Mit Hilfe der richtigen Sonnencremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor können sie vorbeugen helfen. Indem Sie die Haut mit ausreichend Kleidung bedecken, schützen Sie ihre Haut auch vor der Sonneneinstrahlung, denn auch die Sonnencreme ist irgendwann nicht mehr wirksam.
Besonders bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten.

Bei einer großen Anzahl von Muttermalen sollte regelmäßig ein Hautarzt (Dematologe) zur Kontrolle aufgesucht werden.

Prognose

Für die Prognose de Melanoms spielen mehrere Faktoren eine wesentliche Rolle.
Die Tumordicke, die Metastasierung und die Lokalisation (Ort des Auftretens) des Primärtumors sind von Bedeutung.
Melanome an den Armen und Beinen haben eine bessere Prognose als Melanome am Rumpf. Dies beruht auf der Tatsache, dass eine Metastasierung von Melanomen der Extremitäten nur in eine Seite erfolgen kann.

Melanome werden mit Hilfe der TNM - Klassifikation eingeteilt.
Das T steht in diesem Fall für die Eindringtiefe des Tumors, das N bezeichnet den Lymphknotenbefall (N0 = kein Lymphknotenbefall, N1 = mind. ein Lymphknoten befallen) und M steht für das Vorhandensein von Fernmetastasen (M0 = keine Fernmetastasen, M1 = Fernmetastasen vorhanden).

Überlebensquote Melanom

Des Weiteren gibt es die amerikanische Einteilung AJCC die in der unten stehenden Tabelle mit der jeweiligen 10- Jahres- Überlebensrate veranschaulicht werden soll. Dieser Wert besagt wie viele Patienten nach 10 Jahren der Erkrankung nach am Leben sind.

Stadium Wie ist der Tumor charakterisiert? 10- Jahresüberlebensrate
I Tumordicke < 1,5 mm
Ø Lymphknotenbefall (N0)
Ø Fernmetastasen (M0)
> 90%
II Tumor jeder Dicke M0
Ø Lymphknotenbefall
> 43%
III Tumor jeder Dicke Lymphknotenbefall M0 > 19%
IV Fernmetastasen (M1) 3%

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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