Melisse

Synonyme im weiteren Sinne

pflanzliche Synonyme: Die Melisse gehört zu den Lippenblütengewächsen (Familie der Lamiceae). Wegen ihres auch zitronigen Geruchs wird sie meist" Zitronen Melisse " genannt. Außerdem findet man im Volksmund noch Bezeichnungen wie Zitronenelle, Nervenkräutel, Frauenkraut, Garten Melisse, Herzkraut und Zitronenkraut.

Lateinischer Name: Mellissa officinalis

Die Pflanze

Die Melisse auch melissa officinalis genannt, kann bis etwa 90 cm hoch wachsen. Sie liebt sonnige, windgeschützte Plätze. Ihrer Heimat sind die östlichen Mittelmeerländer und Westasien. Heute jedoch, wird sie in Mittel-, West- und Ost Europa angebaut. Die eiförmigen Blätter der Melisse riechen und schmecken vor der Blüte zitronig. Die Melisse wächst als ausdauerndes Kraut mit aufrechten, verzweigten fast kahlem Stängel. Die gestielten, am Rand kerbig, gesägten Blätter, sind gegenständig gekreuzt angeordnet. Die kleinen, weißen bis gelblichen Lippenblüten sitzen in Scheinquirlen in den Blattachseln der oberen Laubblätter. Die Blütezeit der Melisse ist von Juni bis August. Zur medizinischen Verwendung kommen aber nur die Blätter und Triebspitzen vor der Blüte, da die Blüte den Geschmack und Geruch der Melissenpflanze negativ beeinflusst.

Zusammenfassung

Die Melisse, wegen ihres zitronigen Geschmacks auch Zitronenmelisse genannt, ist eine krautig wachsende Pflanze, die aus dem östlichen Mittelmeerraum im 11. Jahrhundert von den Arabern nach Spanien gebracht wurde. Schon früh wurde ihre Anziehungskraft auf Bienen bemerkt. Sie ist heute meistens eine Gartenpflanze. Für medizinische Zwecke wird sie in Kulturen angebaut. Aber auch in der Küche ist sie wegen ihres Zitronengeschmacks für Süßspeisen und Getränke sehr beliebt. Die anspruchslose Pflanze kann man sehr gut, im eigenen Garten oder auf dem Balkon, anpflanzen. Zur Anwendung kommen nur die jungen Triebspitzen und Blätter vor der Blütezeit. Zu den Inhaltsstoffen gehören ätherische Öle.


Herstellung

Zur medizinischen Anwendung kommen die frischen oder getrockneten Laubblätter der Melisse, die vor der Blüte gesammelt werden. Das ätherische Öl der Melissenblätter kommt in Cremes, Gels oder Badezusätzen zur äußerlichen Anwendung.
Charakteristische Inhaltsstoffe der Melisse sind Flavanoide, ätherisches Öl, Cafésäureverbindungen und Rosmarinsäure. Weiterhin sind Gerbstoffe und Bitterstoffe enthalten.
Man findet die Inhaltsstoffe der Melisse in vielen Fertigarzneimitteln gegen Unruhezuständen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen.

Therapie / Anwendungsgebiete / Wirkung

An erster Stelle stehen die krampflösenden, entspannenden Eigenschaften der Melisse, die in den ätherischen Ölen stecken. Die beruhigende Wirkung der Melisse auf den nervösen Magen ist nicht zu übersehen. Sie eignet sich besonders für empfindliche Menschen, die oft über einen Reizmagen oder Reizdarm klagen. Das vegetative Nervensystem im Verdauungstrakt wird durch die Melisse beruhigt und entkrampft. Magendruck, Blähungen und Unwohlsein werden gelindert. Hierbei kann man die Melisse auch mit Pfefferminze kombinieren.
Auch bei Einschlafstörungen verbreitet die Melisse eine wohl tuende Wirkung. In Kombination mit Baldrian und Hopfen wirkt sie bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit, eingesetzt. Bei neuesten wissenschaftlichen, klinischen Studien wurden Demenzkranke (Demenz = Gedächtnisschwäche im Alter) mit Melisse behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass die Unruhezuständen sich verbesserten und die Gehirnleistung sich verstärkte.
In klinischen Studien wurde eine antivirale Wirkung, besonders bei Herpesviren, gelegt. Die Melisse verhindert das Andocken der Viren an die Zellen.
Zur äußerlichen Anwendung werden Salben hergestellt, die zur Behandlung von Herpesinfektionen der Haut, eingesetzt werden. Für die erfolgreiche Therapie muss dieselbe, gleich nach Auftreten der ersten Symptome auf die Haut aufgetragen werden. Die so genannten "Fieberbläschen" verschwinden sehr schnell.

Darreichungsform

Die Melisse wird in der Volksheilkunde innerlich bei Nervenleiden, Magenerkrankungen auf nervöser Basis, Unterleibserkrankungen, chronische Bronchialkatarrhe, nervöses Herzklopfen, Erbrechen, Nervenschwäche, Migräne, Schmerzen und Bluthochdruck angewendet.

Äußerlich wird sie bei rheumatischen Beschwerden (Rheuma), Nervenschmerzen und steifem Nacken eingesetzt.
Die Melisse kann in Form von Fertigpräparaten, Tees, Tropfen wie Melissengeist und Badezusätzen verwendet werden.
Bei Tee und Aufgüssen beträgt die Tagesdosis der Melisse 2 bis 3 g, bei Tinkturen (1: 5 in 45% Ethernol) 2-6 ml, dreimal täglich.
Für die Zubereitung von Tee werden fünf Teelöffel Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und nach Bedarf trinken.
Melissenöl wird zur Aromatherapie eingesetzt und sollte nur zur äußerlichen Anwendung kommen.

Die Creme mit 1% Trockenextrakt der Melisse (70:1) 2-4 mal täglich.
Bitte beachten Sie immer die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren behandelnden Arzt. Melisseextrakte gibt es auch als alkoholfreie Lösungen und Kapseln rezeptfrei in der Apotheke.

Nebenwirkung und Wechselwirkung

Bisher zeigten sich bei Einnahmen von Melisse keine ernsteren Nebenwirkungen. Allerdings wurde eine Wirkung einzelner Inhaltsstoffe der Melisse auf die Schilddrüse festgestellt.
Bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen sollte auf jeden Fall der Arzt befragt werden, bevor man Melisse einnimmt.
Die Anwendung der Melisse, in hohen Dosen, kann die Reaktionsfähigkeit mindern. Achtung im Straßenverkehr und beim bedienen von Maschinen!
Allergische Reaktionen auf Bestandteile der Melisse sind denkbar.

Hersteller / Handelsnamen

Hersteller sind beispielhaft genannt und wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Wir haben mit keinem Hersteller eine persönliche Verbindung!

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Stand: Januar 2004

Phytopharmaka in Deutschland

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Eine Liste aller Heilkräuter / Heilpflanzen, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas M. Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.12.2017
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