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Ringelröteln in der Schwangerschaft

Einleitung

Ringelröteln werden durch das Parvovirus B19 hervorgerufen und hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion in Form von Niesen oder Speichel übertragen.

Ist eine Infektion mit dem Erreger eingetreten, kann sie entweder für den Betroffenen unbemerkt bleiben oder zu grippalen Symptomen führen. Diagnose bestimmend ist dabei der typische girlandenförmige rötliche Hautausschlag, der sich nach ca. einer Woche entwickelt. Für Schwangere besteht bei einer Infektion das Risiko der Übertragung auf das Kind, was prinzipiell zu Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen führen kann aber nicht muss.

Symptome bei Ringelröteln in der Schwangerschaft

Eine Schwangere bemerkt eine Infektion mit Ringelröteln nur sicher anhand des charakteristischen Hautausschlages.

Die anderen Krankheitssymptome wie zum Beispiel Schwäche und Temperaturerhöhung sind zu unspezifisch und lassen eher an eine Grippe denken. Es ist aber wichtig zu wissen, dass genau diese unspezifischen Krankheitssymptome oft die einzigen Hinweise auf die Infektion sind. Der Hautausschlag muss sich nämlich nicht immer manifestieren. Beobachtet eine Schwangere aber den Hautausschlag, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Erkrankung.

Für Ringelröteln ist spezifisch, dass sich der Ausschlag zuerst im Gesicht auf den Wangen ausbreitet. Im Englischen wird häufig von den sogenannten „slapped cheek“ gesprochen, da es am Anfang so aussieht, als wäre jemand geohrfeigt worden. Die Rötung ist dabei rein auf die Wangen begrenzt und mag den ein oder anderen vielleicht auch an eine Schmetterlingsform erinnern, wenn er einem Erkrankten ins Gesicht schaut. In den darauffolgenden Tagen zeigt sich der Ausschlag dann auch an den Armen und Beinen bis er nahezu am ganzen Körper zu sehen ist. Hier ist die Rötung eher girlandenförmig und kann die Haut an den betroffenen Stellen rauer erscheinen lassen. Ein Jucken oder Nässen besteht aber in der Regel nicht.

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Wie kann man selbst feststellen, ob man die Ringelröteln hat?

Am Besten sollte eine Schwangere ihren Körper aufmerksam beobachten und eventuelle Hautveränderungen frühzeitig erkennen. Leider ist dies die einzige sichere Methode selber Ringelröteln bei sich zu diagnostizieren. Ohne die Hautveränderungen kann die Diagnose nicht zuverlässig gestellt werden und macht einen viralen Infekt durch Influenzaviren (Grippeerreger) viel wahrscheinlicher. 

Bei unspezifischen grippalen Symptomen sollte in jedem Fall ein Frauenarzt zu Rate gezogen werden.

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Gehen die Ringelröteln auf das ungeborene Baby über?

Ist eine Schwangere an Ringelröteln erkrankt, kann der Erreger auch auf das ungeborene Baby übertragen werden. Dies muss aber nicht immer Fall sein.

Zudem steht die Erkrankungsschwere der Mutter nicht in einem deutlichen Verhältnis mit der Übertragungswahrscheinlichkeit. Mit anderen Worten gesagt, kann eine infizierte aber symptomlose Mutter das Virus genauso auf das Kind übertragen wie eine Mutter, die deutliche Krankheitssymptome und den typischen Hautausschlag zeigt. Hat eine Übertragung stattgefunden, ist diese bei einer Schwangeren über den Blutweg durch den Mutterkuchen und damit auch über die Nabelschnur erfolgt.

Wie gefährlich kann die Erkrankung für das Baby werden?

Es ist schwer zu sagen wie oft eine Infektion mit Ringelröteln zu schwerwiegenden Entwicklungsschäden beim Ungeborenen führt.

Erfahrungsgemäß sind vor allem Infektionen in den ersten zwanzig Wochen der Schwangerschaft gefährlich für das Baby. Nahezu jede Erkrankung nach diesem Zeitpunkt macht nur leichte Krankheitserscheinungen. Ein Vollbild der Erkrankung bei der Mutter kann jedoch im schlimmsten Fall zum Tod des Babys führen. In der Fachsprache wird dann von einem „Hydrops fetalis“ gesprochen. Es bezeichnet eine generalisierte Wassereinlagerung beim Kind, was nicht mit dem Leben zu vereinbaren ist. Solche Fälle sind allerdings Einzelfälle. Viele Schwangere tragen ihre Schwangerschaft ohne gravierende Komplikationen aus. Viel häufiger ist eine vorübergehende Blutarmut, die sich von selbst wieder normalisiert.

Weitere Informationen können Sie hier nachlesen:

Was machen Ringelröteln bei meinem Kind?

Beim ungeborenen Kind macht die Infektion mit Ringelröteln genau die gleichen Erkrankungserscheinungen wie beim Kind oder Erwachsenen.

Das heißt, dass das Virus auch in diesem Fall die roten Blutkörperchen angreifen kann und im schlimmsten Fall eine ausgeprägte Blutarmut verursachen kann. Das größte Risiko für einen ausgeprägten Krankheitsverlauf besteht in den ersten zwanzig Wochen der Schwangerschaft. Hier finden die größten Entwicklungssprünge des Ungeborenen statt, da in dieser Zeit die Organe angelegt werden und der Körper richtig ausgeformt wird. Sorgt das Virus dann zu einem Versorgungsmangel beim Kind -da dieses zu wenig rote Blutkörperchen hat, die ihn mit Sauerstoff versorgen-, kann es zu Entwicklungsstörungen kommen. Diese können sich dann in einer leichten Wachstumsverzögerung äußern bis hin im schlimmsten Fall zum Fruchttod führen.

In den meisten Fällen bewirkt eine Infektion aber nur leichte Erkrankungserscheinungen beim Ungeborenen. Hier muss also immer eine Abklärung beim Frauenarzt Gewissheit schaffen. Zudem kann bei einer nachgewiesenen Infektion dann auch der Verlauf für Mutter und Kind genau beobachtet.

Therapie bei Ringelröteln in der Schwangerschaft

Die Behandlung gestaltet sich rein symptomatisch bei einer Infektion mit Ringelröteln, da es sich um eine Viruserkrankung handelt. Antibiotika gegen Bakterien wirken hier also nicht.

Auch eine Impfung gegen die Viren gibt es nicht, die die Erkrankung verhindern könnte. Eine erkrankte Schwangere sollte sich primär körperlich schonen und eine leichte Bettruhe einhalten. Es hängt hier aber ganz vom Krankheitsgefühl der Schwangeren ab wie viel sie sich schonen sollte. Medikamente sollten in der Schwangerschaft wenn möglich vermieden werden, da ihr Risiko das Ungeborene zu schädigen zu groß ist. Sollten aber die Beschwerden der Schwangeren zu belastend sein, kann nach Absprache mit dem Frauenarzt auch eine Medikamenteneinnahme sinnvoll sein. Hier können dann ausgewählte Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol eingesetzt werden.

Erfahrungsgemäß ist die Erkrankungsschwere bei den Schwangeren aber eher gering und gleicht eher einem leichten grippalen Infekt mit Schlappheit und Müdigkeit. Zudem ist der Hautausschlag oft der einzige Grund für den Arztbesuch.

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Was soll ich machen, wenn ich als Schwangere Kontakt zu einer erkrankten Person hatte?

Nicht jeder Kontakt mit einem Erkrankten bedeutet gleich eine Ansteckung mit dem Virus.

Das Risiko für eine Übertragung von einem anderen Menschen ist am höchsten, wenn man Kontakt zu dem Speichel oder anderen Sekreten desjenigen hatte. Sollte dies der Fall sein, sollte viel Wert auf Hygiene gelegt werden. Das bedeutet sorgfältiges Händewaschen nach dem Kontakt und eventuell das Wechseln von Kleidung, wenn man zum Beispiel angeniest wurde. Am Besten vermeidet man zudem jeden weiteren Kontakt zu dem Erkrankten, wenn dies möglich ist. Für arbeitende Schwangere bedeutet dies auch ein Berufsverbot in den ersten 20 Schwangerschaftswochen, wenn ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung besteht (z.B. bei Kindergärtnerinnen). Sonst bleibt einem nichts anderes übrig als sorgfältig auf eventuelle Symptome zu achten. Tritt der charakteristische Hautausschlag auf, sollte beim Frauenarzt ein Termin zur weiteren Abklärung gemacht werden.

Mehr hierzu:

Inkubationszeit für das Ringelröteln-Virus

Die Inkubationszeit für das Virus dauert nur wenige Tage und führt schnell zu unspezifischen Symptomen, wie sie bei einer Erkältung vorliegen.

Der typische Hautausschlag entwickelt sich erst ungefähr 1-2 Wochen nach der Infektion. Davor besteht aber bereits Ansteckungsgefahr. Das heißt, dass man ab dem Auftreten von unspezifischen Symptomen bis zum Abklingen des Hautausschlages ansteckend bleibt. Daher werden Ringelröteln oft unbewusst übertragen und verbreitet, da die Betroffenen zu Beginn der Erkrankung gar nicht wissen, dass sie daran erkrankt sind.

Kann ich vor der Schwangerschaft meinen Immunstatus bestimmen?

Wer einmal in seinem Leben an Ringelröteln erkrankt war, hat genügend Antikörper ausgebildet, sodass eine zweite Infektion mit dem Virus äußerst unwahrscheinlich ist.

Es besteht also ein lebenslanger Schutz nach einer durchgemachten Infektion. Es gehört nicht zu den Standarduntersuchungen in oder vor der Schwangerschaft den Antikörper-Titer zu bestimmen. Dieser wird bei dem Verdacht auf eine Erkrankung durchgeführt und sollte diesem speziellen Fall auch vorbehalten bleiben. Allerdings ist eine Überprüfung auch im Rahmen des Mutterschutzes bei speziell kontakt-gefährdeten Berufen indiziert.

Erreger der Ringelröteln

Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B19. Es führt nur zu Infektionen beim Menschen, sodass eine Übertragung nur von Mensch zu Mensch möglich ist.

Bei einer Infektion mit den typischen Krankheitsmerkmalen sprechen Ärzte von einem „Erythema infectiosum“, was nichts anderes bedeutet als dass sich ein erregerspezifischer rötlicher Ausschlag auf der Haut manifestiert. Er ist für das Virus charakteristisch, da er eine girlandenförmige Ausprägung annimmt. Der Ausschlag ist jedoch als harmlos anzusehen. Viel gefährlicher ist die Wirkung des Virus auf die Blutzellen des Erkrankten. Es kann nämlich im schlimmsten Fall zu einer Blutarmut führen, indem es die roten Blutkörperchen befällt und zerstört. In der Regel bleibt es aber bei rein grippalen Symptomen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.04.2019
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