Test Band­schei­ben­vor­fall der LWS

Wie gefährlich kann das werden? Wie kann ich eine OP vermeiden?
Beantworten Sie dazu wenige kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Bandscheibenvorfall der LWS



S1 Syndrom

Definition

Unter einem S1-Syndrom versteht man das Gesamtbild der Symptome, welche sich in Folge einer Nervenwurzeleinklemmung bzw. -reizung an der Wirbelsäule äußern. S1 bezeichnet hierbei den obersten der Sakralwirbel, welche beim Menschen zum Kreuzbein (Os sacrum) verwachsen sind und gibt die Höhe der Einklemmung und die betroffene Nervenwurzel an. Allgemein sind diese Beschwerden als der typische „Ischiasschmerz“ bekannt.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Schmerzen am Steißbein- das sind die Ursachen

Ursache

Eine mögliche Ursache für ein S1-Syndrom stellt prinzipiell jeder Prozess an der Wirbelsäule dar, der zu eine Raumverkleinerung und Einengung der Nervenwurzel führen kann. In den aller meisten Fällen ist dies ein Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. Lumbalwirbel (L5) und dem Beginn des Os sacrums (S1).

Hier finden Sie mehr zum Thema: Bandscheibenvorfall auf Höhe L5/S1

Weiterhin können aber auch knöcherne Anbauten, die im Rahmen von natürlichen Verschleißprozessen an der Wirbelsäule entstehen, zu einer Einengung führen. Andere raumfordernde Prozesse sind z.B. Tumore oder Metastasen im Bereich der Wirbelsäule oder Flüssigkeitsansammlungen, sog. Ödeme, in Folge von Entzündungen.


Bandscheibenvorfall L5/S1

Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und dienen der Pufferung bei Belastung und der Beweglichkeit der Wirbelsäule. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es zur Verlagerung von Teilen der Bandscheibe, meist nach hinten und zur Seite. Dies führt in der Folge zu einer Einklemmung einer oder mehrerer Nervenwurzeln, welche dort aus dem Rückenmark austreten. Bei einem Bandscheibenvorfall auf Höhe L5/S1 ist hierbei meist die Nervenwurzel von S1 betroffen. Je nach Menge des verdrängten Gewebes und Verdrängungsrichtung kann aber auch die Nervenwurzel von L5 (L5-Syndrom) oder beide Nervenwurzeln betroffen sein. Dies äußert sich dann jeweils in einem spezifischen Muster der entstehenden Symptome.

Test Band­schei­ben­vor­fall der LWS

Wie gefährlich kann das werden? Wie kann ich eine OP vermeiden?
Beantworten Sie dazu wenige kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Bandscheibenvorfall der LWS

Symptome

Der typische Bereich, in dem ein Patient mit einem S1-Syndrom Schmerzen verspürt, reicht von der Gesäßregion über den hinteren Ober- und Unterschenkel bis in die Ferse und über den seitlichen Fußrand bis hinein in die Kleinzehe. Sehr typisch wird ein Einschießen des Schmerzes in den unteren Rücken bzw. Gesäßregion beschrieben und ein anschließendes Ausstrahlen in die weiter unten gelegenen Gebiete.

Neben Schmerzen lassen sich auch häufig Missempfindungen wie Kribbeln oder eine Verminderung der Empfindlichkeit in diesem Bereich feststellen. Des Weiteren ist bei einem S1-Syndrom die Wadenmuskulatur (Mm. peronei u. M. triceps surae) betroffen. Dies äußert sich in einer Schwächung der Fußsenkung, sowie der Unfähigkeit auf den Zehenspitzen zu stehen oder zu laufen.

Weiterhin wäre auch der Achillessehnenreflex erloschen, da dieser in einer Kontraktion des M. triceps surae besteht.

Lasegue

Der Laseque-Test dient zur Erkennung einer Nervenwurzelreizung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Zur Durchführung des Tests liegt der Patient in Rückenlage und der Arzt beugt das gestreckte Bein des Patienten in der Hüfte. Durch diese Beugung kommt es zu einer Dehnung des Ischiasnerven, welcher aus den Nervenwurzeln entspringt und somit zu einer verstärkten Belastung dieser.
Liegt hier nun ohnehin schon eine Reizung vor, verspürt der Patient durch diese zusätzliche Belastung einen deutlichen Schmerz im Bein, Gesäß oder Rücken. Damit wäre das Laseque-Zeichen positiv.

Lokalisation links/ rechts

Prinzipiell weist der Körper und vor allem die Extremitäten einen sehr symmetrischen Bauplan auf. Dies trifft auch auf die spinalen Nervenwurzeln zu, welche seitengleich aus dem Rückenmark austreten und rechts sowie links zu ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet ziehen. Der Seitenvergleich kann allerdings diagnostisch ein wichtiges Kriterium darstellen und weiteren Aufschluss über genaue Lokalisation und Ausprägung der Ursache, vor allem eines Bandscheibenvorfalls, geben. Treten die Beschwerden einseitig auf, ist auch nur die Nervenwurzel auf der gleichen Seite von der Einengung bzw. Reizung betroffen. Der Vergleich mit der beschwerdefreien Seite kann bei der Untersuchung genutzt werden um Ausmaß der Beschwerden zu bestimmen und um diese genauer einzugrenzen. Werden zum Beispiel Berührungen auf beiden Seiten gleich wahrgenommen oder sind die Empfindungen in der betroffenen Seite abgeschwächt? Treten die Beschwerden in beiden Extremitäten gleich auf, liegt dem S1-Syndrom wahrscheinlich ein sehr ausgeprägter großer Bandscheibenvorfall oder größere raumfordernde Prozesse, wie Tumore oder Ödeme zu Grunde.

Diagnose

Zur Diagnose eines S1-Syndroms sind vor allem die genaue Befragung durch den Arzt  und die körperliche Untersuchung entscheidend. Hierbei steht bei den Fragen vor allem die genaue Einordnung des Schmerzes sowie die Erfragung von weiteren Symptomen, vorangegangenen Belastungen, Unfällen und bekannten Erkrankungen im Vordergrund.

Bei der Untersuchung achtet der Arzt vor allem auf Auffälligkeiten im Gang- und Standbild und besonders auf den Zehenspitzengang. Weiterhin überprüft er die Empfindlichkeit an der Haut auf Verminderung oder ggf. Missempfindungen und testet den Achillessehnenreflex. Eine zusätzliche Bildgebung kann zum Nachweis und genauen Beurteilung eines Bandscheibenvorfalls dienen.

Behandlung

Zur Therapie des S1-Syndrom wird meist ein multimodales Behandlungsprinzip, also eine Kombination aus mehreren Therapiemöglichkeiten angestrebt. Im Fokus dieser Therapie steht zu allererst natürlich die Schmerzlinderung. Hierzu werden neben der Gabe von Schmerzmitteln auch Verfahren wie Akupunktur, Massagen, Wärmeanwendungen oder minimalsinvasive Eingriffe, wie die periradikuläre Therapie (siehe unten) eingesetzt.

Ebenso wichtig wie die akute Schmerzlinderung ist allerdings auch die Stärkung der Rückenmuskulatur zur Stabilisierung und Entlastung der Wirbelsäule sowie der Vorbeugung von wiederkehrenden Beschwerden. Hierzu eignen sich vor allem Physiotherapie sowie Bewegungs- und Verhaltenstraining.
Wichtig zu beachten ist, dass Schonung oder Bettruhe eher eine Verschlimmerung der Beschwerden herbeiführen, als eine Besserung.  

Bei schwerwiegenderen Fällen können Operationen nötig werden, bei denen das betroffene Wirbelsegment freigelegt und die einengenden Strukturen, wie Bandscheibengewebe oder knöcherne Anteile, entfernt werden oder die komplette Bandscheibe ersetzt wird. Daher empfiehlt es sich schon bei anfangenden Rückenbeschwerden mit Physio- und Bewegungstherapie zu beginnen, um einer Verschlechterung der Beschwerden und einer Chronifizierung entgegenzuwirken.

Periradikulären Therapie (PRT)

Unter der periradikulären Therapie versteht man die Einbringung von einem Medikament direkt an der betroffenen Nervenwurzel. Hierzu wird zunächst eine Bildgebung (MRT/CT) durchgeführt, um zum einen den betroffenen Wirbelkörper und die Nervenwurzel genau beurteilen zu können und zum anderen die Stichführung zu planen. Anschließend wird mit der Hilfe eines Ziellasers die dünne Injektionsnadel möglichst nah an die Nervenwurzel herangebracht und das Medikament gespritzt.

Meist wird hierzu eine Kombination aus einem lokal wirksamen Betäubungsmittel und einem Steroid, z.B. Cortison, verwendet. Diese wirken zum einen schmerzlindernd und zum anderen abschwellend und entzündungshemmend und wirken so der Reizung der Nervenwurzel entgegen.

Lesen Sie hier zu unsere Seite: periradikuläre Therapie

Test Band­schei­ben­vor­fall der LWS

Wie gefährlich kann das werden? Wie kann ich eine OP vermeiden?
Beantworten Sie dazu wenige kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Bandscheibenvorfall der LWS

Übungen bei einem S1 Syndrom

Empfehlenswert sind Übungen, die der Patient nach ausführlicher Anleitung durch den Arzt oder Therapeuten auch allein zu Hause durchführen kann. Letztlich ist es gut die Wirbelsäule in alle Bewegungsrichtungen zu mobilisieren und die Positionen jeweils für mindestens 30s zu halten. Man sollte allerdings nicht über den Schmerzpunkt hinausgehen, sondern immer nur bis zu der Position bewegen, bei der man noch keine Schmerzen verspürt.

Die Bewegungen umfassen einer Annäherung von Schultern und Knien (eine Flexion), das Vorbeugen des Rückens in ein „Hohlkreuz“ (eine Extension), eine Seitwärtsneigung und die Rotation bei gleichzeitiger Flexion. Letzteres erreicht man, bei einer Drehung des Beckens zur Seite während man mit angezogenen Knien in Rückenlage liegt.

Dauer

Die Dauer der Beschwerden kann sehr unterschiedlich ausfallen. Eine akute starke Episode umfasst meist einige Tage. Je nach Ursache und dementsprechend notwendiger Behandlung, kann es allerdings 1-2 Monate dauern bis die Beschwerden gänzlich wieder behoben sind.

Ausreichende Bewegung und eine rückenschonende Belastung sollten aber auch darüber hinaus aufrechterhalten werden, um wiederkehrenden Beschwerden entgegenzuwirken.

Kennmuskeln

Die Nervenwurzeln des Rückenmarks bilden den Ausgangspunkt für alle Nerven, welche sowohl die Bewegung der Muskeln als auch die Empfindungen an der Haut steuern und weiterleiten. Jeder Nervenwurzel lassen sich daher bestimmte Nerven zuordnen. Für jeden Nerven wiederum ist sehr spezifisch sein jeweiliges Zielgebiet, im Sinne von einzelnen Muskeln und Hautgebieten bekannt.
Diese Muskeln, die bei ihrem Ausfall auf eine Schädigung einer bestimmten Nervenwurzel hinweisen, nennt man Kennmuskeln.  Für die Nervenwurzel von S1 sind dies zum einen die Wadenbeinmuskeln (Mm. peronei) an der Unterschenkelseite und zum anderen die hintere Wadenmuskulatur (M. triceps surae). Beide Muskelgruppen dienen der Fußsenkung, sowie dem Zehenspitzengang. Diese Bewegungen sind bei einem S1-Syndrom geschwächt oder fallen sogar komplett aus.

Test Band­schei­ben­vor­fall der LWS

Wie gefährlich kann das werden? Wie kann ich eine OP vermeiden?
Beantworten Sie dazu wenige kurze Fragen.
Hier geht´s direkt zum Test Bandscheibenvorfall der LWS