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Bandscheibenvorfall in Höhe von L4/L5

Definition

Bei einem Bandscheibenvorfall L4/5 handelt es sich um einen Prolaps (Heraustreten) der zwischengelagerten Bandscheibe zwischen dem 4. und 5. Wirbelkörper der Lendenwirbelsäule. Bei dieser Erkrankung der Wirbelsäule rutscht der innere gallertartige Kern (Nucleus pulposus) aus seiner ursprünglichen Position. Er ist von einem Faserring (Anulus fibrosus) umgeben, der durch zunehmenden Verschleiß einreißen kann.
Teile des inneren Kerns und des äußeren Faserrings können dann auf die Nervenwurzeln oder auch Nervenfasern drücken, die durch den benachbarten Rückenmarkskanal ziehen. Dadurch werden neurologische Symptome verursacht, die unterschiedlich ausfallen können je nach Art und Schweregrad der eingeengten Nervenfasern. Ein Prolaps kommt häufig zwischen L4 und L5 vor und betrifft sowohl Männer als auch Frauen in einem Alter von 46 und 55 Jahren.
Nur eine Bandscheibenvorfall L5/S1 kommt noch häufiger vor als der Bandscheiebnvorfall zwischen L4 und L5.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Bandscheibenvorfall zwischen L5 und S1


Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung eines Bandscheibenvorfall der LWS können sehr verschieden sein. Einer der Hauptgründe ist der zunehmende Verschleiß der Wirbelkörper aufgrund des Alterns. Faserring, Gallertkern und auch die umliegenden Knochen werden immer poröser und geben schließlich der Belastung nach. Der Gallterkern, der Wasser speichert und so als Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern liegt, verliert zunehmend die Funktion Wasser speichern zu können. Dadurch entstehen Risse besonders im hinteren Teil des Faserrings. Daraus resultiert ein schnelles Verrutschen des inneren Kerns bei unglücklichen ruckartigen Bewegungen oder auch bei schweren Heben.

Eine weitere Ursache kann eine dauerhafte Fehlbelastung der Wirbelsäule sein. Eine krumme Haltung am Schreibtisch oder Arbeitsplatz führt zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Belastung und kann einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule verursachen. Ähnlich verhält es sich bei langem Stehen. Die Belastung ist in der Lendenwirbelsäule am größten. Zusätzlich spielen Faktoren wie Alter und Übergewicht eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Bandscheibenprolaps.
Eine schwache Rücken- und Bauchmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule nicht genügend, sodass eher ein Bandscheibenvorfall entstehen kann, weil auch der Verschleiß durch die Überlastung größer ist.
Weiterhin können auch bestimmte Sportarten, die den Rücken stark belasten zur Entstehung eines Bandscheibenvorfall beitragen. Seltenere Ursachen sind Verletzungen aufgrund von Unfällen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf der Seite: Ursachen eines Bandscheibenvorfalls

Symptome

Die Symptome hängen in der Regel von der Höhe und dem Ausmaß des Bandscheibenvorfalls ab. Kommt es auf der Höhe L4/5 zu einem Prolaps, können die dort liegenden Nervenbündel und Nervenwurzeln geschädigt werden. Die darauf folgenden Beschwerden sind abhängig davon, inwieweit die Nerven eingeengt und verletzt werden (siehe auch: Bandscheibenvorfall mit Nervenschädigung) . Die aus dem Rückenmark austretenden Nervenfasern auf der Höhe L4/5 sind für bestimmte Bewegungen am Bein sowie für die sensible Innervation eingegrenzter Hautareale zuständig.
Dementsprechend kann es bei Verletzung zu Sensibilitätsstörungen an der Außenseite des Oberschenkels, an der Kniescheibe und der Innenseite des Unterschenkels kommen. Der Patient spürt an diesen Hautbereichen möglicherweise eine Berührung nicht mehr. Es kann zusätzlich zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln kommen. Viele Patienten beschreiben diese Symptome als Ameisenlaufen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Schädigung L4
Bei stärkerer Beeinträchtigung der Nervenbahnen kann es zu verschiedenen Ausfallerscheinungen der Muskulatur kommen. Die Nervenfasern aus L4 sind unter anderem auch für die Innervation der Oberschenkelmuskualtur zuständig. Durch die Nervenschädigung kann es passieren, dass der Patient nicht mehr in der Lage ist, das Knie zu strecken. Gleichzeitig kann auch das Anheben des Fußes erschwert sein.

Schädigung L5
Bei einer Schädigung der Nerven, die aus dem Segment L5 austreten, kann es zu Störungen der Sensibilität an der Innenseite des Oberschenkels, dem Fußrücken und der Großzehen kommen.
Die Störung kann sich hier als ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln äußern.
Liegt eine ausgeprägte Schädigung dieses Segments vor, kann es zu einem Funktionsverlust des Zehenhebers kommen. Neben den genannten neurologischen Ausfallerscheinungen ist der Schmerz bei einem Bandscheibenvorfall typisch. Der Schmerz tritt dabei auf Höhe der geschädigten Nerven auf. Diese Art Schmerz wird in der medizinischen Fachsprache auch als radikulärer Schmerz bezeichnet. Der Schmerz ist vom Charakter her ein dumpfer und plötzlich einschießender stechender Schmerz. Bei einem Bandscheibenvorfall auf Höhe L4/5 können die Schmerzen besonders in das Bein oder sogar weiter in den Fuß ausstrahlen.
Häufig korreliert die Stärke der Schmerzen mit dem Schweregrad der Schädigung der Nerven. Die Rückenschmerzen, die dabei entstehen werden auch als Lumbalgie bezeichnet. Unter Belastung und bestimmten Bewegungen, wie auch beim Niesen und Husten berichten die Patienten über eine Verschlimmerung der Beschwerden, weshalb sie oft eine Schonhaltung einnehmen, die ebenfalls dazu beiträgt, dass die Wirbelsäule falsch belastet wird.

In schweren Fällen eines Bandscheibenvorfalls können sogar vegetative Funktionen wie die Blasen- und Darmentleerung gestört sein. Der Patient verfügt dann nicht mehr über einen kontrollierten Abgang von Urin und Stuhl. Dies stellt für die Betroffenen häufig eine enorme psychische Belastung dar.

Lesen Sie mehr zum Thema: Symptome bei einem Bandscheibenvorfall der LWS

Taubheitsgefühl (Dermatom)

Bei einem lumbalen Bandscheibenvorfall können neben verschiedenen Symptomen auch Taubheitsgefühle auftreten. Dabei handelt es sich um eine Gefühllosigkeit verschiedener Hautbereiche, die von den geschädigten Nerven sensibel versorgt werden. Die Beschwerden können individuell varrieren. So können Kribbeln, Ameisenlaufen oder auch komplette Gefühllosigkeit auftreten. Die Beschwerden sind zudem abhängig von der Stärke der Nervenschädigung. Je nach Höhe der Nervenschädigung treten die Gefühlsstörungen an bestimmten Hautarealen auf. Die Versorgungsgebiete der Nerven, die aus den Wirbelkörpern L4/5 austreten, sind jeweils für einen bestimmten Hautbereich am Bein zuständig. Diese eingegrenzten Areale werden als Dermatom bezeichnet. Sie geben einen wichtigen Hinweis auf die Höhe der Schädigung im Rahmen der Diagnostik. So kann der Arzt aufgrund von Taubheitsgefühlen an einer bestimmten Hautstelle Rückschlüsse auf den geschädigten Nerven ziehen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Taubheitsgefühl durch einen Bandscheibenvorfall

Kennmuskeln L4 und L5

In der Anatomie und auch der Neurologie versteht man unter Kennmuskeln bestimmte Muskeln, die durch ein einzelnes Segment der Wirbelsäule innerviert werden. Auf Höhe des Segments liegt jeweils für links und rechts ein Spinalganglion, aus dem Nervenfasern austreten, die bestimmte Muskeln versorgen. Diese Kennmuskeln sind besonders wichtig bei der Diagnostik verschiedener Wirbelsäulenerkrankungen. Bei einem Funktionsausfall dieser Kennmuskeln kann der Arzt durch bestimmte Tests einen ersten Hinweis erlangen, auf welcher Höhe der Wirbelsäule sich die Verletzung befinden könnte. Die Beschwerden reichen von einer Muskelschwäche bis hin zu einem Funktionsverlust des Muskels.
Das Ausmaß ist abhängig von dem Schweregrad der Nervenschädigung. Weiterhin können bestimmte Reflexe abgeschwächt oder auch nicht mehr auflösbar sein. Der Kennmuskel für das Segment L4 ist der große Oberschenkelmuskel (Musculus quadriceps femoris). Er ermöglicht die Beugung im Hüftgelenk und die Streckung im Kniegelenk. Ist der zuständige Nerv wegen einem Prolaps eingeschränkt, kann es zu Ausfallerscheinungen kommen. Weiterhin kann die Funktion des Nervs mit dem Patellarsehnenreflex getestet werden. Dazu klopft der Arzt mit einem Reflexhammer leicht unterhalb der Kniescheibe (Patella) auf die dort verlaufende derbe Sehne des Muskels. Im Normalfall würde das Bein nach vorne schnellen. Liegt eine Schädigung des Nervs vor, kann der Reflex abgeschwächt sein oder zeigt sich sogar gar nicht.

Der Kennmuskeln für das Lendenwirbelkörpersegment 5 ist der Strecker des großen Zehs (Musculus extensor hallucis longus). Bei einer Schädigung dieses Segments ist der Patient je nach Stärke der Verletzung nicht mehr in der Lage den großen Zeh bewusst zu strecken. Der Arzt kann die Funktion dieser Nervenbahn zusätzlich testen mit dem Tibialis- posterior- Reflex (TPR). Dabei klopft der Arzt mit einem speziellen Reflexhammer an der Innenseite des Fußes unterhalb des vorstehenden Knöchels auf die entsprechende Sehne des Muskels. Auf den leichten Schlag hin zeigt sich zum einen eine Innendrehung (Supination) des Fußes und auch die Streckung der Großzehe. Liegt eine ausgeprägte Schädigung der Nervenbahn und somit des Kennmuskels vor, ist dieser Reflex nicht auslösbar.

Symptome nach rechts oder links

Die meisten Bandscheibenvorfälle kommen im Bereich der Lendenwirbelsäule vor und betreffen die Segmente L4/L5. Da es sich bei solch einem Prolaps um das Verrutschen der Bandscheibe handelt, kann diese demnach in verschiedene Richtungen ausweichen. Sie kann nach oben oder unten sowie nach rechts oder links verrutschen. Im Fall einer Links- oder Rechtsverschiebung spricht man von einem medio-lateralen Bandscheibenvorfall. Dabei kommt es häufig zu verschiedenen Symptomen.
Jeweils links und rechts aus einem Segment der Wirbelsäule treten aus der Nervenwurzel die Spinalnerven aus. Sie übernehmen die Innervation von Muskeln oder aber auch inneren Organen. Verrutscht die Bandscheibe zur Seite hin (lateral), kommt es zur Kompression dieser Nervenwurzeln und die Nerven werden eingeengt. Je länger dieser Druck auf den Nerven lastet, desto stärker fallen die Symptome aus. Häufig kommt es auf der entsprechenden Seite zum einen zu Rückenschmerzen und auch zu Schmerzen in dementsprechenden Bein.
Die Untersuchungen am Bein können dann Rückschlüsse auf die Höhe des verletzten Segments geben. Bildgebende Verfahren können anschließend das komplette Ausmaß der Verletzung aufdecken.
Auf den Bildern sieht man auch zu welcher Seite hin (rechts, mitte, links) sich die Bandscheibe verschoben hat.

Diagnostik eines Bandscheibenvorfalls der LWS

Die Diagnostik eines Bandscheibenvorfalls L4/5 kann sehr gut im Rahmen einer neurologischen Untersuchung gestellt werden.
Neben einer ausführlichen Anamnese über die Beschwerden und besonders die Schmerzen, kann der Arzt mit Hilfe verschiedener Tests schnell Hinweise auf eine vorliegende Nervenschädigung erhalten. So testet er mittels eines Reflexhammer die Reflexe an Armen und Beinen, die Sensibilität verschiedener Hautbereiche und auch die Beweglichkeit verschiedener Muskeln.
Zusätzlich kann durch eine Messung auch noch die Nervenleitungsgeschwindigkeit ermittelt werden. Sie gibt Hinweise auf die Funktion der Nerven. Je nachdem wie gut die Reflexe auflösbar sind oder auch wo die Schmerzen hin ausstrahlen, kann der Arzt Rückschlüsse ziehen, welche Nervenwurzeln eventuell beschädigt sein können. Auch die Haltung und der Verlauf der Wirbelsäule wird begutachtet.

Die Diagnose Bandscheibenvorfall wird jedoch meistens durch eine radiologische Untersuchung gesichert. Mittel der Wahl sind dabei bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT der LWS).
Beim MRT der LWS und beim CT wird die Wirbelsäule bildlich dargestellt. In einem MRT der LWS können zudem sehr gut die umliegenden Weichteilstrukturen wie die Bandscheibe dargestellt werden. Im Röntgenbild selbst sieht man im Falle eines Prolapses eventuell feine Risse in der Bandscheibe.
Zudem kann man den Bandscheibenvorfall L4/5 selbst auch sehr gut erkennen, wenn ein Bild seitlich von der Wirbelsäule gemacht wurde.
Die zwischengelagerte Bandscheibe der LWS hat sich dann in den Rückenmarkskanal vorgeschoben und die hinteren Flächen der umliegenden Wirbelkörper liegen zudem enger beieinander.
Die Knorpelflächen der Wirbelkörper können aufgrund von Verschleiß und Fehlbelastung porös verändert sein. Die Verfahren (CT/MRT der LWS) können auch durch die Gabe von Kontrastmittel, das über die Vene gespritzt wird, unterstützt werden. Die Strukturen sind dann nochmal einmal deutlicher zu erkennen.

Therapie eines Bandscheibenvorfalls L4/5

Konservative Therapie

In den meisten Fällen wird ein Bandscheibenvorfall konservativ behandelt. In der Regel begrenzt sich der zeitliche Rahmen der Schonung auf circa sechs bis acht Wochen. Dies ist je nach Art und Schweregrad der Bandscheibenverletzung sehr unterschiedlich. Dies bedeutet es findet kein chirurgischer Eingriff statt.
Im Rahmen der konservativen Therapie soll zunächst die Schonung der Wirbelsäule und die Linderung der Schmerzen im Vordergrund stehen. Im Akutfall sollte der Patient demnach die Wirbelsäule nicht belasten. Durch viel Ruhe und Schonung können die entzündlichen Prozesse an den Bandscheiben zunächst heilen.

Weiterhin beinhaltet die konservative Therapie eine medikamentöse Schmerztherapie bei einem Bandscheibenvorfall. In Form von Tabletten oder auch direkte lokale Injektionen können Medikamente zur Linderung der Schmerzen verabreicht werden. Injektionen in den Bereich der verletzten Wirbelsäule können unangenehm sein, haben aber einen schnellen, schmerzlindernden Effekt. Häufig werden auch Arzneimittel zur Entspannung der Muskulatur verabreicht, damit der Patient aufgrund der Beschwerden keine Schonhaltung einnimmt, die häufig die Beschwerden schlimmer macht. Ebenfalls muskelrelaxierend wirken Wärme und fachkundige leichte Massagen. Auch entspannende Elektrotherapie wird häufig angewendet. Regelmäßige Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur ist ebenfalls sinnvoll.

Viel umfangreicherer Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Therapie eines Bandscheibenvorfalls der LWS

Operation

Eine Operation wird besonders dann notwendig, wenn die Beschwerden sehr weit fortgeschritten sind und es zu ausgeprägten Lähmungserscheinungen kommt. Zudem spielt die Dauer des vorliegenden Bandscheibenvorfalls eine entscheidende Rolle. Je länger ein Nerv eingeengt wird, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass dieser sich wieder erholt und seiner Funktion nachgehen kann.

Auch wenn die konservative Therapie keine Erfolge bringt, wird dem Patienten eine Operation empfohlen. Immer häufiger findet die Operation als minimal- invasiver Eingriff statt. Demnach ist nur ein kleiner Schnitt notwendig und die Operation selbst wird durch ein Mikroskop und mit entsprechend kleinen Instrumenten durchgeführt. Ziel der OP ist es, die verrutschte Bandscheibe aus dem Wirbelkanal zu entfernen. Dadurch werden die eingeengten Nerven wieder entlastet und können sich erholen. Die Bandscheibe kann eventuell durch entsprechende Materialen ersetzt werden, sodass zwischen den Wirbelkörpern ein Stoßdämpfer sowie Schutz der Knochen bestehen bleibt. Eine Operation dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Nach der Operation kann der Patient direkt aufrecht sitzen. Möglicherweise ist ein Tragen von einem leichten Mieder notwendig. Dann können sich die Wirbel und auch der Patient von den Beschwerden besser erholen. Liegen mehrere Bandscheibenvorfälle vor, kann ein Bereich der Wirbelsäule auch komplett versteift werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Operation eines Bandscheibenvorfalls der LWS

Übungen / Physiotherapie bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

Regelmäßige Physiotherapie bei einem Bandscheibenvorfall nimmt einen großen Stellenwert in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen ein. Sie hat das Ziel die Rücken- und auch Bauchmuskulatur wieder aufzubauen und zu stärken. Daraus soll die Stabilität der Wirbelsäule gefördert werden. Physiotherapie beinhaltet auch Massagen, die die Muskeln lockern, Fehlhaltungen verhindern und gleichzeitig auch die Schmerzen lindern kann. Im Rahmen der Therapie erlernt der Patient zudem Übungen, die er auch zu Hause selbstständig durchführen kann. Dazu gehören zum Beispiel Dehn- und Stretchübungen mit Hilfe von Bändern oder einem Gymnastikball. Aufrechtes Sitzen auf einem großen Ball und leichtes Kreisen mit der Hüfte lockert die Muskulatur im Lendenbereich. Gleichzeitig werden Bänder gelockert und gestärkt. Sehr rückenschonend sind Übungen, die unter Wasser durchgeführt werden. Hierzu werden Kurse in Form von Aquagymnastik meist auch speziell für Rückenprobleme angeboten.
Der Patient lernt in der Rückenschule Übungen und auch die richtige Haltung bei langem Stehen oder Sitzen um seinen Rücken zu entlasten. Die Übungen sollen die Rückenmuskulatur stärken und die Bewegung fördern. Dabei ist darauf zu achten, dass alle Übungen schmerzfrei durchgeführten werden und ausreichend wiederholt werden. Lockerungsübungen können im Alltag sehr gut sein und auch zwischendurch ausgeübt werden. Sie verhindern Schonhaltungen und Verspannungen.

Lesen Sie auch mehr zu diesem Thema unter: Übungen nach einem Bandscheibenvorfall der LWS

Sport nach Bandscheibenvorfall L4/5

Nicht jede Sportart kann nach einem Bandscheibenvorfall gleich wieder ausgeführt werden. Der Rücken muss zunächst geschont und entlastet werden. Andernfalls kann es sehr schnell zu einer erneuten Verschlimmerung der Beschwerden führen oder aber es entstehen weitere Bandscheibenverletzungen. Es sollte Sport bevorzugt werden, die Rücken- und Bauchmuskeln gleichermaßen beanspruchen und stärken.

Zudem sollten ruckartige Bewegungen und Stöße vermieden werden. Problemlos sind Sportarten wie Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Pilates und Skilanglauf. Sportarten, die den Rücken extrem belasten, sollten aufgrund der Verletzungsgefahr vermieden werden. Stauchungsbewegungen und Drehbewegungen können zudem schädlich für einen vorgeschädigten Rücken sein. So sollte der Patient auf Tennis, Turnen, Squash, Badminton und auch Skifahren zunächst verzichtet werden.

Weiterhin sollte die Muskulatur mit leichten Übungen gekräftigt werden. Bodybuilding und Gewichtheben stellen eine zu große Belastung der Wirbelsäule dar und schädigen die Bandscheiben weiter und sollten nur nach vollständiger Ausheilung wie aufgenommen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Sport nach einem Bandscheibenvorfall

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.02.2017
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