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Schwellung unter den Augen

Einleitung

Eine Schwellung unter dem Auge beschreibt meistens eine Flüssigkeitsansammlung im weichen Gewebe. Sichtbar wird die Schwellung entweder in Form eines Tränensacks oder als Ödem. Durch Entzündungen, Verletzungen oder allergische Reaktionen verändert sich die Durchlässigkeit der kleinen Blut- und Lymphgefäße unter dem Auge. Dadurch tritt vermehrt Wasser aus dem Gefäß ins Gewebe, diese Flüssigkeitsansammlung bezeichnet man medizinisch als Ödem.

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Ursachen

Verschiedene Ursachen für geschwollene Augen sind möglich. In vielen Fällen sind geschwollene Augen völlig harmlos, beispielsweise nach langem Weinen oder einer kurzen Nacht. Auch eine ungesunde Lebensweise mit übermäßigem Alkoholkonsum, Rauchen und dem Verzehr stark gesalzener Lebensmittel führt dazu, dass man am nächsten Morgen mit geschwollenen Augen erwacht.

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Abgesehen davon gibt es aber auch krankhafte Ursachen für verschwollene Augen. Dazu zählen allergische Reaktionen oder äußere Reizungen, beispielsweise durch Zigarettenrauch, Feinstaub oder Chemikalien. Auch Infektionen, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden, können zu Schwellungen im Augenbereich führen. Natürlich kann das Auge auch dann anschwellen, wenn es zu Verletzungen im Gesichtsbereich (z.B. Prellungen oder Frakturen) kommt.

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Allergie

Bei sehr vielen Leuten werden geschwollene Augen durch Allergien verursacht. Auslöser sind in den meisten Fällen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Typischerweise werden die geschwollenen Augen bei einer Allergie durch weitere Symptome, wie gerötete und tränende Augen, Juckreiz in den Augen und der Nase sowie häufiges Niesen begleitet. Um herauszufinden, ob eine Allergie vorliegt und wogegen, führt der Arzt eine Reihe verschiedener Tests durch. Am besten versuchen die betroffenen Personen dann, das jeweilige Allergen (also die allergieauslösende Substanz) so gut es geht zu vermeiden. Wenn dies nicht möglich ist, kann man die Allergie normalerweise auch medikamentös mit kortisonhaltigen Präparaten oder Antihistaminika behandeln.

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Insektenstich

Sehr oft verursachen Insektenstiche im Bereich des Auges starke Schwellungen an der Einstichstelle. Das beim Stich abgegebene Insektengift löst im Körper eine Entzündungsreaktion aus, wodurch die Gefäße durchlässig werden und sich Flüssigkeit im umliegenden Gewebe ansammelt. Begleitenden Symptome sind eine Rötung und Juckreiz. Der Körper reagiert anders, je nachdem welches Insekt gestochen hat: Mückenstiche führen eher zu kleineren Schwellungen, wohingegen Bienenstiche meist zu starken Reaktionen führen.

Normalerweise ist ein Insektenstich harmlos und die Schwellung am Auge verschwindet nach wenigen Tagen von selbst. Vorsicht ist allerdings bei Allergien geboten! Bei sehr einer bekannten Allergie, starken Schwellungen oder dem Auftreten von Atemnot nach einem Insektenstich, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine starke allergische Reaktion ist ein absoluter Notfall, da hier Lebensgefahr für die betroffene Person besteht.

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Jochbeinprellung/Jochbeinbruch

Verletzungen im Bereich des Gesichts können zu Schwellungen am Auge führen. Durch Schläge, Stürze oder Zusammenstöße kommt es häufig zu Jochbeinprellungen oder sogar Jochbeinfrakturen. Das Jochbein (auch Wangenbein genannt) bildet in Richtung der Schläfe die knöcherne Begrenzung der seitlichen Augenhöhle.

Durch äußere Gewalt kann es sehr schnell zu einer Prellung oder einem Bruch dieser Struktur kommen. Verletzungen am Jochbein verursachen starke Schmerzen im gesamten Gesicht. Außerdem bildet sich um das Auge ein Bluterguss und das Gewebe schwillt stark an. Ob das Jochbein nur geprellt oder tatsächlich gebrochen ist, kann nur mit einer Röntgenuntersuchung festgestellt werden.

Bei einer Verletzung im Gesicht und starken Schmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung einer Prellung besteht vor allem in einer ausreichenden Kühlung, um die Schwellung zu reduzieren. Ein Bruch kann entweder konservativ oder operativ behandelt werden, je nach Art des Bruchs. Gegen die Schmerzen erhält der Patient Schmerzmittel.

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Begleitende Symptome

Eine Schwellung am Auge kann alleine auftreten oder von verschiedenen Symptomen begleitet werden. Die Art der begleitenden Symptome hängt dabei vor allem von der Ursache der Schwellung ab.
Bei einer allergischen Reaktion sind vor allem Rötungen, tränende Augen, starker Juckreiz, Niesen und eine laufende Nase typische Begleiterscheinungen.

Mückenstiche am Auge verursachen nicht nur eine Schwellung, sondern auch einen sehr lästigen Juckreiz und Rötungen an der Einstichstelle.

Wurde die Schwellung am Auge durch ein Trauma oder eine Verletzung verursacht, liegen eventuell noch weitere Beschwerden vor. Dazu zählen Frakturen der Schädelknochen, Prellungen, Hämatome oder Hautverletzungen. Die betroffenen Personen leiden dann häufig auch unter Schmerzen.

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Schmerzen

Eine Schwellung am Auge ist in vielen Fällen harmlos und bereitet keine Schmerzen. Vor allem Frakturen im Schädelbereich oder Gesichtsverletzungen, welche die Schwellung verursachen, sind aber häufig sehr schmerzhaft. In solchen Fällen kann eine vorsichtige Kühlung mit Eisbeuteln die Schmerzen etwas lindern und dafür sorgen, dass die Schwellung zurückgeht. Beim Kühlen muss darauf geachtet werden, dass der Kühlbeutel in ein Handtuch eingewickelt wird, sodass dieser keinen direkten Kontakt zur Haut hat.

Auch Salben oder Tabletten mit schmerzlindernden Wirkstoffen helfen gegen die Beschwerden.  Starke Schmerzen müssen auf jeden Fall durch einen Arzt abgeklärt werden und sollten nicht in Eigenregie behandelt werden.

Behandlung

Die Therapie von geschwollenen Augen richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser. Tritt die Schwellung infolge einer kurzen Nacht oder durch langes Weinen auf, kann man als Erste-Hilfe-Maßnahme die Augen zunächst einmal kühlen. Kälte wirkt gefäßverengend und führt dazu, dass die überschüssige Flüssigkeit aus dem Gewebe abtransportiert wird. Normalerweise müssen geschwollene Augen bei harmlosen Ursachen aber nicht weiter behandelt werden.

Schwellungen, die durch Entzündungen ausgelöst werden, sollten eventuell durch einen Augenarzt behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionen kann die Anwendung von Antibiotika notwendig sein. Allergien werden mittels Antihistaminika oder kortisonhaltigen Präparaten behandelt.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose eines geschwollenen Auges, indem er das Auge untersucht. Die Schwellung ist meist schon direkt auf den ersten Blick zu erkennen. Der Arzt kann außerdem verschiedene Untersuchungen, wie einen Sehtest und eine Augenhintergrundspiegelung, durchführen, um die Ursache der Schwellung zu diagnostizieren. Liegt der Verdacht auf eine Allergie nahe, werden verschiedene Allergietests (Pricktest oder Provokationstest) sowie eine Blutentnahme durchgeführt. Nach diesen Untersuchungen hat der Arzt in den meisten Fällen zumindest eine Verdachtsdiagnose und kann die Behandlung dementsprechend planen.

Dauer

Schwellungen am Auge können unterschiedlich lange andauern. Schwellungen, die nach dem Aufstehen auftreten, klingen üblicherweise innerhalb weniger Stunden wieder ab. Sind die Augen auf Grund einer allergischen Reaktion angeschwollen, verschwindet die Schwellung relativ, schnell der allergieauslösende Stoff verschwunden ist bzw. sobald eine antiallergische Behandlung (z.B. Augentropfen) erfolgt ist. Bei Schwellungen, die länger als einen Tag bestehen bleiben oder ohne erkennbare Ursache immer wieder auftreten, sollten die Betroffenen auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. 

Schwellung ausschließlich am Augenlid

Das Augenlid ist eine sehr empfindliche Struktur, die aus kleinsten Muskeln und einer dünnen Hautschicht besteht. Dementsprechend reagiert das Augenlid sehr sensibel auf Reizungen oder Infektionen. Häufig wird eine Schwellung, die nur das Augenlid betrifft, durch eine Entzündung der Drüsen am Lidrand verursacht. Die Talgdrüsen (auch Meibom-Drüsen) können verstopfen und sich infizieren, das entstehende Krankheitsbild bezeichnet man als Chalazion oder Hagelkorn. Ebenso führt eine bakteriell verursachte Lidrandentzündung (Blepharitis) zu Schwellungen und Rötungen am betroffenen Augenlid.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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